Über die Geduld.

(von Rainer Maria Rilke)

Weil ihr das Gedicht auf Facebook so gefeiert habt. 😉

Ich finde es großartig.

Teilt es, druckt es aus oder kommentiert fleißig, was ihr denkt.

 

 

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

– Rainer Maria Rilke

 

 

 

Hier der Original-Post von Facebook (seht ihr nur, wenn ihr eingeloggt seid):

 

 

 

 

(Anmerkung: Die Zeilen stammen aus einem Brief von Rainer Maria Rilke „an einen jungen Dichter“ (Franz Xaver Kappus), in dem sie eingestreut sind. Wer die hier vorliegende Fassung formuliert hat, ist unbekannt. Der Titel „Über die Geduld“ stammt wohl nicht von Rilke selbst. Zum Brief: www.rilke.de/briefe/230403.htm )

 

 

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11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Uhhh, ich mag das Bild mit dem Baum! Das strahlt so eine Ruhe, Gelassenheit, Weisheit und Stärke aus, dass ich gleich ins Gedicht einziehen möchte. 🙂

    Lieber Gruß,
    Philipp

  2. Großartiges Gedicht. Hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Geduld zähle ich nicht immer zu meinen Stärken, aber sie ist so verdammt wichtig um seine Ziele zu erreichen. Niemand kann die Welt von heute auf morgen verändern. Es geht nur „poco a poco“ wie die Mexikaner so schön sagen.

    „Man muss den Dingen
    die eigene, stille
    ungestörte Entwicklung lassen,
    die tief von innen kommt“
    sagte Rilke dazu so passend!

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