Studierst Du noch oder bloggst du schon?

studierst du noch oder bloggst du schon?

Nimm dir 6 Minuten – und du wirst die Uni direkt sein lassen wollen, um deine Karriere als Blogger zu starten. Vielleicht 😉

Als ich vor ein paar Monaten “The Art of Non-Conformity” von Chris Guillebeau gelesen habe, war ich in einem Dauer-High-Zustand. Ich war durchströmt von positiven Emotionen und der Bestätigung, die ich in dem Buch fand.

Das Buch hat mir eine ungeheure Kraft und Motivation gegeben meinen eigenen Weg zu gehen – und Chris ist nicht nur seit dem Buch eines meiner größten Vorbilder.

Besonders fasziniert war ich davon wie Chris in dem Buch seinen Masterabschluss mit seiner Bloggerkarriere vergleicht. Genau das möchte ich heute in ähnlicher Form tun.

Uni vs. Bloggen – wer gewinnt das Battle? 

In der linken Ecke haben wir die “Uni” – und in der rechten Ecke steht “Mr. Bloggen”.

Mal schauen, wer sich besser schlägt!

1. Nähe zu den Besten Deines Fachs.

Eine der Hauptregeln, um es in deinem Fachgebiet weit zu bringen lautet: Lerne von den Besten.

An der Uni bist du nah dran an den Professoren und den wissenschaftlichen Mitarbeitern. Das ermöglicht dir wirklich von den Besten zu lernen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Als Blogger bzw. Education Hacker hast du es da schon ein wenig schwerer. Doch egal worüber du schreibst oder in welchem Gebiet du ein Experte werden möchtest: Du kannst die besten deines Fachs erreichen, wenn du dich clever anstellst.

Ein gutes Beispiel ist für mich Till Groß von ComfortzoneCrusher. Till hat es geschafft mit 21 Jahren die Besten seines Fachs zu treffen und von ihnen zu lernen (wie genau er das gemacht hat erklärt Till demnächst in einem Artikel – du kannst also gespannt sein!).

Auch wenn die Profs selten Praktiker sind geht diese erste Runde knapp an die Uni.

Uni vs. Bloggen: 1 : 0.

2. Deine Reichweite oder: Wer liest deinen “shit”?

Du sitzt über Tage und Wochen, vielleicht sogar Monate am Schreibtisch und schreibst und schreibst und schreibst: Deine Hausarbeit, Seminar-Arbeit oder Bachelor-Arbeit.

Du steckst eine irre Zeit und Einsatz in das was du schreibst.

Und im besten Fall lesen es…tadaaaaa: 3 Leute. Ein Freund liest Korrektur. Dein Prof liest es und sein Assistent liest drüber.

Zum Vergleich: Seit Start meines Blogs am 5. Januar waren schon üer 23.000 Leute auf diesem Blog und haben über 50.000 Seiten aufgerufen.

Viele Artikel wurden über 1.000 mal gelesen. Andere sogar 3.000, 6.000 oder gar 15.000 mal.

Und das alles in nicht einmal drei Monaten.

Ich denke der Punkt geht in die Blogger-Ecke.

Uni vs. Bloggen: 1 : 1.

3. Dein Einfluss.

Vielleicht hast du eine großartige Hausarbeit oder Seminararbeit zum Thema “§ 347 a BGB im Vergleich mit § 349 c BGB und die Auswirkung für das allgemeine Schuldrecht” geschrieben (die § sind erfunden).

Vielleicht hattest du sogar Spaß dabei und hast etwas Neues gelernt.

Dann gehörst du zu einer glücklichen Minderheit. Ich habe bisher wenige Studenten getroffen, die voller Freude über ihre Hausarbeits- oder Seminararbeits-Themen waren.

Oftmals kannst du dein Thema nicht selbst wählen, sondern es wird dir vom Professor zugeteilt. Und oftmals interessiert dich das Thema auch weit weniger als deinen Professor….

Ich bin der Meinung, dass eine Hausarbeit über “§ 347 a BGB im Vergleich mit § 349 c BGB und die Auswirkung für das allgemeine Schuldrecht” unsere Welt nicht unbedingt besser macht.

Die Relevanz dieses erfundenen Themas (wie auch das vieler anderer Hausarbeitsthemen) für die reale Welt dort draußen geht gegen Null.

Der Mehrwert oder Nutzen den du damit für Menschen schaffst ist daher selten groß.

Zum Vergleich: Wenn du einen Blog schreibst, dann kannst du das Thema frei wählen. Wenn du dich leidenschaftlich für Produktivität interessierst, dann kannst du über Produktivität schreiben. Wenn du gerne reist kannst du einen Reiseblog starten.

Als Blogger kannst du Texte schreiben, die Menschen emotional berühren und inspirieren. Du kannst Texte schreiben, die Ratgeber sind und deinen Lesern einen echten Mehrwert bieten. Und ja, ich bin davon überzeugt, dass du die Welt damit ein Stückchen besser machen kannst.

Zudem erreichst du wie unter 2. angesprochen einfach eine viel größere Anzahl an Menschen, denen du einen Nutzen bieten kannst.

Ich denke der Punkt geht ebenfalls an Mr. Bloggen, oder?

Uni vs. Bloggen: 1 : 2.

4. Stichst du aus der Masse heraus?

Ich habe keine exakte Nummer gefunden wie viele BWL-Studenten es in Deutschland derzeit gibt. Aber ich bin mir fast sicher, dass es mehr als 100.000 sind. Gar nicht so leicht da mit einem Bachelor oder Master aus der Masse herauszustechen, oder?

Natürlich gibt es da draußen auch einige tausend Blogger. Du kannst dich durch deine Themenwahl jedoch gut von den anderen abgrenzen. Du kannst ein wirklicher Experte auf deinem Gebiet werden, wenn du willst.

Derzeit bin ich meines Wissens der einzige verrückte junge Mensch in Deutschland, der über individuelle Bildung schreibt und darüber wie Du dein “eigenes Ding” findest. Das ist mal ne coole Positionierung, oder?

Falls es noch nicht klar geworden ist: Es ist einfach schwerer aus einer Gruppe von 100.000 Menschen herauszustechen, die alle mehr oder weniger das Gleiche machen als aus einer Gruppe von Bloggern unter denen jeder sein eigenes Leidenschaftsthema hat.

Hm. Fühlt sich an als ginge der Punkt auch an Mr. Bloggen.

Uni vs. Bloggen: 1 : 3.

5. Freiheit.

Als Student bist du mehr oder weniger an einen Ort gebunden. Du musst bei den Prüfungen meist vor Ort anwesend sein und die Pfüfungstermine werden dir diktiert.

Wenn du dir deine Bildung selbst zusammenstellst und darüber schreibst wie du lernst kannst du das theoretisch von überall aus tun.

Im Januar habe ich von Marokko aus gelernt und geschrieben – und bin nebenbei gesurft. Im Sommer werde ich für einen Monat nach San Francisco fliegen und dort die besten meines Fachs (unter anderem Dale Stephens von UnCollege) treffen.

Und Ende des Jahres werde ich dann den Rest meiner 100 Vueling-Freiflüge verfliegen – und zwar irgendwo wo es warm ist. 😉

Olé olé – drei mal darfst du raten: Der Punkt geht auch in die Blogger-Ecke.

Uni vs. Bloggen: 1 : 4.

6. Feedback.

Wenn Du eine Hausarbeit oder Bachelor-Arbeit schreibst, die wirklich rockt, dann bekommst du eine gute Note – und Lob von deinem Professor. Und das war es dann meistens. Mehr Feedback bekommst du einfach nicht und die Arbeit verschwindet irgendwo in der Schublade.

Auf Anti-Uni gibt es bisher über 400 Kommentare und unzählige Leser-Mails. Einige davon sind so lang, dass ich über eine halbe Stunde brauche um sie zu lesen und zu beantworten. Aber weil mir meine Leser die Welt bedeuten mache ich das gerne und nehme mir die Zeit.

Unter anderem hat mir vor kurzem ein Ex-BWL-Professor geschrieben:
“Super, dass es solche jungen Menschen wie dich gibt und ich bin mir sicher, dass es von Tag zu Tag mehr werden.“

Eine andere Leserin schreibt: „Danke, dass du Leuten wie mir mit deinem Blog echt super viel Mut machst!!!!“

Der Einfluss den ich auf Menschen mit meinem Blog habe ist daher um einiges größer als der einer Bachelor-Arbeit. Ich habe mehr Interaktion mit meinen Lesern und bekomme im besten Fall direkt mit wie das was ich schreibe einen Unterschied in deren Leben macht.

Ich freue mich übrigens jetzt schon über deine Kommentare unter dem Artikel. Und wenn du mir persönlich etwas mitteilen möchtest, dann schreib mir einfach an Ben@anti-uni.com.

Ich freu mich drauf! 😉

Uni vs. Bloggen: 1 : 5.

7. Zeitaufwand für nicht-relevante Aufgaben.

Ich hatte das Gefühl, dass es in Schule und Uni vor allem darum geht die Lehrer und Professoren zufrienden zu stellen. Ein Großteil dessen was Du in der Schule oder in der Uni lernst wirst du NIE wieder brauchen. Es hat für dich keinen bleibenden Wert.

Dennoch musst du es für die Prüfungen drauf haben.

Die Zeit die du aufgewendet hast um diese Dinge zu lernen bekommst du nicht mehr zurück – und das ist schade.

Ich will damit nicht sagen, dass ich nur Dinge lerne, die 100 % relevant sind für mich. Dennoch glaube ich, dass ich nah an 80 % bin. Ich lerne und lese fast nur Dinge, die für mich JETZT relevant sind.

Ich lerne problem-orientiert. D.h. ich lerne vor allem Dinge, die Probleme lösen, die ich zur Zeit habe. Dann wende ich das neu Erlernte direkt an, löse im besten Fall mein Problem und so festigt sich das Gelernte direkt.

Der Punkt geht damit klar an Mr. Bloggen.

Der atuelle Stand: Uni vs. Bloggen: 1 : 6.

8. Deine Wahrnehmung als Experte.

Die meisten Studenten kommunizieren nicht wirklich nach außen, was sie alles lernen. Der einzige Beleg dafür ist der Lebenslauf und Zeugnisse. Lebenslauf und Zeugnisse haben aber auch tausende von anderen Studenten.

Ein Blog ist ein Instrument, um der Welt zu zeigen womit du dich beschäftigst und womit du dich auskennst. Ein Blog hilft dir also dabei deinen Expertenstatus aufzubauen – auch neben dem Studium.

Ich will nicht sagen, dass ich schon ein Experte bin auf meinem Gebiet. Das wäre nach einer recht kurzen Zeit wahrlich vermessen. Dennoch lerne ich tagtäglich dazu und arbeite so an meinem Expertenstatus.

Ich habe erste Vorträge gehalten und es werden noch einige dazukommen. Vor kurzem habe ich ein Interview für ZEIT Online gegeben, das bald veröffentlich wird.

Junge Menschen kommen auf mich zu und fragen mich um Rat – egal ob zum Thema Bloggen oder individuelle Bildung. Das fühlt sich einfach gut an – und ich bin mir sicher, dass Du das auch kannst!

Wenn du ein Thema hast für das du brennst, dann kannst auch du ein Experte in deinem gebiet werden – und Mr. Bloggen ist dein optimaler Helfer dafür.

Uni vs. Bloggen: 1 : 7.

9. Money.

Wurdest du schonmal für´s Lernen bezahlt?

Ich habe diesen Monat (März 2014) meine ersten 150 € mit meinem Blog verdient.

 

150 € sind wirklich nicht viel. Aber viele Blogger da draußen bloggen seit Jahren und haben bis heute keine 150 € mit ihrem Blog verdient. Für mich ist das nur der Anfang. Und jetzt geht es mit Vollgas weiter.

Wenn du nicht für den Studium bezahlt wirst, dann geht dieser Punkt an die Blogger-Ecke.

Endstand: UNI – Bloggen: 1 : 8.

Nun denkst du vielleicht: “Ich will unbedingt Bloggen lernen” (dann kann ich dir hier weiterhelfen) oder “Das ist ja alles schön und gut, aber…”.

Ich will dich nicht überzeugen jetzt sofort dein Studium zu schmeißen und einen Blog zu starten. Um Gottes Willen tu das bitte nicht.

Aber.

Du kannst nebenbei anfangen zu bloggen – und dir so eine Marke, einen Expertenstatus und ein Nebeneinkommen aufbauen.

Du kannst dich über deinen Blog mit anderen vernetzen und wirklich herausfinden welche Themen dich faszinieren.

Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich in weniger als einem Jahr bloggen 100 mal mehr gelernt (und verdient) habe als in meinem Jahr an der Uni. In meinem Artikel „Bloggen statt Uni – 19 Dinge, die mich das Bloggen gelehrt hat“ habe ich darüber geschrieben.

Wenn Du selbst einen Blog starten möchtest, dann schau jetzt direkt mal auf der Ressourcen-Seite vorbei.

In diesem Sinne: Happy blogging!

 

P.s. Fallen dir weitere Punkte für die Uni oder das Bloggen ein?

 

Mehr über sinnvolles und erfolgreiches Bloggen kannst du hier erfahren:

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 Bild: antigone78

Willst Du auch weniger auf die Gesellschaft hören und Dein eigenes Ding machen?

Hol´ Dir den kostenlosen 3-teiligen Anti-Uni-Guide und erfahre, worum es genau geht und was du davon hast! 

(Schon über 7.118 Anti-Uni-Fellows sind dabei!)

36 Kommentare, sei der nächste!

  1. Einen Job wird man allerdings aufgrund seines Uni-Abschlusses bekommen. Dessen Grundlage ist nun man die Diplomarbeit und die Noten. Aufgrund eines Blogs wird es schwer werden, einen Job zu finden. So gesehen ist die Uni schon wichtig.

    1. Hey Peter,

      nach der traditionellen Sicht gebe ich dir recht.

      Nun gibt es aber immer mehr junge Menschen, die nicht nur einen „Job“ wollen sondern lieber ihr eigener Chef sein wollen. Und das lernt man leider an keiner Uni.

      Außerdem glaube ich nicht, dass man wirklich einen Abschluss braucht um einen coolen Job zu bekommen. Ich zum Beispiel bekomme dauernd coole (und gut bezahlte) Jobs angeboten und habe keinerlei Abschluss vorzuweisen.

      Cheers!

      Ben

    2. Hi Peter,

      das ist so nicht richtig bzw. viel zu sehr verallgemeinert. Ich habe meinen Job unter anderem wegen meines Blogs bekommen. Ich habe nicht studiert, habe nich mal „echtes“ Abitur (Fachabi), arbeite aber in der Branche, die mir auch privat Spaß macht.

      Wie du beim Thema Bloggen durch Personal Branding in das Blickfeld von Firmen kommen kannst, erfährst du hier:
      http://www.media-affin.de/personal-branding-durch-bloggen
      (Slideshare-Präsi + 15 Minuten Vortrag)

      Ganz davon abgesehen: Es soll Leute geben, die auch ohne Uni und ohne Blog einen tollen Job gefunden haben 😉

      1. Hey Dominik,

        danke erst einmal für deinen Kommentar!

        Ich finde das mega spannend!! Habe mir gerade mal deine Präsi angeschaut und das schaut so weit ziemlich gut aus! Bin da ganz deiner Meinung.

        Ich will zu genau dem Thema demnächst noch mehr schreiben, weil ich denke dass gerade für ehrgeizige junge Menschen ein eigener Blog ein sehr hilfreiches Tool sein kann um die eigene Marke aufzubauen.

        Würde mich freuen, wenn du zu dem Thema mal einen Gastbeitrag schreiben würdest!

        Schreib mir gerne einfach mal ne kurze Mail dazu (okay – hab dir schon geschrieben 😉 )

        Cheers!

        Ben

  2. Lieber Ben,

    ich verfolge deinen Blog schon über längere Zeit und langsam frage ich mich, woher dein schlechtes Bild von der Universität kommt. Den Vergleich zwischen Uni und Bloggen finde ich etwas dünn, denn schließlich kann ein Blog nur gehaltvoll sein, wenn er auch Informationen enthält, die für andere Menschen relevant sind. Bisher enthalten deine Einträge aber hauptsächlich Rechtfertigungen, warum du das Studieren für das Bloggen aufgegeben hast. Das liest sich unterhaltsam, aber wirklich „harte“ Informationen bekommt man nicht. Auch ein Journalist muss von bestimmten Themen, sei es Politik, Soziologie oder Literatur eine Ahnung haben, damit er auf Dauer Abnehmer für seine Artikel findet. Bloggen nur um des Bloggens Willen stell ich mir persönlich nicht als sehr erfüllend vor.

    Ich will dich nicht zum Studieren überreden, denn nach 6 Jahren Studium weiß ich selbst, dass man dahinter stehen muss, damit man Spaß daran hat. Aber mir gefällt diese Gegenüberstellung nicht – du könntest ja auch studieren und über studienbezogene Themen bloggen? Wie würde dein „Battle“ zwischen Uni und Bloggen dann ausfallen? Ich verstehe, dass dir vielleicht das Studieren in eine bestimmte Fachrichtung zu einseitig ist, und gerade bei Jura kommen sicherlich viele Themen nicht vor, die für eine breite Allgemeinbildung wichtig sind. Aber niemand zwingt dich, das Lernen auf das Studium zu beschränken – sich in seiner Freizeit mit anderen Themen zu beschäftigen, ist ja nicht verboten und ich kenne keinen Studenten, der das nicht macht. Gerade das lernt man ja in einem guten Studium, nämlich sich relevante Informationen zusammen zu suchen, diese aufzubereiten und damit wieder neue Problemstellungen zu lösen. Je nachdem, wie smart man als Student dann ist, entwickelt man sein Fach weiter und produziert, um es in deinen Worten auszudrücken, „sein eigenes Ding“.

    So, das lag mir auf dem Herzen 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Hey Julia,

      danke für deinen Kommentar.

      Ich habe gar nicht unbedingt ein „schlechtes Bild“ von der Uni. Ich denke nur, dass vieles besser laufen könnte. Und habe eben für mich beschlossen, dass ich meinen Weg ohne die Uni gehe.

      Das Bloggen nur um des Bloggens Willen anzufangen empfehle ich keinem. Das stelle ich aber wenn du genau liest im Beitrag auch so dar. Ein Blog wird nur dann erfolgreich werden, wenn du für das Thema brennst und wirklich viel darüber schreiben kannst.

      Meine Erfahrung mit dem Studium war nicht gerade rosig. Und vielen jungen Menschen die ich treffe geht es durchaus ähnlich. Dass es auch junge Menschen gibt, die ihr Studium abfeiern und happy sind, finde ich super – denn wenn dir das Studium das gibt was du brauchst, dann ist das prima.

      Für die, die an der UNi nicht das finden was sie suchen ist Bloggen eine gute Möglichkeit sich selbst zu bilden und das auch mit anderen zu teilen. Und auch als Student kannst du natürlich „nebenbei“ bloggen. Ich habe mir ja auch mein eigenes Curriculum zusammengestellt und lerne nach meinem eigenen Modell.

      Finde ich cool, dass du kommentiert hast – danke nochmal dafür. Nur so kann schließlich eine Diskussion zustande kommen.

      Alles Liebe,

      Ben

      1. 🙂 Danke für deine schnelle Antwort.

        Ich glaube, mein Problem ist, dass mir nicht ganz klar ist, wo der Zusammenhang zwischen Bloggen und sich „seine eigene Bildung zusammenstellen“ besteht. Klar, durch’s Bloggen kannst du das, was du gelernt hast, mit anderen teilen. Aber sonst? Du könntest ja auch in deinem stillen Kämmerchen sitzen, wie der „arme Poet“ und deinen Horizont erweitern. Was hat das mit Bloggen zu tun?

        Liebe Grüße, Julia

        1. Netzwerk, Expertenstatus, Feedback, Herausstechen aus der Masse, Aufbau deiner Marke, Aufbau einer Community….All das passiert nicht, wenn du im stillen Kämmerlein sitzt. Und jeder dieser Punkte für sich allein ist schon gold wert.

  3. Moin,

    ich befürchte, manche Punkte kann ich nicht so unwidersprochen stehen lassen.
    2. & 3. Es gibt durchaus Seminararbeiten, Hausarbeiten ect. die anschließend veröffentlicht werden. Die lesen dann vielleicht keine 6000 Leute, aber einige hundert, die das Thema interessiert und die vom Fach sind. Und man kann sich öfter als gedacht das Thema selbst suchen. Zumindest ein Unentschieden, oder 😉
    6. Das geht in eine ähnliche Richtung. Dein ganzes Seminar muss sie lesen, das gibt oft hartes Feedback, bei der Vorbereitung für eine Veröffentlichung muss die Arbeit durch ein Review …
    7. Ist das nicht gerade der Reiz eines Studiums, sich mit Dingen zu beschäftigen, die man gerade nicht für relevant hält? Zudem schult es die Methodenkompetenz und die Stresstoleranz.
    8. Da fehlt der Text zur Uni ja völlig. Wenn Du ein Thema spannend findest, nimm an einem Call for Papers teil, an einer Konferenz oder Tagung zu dem Thema. Geht auch als Student und wenn Du gut bist, übernimmt Deine Uni auch Deine Spesen 😉 Und Du bekommst Aufmerksamkeit von anderen, die auf dem gleichen Gebiet forschen, nicht nur von Google-Bots.
    9. Hier habe ich etwas das Gefühl, Du fällst (finanziell) sehr weich 😉 Langfristig zahlt sich statistisch betrachtet ein Studium aus, 100 Euro jetzt haben oder nicht haben, fallen da kaum ins Gewicht und kann man mit ein paar Stunden Arbeit auch neben dem Studium haben. Eigentlich ein Punkt für die Uni.
    10. fehlt: Fürs Bloggen bekommst Du keinen Studienabschluss. Mag für Dich nicht so relevant sein (siehe auch 9.) aber in viele Jobs kommst Du ohne nicht rein. Dazu könnte man Studienabbrechern auch fehlenden Durchhaltewillen vorhalten, wenn Du nur selbstständig arbeiten willst, nicht so ein Problem, aber wenn Du Geld von anderen brauchst (ob Risikokapital oder Gehalt) kann das ein Problem werden.
    11. fehlt auch: Bloggen hat ähnliche Nebenwirkungen wie das Homeschooling. Man ist nur noch in seiner Peer-Group unterwegs und wird nicht mehr mit alternativen Lebensentwürfen konfrontiert. Klar mag man auch an der Uni nicht alle Kommilitonen, aber man muss sich arrangieren, das fällt beim Bloggen am Strand weg.

    Viele Grüße vom Schreibtisch!

    1. Hey Konstantin!

      Ganz lieben dank für deinen erfrischenden Kommentar!

      Zu Punkt 2 und 3. Okay – der geht an dich. Ich habe wohl zu viele Leute getroffen, die frustriert waren mit ihren Hausarbeitsthemen 😉

      7. Ich lerne lieber Dinge, die mich interessieren als welche die irgendwann mal relevant werden könnten. Aber das ist wahrscheinlich eine sehr persönliche Vorliebe.

      8. Habe ich ergänzt – danke für den Hinweis =)

      9. Kann man so und so sehen – also wohl ein Unentschieden. Ich wollte damit eher auf den Fakt hinweisen, dass ich für´s Lernen quasi bezahlt werde – und das werden denke ich eher die wenigsten Studenten 😉

      10. Einen Studienabschluss brauch ich gar nicht. Und klar: Arzt oder Jurist kann ich damit schwer werden. Aber alles andere ist prinzipiell möglich. Risikokapital zu bekommen hängt kaum davon ab, ob du einen Abschluss hast oder nicht sondern davon wir gut dein netzwerk ist und wie viel Vertrauen deine Kapitalgeber in dich haben. Mein Netzwerk ist mittlerweile so gut (auch durchs Bloggen), dass ich keine Probleme hätte an Kapital zu kommen, wenn ich denn wollte.

      11. Das ist eine Behauptung, die du nicht wirklich untermauerst. Ich habe nicht nur eine sondern verschiedene Peer-Groups und bin tagtäglich mit den verschiedensten Lebensentwürfen konfrontiert. Dazu tragen nicht zuletzt auch meine vielen Reisen bei.

      Cheers und grüße vom Schreibtisch an den Schreibtisch!

      Ben

      1. ergänzend zu 11: und wielviele verschiedene Lebensentwürfe sehe ich (oder auch andere) nach etlichen Jahren in meinem Job nach der Uni? da ist man doch selber immer mit den gleichen Leuten unterwegs
        wenn ich selber nicht so viel „alternatives“, zb singen und schauspielen, würde, wäre ich doch genauso auf meiner eingefahrenen Schiene unterwegs

        kurz gesagt, garantiert weder das eine noch das andere, mit Scheuklappen durch die Welt zu gehen

    2. Hey Konstantin,

      dazu muss ich zweimal einhaken

      es ist auch ohne Abschluss möglich; zwei meiner Sutdienfreunde aus Deutschland studierten beide Maschinenbau; sie hat eine Abschluss, er nicht, und dreimal darfst du raten, wer mehr verdient. Stellt sich für mich die Frage: einen Job bekommen, den man nur mit Abschluss kriegt, oder einen ohne Abschluss, und trotzdem mehr Gehalt bekommt

      und es gibt genauso Studien, dass sich langfristig ein Studium eben nicht bezahlt; dazu hat der Vater einer meiner Arbeitskollegen gesagt, dass Personen in meinem Gehaltssegment sehr wohl die Allgemeinheit sponsern, also, wie man so schön in Ösiland sagt, „Nettozahler“ sind

  4. Hallo Benn.

    Ich bin zufällig über die Blogparade auf deinen Blog gestossen und obwohl ich wohl kaum zur Zielgruppe gehöre, lese ich begeistert mit.

    Voraus: Ich bin Mitte Vierzig und habe zwei Eliteausbildungen hinter mir – in Deutschland und in Dänemark, wo ich jetzt lebe. Damals als ich studierte, aber es noch kein Internet, von Blogs ganz zu schweigen.
    Ich habe mein Studium geliebt, auch wenn ich ab und zu langweilige Fächer belegen musste. Aber nicht nur.
    Trotzdem habe ich später auch erlebt, dass niemand mehr nach dem Diplom fragt, obwohl du jahrelang dafür geschuftet hast.

    Ich denke, dein Weg ist etwas für hartnäckige und innovative Menschen. Die Uni ist es auch, aber die Studenten sind einfach anders gestrickt als du. Wie schön ist es doch mit der Vielfalt. So wird es wenigstens nicht langweilig auf unserem Planeten.

    Letzendlich ist unser ganzes Leben eine lange Lehre. Wir sind nie ausgelernt. Auch nciht als Dip. SoundSo. Und so bin ich heute Blogger und frage mich (weil ich auch Mutter bin!) wie mein Sohn sich wohl entscheiden wird.

    Das Tolle an unserer Zeit sind die vielfältigen Möglichkeiten und die Demokratisierung. Viel Spass beim Bloggen!

    Eva Maria

    1. Hey Eva Maria!

      Danke für deinen herzerwärmenden Kommentar!

      Du sagst es: Mein Weg ist kein einfacher Weg. Und ich möchte es auch nicht so wirken lassen. Es ist verdammt hart – aber auch verdammt befriedigend und einfach super herausfordernd. Und genau das liebe ich.

      Wie du sagst: Wir lernen nie aus. Unsere Generation wird eine Generation von lebenslangen Lernern sein müssen um zu bestehen. Daher konzentriere ich mich auch darauf zu lernen wie ich lerne.

      Und ja – genau wie du sagst interessiert es nach ein paar Jahren niemanden mehr, was oder wo du studiert hast und was du für einen Abschluss hast. Schon gar nicht, wenn du deine eigenen Projekte machst. Ich bekomme teilweise Stundensätze angeboten, über die sich viele Masterstudenten freuen würden – einfach weil Leute sehen, dass ich meine Projekte rocke und sie meine Kompetenzen sehen.

      Liebe Grüße!

      Ben

      1. Hallo Ben,

        es ist Pionierarbeit, seinen eigenen Weg zu gehen seiner inneren Stimme zu folgen und sich dabei ja auch dauernd dem eigenen inneren Kritiker stellen zu müssen … und den Ängsten, die ja auch immer dazu gehören, wenn man sich auf unbekanntes Terrain begibt. Das ist hart – davon kann ich ein Lied singen 😉

        Der Lohn ist eine enorme innere Stärke … eine innere Sicherheit … eine Erfüllung, die nichts von außen bringen könnte.

        Um genau das wirst Du glühend beneidet werden 😉

        Wir haben dank Internet so geniale Möglichkeiten … sie schlau zu nutzen, das ist die Kunst. Da schauen „wir Älteren“ 😉 oft nur staunend, auf was Ideen die Digital-Natives so alles kommen – sich selbst beim Online-Spielen aufzunehmen, das Ergebnis dann bei Youtube hochzuladen und damit Hunderttausende Abonnenten zu bekommen .. und damit dann auch noch monatliche Einnahmen zu erzielen, von denen manche Angestellte nur träumen können … das ist für „unsere Generation“ unvorstellbar. Für euch IST es vorstellbar .. und damit machbar … absolut genial! 🙂

        Begeisterte Grüße aus Düsseldorf,
        Ulrike

        1. Hallo Ulrike,

          passend dazu gerade gelesen (bei Helmut Ament): innerer Kritiker, ich will nicht mehr hören, was NICHT geht sondern WIE es geht! 🙂

          Lg Bettina

        2. Hey Ulrike!

          Ich freue mich immer wieder riesig über deine Kommentare! =)

          Du sagst es: Unsere Möglichkeiten sind unendlich. Und wir verdienen immer nur dann Geld, wenn wir einen Wert schaffen für andere. Warum also nicht Wege suchen, die uns Spaß machen, uns erfüllen und auf denen wir einen Wert schaffen und somit auch Geld verdienen können?

          Super herzliche Grüße nach Düsseldorf!

          Ben

  5. Abschlüsse sind überbewertet… Mit einem Diplom kommt man vielleicht besser rein, aber halten kann man sich nur, wenn man gut ist, und das ist man eher, wenn man für die Sache brennt. Wenn man kreativ ist und sich sein Zeug selber erarbeitet hat und es nicht nur gelernt hat, weils im Plan steht.
    Es gibt für beide Seiten sicherlich Vor- und Nachteile. Wichtig ist, das man dahinter steht, weil man sich für sich selbst und sein Glück nichts anderes vorstellen kann und es nicht nur macht, damit man gut dasteht und weiter kommt.
    Ben, du machst das! Ich glaub an dich. 🙂
    LG
    Sybille

    1. Hallo Sybille,

      also mittlerweile habe ich den Eindruck, dass man nicht mal gut sein muss, oder für sein Thema brennen, sobald man mal drin ist, bleibt man da hocken (kann aber nur für meine Firma sprechen; und vielleicht ist es auch ein Ösilandspezifikum)

      Lg Bettina

  6. Hey Ben, ich finde den Artikel Super! Wie auch generell deine Arbeit hier mit dem Blog! Habe mich doch glatt auch ein bisschen über dein Zitat aus meiner Nachricht gefreut 🙂 Zum Thema: Wenn ich hier so die ganzen Kommentare lese, finde ich es echt spannend zu sehen, wie unterschiedlich wir Menschen doch sind und was für unterschiedliche Auffassungen wir alle doch haben. Ich finde wir sollten ganz einfach „offener“ für unkonventionelle Wege, Bildungswege/Berufswege in diesem Fall, sein. Es gibt nicht „den einen“ richtigen Weg. Sprich wer das Battle Uni Vs. Bloggen gewinnt ist wahrscheinlich ein ganz individueller „Kampf“. Und im Endeffekt geht es meiner Meinung nach auch nicht darum wer gewinnt, du sagst ja selber immer, dass du trotz des Namens „anti-Uni“ prinzipiell eben nicht GEGEN die Uni bist. Es geht eben eher darum, einen eigenen, für sich stimmigen Weg zu finden. Für die einen mag das auf „normalem“ Wege funktionieren, für die anderen eben nicht.

    So, das also von mir zu dem ganzen!

    Gute Nacht,

    Katharina

  7. Ziemlich klarer Punktestand fürs Bloggen. Im Grunde kann man ja auch vielen Studenten den Tipp geben: Macht einfach beides. Nicht in jedem, aber in vielen Studiengängen hat man nebenher noch genug Zeit, einen Blog aufzubauen. Man kann sich dann auf dem Weg entscheiden, ob man am Ende nur eines davon durchzieht oder sogar beides voll durchzieht. Gosh – darf gar nicht dran denken, wie cool es heute wäre, hätte ich während des Studiums schon mit dem Bloggen begonnen. Ganz unabhängig davon, ob ich am Ende nen Abschluss gemacht hätte oder nicht.

    Thumbs up für diesen super Artikel

  8. Hallo auch,

    ich hab mir jetzt so einige Artikel durchgelesen und weiß ehrlich gesagt noch nicht so recht, ob ichs cool finden soll, oder ob ich sauer sein soll. Ich bin Student und habe (meistens) viel Spaß dabei – allerdings bin ich auch Kulturwissenschaftler.
    Cool, finde ich es deshalb, weil man grundsätzlich alles hacken sollte. Computer, Gesellschaft, Politik, Bildung. Jedes System verdient es, ordentlich hinterfragt zu werden und in einen Diskurs zu geraten. Aber dann fängt es schon an. Ich würde schonmal bezweifeln, dass das was du machst Hacking ist. Noch bist du auf einem Metalevel, bei dem du deshalb existieren kannst, weil du dich selbst reproduzierst. Du hast dir dein eigenes autopoetisches System erschaffen. Hacking wird es, wenn du es schaffst eine Maschine zu bauen, ohne Maschinenbau an einer Uni studiert zu haben. Oder wenn du es schaffst, eine Medientheorie zu entwickeln (da wird es schon schwieriger). Und ein Bildungshacker wirst du erst, wenn du anderen beibringen kannst, wie du es gemacht hast. Gerade für die Geisteswissenschaften vergisst du, dass Universität nicht nur Lehre ist, sondern auch eine Infrastruktur, die die Wissensströme unserer Gesellschaft überhaupt erst verwertbar macht. Es gibt Reviewprozesse die generiertes Wissen überprüfen, es gibt überhaupt eine Institution, die nur dazu da ist, Wissen zu generieren (hallo? wie awesome ist das denn?).
    Und das ist auch ein bisschen der Punkt, der mich sauer macht. Weil ich es für ziemlich arrogant gegenüber eines (deutschen) Wissenschaftsbetriebs finde (Mag sein, dass das in den USA nochmal anders ist). Bloggen und Uni-Ausbildung miteinander zu vergleichen ist schonmal ziemlicher Unfug, weil es ganz unterschiedliche Operationen des Lebens sind. Dazu kommt, dass es einfach krass Bildungsfeindlich ist: Du suggerierst, dass Studierende die Universität nicht brauchen, um zu lernen. Das ist eine Aussage, die kann man auf den ersten Blick unterschreiben. Auf den zweiten Fallen mir ziemlich viele Esoteriker*innen ein, die gerade enormen Zulauf haben (na, heute schon Granderwasser getrunken?). Auch in meinem täglichen Umgang mit Studierenden merke ich, dass exakte, gut überlegte Aussagen über einen Sachverhalt fast nicht mehr zu bekommen sind. Und warum? Weil es Leute wie dich gibt, die behaupten, alles wäre locker flockig mit Blog und so. Ich halte dagegen und sage: Universitäre Lehre schafft Bewusstsein über den Prozess der Wissensgenerierung (Methodenkompetenzen!).
    Natürlich glaube ich nicht, dass unser Universitätssystem das Gelbe vom Ei ist. Es gibt Menschen, die für das System nicht geeignet sind und deswegen nicht weniger intelligent oder innovativ sind – weswegen ich auch glaube, dass die „Education Hacking“-Bewegung seine volle Berechtigung hat. Außerdem hat das System natürlich auch seine Schwächen – inklusive schlechter Professoren und schlechter Lehre.

    Trotzdem: Wagen wir mal das Gedankenexperiment, und lassen 25% aller Studierenden per Selbststudium bloggen (das sind die 25% zusätzlichen Studierenden seit 2003). Dann fällt ziemlich viel von deiner Liste weg: Dein Einfluss, du bist Teil der Masse, als Teil der Masse bezahlt dir auch niemand was, usw.
    Du versuchst deinen Erfolg so darzustellen, als wäre das für jeden möglich. Das stimmt einfach nicht. Du hast bestimmte Talente und Voraussetzungen, die andere nicht haben. Nicht jeder ist so eloquent und kann drauf los schreiben oder mit Selbstbewusstsein bei Partner*innen Geld oder Sachleistungen aushandeln. Dazu empfehle ich überblickshalber mal diesen Podcast: http://soziopod.de/2013/10/soziopod-032-bourdieu-und-der-fluch-der-sozialen-ungleichheit/
    Außerdem hat nicht jeder das finanzielle Polster, dass du offenbar hast (als nicht-Student bekommst du ja kein Kindergeld, kein BaföG, …) um auch mal ein bisschen durch die Welt zu reisen.

    Ansonsten rege ich allgemein an, sich mit dem Thema Kontingenz auseinanderzusetzen. Was du mit deinem Blog machst, ist nämlich nichts anderes als eine Form der Kontingenzbewältigung – und aus meiner Sicht ist das ein falscher Weg. Sicher ist es ein gutes Geschäftsmodell, aber auch ein Weg der Realitätsverdrängung. Unsere Welt wird nicht einfacher, weil wir sie für einfach erklären.

    Trotzdem wünsche ich dir natürlich alles Gute und viel Erfolg mit deinem Projekt. In einem sind wir uns einig: Bloggen ist wichtig und gut und es sollten möglichst viele tun. Vor allem Studierende, es gibt fast nichts lehrreicheres als anderen beim lernen zuzusehen.

    1. Hey Kilian,

      erst mal danke für deinen Kommentar – damit hebst du die Kommentare auf diesem Blog nochmal auf ein komplett neues Level. Das gefällt mir.

      Ich werde einfach eine kleine Liste machen um deine Punkte einigermaßen „abzuklappern“ und deiner Kritik gerecht zu werden.

      1. Ich freue mich, dass du glücklicher Student bist. Ich möchte niemanden von der Uni holen – sondern eher denen Optionen zeigen, die dort nicht glücklich sind und alternative Wege aufzeichnen.

      2. Du hast recht: Ich habe bisher kaum darüber geschrieben wie genau ich meine Bildung hacke. Das kommt aber in den nächsten Artikeln verstärkt.

      3. „Bildungsfeindlich“ ist ein starkes Wort. Um darüber diskutieren zu können müssten wir erst einmal definieren was „Bildung“ für dich und für mich bedeutet. Ich bin nicht gegen Uni – und auch nicht gegen Bildung. Ich liebe alles was Menschen „echte Bildung“ bringt – also sie auch da draußen im echten Leben weiterbringt. Und das leisten leider nicht alle Unis bzw. Studiengänge.

      4. Bewusstsein für den Prozess der Wissensgenerierung kann ich auch außerhalb der Uni erlangen – und Methodenkompetenz auch. Und das ganze sogar praxisrelevanter als an der Uni.

      5. Bloggen vs. Uni-Ausbildung ist natürlich ein Vergleich der polarisieren soll. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass du theoretisch auch als Blogger genug lernen kannst – indem du Bücher zu deinem Thema liest und Experten interviewst. Eine sehr coole Art zu lernen und sich gleichzeitig zu vernetzen.

      6. Ich möchte meinen Erfolg nicht so darstellen als sei das für jeden möglich. Ich sage klar, dass jeder seinen eigenen Weg finden sollte – und dazu ermutige ich junge Menschen.

      7. Ein finanzielles Polster habe ich nicht. Ich verdiene mein Geld durch Schreiben, Workshops etc. pp. Teilweise habe ich Wege gefunden wie ich mich für das was ich lernen möchte gar bezahlen lassen kann. Auch dazu gibt es bald mehr.

      8. Das Thema Kontingenz ist super spannend. Ich erhebe keinen Anspruch darauf die absolute Wahrheit darzustellen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass meine Erfahrungen anderen Menschen weiterhelfen können.

      9. Ich stelle die Welt nicht einfacher dar als sie ist. Ich zeige, was für mich funktioniert – ob es für dich funktioniert weiß ich nicht. Ich mag das Bild eines Supermarkts: Nimm dir einfach das was du brauchst und den Rest lässt du liegen.

      Alles Liebe,

      Ben

      P.s. Du hättest durchaus Talent zu schreiben – vllt magst du ja mal deine Gedanken über einen Blog mit uns teilen.

      1. Danke für das Lob, das ist auch mein Plan. Ich schreibe grad an meiner BA und wenn die fertig ist, hol ich meine halb fertigen Konzepte aus der Schublade. Kulturwissenschaften ohne Öffentlichkeit ist nämlich maximal sinnlos.

        Ich habe dich deshalb so angegangen, weil ich finde, dass du das nicht ehrlich genug transportierst, was du jetzt in deinen neun Antwortpunkten sagst. Du stellst nicht transparent genug dar, dass du einen Sonderweg gehst und der als solcher nicht jedem zugänglich ist – sei es aufgrund von Fähigkeiten, Stallgeruch, Aussehen (gabs erst wieder eine Studie..), usw.
        Versteh mich auch nicht falsch, ich finde es gut, dass du es machst und ich habe vollen Respekt dafür, ich wäre definitiv zu ängstlich um das zu machen. Aber dann sei deinen Leser*innen gegenüber so ehrlich. „Willst Du auch weniger auf die Gesellschaft hören und Dein Leben rocken, so wie Du es willst?“ – Das suggeriert, als hättest du Patentrezepte. Natürlich will jeder weniger auf die Gesellschaft hören und das machen, wozu man Bock hat. Aber das kann nicht jeder, und es ist nur fair, das denjenigen auch zu sagen.

        Zum Thema Bildung: Für mich ist kritisches Denken absolutes Muss. Wenn jemand durch sein Studium (welcher Art auch immer) Dinge zu hinterfragen lernt und das dann systematisch aufbereiten und mit anderen teilen kann, dann ist das schonmal ein guter Schritt in Richtung Bildung. Das kommt zugegebenermaßen v.a. durch das verschulte Bachelorsystem leider viel zu kurz. Aber an eine Definition will ich mich jetzt nicht so einfach wagen.

        1. Danke Dir für deine ehrliche Antwort und schön, dass ich mit den Antworten nochmal ein paar Dinge klar stellen konnte.

          Klar ist der Weg nicht für jeden was. Und klar kann ich hier und da an der Kommunikation auf dem Blog noch arbeiten. Hey, hier das Ding gibt´s seit zwei Monaten und irgendwie muss ich ja auch noch Geld verdienen 😉 Sonst würde ich sicher alles tip top machen rund um den Blog.

          Wie gesagt – an der Kommunikation bin ich dran. Und ich schätze es sehr, dass du so ehrlich und auch kritisch deine Meinung hier teilst. Das tun nämlich nicht viele und schon dafür möchte ich dir danken. Denn nur durch eine Diskussion führt das hier schließlich weiter und reift in den Köpfen der Menschen weiter. Ich habe kein Patentrezept – und das möchte ich auch gar nicht. Was ich tun kann ist Menschen zum Nachdenken anzuregen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

          Also – ich freue mich mehr von Dir zu hören und wünsche dir erst mal alles Gute für deine BA.

          Cheers,

          Ben

  9. Hallo Ben,
    ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin gestern durch Zufall das erste Mal auf deine Seite gestoßen – mich beschäftigt genau dieses Thema schon seit einiger Zeit und bisher habe ich nur eine einzige Person gefunden, die das selbe empfindet. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich bin alleine mit diesem Gedanken.
    Ich fühle mich, als müsste ich mich der Gesellschaft unterordnen, indem ich studiere. Weil das das ist, was man eben macht, um später gutes Geld verdienen zu können, um Anerkennung zu bekommen.
    Ich hatte das Thema eigentlich schon fast abgeschrieben, als ich nun die Uni wechselte und dachte, ich gebe meinem Studium noch eine Chance. Jetzt zweifel ich wieder alles an, nachdem ich Artikel um Artikel deinen Blog lese. Was das Richtige für mich ist, weiß ich noch nicht.
    Ich finde es auf jeden Fall gut, was du machst. In unserer westlichen Gesellschaft ist unser Leben viel zu sehr vorbestimmt. Es heißt, du hast heute die besten Chancen, du kannst alles machen, es gibt so viel Angebot, so viele Möglichkeiten, nun, dennoch wird dir gezeigt, ist der allgemeine Lebenslauf zum tollen Leben – Schule, Abi, Studium, Abschluss, Job! Oder nicht?
    Soweit für heute.
    Kathi

    1. Hey Kathi,

      danke erst mal für deinen Kommentar und dafür, dass du so offen bist.

      Das Gefühl dich unterordnen zu müssen kann ich gut nachvollziehen. Und ja, wie du sagst: „Weil man das eben so macht.“

      So zumindest die Haltung in weiten Teilen der Gesellschaft.

      Mir fiel es lange Zeit super schwer mich von dieser Erwartungshaltung zu lösen und wirklich das zu finden, was ich selbst machen möchte.

      Der erste Schritt dazu war einfach mal der deutschen Gesellschaft den Rücken zu kehren und einen Freiwilligendienst im Ausland zu machen und zu reisen. So ging bei mir die „De-Schooling“-Phase los und ich konnte mich endlich mal mit mir selbst auseinandersetzen ohne die ganze Zeit mit Erwartungen verschiedener Seiten konfrontiert zu sein.

      Du sagst, dass du zweifelst. Ich finde zweifeln ist prinzipiell gut. Denn wenn du zweifelst, dann zeigt das, dass du Dinge hinterfragst und dass du auch dich selbst hinterfragst (damit bist du einigen schon mal voraus).

      Mein Gefühl ist, dass es wie eine Reise ist. Und da gehört Zweifeln dazu.

      Mir hilft es wie gesagt mich auf meine Grundwerte zu besinnen und zu versuchen diese so weit es geht zu leben. Und natürlich auch mit einem Auge zu schauen wie ich mich mit diesem Weg finanzieren kann (der Teil ist nicht so einfach – ergibt sich aber interessanterweise immer mehr mit der Zeit).

      Klar haben wir alle Chancen – dann liegt es aber an uns selbst diese für uns zu nutzen und sie so wahrzunehmen, wie sie zu uns passen.

      So weit von mir für heute 😉

      Schreib mir aber gerne, wenn du magst.

      Schön dass du hier bist,

      Ben

  10. Hey Ben,

    danke für den Artikel. Ich blogge selbst und gebe dir in weiten Teilen auch völlig Recht! Aber: warum sollen sich bloggen und Uni eigentlich gegenseitig ausschließen? Schließlich hat nicht jeder das Glück, vor Uniabschluss schon ein geregeltes – wenn auch kleines – Grundeinkommen zu verdienen (wie du via IdeaCamp…Glückwunsch dazu!). Und dann ist die „sichere“ Variante eben oftmals ein Studium. Glücklicherweise hat man aber – wenn man die richtigen Prioritäten setzt – auch neben einem Studium genug Zeit, zu bloggen, sich selbst zu bilden etc. etc.

    Viele Grüße,
    Yannick!

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