Worüber definierst Du Dich?

worüber definierst du dich?

5 Minuten Verwundbarkeit. Und eine fette Erkenntnis, die sich lohnt.

Die letzten Wochen und Monate bin ich kaum rausgegangen. Ich hatte Angst davor auf Parties zu gehen oder neue Menschen kennenzulernen.

Genauer gesagt hatte ich Angst davor mich vorzustellen.

Ich hatte Angst davor ehrlich zu sagen: “Ich mache dieses Anti-Uni. – Ich gehe nicht mehr an die Uni sondern stelle mir meine Bildung selbst zusammen. Das ist eine super coole Sache aber ich habe super viele Zweifel und weiß noch nicht, ob ich damit jemals mein Geld verdienen werde.”

Mir vorzustellen wie Leute darauf reagieren, was ich mache trieb mir regelmäßig den Schweiß auf die Stirn. “Die denken bestimmt, dass ich verrückt bin…” ging es mir dann meist durch den Kopf.

„Und die süßen Mädels…“die stehen doch eh auf die Männer, die selbstsicher auftreten (auch wenn es nur gespielt ist), BWL studieren und erzählen, dass sie mal ein fettes Business gründen werden (auch wenn sie das nie tun werden)…oder nicht?

Also blieb ich lieber zu Hause und vergrub mich in Büchern oder Arbeit. Oder ich traf mir nahe stehenden Freunde, die wirklich verstehen konnten wie es mir geht. Ich bin unendlich dankbar für diese Menschen in meinem Leben.

Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass ich mich darüber definiere WAS ICH TUE. Ich habe gemerkt, dass ich meinen Selbstwert (so heißt das glaube ich, oder?) sehr daran knüpfe, was ich tue und wie es gerade läuft.

Früher: „Ich studiere an der … (und bin Elite)“

Zu Uni-Zeiten war das bedeutend einfacher. Ich war ja auf dieser Elite-Uni, Stipendiat der Studienstiftung und konnte mir so immer sagen: “Ich bin Elite.” Ich konnte mich über die Zugehörigkeit zu einer elitären Gemeinschaft definieren. Und genau das tat ich auch.

Ich war stolz an dieser Uni zu studieren. Ich war stolz so tolle und intelligente Kommilitonen zu haben. Ich erzählte Menschen, dass ich Gerhard Schröder und Peer Steinbrück an meiner Uni bei einem Vortrag getroffen hatte. Und ich erzählte davon wie wir als Absolventen später Einstiegsgehälter zwischen 80.000 und 120.000 kassieren würden.

Aber eigentlich waren wir ja alle auch ganz normale Studenten…

Lass uns noch ein Stück weiter zurückgehen.

Wenn Du an Deine Schulzeit zurück denkst – worüber hast du dich definiert?

Bei mir waren das immer die guten Noten. Mein 1,3er Abi, dass ich gut im Sport war und passabel Klavier spielen konnte.

Heute: Was passiert, wenn alles schief geht?

Ich will gar nicht sagen, dass es nicht gut ist aus Dingen, die Du gut kannst dein Selbstbewusstsein zu ziehen.

In der letzen Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass es nicht gesund für mich ist, mich NUR über das WAS ICH TUE zu definieren, sondern vielmehr über das WER ICH BIN. (klingt esoterisch? – dachte ich auch erst 😉 )

Denn was passiert, wenn Du deinen kompletten Selbstwert an das knüpfst was Du TUST?

Ich habe mir einfach vorgestellt: Was passiert, wenn alles was ich gerade tue schief geht? Was, wenn von heute auf morgen niemand mehr meinen Blog liest? Was, wenn ich keinerlei Anfragen für Vorträge oder Seminare bekomme? Was, wenn niemand zu meinen Workshops kommt? …und so weiter.

Zuerst dachte ich: “Oh mein Gott, dann bin ich ein Versager und werde abgestempelt.” Meine Eltern werden mich endgültig für verrückt erklären und meine Freunde werden sich von mir abwenden.

Doch werden sie das wirklich? Verändert ein Scheitern meiner Projekte wer ich bin und was meine Werte sind?

Nope.

Selbst wenn ich scheitere bin ich nachher immer noch der gleiche. Dann nehme ich diese Erfahrung mit und mache etwas anderes.

Manchmal scheitern Projekte ohne dass wir wirklich etwas dafür können.

Stelle Dir dich als Anwalt in einer Großkanzlei vor. Oder als Berater bei McKinsey. Oder als Manager eines großen Konzerns.

Vielleicht wirst Du wegrationalisiert. Oder dein Gehalt wird radikal gekürzt. Oder Du wirst von der Elite-Uni geschmissen.

Was auch immer es ist – es kann immer passieren, dass unvorhergesehene Dinge passieren. Das möchte ich natürlich nicht heraufbeschwören und wünsche es dir auch auf keinen Fall. Ich denke aber, dass es hilfreich sein kann zu fragen: WAS IST WENN?

Was passiert wenn du von heute auf morgen vor die Tür gesetzt wirst?

Zurück zur Party…

Was erzählst du Menschen dann, wenn du auf eine Party kommst?

Genau da ist der wunde Punkt. Und genau das bist DU.

Scheißegal was Du tust und wie viel Erfolg du damit hast.

Entscheidend ist die Haltung dahinter und WER DU BIST.

Wenn Du dann also auf eine Party kommst und einer Frau (oder einem Mann) erzählst wie Du gescheitert bist, dann dreht sie sich vielleicht um und läuft davon. Lass sie laufen, denn die (oder der) nächste wird erkennen, dass es nicht darauf ankommt, WAS du tust oder getan hast sondern WER du bist.

Ich versuche meinen Selbstwert und wer ich bin daher nicht zu sehr mit dem zu verknüpfen was ich tue. Das hilft mir mit Misserfolgen umzugehen. Denn natürlich mache ich Fehler – und zwar eine Menge.

Ich kann dann jedoch sagen: “Ich habe einen Fehler gemacht – und daraus lerne ich” anstatt zu sagen “Ich (persönlich) habe versagt”.

Denn nein, ich habe nicht versagt. Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht versagen können. Klar, wir können Fehler machen – aber das tun wir alle. Versagen tun wir nur dann, wenn wir aufgeben oder uns unterkriegen lassen.

Also gehe ich jetzt wieder raus und erzähle Menschen von meiner Begeisterung und dem was ich tue. Und wenn Menschen nicht verstehen was ich tue oder mir Missgunst entgegen bringen, dann gehe ich weiter und erzähle es dem oder der nächsten – natürlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht. 😉

 

Was erzählst Du Menschen über Dich, wenn Du auf eine Party gehst?

 

 

Bild: qthomasbower

Willst Du auch weniger auf die Gesellschaft hören und Dein eigenes Ding machen?

Hol´ Dir meine 7-teilige kostenlose Video-Serie und lerne die Kunst deinen eigenen Weg zu finden. 

>> jetzt die kostenlose Video-Serie abholen! <<

find_your_own_way_university-bdr

50 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ben, ich finde deinen Artikel grandios!! Er zeigt für mich deine reife Persönlichkeit…

    Danke für deine Offenheit. Danke für deine Ehrlichkeit. Genau diese Verletzlichkeit zu zeigen und Schwächen zuzugeben, macht für mich große, tiefgründige Persönlichkeiten aus.

    Zu meiner ähnlichen Geschichte:
    Ich komme aus einer relativ kleinen Stadt und bin da nicht gerade unbekannt… 🙂 🙂

    Bloß die Leute dachten bei mir bisher: Der Typ macht doch immer Party und feiert sich selbst, ist selbstverliebt und arrogant… klar, das war vor allem ein Schutzmechanismus, da ich sehr sensibel bin und „leider“ wahrscheinlich auch etwas tiefgründiger (oder auch nicht, egal) als die meisten… 🙂 🙂

    Dass ich eine andere Seite habe und mich mit Persönlichkeitsentwicklung seit ca. 10 Jahren beschäftige, dass ich mich mit esoterischen und spirituellen Themen beschäftige, dass ich die Welt ein Stückchen besser machen will, dass ich für eine gerechtere und nachhaltigere Welt eintrete, wussten nur meine engsten Vertrauten.

    Ich glaube Blogs kennt „man“ bei uns im konservativen Bayern in der relativ kleinen Stadt (Erzbistum noch dazu) nicht einmal. Ganz ehrlich, ich kenne den Begriff auch erst seit ich von einem NLP-Seminar letztes Jahr in Berlin zurückgekommen bin und durch Tim Ferris „4-Stunden-Woche“.

    Folglich ging es mir ähnlich wie dir. Als ich zum ersten Mal meinen Blog mit einem Artikel öffentlich auf meinem privaten Profil auf Facebook vor all meinen Freunden veröffentlicht habe.
    Mein interner Dialog sah ungefähr so aus:
    (Das sind die inneren Stimmen, mit denen jeder von uns mit sich selbst spricht. Falls jemand diese Stimmen nicht kennt, z. B. Eckart Tolle lesen oder einfach mal die Gedanken über den Tag urteilsfrei beobachten)

    Jetzt steht da mein Name und ein Bild von mir ist auch noch drauf und ich gebe Dinge von mir Preis, die fast niemand weiß, nicht mal meine Eltern. Jetzt werden mich langsam alle für ver-rückt halten (tun eh schon die meisten 🙂 ), vor allem gebe ich Dinge preis, die mein Innerstes berühren und ich kenne genug Menschen, die das ausnutzen würden/werden, nur um mir eines reinzudrücken… ja das gibt es in der „Kleinstadt“ 🙂 ).
    Ganz ehrlich, ich habe viele Komfortzonenerweiterungsübungen z. B. bei mir in Bamberg, aber auch in Berlin und anderen deutschen Großstädten auf der Straße, und auch sonst die verrücktesten Dinge ausprobiert („man“ schaue sich nur mal meine Frisur an und damit habe ich Versicherungskaufmann gelernt 🙂 🙂 ) und doch auch mir hat das Ganze (meinen Blog vor meinen Freunden öffentlich zu machen) höllische Angst eingejagt und ich brauchte ein paar Wochen bis ich diesen Schritt gehen konnte.
    Als ich es dann tat, zitterte ich am ganzen Körper und war einen halben Tag total aufgeregt… Ich habe nämlich damals auch extra einen Tag ausgewählt, wo es extra viele Leute sehen konnten, indem ich unter einem Beitrag gepostet hatte, der komplett öffentlich war (der Beitrag bzw. das Bild stellte eine lebensgroße Werbung an einer Bushaltestelle an vor unserem Bahnhof dar 🙂 ) und schon über 50 leute geliked hatten… Wenn, dann richtig!! 🙂 🙂

    Es geht mir hier nicht um Selbstverherrlichung oder sonstwas… mir geht es darum den Leuten zu zeigen, dass zu seiner Angst und Verletzlichkeit zu stehen eine zutiefst mutige Sache ist!!!! Mir geht es darum die Welt zu verändern, ganz einfach! Punkt aus fertig! Den Leuten zu zeigen, dass sich öffnen, zu ihren innersten Bedürfnissen zu stehen, auch wenn es Eier (Mut 🙂 ) erfordert, Annäherung und gemeinsames persönliches Wachstum bedeutet!!!! Wir sind Menschen, ja sogar Lebewesen, eines Planeten und wir sitzen alle in einem Boot und wenn wir alle erkennen würden, dass uns nur unsere persönliche Angst (Ja, unsere eigene Angst!!!) von Annäherung, Kooperation und einer besseren, individuelleren, aber auch gleichzeitig gerechteren Welt abhält, dann wäre die Welt drastisch besser. Denn dann würden mehr Leute an genau dieser Angst und sich selbst arbeiten und dann für mich als quasi rein logische Folge ihre Stimme erheben und sich gegen Ungerechtigkeiten aller Art zu wehr setzen und sogar für eine bessere Welt selbst eintreten, einfach aus reiner Selbst- und Nächstenliebe.

    Ähnlich war es auch als ich dann alle meine Facebookfreunde zum Liken meines Blogs eingeladen haben, da fiel es mir dann einige Zeit später dann aber schon etwas leichter… puuuh zum Glück 🙂 🙂

    Und ich sage auch:
    Angst gehört dazu! Auch mal eine kurze Zeit nach einer Niederlage liegen zu bleiben, gehört manchmal dazu. Aber dann gilt es wieder aufzustehen und weiterzumachen. Wir müssen Angst anerkennen (wahrscheinlich sogar als unser Tor zu unserer persönlichen Weiterentwicklung) und dann trotzdem weitergehen! Wir dürfen uns nur nicht von Angst zurückhalten lassen…

    Oder anders ausgedrückt und ich bin leider noch nicht dazugekommen es mir tätowieren zu lassen, sowohl wegen gerade fehlender finanzieller Mittel, als auch aus Angst vor den Schmerzen: RISE AND RISE AGAIN, UNTIL LAMBS BECOME LIONS!!!

    (Ich bin eben ein sehr sensibles Kerlchen, was auch seine Vorteile hat!)

    Gruß vom BewusstMacher nach Berlin!!! 😉
    Und erholsame Nacht euch allen…

    1. Hey Jens,

      lieben Dank für deinen ehrlichen Kommentar. Wie du sagst – eigentlich sitzen wir alle im gleichen Boot und haben ganz ähnliche Ängste und Bedürfnisse. Warum es uns so schwer fällt diese zu zeigen? Ich habe bisher nur einige Gründe dafür bei mir entdecken können. Einer ist sicherlich der in unseren Breitengraden, dass wir Angst vor Zurückweisung haben. Und genau deshalb bin ich nicht rausgegangen – weil ich Angst davor hatte, dass ich abgewiesen oder nicht ernst genommen werde.

      Deine Angst vor dem Veröffentlichen deines Artikels kann ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen. Als ich im Juni letzten Jahres bei meinem ersten Blogbeitrag auf „Veröffentlichen“ geklickt habe, hatte ich schweißige und zittrige Hände. Andere haben das vielleicht, wenn sie einen Vortrag halten. Das das ganz normal ist, musste ich erst lernen – und auch eben diese Verwundbarkeit zu zeigen und authentisch zu sein lerne ich noch.

      Aber genau das ist es doch, was uns so menschlich und unverwechselbar macht, oder?

      Alles Liebe,

      Ben

  2. Hi Ben,

    erstmal danke für diesen ehrlichen und aufrichtigen Artikel.

    Mir ist es ganz ähnlich gegangen. Ich möchte 2 meiner Erfahrungen hier lassen, weil ich glaube, dass sie hilfreich sein können:

    1.) Wie du sagst ist es tatsächlich so, dass die eigene Haltung ausschlaggebend ist. Bist du dir selbst unsicher, wirst du auch unsicher auf deine Mitmenschen wirken und diese werden „negativ“ reagieren. Wenn du allerdings 100% zu deinem SEIN stehst, wird es von deinen Mitmenschen auch 100%ig akzeptiert und angenommen. Meist sogar bewundert. Das ist meine Erfahrung.

    Anfangs habe ich den Fehler gemacht und die Schuld den anderen Menschen gegeben. Nach dem Motto: Die sind noch nicht reif für meine Einstellung und Haltung. Dann habe ich festgestellt, dass das Verhalten meiner Mitmenschen nur meine eigene Unsicherheit in Bezug auf meinen neuen Weg wiedergespiegelt hat.

    2.) Du kannst auch auf Partys gehen ohne erzählen was du genau machst. Ich habe mir damit Zeit gelassen, Bekannte zu informieren. (Eben auch aus Angst.) Als ich dann soweit war hat alles super geklappt und im Grunde genommen ist es gut angekommen.

    Klar gibt es immer wieder Menschen die hinter deinem Rücken deine Ideen und deinen Lebensstil belächeln, doch meist sind diese Menschen nur neidisch und bewundern dich.

    In diesem Sinn: Geh deinen Weg. Du kannst stolz auf dich sein. Ich bewundere dich dafür, was du hier auf die Beine gestellt hast und wie du zu deinen Ansichten stehst.

    Alles Gute.
    Liebe Grüße
    Robert

    1. Hey Robert,

      danke für deinen Kommentar und die ehrlichen Worte. Ich habe das Gefühl, dass du für deine jungen Jahre schon einiges begriffen hast.

      Deswegen kann ich das „Weiter so!“ nur stolz zurückgeben.

      Liebe Grüße,

      Ben

    2. Ich sehe vieles ähnlich, vllt auch genau so wie du Robert. Nur aus Sicht einer Person, die sich vielleicht noch nicht so sehr mit ängsten auskennt, sollten wir eines klarstellen: wenn sich jemand bewusst (und solche Menschen gibt es

      1. : ) ) auseinandersetzt, wird es diese person schwierig haben, in so einer Situation sicherheit auszustrahlen, da es ja eine angstbesetzte Situation ist… in solchen Momenten kann es manchen vielleicht helfen zu sich zu sagen: Ich tue das jetzt, auch wenn ich mich „blamiere“ (und damit meine ich zur eigenen Schwäche und Verletzlichkeit stehen) , aber hinterher habe ich definitiv meine Komfortzone erweitert und das führt mich zu einer größeren innneren Freiheit.

        Zum Thema Konsequenz:
        Das sehe ich auch wie du. Menschen, die ähnlichen Erfahrungen gemacht haben wie du, werden die Konsequenz enorm respektieren und für toll halten, menschen, die auf einem ähnlich weg sind, wirst du vllt sogar damit inspirieren können und es wird aber auch ein paar geben, die du mit deiner Art schockierst, nämlich da du ihre eigenen (unterbewusst abgelehnten) ängste mit deiner Art zum Vorschein bringst…

        1. „Wer schon auf dem Meeresgrund war, der fürchtet sich nicht mehr vor Pfützen!“

          Fällt mir grad spontan ein zu Deinem Beitrag …

          Diese (überwiegende) „Angstfreiheit“ konfrontiert oft das Gegenüber mit den eigenen Ängsten, und … da ist leider oft die automatische Reaktion „Gegenwehr“, um die eigene Angst nicht zu spüren. Wenn ich DAS verstanden habe, ist es leichter damit umzugehen … dann kann ich sogar MITFÜHLEN mit dem Anderen und es stehenlassen wie es ist …

  3. Hallo lieber Ben,

    Herzlichen Dank für Deinen ehrlichen und sehr inspirierenden Beitrag. Habe mich in sehr vielen Zeilen wiedergefunden 😉
    Da ich im Moment alleinerziehend bin und mein Business aufbaue sind Partys eher selten aber die Situationen, in denen ich über meine Ziele und Vorhaben sprechen kann – sind genauso präsent wie bei Dir.
    Lange Zeit habe ich auch immer krampfhaft versucht, bloß nicht auf das Thema Verdienst etc. zu sprechen zu kommen. Wollte lieber über Kinder sprechen oder das Wetter – wollte mich nicht erklären. Ich habe immer das Gefühl, dass mich niemand versteht. Das war ich da mache, kann man ja als Hobby nebenbei machen aber doch nicht davon leben.

    Ich habe mich und meine Vorstellungen selbst nicht ernst genommen – wie konnte ich erwarten, dass es dann jemand anderes macht?!

    Bin aus dem Hamsterrad schon vor vielen Jahren ausgestiegen. Genau genommen vor ca. 8 Jahren. Ich habe meinen sicheren Beamtenjob gekündigt und mich um meinen kranken Ehemann gekümmert und das Leben gechillt genossen. Habe vieles ausprobiert und vieles wieder gelassen….. 😉

    Möchte mich nicht über meinen Beruf definieren, sondern über das was ich bin. Ich bin nicht Dr. so und so oder Justizsekretärin Bailer. NEIN!! Ich bin Nicole – ich gehe meinen Weg und lebe nach meinen Prioritäten, egal wie mein Umfeld diese beurteilt.

    Mein sehr ländliches und engstirniges Umfeld machen es mir nicht leicht aber ich habe gelernt Grenzen zu ziehen und mich nicht abhängig zu machen vom Denken anderer. Das Gesetz der Anziehung gilt wirklich, denn je mehr ich mich auf meinen Weg einlasse und mein Ziel verfolge, desto mehr Menschen lerne ich kennen – die genauso denken wie ich!! Das ist genial und pusht mich zusätzlich.

    Kann Dir also bestätigen, dass es nichts bringt sich über einen Beruf oder Status zu definieren – denn diese sind manches Mal nicht von langer Dauer. Und was ist dann? Status weg – Person gelöscht? Nichts für mich…..
    Ich bin happy – habe viel sch…. im Leben durch und viel Glück erfahren. Bin im Hamsterrad mitgelaufen und ausgebrochen. Und jetzt bin ich da wo ich sein will – genau HIER und das bin ICH.

    Danke für deinen tollen Beitrag.
    Bleib wie Du bist!!! Authentische Menschen sind ein Segen

    Liebe grüße

    deine Nicole

    1. Hallo Nicole,

      damit bist Du ein wunderbares, inspirierendes Vorbild für all diejenigen, die in sich die Sehnsucht nach Freiheit verspüren …

      Ich habe von sooo vielen Beamten (Lehrern) gehört, dass sie ja sooo gerne an eine andere Schule wechseln würden (teils gab es dort sogar eine freie Stelle, die sie hätten haben können!!!) … aber sie dürften nicht bzw. könnten ja niemals aus dem Beamtenstatus rausgehen, um als (freie) Angestellte an die andere Schule zu wechseln. Ich habe teils intensiv nachgefragt um das zu verstehen, habe gefragt, was das denn „in Mark und Pfennig“ ausmacht an Gehaltsunterschied – denn da hätte man GANZ GENAU erkennen können, wieviel GELD es jemandem wert wäre, seinen Traum zu leben … aber soweit ist keiner gegangen.

      Es geht einfach nicht! Ausrufezeichen! 😉

      Und dann gibt es Lehrer, die machen es einfach … und die überleben das.

      Unfassbar 😀

      Liebe Grüße,
      Ulrike

  4. Guten Morgen Ben,

    was erzähle ich Menschen, wenn ich auf eine Party / Veranstaltung gehe und nach meinem „Tun“ gefragt werde?

    Vor gut 7 Jahren – ich war damals alleinerziehende Mutter ohne Job – bekam ich eine Einladung zu XING und ging, neugierig wie ich bin ;-), spontan einige Tage später zu einem Netzwerktreffen. Als ich wahrheitsgemäß beantwortete, was ich „beruflich so mache“, war ich für den ersten Gesprächspartner nach wenigen Minuten „uninteressant“. Gut, nun war ich zu dem Zeitpunkt schon Ende 30 und da hatte ich schon genug Lebenserfahrung und Ablehnung erfahren, um das zu verkraften ;-). Ich ließ meinen Blick über die Anzug- und Kostümträger/innen schweifen und blieb an einem Herrn im grünen Hanfhemd und mit Cowboyhut ! hängen … der sprichwörtliche „bunte Hund“ in der Runde. Der Herr hat mir den Abend gerettet und mich bei XING bleiben lassen … wir haben uns stundenlang bestens unterhalten!

    Gut 2 Jahre später bin ich dann Moderatorin und Ambassadorin bei XING geworden, habe u.a. die Netzwerkevents organisiert. Somit war ich mit einer großen Menge an „total erfolgreichen“ Businessleuten konfrontiert, und auch in meinem Hinterkopf war ständig die Befürchtung: „Was sage ich, wenn sie MICH fragen, was ich beruflich so mache wenn ich keine Events organisiere?“ Die Wenigsten haben gefragt (was ja irgendwie schon für sich spricht 😉 ), und als die Ersten danach fragten, sagte ich: „Ich bin dabei, eine Schule zu gründen.“ Das war damals mein großer Traum, und ich war ja dabei, Informationen zu sammeln.

    Kann man jahrelang „dabei sein, eine Schule zu gründen“? Einige schlossen dann ja auch die Frage „Und wovon leben Sie?“ an, da wurde es dann brenzlig …

    Ich habe mich aus diesen Kreisen verabschiedet, war aber durch meinen Lebensgefährten, der in diversen Serviceclubs ist, weiterhin mit „total erfolgreichen Businessleuten“ in Kontakt.

    „Ich forsche zum Thema „Grundlagen für gelingendes Lernen““. Ich entschloss mich, es so ehrlich wie möglich zu beantworten, wenn ich nach meinem Job gefragt wurde. Dass es ein privates Forschen war … hat dann niemanden mehr interessiert.

    Ende letzten Jahres dann allerdings kam etwas hinzu, was man ohne zu fragen direkt von meinem Gesicht ablesen konnte: mir ging es extrem schlecht. Ich habe mich trotzdem auf einige Veranstaltungen gewagt, und dann ist es passiert: ich bin gefragt worden, wie es mir geht, und ich habe ehrlich von dem erzählt was grad ist. Dass ich überhaupt nicht mehr weiß, wie es jetzt weitergehen könnte, dass ich völlig den Boden unter den Füßen verloren habe, dass ich mit jetzt Mitte 40 das Gefühl habe, gut 20 Jahre lang auf dem Weg in einer (beruflichen) Sackgasse unterwegs gewesen zu sein und nun am Ende angelangt bin …

    Was passierte? Meine Gesprächspartner begannen von sich zu erzählen. Einige hatten ähnliches erlebt – und es ÜBERlebt 😉 . Allein das war für mich enorm hilfreich. Sie erzählten mir von ihren Erfahrungen, was ihnen geholfen hätte … es war ein Herzensöffner, der Verbindungen geschaffen hat!

    Für mich war das eine enorme Überwindung (langjährige übernommene Glaubensmuster lassen grüßen!), mir selbst und dann auch anderen einzugestehen, dass ich nicht mehr weiter weiß. Dass ich Hilfe brauche. Gerade ICH, die doch selber so gerne helfen möchte 😉

    Nackt. Schutzlos. Ohne Maske. Einfach ich …

    Ja, AUCH DAS bin ich – das was hinter der bisherigen Fassade steckt.

    HEUTE sehe ich, wie unglaublich viele Menschen helfen wollen … wie sie ihre Hände entgegenstrecken und nur darauf warten, sich engagieren zu können. Und wie wenige sich helfen lassen wollen … dabei wäre damit allen geholfen.

    Jeder meint, es selber schaffen zu müssen … das Rad neu erfinden zu müssen.

    Und wenn ich heute Abend auf eine Party gehen würde? Ich würde antworten: „Ich widme mich nur noch meiner großen Leidenschaft: aus Liebe zu handeln. Und ich lasse mir dabei gerne helfen …“ 🙂

    Der Praxistest steht noch aus … mal schauen, ob sich heute Abend schon eine erste Gelegenheit dazu ergibt 😉

    Liebe Grüße, Ulrike

  5. Hallo Ben, Hallo in die Runde!
    Ich finde es sooooo wichtig, dass wir uns wieder mehr mit uns, unserer Person beschäftigen und darauf achten was uns wirklich gut tut.
    Es ist doch oft so, dass man noch „so gut sein kann in seinem Job“, opfert sich auf, ist immer kompromissbereit, flexibel … Und wie oft bleibt man selbst dabei auf der Strecke oder auch die Familie …. Und am Ende ist man doch austauschbar … Da fragt niemand wirklich wieviel hast du eingebracht und „geopfert“ für den Job = und das zu welchem Preis??? Wie viele sind heute ausgebrannt, Familien sind kaputt, der letzte Urlaub liegt ewige Zeiten zurück …
    Natürlich gibt es auch den Job / das Tun was einen erfüllt, der „Traum zum Beruf“ wird/wurde und TROTZDEM sollte man sich immer wieder bewusst Auszeiten suchen um kontrollieren zu können, ob alles so passt. Ich habe bisher immer in Kauf genommen, wenn mich mein Job zu sehr belastet hat oder sich das Gefühl hatte die Kinder /die Familie leidet darunter auch mal die Bremse zu ziehen oder such komplett zu kündigen … Durch offene Augen hat sich bisher immer irgendetwas Neues ergeben und ich muss sagen, ich habe NIE darauf geschaut was ich verdiene, sondern immer um was geht es und passt es zu dem was ich tun möchte. Persönliche Einschränkungen kommen so natürlich vor, aber ich definiere moch eben nicht über das wieviel ich verdiene ( ist bei mir im sozialen Bereich sowieso unterirdisch) … Aber es ist eben MEIN BERUFSFELD und ich möchte in keinem anderen tätig sein!!!
    Mir sind die Menschen am unsympatischsten, die sich „scheinbar ja nur über ihr Portemonai und dessen Inhalt“ definieren können und denken, alles ist kaufbar …???!!!??? Wir haben viele „hochintelligente“ Menschen, setzt du diese im Schwarzwald aus überleben sie nicht lange …. Ist natürlich etwas überzogen gesagt, aber ich glaube die Menschen sollten darauf achten, was wirklich wertvoll ist an sich und an anderen …
    Deine Themen und Beiträge Ben zeigen genau dieses, einen veränderten, bewussten Blick auf sich selbst aber auch die anderen … Denn indem du dich mitteilst öffnest du dich anderen und schaffst so eine Veränderung!!!
    Sorry, für die länge des Beitrages, aber es gibt noch sooooo viel zu sagen und ich finde es toll, das du durch deine Initiative eine Plattform zur Verfügung stellst … Mach weiter so und denke an die Auszeiten

    1. Vielen Dank für die Länge des Beitrags, Marion! 🙂 Hat mir sehr viel Freude bereitet, ihn zu lesen … und die anderen Beiträge natürlich auch!

      Die Plattform hier lebt doch gerade von den Beiträgen, von dem sich-zeigen, von dem Angebot, aus dem sich jeder rauspicken kann was ihm schmeckt … daher nochmal ein großes Dankeschön an Dich, Ben, für das Zur-Verfügung-Stellen!

      Liebe Grüße aus Düsseldorf,
      Ulrike

  6. Also wenn das mal keine Synchronizität ist. Als ich heute morgen meinen Artikel schrieb kam dein Newsletter rein. Dein Thema – genau das, worüber ich gerade schrieb (11 Gründe, warum du Angst vor dem Scheitern hast).
    Ich hab mir jetzt in Ruhe alle Kommentare hier durchgelesen und ich kann allen nur zustimmen. Wir führen nicht immer ein supertolles Leben, auch wenn wir machen, was wir unbedingt wollen. Wir haben Ängste, wir gehen bis an unsere Grenzen, aber wir lernen dabei. Und zu sich und seinen Schwächen zu stehen bringt auch einen wichtigen Punkt mit sich: zu sehen, dass man nicht allein ist.
    Ich bin so froh, dass es Leute wie dich, Ben, und auch all die Anderen gibt. Das hilft durchzuhalten und an sich zu glauben.
    LG
    Sybille

  7. Hallo an ALLE, Hey Ben!

    Da muss ich doch auch meinen Senf dazugeben =). Vor genau zweit Jahren bin ich auch meinen eigenen Weg gegangen und habe vieles und VIELE hinter mir gelassen. Ich kenne die Situationen sehr gut, sich zu erklären: Was man denn jetzt so macht. Warum ich meinen gut bezahlten Job an den Nagel hänge. Warum ich immer so ein Lächeln auf meinem Gesicht habe. Ob ich auf meinen Seminaren meinen Namen tanze usw.

    Für mich war es immer eine Art Prüfung, Übung oder Experiment, ob und wie ich zu mir stehe: Entweder ich ziehe das jetzt durch oder ich ziehe das jetzt durch.

    Ich bereue nichts und es geht mir von Tag zu Tag besser und besser. Das alles sehe ich heute mehr als ein Spiel. Mein Abenteuer Spielfeld Leben. Wenn ich mir selbst genüge ist alles andere nicht mehr so wichtig und die Richtigen Personen und Umstände treten in mein Leben.

    Danke für diesen Artikel und Gruß Matthias

  8. Ein sehr schöner Artikel!! Wo ist die nächste Party? ;))
    Ich meine mich zu erinnern, dass du eine Wiederholung der Party im Creative Loft planen wolltest…

    1. Hey Friederike,

      hehe – ja, ich wollte tatsächlich eine Wiederholung der Loft-Party planen. Bin ich bisher noch nicht zu gekommen…

      Aber wenn du ne Idee für ne coole Party hast – sag einfach Bescheid! 😉

  9. Hallo Ben,

    Wundervoller Artikel! Danke Ben!

    Ich bin gerade in einer ähnlichen Situation und es fiel mir anfangs auch unglaublich schwer allen zu erzählen „ja ich kündige meinen sicheren Job auf einer Behörde, werde um die Welt reisen & einen Blog betreiben in dem ich über die positive Art zu leben schreibe 🙂 wir identifizieren uns oft viel zu sehr mit unserem Job und reagieren dann z.B. auf Kritik an unserer Arbeit wie wenn uns der Chef persönlich-also unser innerstes ich- kritisieren würde. Wir personalisieren die Situation, fühlen uns persönlich angegriffen. Bei manchen wird es so schlimm das sie Minderwertigkeitskomplexe bekommen & ihr gesundes Selbstvertrauen verlieren.

    Mit der Identifikation im Außen, in den Dingen, versuchen wir alle uns eine gewisse Sicherheit aufzubauen, denn viele wissen gar nicht wer sie eigentlich sind. Nur ist alles im Außen vergänglich deswegen halten sich die meisten an einer illusionären Sicherheit fest. Aber wenn wir mal anfangen unsere Rasse, Nationalität, Schulabschluss, gesellschaftlicher Rang, Karriere, Geld, Eigentum,… Ect wie wie Zwiebelschalen runterzumachen, gelangen wir irgendwann zu dem Kern der wir sind.

    Auf dem Sterbebett werden wir sicher nicht darüber nachdenken wie viel Geld wir auf unserem Bankkonto haben, wie viele Autos in unserer Garage stehen und ob wir den besten Schulabschluss hatten 😀

    Weiter so Ben, du inspirierst mich!

    Xoxo Isabel

  10. Hammer Artikel Ben!
    Sehe ich genauso wie Du. Ich erkenne aber auch immer wieder, wie ich mich durch das, was ich tue oder nicht tue definiere, statt über mich selbst. Ein Reifeprozess eben, alte Glaubenssätze und Konditionierungen abzulegen und durch neue zu ersetzen. Sprich einfach machen und das eigene Ding durchziehen – egal was Max Mustermann auf einer Party sagt oder denkt.

    Inspiriere uns weiter mit Deiner Anti-Uni 😉

    Gruß
    Alexander

  11. Wow, Ben, da hast Du ja was losgetreten! 🙂

    Ein Kollege von mir hat immer gesagt: „Aus Fehlern lernt man, also mache ich jeden Tag mindestens einen.“

    Dann fiel mir noch ein, dass Markus Cerenak in einer Podcastfolge darüber gesprochen hat, wie er seinen „Elevator Pitch“ formuliert. Müsste Erfolg mit Leidenschaft Folge 027 sein…

    Grüße
    Timur

    1. Hey Timur,

      jep – einen „Elevator-Pitch“ habe ich ja auch. Den gibts auf der „Neu hier?“-Seite (http://anti-uni.com/neu-hier/).

      Und ja, den verwende ich auch teilweise um mich vorzustellen – aber manchmal hab ich gar keine Lust den zu verwenden…

      Ich werde ab jetzt versuchen Menschen öfter zu fragen was gerade ihre größte Challenge ist. Das würde ich mir nämlich wünschen gefragt zu werden 😉

      Liebe Grüße!

      Ben

  12. Haha haha! Das Problem habe ich auch:D vor allem ist es so ermüdend für mich, wenn ich allen Menschen, die mich fragen, was ich mache und was meine Zukunftspläne sind, von meinen zarten Pflänzchen des eigenen Weggehens erzähle und dann nicht mal mit etwas herhalten kann, wie: am Ende soll dabei rauskommen, dass ich trotzdem Zahnarzt bin oder sowas. Ich weiß es nämlich noch nicht so richtig. Ich weiß nur (meistens) dass es richtig ist, was ich mache. Und dann kommt noch dazu, dass ich mich auf einem neuen Gebiet befinde. Bzw. neu ist das ja gar nicht. Das ist uralt, nur ein bisschen vergessen und verpönt/benutzt. Meine Fähigkeiten liegen bei Zwischenmenschlichen Sachen. Und, wenn ich dann sage: nein, ich möchte aber nicht Psychologie studieren und eine Psychologin mit diesen und jenen Vorgaben und Systemen und Arbeitsweisen usw. werden, sondern ich möchte dem folgen, was in mir ist und ihm Platz geben herauszukommen und dann wird sich das ergeben, was ich dann mache, dann verstehen die Leute das oft nicht und halten mich für blauäugig. Das ist mir immer ganz schön unangenehm. Und dann immer die Eltern von Freunden usw. Ich möchte auch keinen Begriff für mein Tun erfinden, nur damit ich in ihr System passe und ihnen gefalle (und mir selbst). So entwickel auch ich meinen Weg und komme immer weiter und zweifle manchmal auch mächtig und denke, ich bin bescheuert und faul und bockig usw., aber ich kriege es immer besser hin dabei zu bleiben. Ich habe diese Website gerade entdeckt und freue mich sehr.

  13. Danke! Mal wieder der richtige Artikel zur richtigen Zeit.
    Spitzenklasse 😉

    Man darf einfach nicht so viel darauf geben, was Leute sagen. Vor allem darf man sich nicht in Schubladen stecken lassen. Wenn Leute einen nicht verstehen, dann gehören sie einfach nicht in dein Leben. Punkt. Gibt genug andere, die wohl dahingehören – die gilt es zu suchen und zu finden 😉
    Du bist übrigens sehr mutig. Zweifel und Ängste hat jeder mal – man darf sich ihnen nur nicht längerfristig hingeben.

  14. Wow Ben, danke für diesen Artikel!
    Er ist zeitlich so perfekt für mich! …
    Ich kenne das so gut, ich versuche meinen Weg zu gehen ohne irgendeinen Abschluss in der Tasche und wenn ich erzählen muss, was ich so mache schäme ich mich immer.Denn die Leute sagen natürlich ‚Wie willst du das schaffen?!‘ ( ich möchte im Design Bereich arbeiten, das wird noch mal extrem kritisch beäugt ).
    Ich definiere mich andauernd darüber was ich tue und habe eine Mordsangst, nicht gut genug zu sein.Dann frage ich mich, VERDAMMT, was wenn du das nicht kannst, was hast du dann noch an dir, worauf du stolz sein darfst? Worüber willst du dich dann denn bitteschön definieren?
    Und dieses Denken macht mir einen unheimlichen Druck, ich erlaube mir keine Fehler und sowas.
    Ich möchte mich jetzt bewerben und dieses Sich definieren nur über sein Können macht alles viel schwieriger.

    Das Schwere daran ist, zu lernen, dass man sich über sich als Person definieren darf.Dass man sich annimmt mit allen Stärken und Schwächen und darauf einfach stolz sein kann.
    Kommt einem manchmal unmöglich vor.

    Aber vielen herzlichen Dank für diesen Artikel genau jetzt! Er erinnert mich wieder dran, dass mein Können ( und vor allem das Nicht- Können) nicht die Welt sind.
    Und dass ich auch mal so richtig versagen darf und dennoch genau so okay bin wie vorher.

    Merci und liebe Grüße! 🙂

    1. Hey Kat!

      Voll gerne, freut mich, dass der Artikel für dich genau zur richtigen Zeit kam!

      Alles Liebe Dir und mach Dein Ding!

      Ben

  15. Hey Ben,

    ich wühl mich momentan durch die unterschiedlichsten Blogs, so auch durch deinen 🙂
    Wenn ich momentan gefragt werde „Und, was machst du so?“ ist meine Antwort immer „Das Leben genießen“. Sorgt immer für ein wenig Verwirrung. Oft kommt dann „Ja ne, ich meine beruflich!“ 🙂
    Andersrum lass ich mich selten mit einer Berufsbezeichnung zufriedenstellen sondern frage immer nach, was genau sie machen, was sie daran am liebsten machen etc. Sorgt aber auch oft für Verwirrung….
    Nach dem ich gerade deinen Artikel gelesen habe, hab ich für mich beschlossen, dass ich ab sofort seltener fragen will „Was machst du?“ sondern häufiger „Wer bist du?“ Auch auf die Gefahr hin, dass das wieder für Verwirrung sorgt 🙂

    Ich finde es großartig, dass du dich so mit dir auseinandersetzt und deinen Weg gehst. Und vor allem, dass du deine Gedanken hier im Blog teilst!!

    Liebe Grüße
    Esther

    1. Hey Esther!

      Danke für deinen Kommentar!

      Zu deiner Antwort auf die Frage: „Wer bist du?“ – Finde ich großartig! Ein wenig Verwirrung ist immer gut!

      Rock on!

      Ben

  16. Ehrlich gesagt umgehe ich diese Frage immer..

    zuerst war ich

    -Schülerin an einer Realschule,
    -dann Schulabbrecherin,
    -dann Reisende,
    -dann jmd der seinen Abschluss extern nachholte und seinen mittleren Schulabschluss durch die Ausbildung erzielte,
    -dann Flugbegleiterin (bei drei Airlines in drei Jahren, zwei davon sind pleite gegangen)
    -dann Zugbegleiterin (bei der meistgehassten und unpünktlichsten Firma Deutschlands)

    Und jetzt jemand der sich nicht mehr dazu zwingt, das zu sein was die Gesellschaft bzw. das System ihm vorgibt sein zu müssen. Aber verklickere das mal den „normal“ Denkenden…

    als nächstes bin ich dann „Aussteigerin“ 😀

    Danke für den tollen Blog! Du bist wirklich ein außergewöhnlicher Mensch und solche Menschen braucht diese Welt! (Bitte mehr Querdenker!!!!)

  17. Ich musste mich letztes Wochenende genau dieser Herausforderung auf dem Entrepreneurship Summit in Berlin stellen. Gar nicht so einfach jemandem, der mit Bloggen so gar nichts am Hut hat, zu erklären, womit man sein Geld verdienen will. Und ja, einige fanden was ich tue völlig bescheuert und sagten das auch gerade heraus, die meisten sagten aber einfach gar nichts und dachten sich ihren Teil. Wenn man ununterbrochen nur auf solche Menschen trifft, ist das extrem deprimierend.
    ABER (und das ist das eigentlich wichtige an der Geschichte) ich habe in den zwei Tagen auch eine Handvoll Menschen kennengelernt, die zwar etwas ganz anderes machen als ich und meins vielleicht auch nicht in Gänze nachvollziehen können, die aber verstanden haben, warum ich das alles tue und die Leidenschaft dahinter erkannt haben. Diese Menschen, die eigentlich nichts mit meinem Blog oder Business zu tun haben, aber mich als Menschen mit einer Vision erkennen konnten, haben mir so wahnsinnig viel gegeben und ich bin sehr dankbar sie kennenlernen zu dürfen. Sie allein waren es wert, mich dieser Herausforderung zu stellen, mir verständnislose Blicke und Sprüche anzuhören. Denn wie du so schön sagst Ben, es geht nicht darum, was du tust, sondern darum wer du bist und es gibt Menschen da draußen, die das wissen und dich daran erinnern, wenn du es selbst mal vergisst. Diese Menschen sind mit keinem Geld der Welt bezahlbar. Also geh raus und finde sie! Sie sind dein Powerpack, wenn dein Akku sich dem Ende neigt.

    Liebste Grüße,
    Luisa

  18. Hi Ben,

    das Problem mit der Ableitung der eigenen Identität (wer ich bin) aus der Arbeitstätigkeit (was ich tue) begegnet mir sehr häufig bei meiner Klientel im BewerberCoaching. Ist jemand mal – vielleicht sogar schon eine Weile – arbeitslos, sackt zunächst das äußere Ansehen schlagartig und dann sukzessive auch die eigene, innere Anerkennung zusammen.

    In unserer Gesellschaft ist stark zu spüren, dass wir (ich nehme mich da auch nicht völlig raus) uns über die Arbeit definieren. Gut erkennbar als eine der ersten Fragen bei einem Kennenlernen: Was machst du? Nach dem Motto: Sage mir, was du tust und ich sage dir, wer du bist.

    Wie wäre es da alternativ mit einem Gesprächseinstieg wie: „Worum dreht sich dein Leben gerade?“ oder „Was ist dir wichtig im Leben?“

    Herzlich

    Christian

    1. Hey Christian,

      ich beschäftige mich dieser Tage mal wieder ein wenig mit dem Thema der Identitätsbildung. Vor allem dank dem Buch „The defining decade – why your twenties matter“ – ein echt klasse Buch.

      Wahrscheinlich ist es normal, dass wir uns über das definieren, was wir viel tun. Wenn ich viel schreibe, dann fühle ich mich wie ein Schriftsteller usw.

      Arbeit wirkt also stark identitätsbildend, so weit ich das bisher begriffen habe.

      Die Kunst besteht dann glaube ich darin, dass diese Identität eine gewisse Flexibilität behält. Dass ich also nicht zu stark an meiner Identität festhalte, wenn es darum geht mein Leben in irgendeiner Richtung zu ändern.

      Die Fragen als Gesprächseinstieg gefallen mir übrigens gut!

      Cheers!

      Ben

  19. Hey! 🙂

    Was für ein wunderschöner und ehrlicher Artikel. Nur die wenigsten haben den Mut, ihre Schwächen zuzugeben und sich so „angreifbar“ zu machen. Es ist immer ein gutes Gefühl, zu hören, dass es anderen Menschen ähnlich geht :).

    Das ist meine Einstellung zu dem Thema:

    Ich glaube, Selbstzweifel werden immer bestehen, egal wie viel Bestätigung man von anderen erhält. Wir machen uns permanent zu viele Gedanken über alles, weil wir Angst haben, von den anderen nicht akzeptiert zu werden, aber das ist ganz natürlich.

    Gerade weil uns eine Sache viel bedeutet, gerade weil wir eine Leidenschaft für das, was wir tun, entwickelt haben, macht es das nur noch schwieriger. Wir investieren Zeit, geben uns Mühe und identifizieren uns mit dem, was wir tun. Wird unser „Projekt“ nicht anerkannt, zweifeln wir ans uns selbst. Wir fangen an, den anderen zu glauben, wenn sie sagen, dass wir unsere Zeit verschwenden, dass das, was wir tun keinen Wert hat.

    Ich habe jedoch in der Vergangenheit gelernt, dass es letztendlich wirklich nur entscheidend ist, was du selbst von dir hältst. Wenn du fest von dir selbst und deinem Projekt überzeugt bist, dann erhältst du auch Anerkennung. Die meisten sind davon begeistert und treten dir mit Bewunderung für deine Charakterstärke entgegen. Die Menschen, die das, was du tust schlecht machen, sind wahrscheinlich einfach nur neidisch auf dich, weil sie selbst gerne so viel Mut hätten, ihr eigenes Ding durchzuziehen und ihre Leidenschaft „zu leben“.

    Wir vergessen oft, dass es den Leuten um uns herum ähnlich geht. Sie haben alle Angst und die Sorge, dass sie nicht anerkannt werden. Also, was soll’s, wenn ich etwas angefangen habe, dann ziehe ich das auch durch. Warum sollten mich Menschen, die nicht an mich glauben und es selbst nicht geschafft haben ihre Träume zu leben, aufhalten können? Das motiviert mich doch nur noch viel mehr dazu, erfolgreich zu sein und ihnen zu zeigen, dass ich es schaffen kann.

    Also Leute, glaubt an euch selbst, ihr habt doch nichts zu verlieren. 🙂 Es wird nie einfach sein, aber gerade diese Situationen machen euch stärker und bringen euch aus der berüchtigten „Komfortzone“ heraus. Also zeigt es allen und habt Mut zum Partycrasher! 😉

    Ganz Liebe Grüße
    Alex

  20. Lieber Ben,

    ja, genau die Fragen, die du hier beantwortet hast, können die Welt verändern. Denn wer sich nur über das definiert, was er besitzt oder tut, bleibt in seinem eigenen Saft kleben und erweitert nicht seinen Horizont – sprich: Das Bewusstsein bleibt ziemlich niedrig. Die Welt braucht Menschen, die sich tiefere Fragen über den Sinn ihres Lebens und ihr authentisches Sein stellen, über das, was wirklich wesentlich ist. Menschen, die mutig genug sind, sich nicht dem Mainstream anzupassen. Und Menschen, die dem Bildungssystem und der Politik nicht blindlings vertrauen.
    Jedenfalls: Toller Artikel, toller Blog!
    Schön, das es dich (und alle anderen Weltveränderer!) gibt!

    Herzlichen Gruß,
    Sarah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *