Wie du deine Einstellung zu Schmerzen änderst

Wie du deine Einstellung zu Schmerzen änderst

„God send me a challenge!“

Elliot Hulse schreit diesen Satz laut nach oben.

Ich dachte mir nur: Der muss verrückt sein.

Wie kann man nach Herausforderungen verlangen?

Hat der Mann keine anderen Probleme?

Versuchen wir nicht Problemen und Schmerzen möglichst aus dem Weg zu gehen?

Dennoch faszinieren uns Herausforderungen.

Und noch mehr: Scheinbar unmenschliche Herausforderungen, die oft auch mit Schmerzen verbunden sind.

Alle meine Lieblingsfilme zeigen Charaktere, die unglaubliche Schmerzen durchstehen müssen.

Was wäre Frodo ohne die Bürde des Rings und den langen Weg zum Schicksalsberg? Neo, ohne die Agenten, die hinter jeder Ecke lauern? Oder Batman, der viel einstecken muss bis er Gotham City von dem wohl verrücktesten Schurken aller Zeiten befreien kann?

Wie langweilig wären diese Filme, wenn die Helden ohne Mühe, ohne Narben ihre Mission erfüllten.

Die Faszination von Schmerz und Herausforderung

Woher kommt diese Faszination von Widerständen und Herausforderungen?

Wegen dem, was danach kommt.

Die Transformation des Schwächlings zum Helden. Er ist durch den Schmerz gegangen und hat gesiegt. Dabei hat er sein altes Ich abgestreift und ist nun mutiger, stärker und selbstbewusster.

Als ich angefangen habe an einem Buch zu schreiben, hat es mir zu Beginn viel Spaß bereitet. Nach einigen Wochen jedoch fiel es mir immer schwerer mich aufzuraffen. Ich hatte keine Lust mehr mich Stunden vor den Bildschirm zu setzen. Der Pain (zu deutsch: Schmerz) kam und ich lief davon. Ein Jahr habe ich mein Buch nicht mehr angerührt.

Das Gleiche gilt für mein Ziel, einen Körper wie Taylor Durden in Fight Club zu bekommen.

Die ersten Wochen liefen wie am Schnürchen. Doch dann kamen die vielen Alternativen.

An dem einen Trainingstag lieber ins Kino, mit reichlich Popcorn. Am nächsten Trainingstag lieber am See liegen und mit Freunden abhängen. Irgendwann war das Ziel nur noch eine vage Vorstellung und schließlich eine Erinnerung.

Ich habe mich wiedermal gedrückt.

Durch den Schmerz durch

Heute stehe ich unter der Woche um 5:30 auf und setze mich nach einer kurzen Meditation vor meinen Mac und schreibe an meinem Buch.

Um 7:30 gehe ich dann ins Fitnessstudio. 5x in der Woche. Keine Ausreden.

Was hat sich verändert?

Ich habe erkannt, dass Schmerz der treue Begleiter von Erfolg und dem Erreichen meiner Ziele ist.

Wenn du etwas reißen möchtest in deinem Leben, dann muss dir klar sein, dass es ohne Schmerz wohl nicht geht!

Jeden Morgen wünsche ich mir noch zwei Stunden weiterzuschlafen.

Wie eine fürsorgliche Mutter versucht mich mein Verstand einzulullen. Doch ich stehe auf, weil ich verstanden habe, dass genau diese Gedanken, dieses Wehklagen dazugehört. Es wird nie anders sein. Es gibt keinen leichten Weg zum Erreichen meiner Ziele und keine Abkürzung.

Ben hat es auch verstanden. In Spanien im Sunny Office Ende Oktober standen wir gemeinsam um 5:30 auf.

Wir machten kurz Yoga, arbeiteten ein paar Stunden und joggten dann die Strandpromenade entlang.

Glaubst du dass Ben’s Lebensweg und Karriere einfach so entsteht? Nein, es bedarf vieler langer Nächte und früher Morgen.

Seit ich verstanden habe, dass Schmerz zum Erfolg gehört, habe ich meine Einstellung zum Schmerz geändert.

Heute suche ich die Herausforderung und habe dabei unter anderem diese Möglichkeit gefunden meine Komfortzone zu erweitern:

Beim nächsten Mammutmarsch. 100 km. In 24 Stunden. Zu Fuß.

Ben und ich holen uns dieses verdammte Finnisher T-Shirt.

Wir wissen, dass es richtig hart wird. Wir wissen, dass wir nach spätestens Kilometer 60 pure Schmerzen sein werden. Und dass wir den Tag unserer Anmeldung verfluchen werden (okay, das tun wir jetzt schon…).

Doch wenn wir über die Ziellinie laufen (wahrscheinlich eher humpeln), dann können wir vielleicht irgendwann einmal unseren Kindern und Enkelkindern davon erzählen – von Schmerzen, und vor allem: dem Gefühl danach.

Ich glaube ich verstehe dich jetzt, Elliot. Wir sehen uns hinter der Ziellinie.

Fabian

 

Über den Autor:
Fabian RiesFabians Mission ist es Menschen zu bestärken und ihnen ihre großartigste Version näher zu bringen. Deswegen gründete er mit einem Freund die Super Hero Academy und gibt Coachings mit dem Schwerpunkt Zielsetzung und Zielerreichung. Zudem steht er gerne um 5:30 auf, macht Yoga, übt die Human Flag und kocht am liebsten vegan. Seinen Blog findest du auf www.fabianries.de.

 

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11 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Fabian,

    der Mammutmarsch ist was für mich! Ich liebe es, lange zu laufen! Ich behalte das mal im Auge, wenn ich zurück in Deutschland bin. 🙂

    Grenzen zu überwinden, finde ich wichtig für die persönliche Entwicklung. Trotzdem halte ich Ruhephasen für essentiell: Jeden Tag um 05:30 aufstehen ist kein Problem, allerdings kann ich dann nicht jede Nacht erst 02:00 schlafen gehen. Das geht ab und zu (und geschieht auch recht regelmäßig), auf Dauer braucht es aber genügend Regeneration um den eigenen Herausforderungen auch standhalten zu können.

    Deshalb glaube ich, dass es auch zwischen Schmerz und Wohlfühlen das richtige Gleichgewicht gibt.

    Gruß,
    Philipp

    1. Hi Phillip,

      yeah, ich freue mich dich dann bei der Ziellinie zu sehen 😉 Du hast natürlich Recht. Wenn ich nur 3-4 h schlafen würde, wäre es aus meiner Sicht schädlicher als förderlicher. In diesem Artikel ging es mir mehr um die Emotion, den Willen und Passion hinter dem Schmerz und dem Frühaufstehen. Methodisch gibt es hier auch einiges zu beachten, wie eben auf seine 7-8h Schlaf zu kommen. Wenn du hierzu fragen hast, kannst du mir gerne per Mail (fabian-ries@gmx.de) schreiben oder per Facebook verknüpfen (Fabian Ries). Cheers!

  2. Hallo Fabian!

    Manchmal finde auch ich Schmerzen herausfordernd, aber eben nur solange das Glücksgefühl oder die Motivation auf das Ziel überwiegen. Wenn das Ganze kippt, lasse ich es bleiben. Das klingt jetzt zunächst schrecklich und ich habe mich lange Zeit dafür verurteilt, dass ich Dinge nicht „durchziehen“ kann, dass ich schwach oder sogar faul bin. Doch inzwischen habe ich etwas gelernt: Wenn ich dem folge, was bei mir ein Wahnsinnskribbeln auslöst, was ich so richtig liebe und voller Leidenschaft tue, bin ich 1000x effektiver als wenn ich ständig an meine Grenzen gehe. Seltsamerweise weiten sich meine Grenzen dann von ganz alleine aus und Dinge, die vorher außerhalb meiner Komfortzone lagen, sind plötzlich darin, ohne dass ich große Schmerzen durchleben musste. Vielleicht ist der Weg, den du beschreibst, also nicht für alle gültig. Ich habe bereits beobachtet, dass Frauen (natürlich nicht alle) oftmals besser auf der von mir favorisierten Schiene fahren. Interessant ist, dass man auf beiden Wegen zu Erfolg kommen kann und dass sich die Wege ruhig auch kreuzen dürfen.

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Hi Anna,

      danke für deine Denkanregung. Bei mir gibt es unterschiedliche Phasen. In manchen bin ich sehr motiviert und springe fast aus dem Bett und nehme all die Bürden auf mich, um mein Ziel zu erreichen. In anderen drücke ich auf den Snooze-Button… Was macht den Unterschied? Wenn ich klar weiß (und fühle) was mein WARUM ist. WARUM ich jetzt lieber in Sport gehe, als in die Röhre zu schauen. WARUM ich mich jetzt zum Klavier oder den Spanisch-Unterlagen schleppe. Da ist von Glücksgefühl keine Spur. Doch danach. Halleljua bin ich stolz auf mich. Serotonin en masse. Ich hätte viele meiner Glücksmomente verpasst, wenn ich nur darauf gewartet hätte wieder Motivation zu spüren.

      Du hast einen sanften Weg gefunden und ich finde es super, dass du dem nachgehst, was dir wohlbefinden und Freude bereitet (keine Selbstverständlichkeit). Ich sehe auch keinen Widerspruch bei uns. Keine Polarität zwischen „ich gehe an die Grenzen“ und ich „tue was ich liebe“.

      Vielmehr gehe ich an die Grenzen, weil ich mache, was ich liebe.

      Alles ist Gut, solange wir dem Folgen was uns begeistert. Aus diesem Grund hat Ben diesen Blog gestartet. Wie brachial oder sanft wir das machen obliegt uns.

      Thanks, Anna. Cheers to you all!

      1. Lieber Fabian,

        da hast du recht mit dem „Warum“. Vielleicht verpasse ich auch Glücksmomente, wenn ich nicht öfter an meine Grenzen gehe, aber dafür finde ich andere. Letztens z.B. bin ich nicht auf einen Ausflug mitgegangen, obwohl er hätte toll und besonders werden können. Stattdessen war ich in der Natur und hatte dort so intensive Glücksmomente, dass ich fast geplatzt wäre! 🙂 Ich denke, unsere Intuition weiß oft ganz gut, was wir im Moment brauchen. Vielleicht sagt dir deine Intuition ja: „Du solltest das machen, obwohl du gerade keine Lust hast – du wirst dafür belohnt werden!“ ?! Wäre ein interessanter Gedanke! 😉

        Nein, einen Widerspruch gibt es nicht zwischen den beiden Wegen, da hast du auch recht. Und ich denke, jeder Mensch wählt mal den einen, mal den anderen – manche verstärkt den einen, andere den anderen.

        Danke dir, Fabian, dass du mich zum Nachdenken angeregt hast! 🙂

        Alles Liebe dir!
        Anna

  3. Hallo Fabian,
    Danke für den super Artikel!!!! 🙂
    Ich habe vor mit einer guten Freundin nächst Jahr beim New York Marathon zu starten und verfluche meine Zusage auch jetzt schon 😀 aber was ist ein Jahr hartes Training für das Glücksgefühl danach und die Geschichten und Erlebnisse welche ich hinter Hermelin Leben lang haben werter .

    Euer 24h Mamutlauf klingt auch sehr spannend!!! Ihr schafft das!!

    Es sin die Herausforderungenen, an denen wir wachsen!!!

    5.30 aufstehen – Saarberg Leistung ! Wann gehst du dann schlafen?? Ich beneide ja still und heimlisch früh aufsteht – Kannst du einen üblichen Tagesablauf von dir auflisten? 🙂

    Liebe Grüße Svenja

    P.s. Find ich super, dass du doch größtenteils vegan ernährst – mache ich auch 🙂

    1. Hi Svenja,

      danke für deine Blumen und viel Erfolg beim NYM! Geile Sache!

      Meinen kompletten Tagesablauf wäre ein bisschen viel. Aber die Morgenroutine bekommst du 🙂

      5:30 aufstehen. Wasser trinken, dass immer neben meinem Bett steht. In die Küche Tee machen und aus dem Fenster schauen, all die dunklen Fensterfronten sehen und mich feiern, dass ich wach bin und die Stadt schläft.
      5:45 Leichte Yoga Übungen. Körper aktivieren.
      6:00 Meditation (ca. 10 min)
      Bis 8:00 oder 9:00 an meiner Bachelorarbeit schreiben (davor war es mein Roman. Musste ich leider hinten anstellen)
      9:15 Ab ins Fitnessstudio
      10:30 Schon ein tollen Tag verbracht und mich mit einem genialen (veganen ;)) Müsli belohnen.

      Beste Grüße,
      Fabi

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