Sind Träume da, um gelebt zu werden?

lebe deinen traum

5 Minuten um über deine Träume nachzudenken. Und sie dann vielleicht zu leben.

Ich stehe vor der Klasse und klammere mich an meine Karteikarten. Ich habe nicht sonderlich viel Spaß während ich hier vorne stehe – ich gestikuliere kaum. Meine Arme sind angelehnt, meine Hände schwitzen und mein Stand ist unsicher.

Ich merke, wie mich die Energie nur so durchflutet. Ich hüpfe hin und her auf der Bühne, gestikuliere, mache mal eine Pause. Ich laufe durch´s Publikum und stelle Fragen. Ich merke, wie ich die komplette Aufmerksamkeit habe, wie alle Augenpaare auf mich gerichtet sind – manche verwundert, manche lächelnd, manche noch ein wenig skeptisch. “Wow”, denke ich…

Auf meinen Karteikarten stehen nicht nur Stichpunkte sondern ganze Sätze. Mein Referat ist inhaltlich gut. Dennoch schauen die meisten eher gelangweilt drein. Ich bin nervös und habe unglaubliche Angst einen Fehler zu machen. Ich will auf keinen Fall einen meiner Punkte vergessen. Ich möchte eigentlich nur, dass es schnell vorbeigeht und ich mich wieder hinsetzen kann.

Ich rede frei und ohne Stichpunkte. Ich habe gar nicht den Anspruch es perfekt zu machen – ich will den Menschen, die mir zuhören etwas mitgeben. Und das kann ich vor allem dann, wenn ich selbst Spaß dabei habe. Also versuche ich Spaß zu haben. Und ja, sogar beim gemeinsamen Rumhüpfen haben wir Spaß! “Ist das geil!”, denke ich; und kann es kaum glauben.

ben on stage

rocking the stage @dnx

Ein Traum wird wahr.

Am Samstag habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt. Ich habe zum ersten Mal wirklich die Bühne gerockt. Auf der DNX durfte ich einen Vortrag halten. Über digitales Nomadentum, meinen Werdegang und meine Learnings. Ca. 200 Leute waren da (hat man mir gesagt), inklusive Pressevertreter von Spiegel, t3n und anderen Medien.

Ich durfte als letzter ran. Rauf auf die Bühne. Mikro an. Los geht´s.

Vor einem Jahr habe ich mich hingesetzt und mir lange überlegt, wo ich hinwill. Ich habe mir überlegt, wo ich mich in 5 Jahren sehe. Wo ich in 10 Jahren stehen möchte. Ja, was ich mit meinem eigentlich Leben anfagen möchte.

Ich wollte Menschen erreichen. Sie inspirieren und motivieren. “Ja, das will ich machen”, dachte ich.

Ich wollte Vorträge halten. Fette Vorträge. Vorträge, bei denen Menschen ausrasten. Vorträge, bei denen ich sprühe vor Energie und Spaß habe. Vorträge, bei denen Menschen eine Gänsehaut und leuchtende Augen bekommen. Vorträge, die Menschen begeistern.

Vorträge die einen Unterschied machen.

Vorträge, die die Welt verändern.

(Und wenn es nur ein klitzekleines Stück ist.)

Vor einem Jahr dachte ich, das wäre alles nur ein Traum. Heute weiß ich: “Fuck, da geht was.”

Ich kann meine Träume verwirklichen.

Was brauche ich eigentlich, um meine Träume zu leben?

In den Wochen vor dem Vortrag war ich aufgeregt. Ich hatte Angst. Ich hatte Zweifel, dass ich den Menschen keinen Mehrwert bieten könnte.

Ich schob den Vortrag vor mir her. Ein paar Tage vorher musste ich ran.

“Oh yeah”, dachte ich. “Die Angst”. Die Angst war wieder da.

Angst ist mein kleiner Freund geworden in den letzten Wochen und Monaten.

Ich habe ständig Angst. Ich zweifle immer und immer wieder. Ich zweifle an meinen Fähigkeiten. Ich zweifle daran, je aus meinem 8m2-Zimmer ausziehen zu können und mir etwas größeres zu leisten. Ich zweifle daran, mehr zu verdienen als jetzt und gut von dem leben zu können, was ich mache.

Angst und Zweifel sind allgegenwärtig. Immer und immer wieder. Das nervt.

Aber es zu verdrängen macht es nicht besser.

Raus aus der Komfortzone – immer und immer wieder.

life begins at the end of your comfortzone

Wir alle kennen das ominöse “Life begins at the end of your comfortzone.” Mittlerweile glaube ich dran. Es muss ein bischen weh tun. Oder Angst machen.

Dann heißt es – “wird alles gar nicht so schlimm” und einfach durchgehen.

Ja – klingt einfacher als es ist. Weiß ich selbst.

Aber hilft nicht.

Thomas Jefferson hat es schön gesagt:

„If you want something you never had you have to do something you have never done.“

Für mich heißt das auch: Irgendwann heißt es einfach anfangen, auch wenn du dich noch nicht bereit fühlst. Denn die Frage ist, ob du dich jemals bereit fühlen wirst.

Die eine Sache, die den Unterschied macht.

Natürlich bin ich nervös. Aber auch irgendwie entspannt. Ich weiß, dass ich das kann.

Ich habe richtig Bock auf den Vortrag. Denn die Menschen, die hier sitzen liegen mir am Herzen.

Irgendwann denke ich einfach: “Fuck it, ich geh jetzt da raus und hab´ Spaß.“

Ich merke, wie ich in den Flow komme. Ich lasse die Leute aufstehen, Laut klatschen. Grölen. Sogar rumhüpfen. Und die machen das mit. Wow.

“Geiler Scheiss”, denke ich.

Und mache einfach weiter. Und habe echt Spaß dabei. 

Einige schauen immer noch etwas skeptisch. Aber viele lächeln und strahlen.

“Weitermachen”, sage ich mir.

Ich ziehe durch bis zum Ende. Eigentlich rede ich einfach drauf los. Vergesse mal was, trage das aber einfach nach. Kein Problem. Die Zuhörer sind tolerant und gut drauf.

Niemand hätte mir in der Schule oder der Uni gesagt, dass ich mal geile Vorträge halten werde. Ich habe es selbst nicht geglaubt. Aber irgendwie hatte ich Hoffnung.

Die Themen juckten mich einfach nicht. Ich hatte es satt immer Themen vorgegeben zu bekommen. Ich richtete mich immer danach, was andere erwarteten. Oder was ich glaubte, dass andere von mir erwarteten. Ich war schüchtern, verklemmt. Wollte es allen recht machen.

Meine Erfahrung aus den letzten Monaten sagt mir, dass wir Menschen vor allem dann berühren und begeistern können, wenn wir ganz wir selbst sind. Wenn wir authentisch sind und unserer inneren Stimme Raum geben.

Ich stehe auf der Bühne und spüre den Funken in mir drin. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich merke es nicht. Ich bin im Flow. Ich bin leidenschaftlich und brenne für das was ich tue. Ich brenne dafür einen Unterschied zu machen. Ich mach´ mein Ding.

Genau das ist die Sache, die den Unterschied macht.

Ende. Applaus. Ein geiles Gefühl von Erfüllung und auch ein klein wenig Stolz.

 

Ich realisiere: Träume sind da, um gelebt zu werden.

Mach dein Ding,

Ben.

 

 

Hast du Träume? Und versuchst du sie zu verwirklichen?

 

 

 

P.s. Wenn du bei der nächsten DNX dabei sein willst schau mal hier.

 

 

Bild: Michel Teló

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37 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Ben,

    Genau! Genau das ist es!

    Ich habe in meiner Dozententätigkeit genau diese Erfahrung gemacht: wenn ich mich an Lehrschemata, an das oft übliche „Hör und Friss!“ der meisten Lehrveranstaltungen halte, dann hat keiner wirklich Interesse, dann plätschert das so dahin…Ende!
    Wenn ich versuche, etwas zu vermitteln, weiterzugeben, nicht nur Lehrbuchwissen, Vorgekautes, sondern eigene Erfahrung, eigene Empfindungen, eigene Gefühle im Zusammenhang mit dem Thema, dann entsteht etwas, ein Kontakt, Interesse, Mitmach- und Mitdenk-Effekt nenne ich das gern. Das Ich-Selbst-Sein, das Rüberbringen von eigenen Empfindungen berührt die Zuhörer, lässt sie aufhorchen, mitdenken. Nicht (nur) der Lehrstoff, den kann man sich effizienter in Lehrbüchern oder im Internet aneignen.

    Ich unterrichte recht ungewöhnliche Themen und halte Vorträge dazu, aber Menschen kommen, denken und diskutieren mit, interessieren sich hinterher und beginnen, ihr eigenes Denken dazu zu hinterfragen.
    Was kann man mehr erwarten?

    Alles Gute

    Hans

    1. Hier noch ein interessantes, zum Nachdenken anregendes Buch, das vllt einige schon kennen:

      Andre Stern: „…und ich war nie in der Schule“ – Geschichte eines glücklichen Kindes; Zabert Sandmann, 2009

  2. Hi Ben, ich war am Samstag dabei und fand u.a. deinen Beitrag unglaublich inspirierend. Und man hat gemerkt, dass du Spaß hattest auf der Bühne, genauso wie das Publikum. 🙂
    Ich arbeite an der Verwirklichung meiner Träume und habe mir einen Satz eingeprägt, den du erwähnt hattest: „Start before you are ready.“ Das werde ich beherzigen und einfach mal loslegen. 🙂

  3. Hallo Ben,
    Was du schreibst finde ich echt unglaublich inspirierend. Es macht Spaß zu verfolgen, wie du dein Ding machst und kann jedem nur als Anreiz dienen, selbst etwas in die Hand zu nehmen.
    Auch dass du selber Ängste hast, die wohl jeden bei einer angehenden oder bestehenden Selbständigkeit plagen, beruhigt mich ja schon etwas. 😀
    Mach weiter so, mich motivierst du jedenfalls immer wieder aufs Neue. Vielen Dank dafür!

    Beste Grüße,
    Jannes

    1. Hey Jannes,

      danke für deinen Kommentar! Freut mich riesig, dass ich dich immer wieder motivieren kann. Da klopf ich mir dann mal kurz selbst auf die Schulter 😉

      Schön, dass du dabei bist!

      Mach Dein Ding,

      Ben

  4. Hallo Ben :-),

    auch ich war mit meiner Partnerin Marion am Samstag bei der DNX und das, was ich mir durch den Tag erhofft hatte wurde deutlich mehr als nur erfüllt. Dich persönlich kennen zu lernen ist ein echtes Highlight und ich freue mich auf mehr. Deine Art und Bodenständigkeit und das was du lebst, ist eine motivierende Inspiration, nicht nur für die jüngere Generation, sondern gerade auch für uns ältere ;-). Raus aus den Konventionen unserer Gesellschaft, rein ins eigene Leben. Das eigene Denken und Handeln hinterfragen und die spannende Welt mitgestalten und geniessen . Da ist noch soviel mehr…

    Oliver 🙂

    1. Hey Oliver,

      die Begegnung mit euch bei der DNX war echt toll. Ich freue mich riesig mit euch ins Gespräch gekommen zu sein und wünsche euch nur das Beste für eure Zukunft. Und ich freue mich natürlich darauf noch öfter von euch zu hören!

      Liebe Grüße,

      Ben

  5. Wie du das schreibst find ich echt gut. Ich spüre wirklich deine Begeisterung und mir lief beim Lesen (unerwarteterweise^^) sogar ein leichter Schauer über den Rücken 🙂

  6. Hi Ben,

    Träume verwirklichen? – besser nicht! Lebe dein Leben, liebe, was du tust, solange du Spaß daran hast. Aber sei bereit für etwas Neues, wenn dich das Alte langweilt. Und sei es nur eine fixe Idee… Das Leben an sich ist so, wie du es schon als kleiner Junge gesehen hast; du kannst dich jederzeit daran erinnern. Probier’s aus. Hauptsache mit Emotion. Und die können gut und oder schlecht sein. Das ist egal. Wichtig ist nur deren Tiefe.
    Tauche ein in DEIN Leben und genieße die Aussicht.

    Liebe Grüsse
    Susi

  7. Hallo Ben, dein Artikel hat mir jetzt ein bisschen geholfen (: Ich stecke gerade in einem Loch. So einem Loch in dem ich gar nichts mehr weiß, mich nicht mehr bewegen kann, an allem zweifle, in dem es mir halt scheiße geht und ich überhaupt nicht mehr weiß was mein Herz sagt und überhaupt alles.
    Ich möchte auch gerne meine Träume leben, aber manchmal bin ich so verwirrt vom vielen Denken, dass ich nicht mehr weiß was meine Träume sind oder denke, dass es eh nicht geht. Ich steck so zwischen dem „Schule ist scheiße“ und das möchte ich auf gar keinen Fall und dem, was mir die Schule und die Gesellschaft beigebracht haben, (was irgendwie beides nicht das goldene vom Ei ist), dass ich echt verwirrt bin und mich super schlecht auf Sachen einlassen kann, obwohl ich das ganz tief drin auch eigentlich total gerne möchte. Ich renne ein bisschen rum wie ein panisches, verletztes Huhn, dass nur noch rot sieht und nur noch nein sagt aus Angst. Wenn es jemandem genau so geht und er schon eine Lösung gefunden hat, oder, wenn jemand hier einfach eine Idee hat, dann würde ich mich total freuen, wenn er sie mir mitteilt. Ich fühle mich grade echt hilflos und beschissen.

    1. Hi Leoni,
      ich kann dir aus leidvoller eigener Erfahrung nur sagen: Lass dich nicht belabern. Da draußen gibt es Hunderte von Menschen, die dir bestimmt alle Tipps geben können, was du zu tun und zu lassen hast – aber letztlich weißt nur du allein, was gut und was schlecht für dich ist. Kein anderer steckt in deiner Haut. Das klingt jetzt bestimmt wie das Trivialste überhaupt. Aber lass dich von den Empfehlungen anderer (die ab und an ihr eigenes Interesse im Auge haben, nicht deines) nicht verwirren. Hör in dich rein und folge deiner Intuition. VG! Nadja

    2. Hallo Leoni,

      ja, kenn ich was Du beschreibst, und RÜCKBLICKEND war das immer der Anfang der Wende: „Verwirrung steht am Anfang der Veränderung“.

      Was ist es nur, was ich wirklich, wirklich, wirklich will? Was sagt mein Herz? Was mein Verstand? Was meine Ängste Und da gibt es noch mehr innere und externe Stimmen, die meinen was zu sagen zu haben 😉

      Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist jetzt hilfreich. Wenn Du GANZ FREI wünschen könntest – ohne irgendwas beachten zu müssen – wenn alles möglich wäre: welchen Traum würdest Du realisieren wollen? Wofür könntest Du „brennen“? Gibt es da etwas – oder Fragmente von etwas 😉 – was Dir hierzu einfällt?

      Falls nicht: was würdest Du tun, wenn Du wüßtest, dass Deine letzten 24 Stunden in diesem Leben nun gerade beginnen?

      Liebe Grüße, Ulrike

  8. Hi Ben,

    starker und inspirierender Artikel. DANKE

    ICh kann nur bestätigen, dass es vor allem darauf ankommt, dass wir authentisch kommunizieren. Das ist die Erfahrung, die ich in den letzen Monaten gemacht habe.

    Alles Liebe
    Robert

  9. Hallo Ben,

    erstmal muss man erkennen was sind seine wahren Träume und keine Pseudoträume?

    Wenn man das durchschaut, dann ist man schon ein Schritt weiter zu sich selbst und der Erfüllung dieser.

    Nur muss man es nicht nur wissen, sondern man muss diese Träume in Ziele umwandeln und sich eine Vision erschaffen, die es Wert ist zu erreichen.

    Wenn man den ersten Schritt gemacht hat, folgt der nächste automatisch. Man muss nur hart an seiner Vision (Traum) arbeiten. Nicht aus den Augen verlieren.

    Aufstehen wenn man fällt. Immer und immer wieder.

    Beste Grüße,
    Dennis

  10. Ben… ich war da und kann dir sagen: Du hast es geil gemacht. Du hast es geschafft. Die Bühne gerockt und Menschen erreicht! Lieben Dank. Sei stolz und mach weiter so! Hut ab!

    Du weißt selber, dass „geschafft“ nicht bedeutet, dass jetzt Füße hochlegen angesagt ist – na, vielleicht nur kurz 😉 – sondern alles ein Prozess ist. Ich bin gespannt wie es bei dir weiter geht, freue mich und wünsche alles Gute.

    PS: Ich versuche auf jeden Fall auch meine Träume zu verwirklichen. Day in, Day out. Klappt gut 🙂

  11. Hey Ben,

    herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Vortrag! Das klingt wie ein hammer geiles Erlebnis!! Genau das ist der Traum vieler Menschen und du hast begonnen ihn zu realisieren. Danke für die Inspiration, eine tolle Erlebnisschilderung 😉

    1. Hey Micha,

      danke für deinen Kommentar. War zwar nicht mein erster Vortrag, aber dafür mein erster bei dem ich das Gefühl hatte „richtig zu rocken“. 😉

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