Jetzt Träume leben: Weiterstudieren kann ich noch mit 50!

dreams

3 Minuten und ein bisschen. Umdenken. Abbrechen. Aufbrechen. Auf die innere Stimme hören.

Sonja hat studiert, ihren Master abgebrochen und macht jetzt ihr eigenes Ding. Aber lies selbst.

Anders als geplant – auf dem Weg zur Berufung

Ich bin ein großer Tintin Fan (für alle die nur die deutsche Version kennen: Tim und Struppi).

Wie Tintin der Reporter wollte ich immer, dass mein Leben ein Abenteuer ist.

Ich wollte, dass mein Job meine Berufung ist und nicht nur ein Beruf.

Ich wollte die Welt sehen und neue Kulturen erforschen.

Und eigentlich dachte ich, ich sei auf einem ganz guten Weg. Aber auch wenn ich hier ein Klischee strapaziere, muss ich diesen Satz sagen:

Es kam anders als geplant.

Traumstudium

Nach der Schule habe ich mich entschieden, an eine Handelsakademie zu gehen.

Mein Traumstudium konnte beginnen: Theater- Film- und Medienwissenschaften.

Ende 2012 hielt ich den Bachelor in der Hand und ich wäre jetzt wohl noch Masterstudent, wäre das Umfeld des Studiums ein anderes gewesen.

Was hat mich am Studium nicht erfüllt/zum Umdenken bewegt?

Ich war gerne an der Uni, nur gab es einige Faktoren, die mich schließlich überzeugten, meinen eigenen Weg zu gehen:

1. Die Überschwemmung durch „ausländische“ Studenten

Hier dürft ihr mich nicht falsch verstehen – kultureller Austausch ist mir wichtig!

Ich habe auf dem ganzen Globus Freunde und ich war absolut begeistert, in meinem Studiengang viele Studenten aus Deutschland und der ganzen Welt zu haben.

Es machte das Studium spannend und schön. Nur hatte die Uni dafür keine Kapazitäten.

Weil die Unisysteme anderer Ländern Studierwilligen viele Hürden bereiten ( NC’s, Kosten etc), ist Österreich mit seinem Uni-System eine Oase – was die Studiengänge überschwemmt und es schwer macht angemessen zu studieren.

2. Zu viele Studenten im Studiengang, zu wenig Angebot, zu viel Druck

Das Studium war also überlaufen mit Studenten.

1300 Semesteranfänger nehmen pro Semester ihr Studium auf, davon schaffen es am Ende circa 350.

Das Angebot an Pflichtseminaren ist sehr begrenzt und es ist schwer, einen Platz in den Seminaren zu erhalten, da das Punktesystem entscheidet. Ich hatte großes Glück in der Mindeststudienzeit fertig zu studieren, andere Studenten hatten weniger Glück, auch weil sie neben dem Studium arbeiten mussten.

3. Einsamkeit

Zum Umdenken hat mich schließlich auch meine Einsamkeit gebracht.

Ich habe Freunde in Wien, so ist es nicht; Leider hatte ich oft kein Geld, um auszugehen oder meine Freunde einzuladen.

Bei anderen Gelegenheiten mussten sie arbeiten oder hatten andere Verpflichtungen. So saß ich oft in meinem viel zu kleinen Studentenzimmer und wusste nichts mit meiner Zeit anzufangen.

Nach Hause konnte ich auch nicht, denn der Zug war zu teuer. Nach drei Jahren wurde es mir einfach zu viel und eines Tages begann ich vor Erschöpfung an zu weinen – das Problem war nur, dass ich nicht mehr aufhörte.

Panikstörung, so die Diagnose, die mich schließlich wieder nach Oberösterreich zurückholte.

Ich brach das Studium ab und begann, mein Leben gründlich zu überdenken.

Glück auf Umwegen

10144159614_d70fb68b18_b Mit professioneller Hilfe und viel Zeit habe ich es schließlich geschafft umzudenken:

Ich habe begonnen, mich intensiv meinem Traum zu widmen und mein erstes Buch, Der tote Apotheker veröffentlicht.

Außerdem habe ich mein eigenes Gewerbe angemeldet und gebe nun freiberuflich Schreibkurse für kreatives Schreiben.

Die Kurse sind für Privatpersonen und Unternehmen, vor allem möchte ich jedoch Schülern helfen.

Ich habe alte Bekanntschaften wieder gestärkt und Freunde besucht, die weit weg von mir wohnen. So habe ich auch zufällig Ben kennengelernt.

Heute denke ich, dass ich ja immer noch weiter studieren kann, wenn ich in Pension bin. Zurzeit reicht es mir vollkommen, mich mit Volkshochschulkursen weiterzubilden.

Du hast Träume? Warum nicht auch diese Träume leben?

Brauchst du wirklich einen Batzen Geld und einen 9 to 5 Job, um glücklich zu sein?

Meine Antwort lautet für mich: NEIN.

Es macht mich glücklich, zu lehren und Kurse für Schreibbegeisterte zu geben. Ich bin stolz, dass ich jetzt meine Träume lebe.

Natürlich braucht man Mut dazu, aber ich kann euch versprechen, dass es sich lohnt!

 

Was denkst du über Sonjas Weg? Hast du auch noch ungelebte Träume?

Lass es uns in den Kommentaren wissen!

 

 

dsc_0409Über Sonja: Sonja ist 25 Jahre alt und lebt in Oberösterreich.

Schon als Kind hat sie gerne geschrieben, doch erst in der Studienzeit in Wien begann sie, ihre Werke als literarisches Schreiben zu erkennen und zu bearbeiten.

Heute hat sie bereits einige Veröffentlichungen vorzuweisen, unter anderen ihren ersten Kurzkrimi „Der tote Apotheker“. Zur Zeit schreibt sie an einem weiteren Kriminalroman und bloggt auf Sonjaschreibt.com  

Sie freut sich über deine Unterstützung bei ihrem aktuellen Buch-Projekt. Hier kannst du sie unterstützen.







Bild: flowers of the sea

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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Sonja,

    Dein Beitrag hat mich wirklich berührt. Ich kann deine Argumente und Entscheidungen nachvollziehen. Vor allem freue ich mich, dass du deinen Traum, ein Buch zu schreiben, verwirklicht hast, den habe ich noch vor mir.

    Ich lese gerade im Netz sehr viel über Träume verwirklichen, 9 to5 Job kündigen, Hamsterrad verlassen usw. Es ist auch verständlich und ich finde es sehr gut, dass das Thema so populär diskutiert wird. Viele Menschen haben diese Umstände und den Druck einfach Satt haben.

    Aber auch hier ist es wichtig, dass wir nicht der Sklave unserer Umständen werden. Einen Traum nach dem anderen zu jagen, seine To-Do-Liste gegen eine Bucket-List zu tauschen, den 9 to 5 Job zu kündigen und reisen, ist auch keine Allheilmittel.

    Zu diesem Thema schreibe ich gerade ein Artikel in meinem Blog (lieber Ben, bitte erlaube mir diese kleine Werbung), da es mich in letzter Zeit sehr beschäftigt und bewegt hat.

    Ich werde mir dein Buch kaufen, da der Titel ganz meinen Geschmack trifft. Und auf den Inhalt freue mich auch.

    Herzliche Grüße
    Afschin

    @Ben: Du hast einfach sehr coole Gastbeitrag-SchreiberIn.

    1. Hallo Afschin!
      Danke für deinen Kommentar!
      Ich hoffe du hast Erfolg beim Schreiben deines Buches! Mit dem Allheilmittel stimme ich dir zu. Denn ohne Geld geht es ja auch nicht. Aber ich freue mich, dass du dich informierst und versuchst, deinen eigenen Weg zu gehen 🙂

  2. Es ist schön zu sehen, wie Ben gar nicht alleine dasteht, wenn er sagt: „Sein eigenes Ding machen.“ Die Ansammlung von Menschen, die sagen: „Ich habe die Schnauze voll“ ist nicht wirklich geringer, als die der Menschen die es allein schon körperlich (BurnOut) nicht mehr schaffen.

    Auf dem zweiten Bildungsweg in Berlin (Turmstraße 75) hatte ich einige Kollegen (Mädels und Jungs) die sich Aspirin vor der Klausur rein geballert hatten, weil sie vom Druck richtig Kopfschmerzen bekommen hatten. Also dass ich total gegen den lapidaren Umgang mit Pharmaprodukten bin, ist meine persönliche Sache – doch, dass ich die Autoritäten an den Schulen nicht verstehen kann, dass sie das tolerieren, sobald sie davon erfahren, halte ich für etwas, dass der Öffentlichkeit bekannt sein sollte.

    Nur wenige Lehrer nahmen sich dann die Zeit, um auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen. Wir sprechen hier von Erwachsenen Menschen, da es sich bei der Einrichtung um einen zweiten Bildungsweg handelte, ausschließlich für Menschen die schon Berufserfahrung hatten.

    Ich verließ die Schule auch, da ich selbst als stellvertretender Schulsprecher mit Persönlichkeiten zu tun hatte, die eher Ihr Ego pflegten, anstatt die Nachhaltigkeit anzustreben, um die es mir persönlich ging. (Photovoltaik-System für den Physik-Unterricht, anstatt einen SoundAnlage für Parties, so mal als Beispiel).

    Fakt ist, dass Ben wieder einen Beitrag teil, von einem Menschen der für sich entschieden hat, sein Ding zu machen. Ich heiße dich also willkommen in deiner neuen, eigenen Welt, die du selbst gestaltest und damit auch andere Menschen inspirierst, das zu machen, was einem selbst gut geht.

    Denn nur, wenn es dir selbst gut geht – kannst du das Gute ausstrahlen.
    Danke Dir und weiterhin alles Gute auf deinen Wegen.

    Alexandros Tsachouridis

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