Wie du Ablenkungen hinter dir lässt und aus deinem Leben ein „Infinite Game“ machst

© geralt, Pixabay (http://pixabay.com/p-396266/)

(Ein Gastbeitrag von Moritz Bierling, der in Chile am Aufbau alternativer Bildungsmodelle arbeitet)

Wenn du diesen Blog liest, dann hast du dir bestimmt schon mal irgendwann in deinem Leben die ultimative Frage gestellt hast:

Warum?

Warum gehe ich eigentlich zur Uni? Warum arbeite ich in diesem Job? Warum habe ich dieses Hobby?

Was weniger wahrscheinlich ist: dass du eine zufriedenstellende Herangehensweise hast, die dich der Beantwortung dieser Fragen systematisch näher bringt.

In dem Konzept “Finite & Infinite Games” von James P. Carse habe ich eine für mich sehr nützliche Sichtweise gefunden, um diese Fragen zu beantworten.

Finite & Infinite Games

„A finite game is played for the purpose of winning, an infinite game for the purpose of continuing the play.“

Was ist ein Finite Game?

Ein Finite Game ist begrenzt – es hat einen klaren Start- und Endpunkt, es hat räumliche Grenzen und noch dazu Regeln, die über Sieg oder Niederlage der Spieler (oder Teams) entscheiden.

Du spielst ein Finite Game um zu gewinnen, wobei dein Sieg von der Einhaltung bestimmter Regeln und der Anerkennung der anderen Spieler abhängt.

Ein einfaches Beispiel:

ein Fußballspiel ist ein Finite Game. 90 Minuten am Samstag, 18. April von 15:30 bis 17:15 Uhr (plus Nachspielzeit) im Olympia Stadion Berlin. Teams: Hertha BSC und 1. FC Köln. Regeln sind die üblichen (“kein Handspiel, es sei denn du bist Torhüter und auch dann nur im Strafraum” etc). Beide Teams wollen gewinnen (auch wenn es vielleicht für eines der beiden realistischer ist…).

Was ist ein Infinite Game?

Ein Infinite Game hat keine klar definierten Grenzen und die Regeln werden nur so lange eingehalten, wie sie für das Weiterspielen nützlich sind. Das bedeutet, dass sich das Spiel andauernd verändert: neue Spieler kommen dazu, Regeln fallen weg oder werden verändert. Die Spieler haben kein anderes Ziel, als weiterhin spielen zu können (und neue Spieler in’s Spiel zu holen).

Ein Beispiel, was die Fußballmetapher weiterführt: du als Spieler spielst Fußball, weil es dir ermöglicht Spaß zu haben und neue Leute kennen zu lernen. Wenn diese Bedingungen von einem anderen Spiel besser erfüllt werden können, dann verlierst du das Interesse an Fußball und wendest dich einer neuen Beschäftigung zu (z.B. Gitarre spielen).

Wir alle spielen Finite Games…

Wir alle spielen Finite Games. Weil diese mit bestimmten Regeln einhergehen, limitieren sie unseren Handlungsfreiraum. Wenn wir also Finite Games spielen ohne diese als solche zu erkennen, dann werden wir blind für andere Möglichkeiten, wie wir weiterspielen können.

Und weil niemand es vermeiden kann, Finite Games zu spielen sollten wir uns sehr im klaren darüber sein, ob uns ein spezifisches Finite Game nicht doch eher einschränkt als dass es das Weiterspielen ermöglicht.

Was hat das jetzt mit deinem Leben zu tun?

Wenn du auf deine derzeitige Situation schaust, wie würdest du all deine kleinen Aktivitäten und die eine oder zwei großen Konstanten in deinem Leben einordnen?

Machst du das Studium, weil du später genug Geld verdienen möchtest um ein relativ entspanntes Leben zu haben? Es gibt eine Menge anderer Möglichkeiten, ein gutes Leben zu leben (sowohl mit einer Menge Geld als auch ohne), wobei ein Studium eine von vielen ist.

Wenn du das fünfte Katzenvideo in einer Stunde auf Facebook postest, tust du das um ein bestimmtes Image für deine Freunde aufrecht zu erhalten? Klingt für mich, also ob du das Spiel für andere spielst anstatt dass es dir neue Spielmöglichkeiten eröffnet. (Und dass das keine besonders hilfreichen Freunde sind…)

Arbeitest du so hart für die Beförderung zum Manager, weil Mama und Papa dann stolz auf ihr gesellschaftlich respektiertes Kind sein können?

Vielleicht solltest du ein Gespräch mit deinen Eltern führen und Ihnen erklären, dass dir Reisen, Wissensgewinn, und ehrliche Beziehungen wichtiger als oberflächliche Anerkennung sind.

Verwandter Artikel: 7 Gründe nicht an die Uni zu gehen – jedenfalls noch nicht.

© life fanclub, Flickr (https://www.flickr.com/photos/lifefanclub/16251594937/)

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Spiel mit den Regeln, um weiter zu spielen…

Es gibt unendlich viele Wege, das Spiel deines Lebens weiter zu spielen. Überlege dir also gut, welche Regeln du dir selbst auferlegst und überprüfe regelmäßig, ob sie dem freien Spiel förderlich sind.

“Finite Players play within boundaries; infinite players play with boundaries.”

Zu diesem Zitat habe ich eine wunderbare Geschichte über meinen Freund und Kollegen Antonio, ein “echter Italiener” aus Barletta in Apulien. Als er mit unseren Freunden Skinner und Niccolò in Wien war, um dort im Rahmen der letzten Exobase Tour einen Workshop zu veranstalten, kamen sie an einer roten Ampel vorbei. An dieser Ampel wartete eine Gruppe von ca 20 Menschen auf grün.

Was man dazu wissen muss: Österreich hat eine der höchsten Raten von Englischsprechern auf der Welt: 73 %.

Was macht Antonio also? Er gibt laut von sich “Look how stupid are the Austrians. There is a red light and no cars are coming – why don’t they cross the street?”

Diese kleine Geschichte beschreibt auf simple Weise den Unterschied zwischen Finite Players und Infinite Players. Wenn die Regeln die “Spieler” eindeutig vom “weiterspielen” abhalten, verändert/ bricht der Infinite Player die Regeln um das Spiel voran zu treiben. Der Finite Player aber bleibt gefangen in seinem sinnlosen Finite Game, was ihn um einen besseren Nutzen seiner Zeit bringt.

Wie kannst du also systematisch dein Leben als Infinite Game spielen und Regeln brechen, die nicht nützlich sind?

“What will undo any boundary is the awareness that it is our vision, not what we are viewing, that is limited.”

Wenn du also “weißt, dass du nichts weißt” (wie es der gute Sokrates ausdrücken würde), dann fällt es dir leichter nicht zu sehr auf einer spezifischen Sichtweise zu beharren. Finite Games sind nur dann für dich interessant, wenn sie dir das Überleben ermöglichen oder neue Spielmöglichkeiten eröffnen.

Andere Finite Players haben es dann nämlich besonders schwer, dich in ihre Spiele zu locken und dich so vom Weiterspielen auf immer neuen Leveln abzuhalten.

Du kannst also fortwährend das Infinite Game spielen, wenn

  • du dir das Weiterspielen zum Ziel machst,
  • du fortwährend auf der Suche nach neuen Sichtweisen (“Brillen”) bist,
  • du Regeln brichst, die niemandem (und dir schon gar nicht) weiterhelfen,
  • du es schaffst, neue Spieler in dein Spiel einzuflechten ohne von ihnen zu erwarten, dass sie allen Regeln folgen,
  • du dich Überraschungen nicht verschließt, sondern sie willkommen heißt,
  • du regelmäßig neue Erfahrungen und neue Menschen suchst.

 

Meine Frage also an dich:

Bist du ein Infinite Player?

 

(Wenn du die Ideen im Original lesen möchtest, findest du eine PDF-Version des Buches unter diesem Link)

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Dieser Post ist ein Gastbeitrag von Moritz Bierling, der in Chile mit Exosphere an dem Aufbau alternativer Bildungsmodelle arbeitet. Im Rahmen ihrer Exobase Europa Tour 2015 machen er und die Exosphere Gründer am 6. Juni in Berlin für einen Workshop Station im German Tech Entrepreneurship Center (GTEC). Dieser Workshop beinhaltet neben “Finite and Infinite Games” eine ganze Reihe an weiteren philosophischen Sichtweisen und praktischen Werkzeugen, um aus dem eigenen Leben ein Infinite Game zu machen.

Hinweis: Anti-Uni Leser erhalten 40 % Rabatt auf den regulären Preis mit dem Code “ANTIUNI” und können (bei Interesse) ihre Tickets auf der Event-Seite buchen.

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Beitragsbild: © geralt, Pixabay (http://pixabay.com/p-396266/)

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24 Kommentare, sei der nächste!

  1. Gar nicht einmal so leicht zu verstehen dieser Artikel und die Frage am Ende, „Bist du ein Infinite Player?“ kann ich auch nicht so ohne Weiteres beantworten. Da könnte ich jedenfalls noch eine Zeit lang grübeln.

    Ich persönlich halte mich gemäß der obigen Definition eigentlich eher für einen „Infinite Player“. Aber ich denke am Ende vereint jeder Mensch in sich die Eigenschaften beider Spielertypen. Zu schwankenden Anteilen. Sowohl von Person zu Person, als auch von Umstand zu Umstand.

    1. Hi Florian,

      ich selber habe meine Zeit gebraucht um das Konzept in seiner Ganzheit zu verstehen. Um die Nuancen dieser Sichtweise anerkennen zu können, musst du den Originaltext lesen.

      PDF-Download: http://wtf.tw/ref/carse.pdf

      Freut mich, dass dich der Post zum Grübeln gebracht hat – Ziel erfüllt! Und ob du ein Infinite Player bist… Die Frage selbst ist gar nicht so sinnvoll, weil man niemals einen „Status“ als Infinite Player erreichen kann, der dann einfach erhalten bleibt… Im Grunde ist das ganze dem „Fixed vs Growth“ Mindset verwandt.

      http://www.brainpickings.org/2014/01/29/carol-dweck-mindset/

      Und du hast Recht: jeder Mensch kann sich auf beide Weisen verhalten (und muss es sogar). Wie im Post erwähnt muss selbst ein Infinite Player „finite games“ spielen, um das „infinite game“ weiterzuspielen. Ich kann dir und allen anderen Lesern hier diesen englischsprachigen Blog wärmstens empfehlen, wenn dich diese Art von Ideen interessieren:

      http://ribbonfarm.com/

      Tagline: „experiments in refactored perception“

      Liebe Grüße,

      Moritz

      1. Cooler Artikel!

        Ich musste beim Lesen gerade an Venkat von Ribbonfarm denken. Und nun sehe ich ihn in den Comments. Yay 😀

        Man ist wohl zunächst geneigt, Infinite Games besser zu finden. Ist ja auch irgendwo mehr Badass.

        Irgendwie sehe ich darin aber auch die Fox – Hedgehog Archetypen:
        „The fox knows many things, but the hedgehog knows one big thing.“

        Ich habe bei mir selbst gemerkt, dass ich als Hedgehog/Finite Player deutlich besser performe, im Gegensatz zum Fox Modus/Infinite Player.
        Ein kleines Paradox, weil man sich als Fox/infinite player etwas schlauer fühlt^^

        Der Trick ist irgendwie, zwischen beiden Modi zu switchen, ohne dabei ein Bullshitter zu werden.
        D.h. wenn man performen will, muss man sich etwas zur Engstirnigkeit zwingen.

        „Man is not a unity; he is many. But for anything to be worth doing, he must become a unity. The divided kingdom must be unified.“

        Dieser Ribbonfarm ist interessant bzgl. des Performance Problems:
        http://www.tempobook.com/2013/02/19/the-cloistered-hedgehog-and-the-dislocated-fox/

        Und dieser zur Bullshit Vermeidung 🙂
        http://www.ribbonfarm.com/2014/02/20/the-cactus-and-the-weasel/

  2. Hallo Moritz,

    Toller Artikel über ein spannendes Konzept! 🙂 Endlich hat es einen Namen, wieso ich bei Spieleabenden auch mal absichtlich dumme Züge mache, wenn ich doch auch gewinnen und so das Spiel beenden könnte 😉 oder mir einfach neue Regeln ausdenke, die vor allem das Spiel länger machen …

    Ansonsten war ich wohl im echten Leben lange Zeit ein Finite Player, habe mich an sämtliche Regeln gehalten, ohne sie groß zu hinterfragen. Das hat sich erst vor ca. einem halben Jahr geändert (auch dank dieses Blogs – danke 😉 ).
    Nun versuche ich immer mehr, die gesellschaftlichen Regeln zu hinterfragen und auch zu durchbrechen, wenn ich die Regeln als (für mich) nicht sinnvoll erachte. Das ist tatsächlich manchmal noch ganz schön schwer, klappt mittlerweile aber immer besser 🙂

    Angefangen habe ich übrigens auch bei den roten Ampeln. Die Regel hat ja durchaus einen wichtigen Sinn – dass ich als Fußgänger nicht von Autos umgefahren werde. Wenn allerdings weit und breit kein Auto zu sehen ist, ist der Sinn der Regel ja schon automatisch erfüllt – und die Regel somit sinnlos 😉

    Viele Grüße,
    Christin

    1. Hallo Christin,

      danke für das Lob. Schon lustig, dass ich selber mir nicht ganz sicher war ob dieser Artikel gut angenommen werden würde… Dass ich ihn aber trotzdem bei Ben veröffentlicht habe, ist wohl auch dem Infinite Game Konzept zu schulden: es einfach trotzdem probieren 😉

      Regeln zu hinterfragen ist gut, mach weiter so!

  3. Hallo Moritz, hallo Ben,
    dein Artikel, Moritz, hat beim Lesen in meinem Hirn gekitzelt (das ist was gutes!), vor allem an der Stelle mit der Ampel.
    Weil das Konzept etwas beschreit, was mich schon viele, viele Jahre (und so alt bin ich noch gar nicht) beschäftigt – und wofür die Terme finite und infinite game gut passen.
    Auf der einen Seite die Menschen, die sich einfach einfügen und den Regeln entsprechend leben. Auf der anderen Seite die, die mit den Regeln spielen statt nach ihnen, die nach rechts und links blicken – und über die Straße gehen.
    Es ist wunderbar, dass sich immer mehr von letzteren vernetzen, auch z.B. über Anti-Uni.
    Gefällt mir sehr. 🙂
    Alles Liebe an euch beide,
    Nadine

  4. Ich denke das Wichtigste ist herauszufinden was man wirklich will. Wenn man das erst mal weiß fängt man ganz automatisch an seine eigenen Regeln zu machen um das Ziel zu erreichen.

    1. Ich denke du hast Recht, dass man anfängt, seine eigenen Regeln aufzustellen, um sein Ziel zu erreichen.

      Nur was machst du, wenn du dein Ziel erreicht hast?
      Dann suchst du dir normalerweise ein neues Ziel.
      Und stellst dir dementsprechend neue Regeln auf.

      Ziele selbst gehören immer zu finite games. Daran ist auch nichts schlechtes.

      Du kannst also finite games innerhalb eines „großen“ infinite game spielen (ziemlich gute Strategie, wie ich finde).

      Und du kannst auch jederzeit ein finite game beenden, wenn du keine Lust mehr hast, da es eben nicht um das Gewinnen, sondern um das Spielen geht.

  5. Seltsamer Artikel aber trotzdem gut verständlich, wenn man sich extrem konzentriert. Wie dem auch sei. Die Infinite Player sind ja die die Ihr Leben nach Maßstäben ausrichten die für Sie richtig sind. Und darum beneiden uns die Finite Player meistens. Aber man sollte sich stattdessen fragen wie man selbst einer zu einem Infinite Player werden kann. Ich denke je mehr wir uns von unserem Leben, unserer Denkweise und unserem Handeln preisgeben, desto mehr versuchen uns die Menschen weiß zu machen, dass wir falsch liegen. Aber früher oder später finden Sie dann doch heraus das Sie die ganze Zeit falsch lagen.

    Menschen, egal welchen Player sie Ihne haben, sollten die Infinite Player als Vorbilder sehen. Nur so wird man selbst einer von Ihnen 🙂

    1. Ich glaube du kannst „Finite Games vs. Infinite Games“ nicht mit „Gesellschaftliche Maßstäbe vs. eigene Maßstäbe“ gleichsetzen.

      Du kannst durchaus ein finite game nach eigenen Maßstäben spielen.
      Angenommen du spielst „Ich will Millardär werden“, dann spielst du wahrscheinlich nach eigenen Maßstäben, trotzdem ist es finite.

  6. Danke Moritz für diesen tollen Gastbeitrag!

    Ich finde die Metapher des unendlichen Spiels um des Spieles willen interessant. Aber was meinst du, würden die Top Sportler sagen, wenn du sie fragen würdest, weshalb sie das tun, was sie tun. Also ihr Spiel spielen.

    Meinst du, sie wären auch so motiviert, wenn es kein begrenztes Spiel wäre? Denn nur bei einem finite game steht am Ende ein Gewinner fest.
    Btw: Ich glaube das ist auch die Antwort der meisten Top Sportler: Es geht ums Gewinnen.

    Das kann man jetzt gut finden oder nicht, mir zustimmen oder nicht. Ist auch egal, denn eigentlich macht das die Metapher nicht inhaltslos. Also Schluss mit der Korinthenkackerei meinerseits. Nun zu meiner wirklichen Frage:

    Wie ein infinite game in einer begrenzten Zeit spielen? Und was, wenn ich gerne Verschiedenes spielen würde und mich nicht für ein Spiel entscheiden kann (und möchte?)

    Liebe Grüße
    Jonas von Gedankennahrung

    1. Eine der zahlreichen Nuancen, die den Rahmen dieses Artikels gesprengt hätten, ist die folgende:

      Es gibt nur ein Infinite Game in das alle anderen, unzähligen Finite Games hineinpassen.

      Ich kann nur empfehlen, das kurze Büchlein zu lesen 😀

      1. Zum Infinite Game in begrenzter Zeit:
        Das Infinite Game ist größer als du.
        Soll heißen, man startet bzw. spielt Sachen, im vollen Wissen, dass man sie nicht fertig bekommt.

        Da spielt auch rein, dass wir eh alle Teil eines großen Ganzen sind (uhuhuhuuu); Evolution auch etwas.
        „What Technology Wants“ von Kevin Kelly finde ich dazu auch hilfreich. Auch wenn es ein anderer Blickwinkel auf die Sache ist.
        Gibt auch einen TED Talk, wenn man das Buch nicht lesen möchte:
        http://www.ted.com/talks/kevin_kelly_on_how_technology_evolves

  7. Hallo Moritz,

    der Vergleich ist sehr spannend. Habe darüber bisher noch gar nicht so viel nachgedacht, daher finde ich deinen Artikel sehr anregend.

    Eine klare Zielformulierung kann im Vorfeld sicher helfen den Weg zu gehen von dem wir denken, dass er der richtige für uns ist! 😉

  8. Hallo Moritz und Ben,

    danke für den Anstoß, in den Begrifflichkeiten „endliches und unendliches Spiel“ zu denken, wobei ich – vermutlich entgegen der Intention des Erfinders – nicht nur das Leben selbst als unendliches Spiel auffassen würde:

    Ich ärgere mich oft und je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr merke ich, dass ich mich über Menschen ärgere, die finite Spiele spielen, also z.B. eine Software-Architektur vorschlagen, nicht weil sie gut ist oder weil sie stolz darauf sind, eine elegante zielführende Lösung gefunden zu haben, sondern weil sie beim Abteilungsleiter punkten wollen und sich als Führungsperson nachträglich legitimieren wollen, einen Sieg erringen wollen oder nicht „verlieren“ wollen.

    Thema Flüchtlinge: Wäre nicht das infinite Spiel das, für die Flüchtlingssituation eine langfristige Lösung zu finden, mit der alle am besten leben können und aus dem Problem eine Chance zu machen? Stattdessen spielen viele Staaten damit, nach innen wie nach außen, ihre finiten Spiele.

    Was meint ihr? Hab ich dem Autor die Worte im Mund herumgedreht? Oder ist die Deutung zulässig? 🙂

    Viele Grüße aus Berlin,
    Andi

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