so you want to be a writer?

so you want to be a writer- (2)

Ich gestehe euch was. Ich liebe Gedichte.

So wie dieses hier. Oder das hier.

Dem war nicht immer so.

Zu Schulzeiten verstand ich nicht wirklich, was das mit den Gedichten sollte.

Vielleicht auch, weil es stets die eine Standardauslegung für ein Gedicht gab – und mein Deutschlehrer sie natürlich schon kannte.

Zudem waren Gedichte einfach nicht cool. (Und damals hatte ich noch nicht wirklich die Eier aus der Reihe zu tanzen und auf einmal Gedichte cool zu finden. Bestimmt hätte ich dann mindestens als „schwul“ gegolten. Oder so.)

Heute finde ich: Gedichte haben etwas Magisches. Weil es oftmals eben nicht die eine Standardauslegung gibt.

Wenn 100.000 Menschen ein Gedicht lesen, gibt es 100.000 verschiedene Auslegungen.  

Bei jedem Leser stoßen andere Worte, Metaphern und Anspielungen auf Resonanz. Und genau das ist doch das Schöne an Gedichten.

Gedichte sind greifbar und gleichzeitig so herrlich ungreifbar.

Gedichte sind für mich ein wenig wie das Leben.

Es gibt nicht die eine Auslegung. Nicht die eine Wahrheit.

Jeder kann seine eigene Wahrheit in ihnen finden.

Gedichte können wie ein warmer Unterschlupf an kalten Wintertagen sein. Warmer Tee inklusive.

Heute möchte ich ein Gedicht von Charles Bukowski mit euch teilen.

Ich liebe Charles Bukowski.

Naja, okay, vielleicht liebe ich ihn nicht auf die gleiche Weise wie ich meine Schwestern oder meine Eltern liebe. Oder die junge, hübsche und intelligente Frau neben der ich manchmal aufwachen darf.

Sagen wir ich bewundere ihn.

 

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Hier gibt es das Gedicht auch nochmal auf Video/Audio:

(Danke Malchus für den Link zum Video. 😉 )

 

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P.s. An alle schlauen und ein bisschen positiv verrückten Männer unter euch:

Charles Bukowski’s Buch „Women“ ist ein grandioses wie verstörendes, betörendes und amüsantes Buch.

 

 

(Danke an dieser Stelle auch an die junge Dame, die mir das oben stehende Gedicht hat zukommen lassen.)

 

Bilder: Writer, Typewriter

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10 Kommentare, sei der nächste!

  1. nice, gefällt mir (:
    .. vor allem die hübsche, junge, intelligente Dame C:
    😀 nee, der Rest auch. Das Gedicht ist klasse!!
    Schönen Abend dir!

  2. Hi Ben,

    ist ja mal ein ganz anderer Artikel.

    Starke Sache, gefällt mir gut. Keine Ahnung warum, aber irgendwie scheint hier das Thema „Männlichkeit“ und „Sexualität“ mit.

    Hm…

    wunderbares Gedicht.

    Danke Ben.

    Alles Liebe
    Robert

    1. Hey Robert,

      freut mich, dass er dir gefällt. Vielleicht gibt es bald mehr davon.

      Und naja, das Gedicht ist ja nicht von mir 😉

      Lg, Ben

  3. … 🙂 Moin Ben,

    Gedichte <3 sind genial …Märchen aber auch ^^

    …danke für diesen Gedanken … I`m not a writer … -.-

    "hab geschaut und zugehört
    das hat mich manchmal schon verstört
    was viele als gegeben an sehn`
    ist für mich nicht ganz real geschehen
    Denn echtes Leben
    wird nicht jedem von uns gegeben

    Ich rede viel und weiß noch mehr
    Der Mund bleibt stumm die Zunge leer
    autark zusein das wünsch ich allen
    doch was im Weg steht das muss fallen

    Hab zu allem hier gesagt
    doch nicht gewusst das es so plagt
    empfinde viel- und leide leise
    das ist nicht meine ausgesuchte Reise
    doch wenn`s nun mein`Aufgab`ist
    Befreiung zu geben mit meiner List…"

    …eine wundertolle Woche

    die allwissende Müllhalde 😉

  4. Wie wunderbar! Das Gedicht spricht mir aus dem Herzen – in vielerlei Hinsicht. 🙂

    Einer unserer Deutschlehrer hatte das ganz gut raus, uns Poesie näher zu bringen. Dafür bin ich echt dankbar! Rückblickend hat das auf ganz unterschiedliche Art und Weise Wurzeln geschlagen.

    Lieber Gruß,
    Philipp

  5. Lieber Ben, dein Timing ist perfekt.

    Grade heute Morgen hatte ich entschieden, meine Gedichte auch auf meine Webseite zu packen. Da hab ich jetzt deinen Post als extra Kick gewertet und das direkt gemacht.
    Und das allererste passt auch noch perfekt zu Bukowskis Thema, denn es handelt von der Leidenschaft fürs Schreiben – und davon wie bedeutungslos man sich dabei oft vorkommt:

    In einer Welt, in der es alles schon gibt,
    hab ich mich in die Worte verliebt.

    Aber egal wie groß ich denke,
    egal wie schwer es fällt,
    irgendjemand, auf dieser Welt,
    hat die selben Fragen schon einmal gestellt.

    (…) zum weiterlesen: http://nadinecarolin.com/leidenschaft/

    Charles Bukowski und sein grandioses Gedicht faszinieren mich schon lange und ich hatte es auch erst vor kurzem bei mir in einem Artikel zitiert: „Es muss nicht schwer sein, damit es echt ist“ (http://nadinecarolin.com/es-muss-nicht-schwer-sein-damit-es-echt-ist/).

    Ich freu‘ mich eigentlich immer, wenn es irgendwo auftaucht. Da ich es meist dann lese, wenn ich Motivation fürs Schreiben brauchen kann, hat es inzwischen schon eine echt große Bedeutung für mich. Und es funktioniert immer wieder. 🙂

    Also vielen lieben Dank fürs daran erinnern und für den passenden Kick für heute und einen wunderbaren Tag!

  6. Hallo Ben,

    obwohl ich mein Studium tatsächlich schon seit ein paar Jahren beendet habe und vermutlich mit 34 Jahren deutlich älter bin als der Durchschnitt deiner Leser, erkenne ich mich in vielen Dingen wieder, die du auf deinem Blog beschreibst. Ich könnte jetzt sagen, dass ich wünschte, dass ich vor 10 Jahren den Mut gehabt hätte, etwas zu ändern und das Studium, was mir immer irgendwie unpassend erschien, abzubrechen. Aber ich gehöre auch zu den Menschen, die denken, dass alles für irgendetwas gut ist, denn ich weiß zumindest jetzt, was ich wirklich will. Ich habe es eben nur auf einem Umweg herausgefunden. Und es ist nie zu spät, seinen Mut zusammenzunehmen und sich auf seinen eigenen Weg zu machen. Vermutlich wird es auch nicht leichter, aber was im Leben ist schon enfach, oder?

    Aber zurück zu Deinem Text über Gedichte, bei dem ich mich schlagartig in meine Schulzeit zurück versetzt fühlte. Ich hatte schon immer einen guten Zugang zu Lyrik, so dass mir das Thema „Liebes-Lyrik“ etwa in der 9. Klasse leicht fiel. Dachte ich zumindest, bis meine Klausur (ich weiß leider nicht mehr, zu welchem Gedicht) mit „mangelhaft“ bewertet wurde, obwohl ich nicht einmal viele Rechtschreib- oder Grammatikfehler in meinem mehrseitigen Aufsatz hatte. Meine Deutschlehrerin, eine unverheiratete, griesgrämige Jungfer kurz vor der Rente mit Zweitfach Religion, erklärte die Note beim Elternsprechtag später dann so: „Die Heransgehensweise lässt keinen Zweifel daran, dass Ihre Tochter das Gedicht verstanden hat. Allerdings ist ihre Interpretation etwas frühreif, sie sieht darin Dinge, die sie ihrem Alter noch nicht wahrnehmen sollte. Aber in der Oberstufe wird sie sicher einemal sehr gute Klausuren schreiben!“

    Ich brauche nicht erwähnen, dass meine Motivation, etwas sinnvolles zum Unterricht beizutragen damit nicht gewachsen ist.

    Aber lange Rede kurzer Sinn: Ich bewundere deinen Mut und werde sicher noch viel von dir lesen.

    Alles Gute
    Ann-Kathrin

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