Die 3 größten Lügen unseres Schulsystems

lügen schule

Yey! Heute gibt es bereits den 2. Beitrag aus der Anti-Uni-Community!

Mit Thomas arbeite ich zusammen beim IdeaCamp. Thomas ist 27 und hat bereits mehrere Unternehmen gegründet. Er sagt selbst, dass er im Studium weniger als 5 % dessen gelernt hat, was er für die Gründung seiner Unternehmen gebraucht hat. Thomas ist ein Vorbild für mich und immer wieder eine Inspiration mit seinen crazy Projekten – unter anderem ist er schon mit dem Fahrrad von Berlin nach Indien gefahren, um Geld für ein Toiletten-Projekt in Indien zu sammeln. 

Heute teilt Thomas seine ganz persönliche Abrechnung mit dem Schulsystem mit uns. The stage is yours, Thomas!

Die 3 größten Lügen unseres Schulsystems

 

Unsere Schulen sind sinkende Schiffe, die den Anforderungen unserer Zeit nicht mehr gerecht werden.

Es ist nicht so, dass das nicht auch von der Politik erkannt wird. Aber die Lippenbekenntnisse etwas zu verändern, helfen nicht weiter. Der Wandel muss aus den Schulen kommen. Er muss aus der Gesellschaft kommen – von Dir und von mir kommen.

Bevor wir etwas verändern können, müssen wir erkennen, was wir verändern möchten.

Bevor wir etwas neu bauen möchten, müssen wir erkennen, was mit dem alten System – dem alten Schulsystem – nicht stimmt.

Die Wurzel allen Übels ist, dass wir in der Schule belogen werden. Uns werden Dinge aufgetischt, die so nicht stimmen. Und die möchte ich beim Namen nennen.

Lüge #1: Die Talent-Lüge

Unser Schulsystem sortiert Kinder aus, ja es stempelt sie ab. Es trennt die „Guten“ von den „Schlechten“.

Deshalb haben wir ein System mit Haupt- und Realschulen und den Gymnasien.

Unserem System zufolge gibt es Kinder, die intelligenter sind als die anderen. Und es gibt Noten, die das angeblich belegen.

Es gibt Zeugnisse auf denen steht, dass aus dem einen Kind mal etwas werden kann – und aus dem anderen nie etwas werden wird.

Dieses System unterstützt die Auffassung, dass es eben dumme und intelligente Kinder gibt und dass einige talentiert sind und andere nicht.

Ich halte das für falsch.

Wir sollten Kinder keinen Stempel aufdrücken, von dem sie sich nur schwer oder gar nicht mehr befreien können.

Wir sollten Kinder motivieren, dass sie gut werden können in dem was sie tun.

Wir sollten sie motivieren, dass sie gut werden können, auch wenn ihnen nicht alles zufliegt.

Prinzipiell bin ich davon überzeugt, dass wir in allem gut werden können. Es kommt weit mehr auf die Übung an, als auf das Talent.

Wachstum in einem Bereich kommt ganz automatisch, wenn wir uns auf diesen Bereich fokussieren und uns üben.

Wir sollten Kindern kommunizieren: Jeder kann alles lernen.

Das Gehirn ist wie ein Muskel.

Es wächst und verändert sich.

Wenn man etwas übt oder das Gehirn für eine bestimmte Tätigkeit benutzt, dann wird es besser in der Tätigkeit und verändert sogar seine Struktur.

Experimente, die Carol Dweck (Autorin von Mindset: The New Psychology of Success) mit Schülern durchführte, haben gezeigt, dass allein das Wissen, dass man sich selbst verändern kann ihre Lernleistungen extrem gesteigert hat.

Im Vergleich zu den Schülern, denen nicht gesagt wurde, dass ihr Gehirn wie ein Muskel funktioniert, und die deutlich schlechtere Ergebnisse zeigten. Und das innerhalb eines sehr kurzen Intervalls.

Die Lüge, dass die einen Kinder gut und die anderen schlecht sind, sollte dadurch ersetzt werden, dass alle Kinder talentiert sind.

Alle Kinder haben jedes für sich ein enormes Potential.

Wir sollten Kinder ermutigen ihr Potential zu entfalten anstatt ihnen zu sagen, dass sie dies und das nicht können oder hier und da Nachholbedarf haben.

Ich glaube es würde unsere Gesellschaft nachhaltig verändern, wenn uns allen bewusst wäre, dass wir alle Potentialträger sind und unser Potential mit entsprechendem Einsatz und Fleiß entfalten können.

Lüge #2: Die Konkurrenz-Lüge

Die zweite Lüge, die fest in unserer Gesellschaft verankert ist, ist die Konkurrenzlüge.

Uns wird von kleinauf beigebracht, dass es ohne Konkurrenz nicht geht.

Wir sollen uns mit unserem nächsten vergleichen.

Wir sollen andere übertreffen und „besser“ sein.

Wir sollen anderen nur dann helfen, wenn es uns selbst etwas bringt.

Woher kommt diese Lüge?

Sie kommt aus einer Denkart, die besagt, dass es nicht genug für alle gibt.

Sie kommt aus einer Denkart der Angst und Unsicherheit, die besagt, dass wir vielleicht nicht geliebt werden, wenn wir uns nicht besser stellen als andere.

In dem Buch Body Mind Mastery: Creating Success in Sport and Life von Dan Millman, wird auf ein klassisches Beispiel verwiesen.

Jeder kennt das Stuhltanz Spiel, bei dem immer ein Stuhl weggenommen wird.

Für mich war es ein Aha-Moment, dass man dieses Spiel auch spielen könnte, ohne dass Kinder „rausfliegen“ und am Ende nur noch ein Kind sitzen kann.

Man könnte es im Geiste der Kooperation spielen. Es wird immer ein Stuhl weggenommen und die Kinder müssen versuchen alle auf die noch verbleibenden Stühle zu passen. Am Ende hätte man ein lachendes Knäuel von Kindern, die sich zu einem menschlichen Turm auf einem Stuhl machen.

Ich will nicht sagen, dass Stuhltanz ein Spiel ist, bei dem wir psychische Schäden davon getragen haben, weil es eine spielerische Konkurrenz gibt. Keineswegs. Ich finde nur spannend, dass sich in der Welt, genau wie in diesem Spiel auch ohne Konkurrenz, dafür in einem kreativen Miteinander für ein höheres Ziel, viele positive Lösungen entstehen können.

Insbesondere an Schulen sollte es doch darum gehen, den Kindern beizubringen, wie man kreativ miteinander Lösungen entwickelt und nicht wie man gegeneinander antritt.

Warum nicht sich gegenseitig inspirieren, statt zu konkurrieren?

An unseren Schulen und Universitäten (ich spreche hier einfach mal nur für die BWL Studiengänge) werden tendenziell eher junge Erwachsene „herangezogen“, die ihrem nächsten nur solange etwas gönnen, solange er oder sie „schlechter“ ist.

Wollen wir in so einer Gesellschaft leben? Einer Gesellschaft in der wir neidisch aufeinander sind und uns versuchen auszustechen?

Für mich ist die Antwort ein klares NEIN.

Wenn wir eine andere Gesellschaft wollen, in der jeder versucht sich selbst zu übertreffen, anstatt seinen nächsten, dann sollten wir das auch unseren Kindern zeigen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Kinder mit einem erfundenen Maßstab, also Zeugnissen und Noten gegeneinander zu stellen und sie danach zu beurteilen, ist dafür vermutlich nicht der richtige Weg.

Insbesondere wenn man beachtet, dass in der Regel nicht wirkliche, lebensnahe Kompetenzen beurteilt werden, sondern Wissen, das man heutzutage jeder jederzeit und überall mit seinem Smartphone abrufen kann.

Lüge #3: Die System-Lüge

Die dritte Lüge ist die System-Lüge.

Ich habe sie während meiner Schulzeit so oft gehört, dass ich sie genauso geglaubt habe, wie vermutlich die meisten anderen Schüler auch.

„Wenn Du kein ordentliches Abi machst, dann kann auch nichts aus dir werden.“

„Wie willst du mal einen Job finden, wenn Du keine guten Noten hast?“

Und so weiter.

Aus meiner Sicht sind diese Fragen super gefährlich. Sie schrecken uns davon ab, mündige und eigenständige junge Menschen zu werden.

Die Aussage der System-Lüge ist, dass wir jemand anderen brauchen, der uns unter seine Fittiche nimmt. Wir müssen uns durch die Schule quälen. Dann müssen wir möglichst eine Uni besuchen. Und zu guter Letzt sollen wir uns anbiedern und uns einen Job suchen.

Allein sind wir wertlos und ohne gute Noten kann unser Leben nur eine Richtung kennen. Steil nach unten.

Das ist natürlich Humbug.

Ich frage mich, warum uns nicht beigebracht wird, dass wir selbst Dinge bewegen können.

Warum lernen wir nicht zu handeln, zu agieren, Projekte zu starten?

Warum wird an der Schule und der Uni vor allem gelehrt, passiv Wissen in sich hineinzufuttern und es anderen, nämlich der Autoritätsperson, die vor der Klasse steht, Recht zu machen?

Ist es das was wir wollen?

Woher kam in der Geschichte wirklicher Fortschritt?

Von Menschen, die gelernt haben sich anzubiedern oder von Menschen die den Status Quo in Frage stellten?

Mir geht es nicht darum, dass niemand in und für Unternehmen arbeiten soll.

Absolut nicht.

Mir geht es darum, dass wir mit der System-Lüge junge Menschen davon abhalten sich wirklich ihren Potentialen ensprechend in der Gesellschaft einzubringen.

Alle sagen doch, dass wir mehr Menschen mit (nachhaltigem) Unternehmergeist, Problemlöser und Menschen mit Visionen brauchen.

Auch weitere Lippenbekenntnisse und mehr Geld für Bildung werden jedoch nichts ändern, wenn wir nicht unser Denken ändern.

Einige Schulen machen Schluss mit diesen drei Lügen. Sie sind wirkliche Orte des Lernens. Besonders beeindruckt hat mich das Buch EduAction – Wir machen Schule, in dem es um die evangelische Schule Berlin Zentrum geht, die einen alternativen Weg geht.

Wir brauchen mehr davon. Und mehr davon kann es nur geben, wenn mehr Menschen die Lügen sehen und grundsätzlich bereit sind einen anderen Weg zu gehen.

thomas jakelFallen Dir weitere Lügen unseres Schulsystems ein?

Thomas ist Geschäftsführer von Strandschicht und Ecotoiletten 

Sein unternehmerisches Wissen gibt er neuerdings auch auf Generation-Y-Founders.com weiter.

Ich bin gespannt auf Deine Kommentare unter dem Artikel!

Design your own education!

Dein Ben

Bild: familymwr

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165 Kommentare, sei der nächste!

      1. Ich stimme dir vollkommen zu, Thomas. Auch ich bin Schüler und fange langsam immer mehr an, an unserem Schulsystem zu zweifeln. Ich habe überhaupt keine Freizeit mehr und leide an ständigem Schlafmangel, da ich bis tief in die Nacht Hausaufgaben machen und lernen muss. Außerdem lerne ich nichts, was ich später meiner Meinung nach im Leben brauchen werde.
        Toller Beitrag. Die Fehler des Systems sollten mehr Menschen sehen. LG

        1. Du scheinst ein aufgeweckter junger Mann zu sein,deshalb möchte ich dir schreiben.
          Das Abi wurde erfunden, um die Menschen möglichst lange in der Warteschleife zu halten,um sie von den Lehrstellen fernzuhalten.
          Tatsächlich ist es so, daß man die lebenswichtigen Dinge in einer Lehre lernt-und dass man als Student nur Akademiker ist…was soviel wie Theorethiker bedeutet.
          Mach einen guten Hauptschul -oder Realschulabschluss und dann verlasse um Deinerselbsttwillen die Schule.
          Während einer Lehre lernt man viel mehr als wenn man selbiges studiert, und man kommt mitten hinein in das Leben..hat eventuell einen tollen Lehrherren, der wie ein zweiter Vater ist und einem immer positiv alles zutraut und ermuntert agiert.
          Und die wirklich wohlhabenden sind nicht Ärzte -die sind eher arme Säue-müssen horrende Praxisgebühren bezahlen-und können nichts, mal ehrlich !
          Hollywoods unsichtbare Oberbosse sind allesamt Tischler,,,Bauherren…etc.und Frauen wollen keinen Arzt sondern mögen Handwerker und Bauherren.
          Beobachte,denke drüber nach…Abitur ist eine Falle. Habe sogar ein Beispiel:Ich musste Abi machen-ich durfte keine Lehre machen.ABER: nicht weil ich es besser haben sollte-sondern weil ich nichts haben sollte !
          Klar, war meine Mutter krank vor Hass(sie wurde verlassen)aber ,sie wusste,wie das Leben funktioniert.Sie sagte zu mir:
          Ich foltere dich, wenn du nicht Abitur machst und es nicht so aussehen lässt, als ob es dein persönlichster Wunsch ist.
          (ich wollte Waschmaschinenreperatur-Lehre machen).
          Lange Geschichte – kurzer Inhalt: Ich wurde gefoltert-machte Abi-lief dann fort-wollte Lehre nachholen-wurde im Amt verhöhnt,und schlechter behandelt als diejenigen mit Lehre-und wurde in ein zweitklassigeres Beratungsteam geschickt-das für die Abinullen und Konsorten zuständig ist-und mir wurde schnell klargemacht, das ich Kuckuck!!!übers Kuckucksnest geflogen sei-wenn auch Unschuldig !!!-und nie mehr eine Lehre machen darf !
          Alle Leute mit Abi sind weltfremd in irgendeinerweise..sie durften nicht leben.
          Ich wollte nie Abi machen,ich wollte dahin,wo alle meine Freunde waren-mitten im saftigen Leben sein:die hatten alle soviel Spass-hatten Geld und Freiheit-ich konnte nie mitgehen-muuste jobben,um Taschengeld zu verdienen.
          Ich habe jeden Abend geweint,weil ich zusehen musste,wie andere sich alles lestien konnten 300 euro im ersten Lehrjahr ist so coool, wenn man 15/16 ist.
          Und die hatten Funabende mit den Lehrherren-und Wettbewerbe mit Grillen und Tanzabenden mit Gitarre-und Bandprojekten -Hammer ! Und die konnten soviel – ich konnte nichts praktisches.
          Ich hatte kein Selbstbewusstsein-da ich keinen Autoreifen wechslen konnte,das Dingesn an der Waschmaschine mal schnell hinkriege konnte..ich hatte nur noch 20 euro am 15 eines Monates-ich konnte nicht fast jeden Abend Essengehen beim Italiener -und so war ich ausgeschlossen…keiner rief mehr an…wurde immer weniger…Du lebst so
          wie ein Professor-kannst nichts-bist so elfenbeinturmmässig drauf…bist du krank-warum machst du keine Lehre !?

          Selbstbewusstsein bekommt man nur durch zwei Dinge:durch den direkten Kontak mit Menschen die in Ordnung sind – in Verbindung mit der erlaubniss Dinge tun zu dürfen.Und wenn man endlich ran darf an den Automotor,die Nähmaschine, an die große Hobelbank, was auch immer, und man kann danach etwas, was einem der Meister -die sind alle lieb und nett !!!!-in aller Ruhe gezeigt und auch vorgemacht hat-dann erreicht man Selbstbewusstsein
          und Lebenslust !
          So-und nicht anders.
          Ich würde mein ganzes leben verkaufen, wenn ich nur ein Lehre machen dürfte,so leide ich heute noch darunter…und ich bin 40 Jahre alt !Ich musste dann Musik studieren – und werde überall ausgelacht-sogar von Musikern aus aller Welt:Ach Du SCheisse-heisst es dann immer-bist du auch einer von denen, die man angeschmiert und ums Leben betrogen hat .Du weisst,Christiane,das man Schlagzeug und Westerngitarre auf deinem hohen Niveau auch in einer Akademie in nur 9 Monaten lernen kann,und das man dann exakt so eine Profimusikerin ist,wie du es bist,mit Notenlehre und Musiktheroie und Kompositionslehre …und so weiter und so fort….Nun,ich in meinem Fall wusste es ja auch vorher..wurde nur sehr misshandelt zuhause. Aber die Fälle sind immer alle gleich. So kenne ich Menschen die drei Sprachen perfekt sprechen und schreiben-sogar in der russischen und chinesischen Schrift-die dabei noch simultan übersetzen können und !sich Inder jeweiligen Sparche auch noch mit dem Handelrecht auskennen !!!
          Das nennt sich nämlich Fremdsprachensekretärin und kann mit Realschulabschluss gelernt werden -innerhalb nur zwei Jahren. Dann ist man fertig-und die Leute reissen sich um dich !
          Dein gehalt ist riesig !!!!!
          Während die armen Säue die dasselbige studierenerst noch Abi machen müssen-dann drei Semster studiren,dann dies und jene Prüfung…und dann sind sie Nichts !
          Denn man nimmt lieber die Fremdsprachensekretärin,da die kompakt und gut ausgebildet worden ist-während die Studierenden so miesen Untericht hatten,die können nie mithalten-sind meist allesamt arbeitslos und eiern von einem erfundenem Job zum nächsten…
          Mach eine Lehre ! Alle Studenten sind unreif albern und neurotisch….während Menschen mit einer Lehre das Herz am rechten Fleck haben.
          Und das sind auch später die mit Kindern und Haus und guter Laune-ohne Etepetete -Gehabe und Psychiaterbesuche…
          Mach eine Lehre -dein Leben wird mit jedem Tag spürbar besser !!!!!
          Alles Liebe für Dich -und ganz viel Daumendrück !!!

          Christiane Rieckmann aus Hamburg

          1. Ach so , ich hatte was vergessen zu schreiben-zur Erklärung:
            Meine Mutter sagte immer immer zu mir: Hah !Du wärst wohl jetzt gern bei den anderen was -die gehen heute aus alle zusammen. Hellas Lehrherr hat ins Restaurant geladen-es gibt Steaks und Pizza für Alle und dann darf jeder zeigen was er kann,und das kommt dann in die
            Wochenzeitschrift.Eltern und Geschwister kommen auch..sind alle so augeregt.
            Duu ?! Was heisst Du willst das auch gern ! Du bist doch Abiturient ! Um mit denen mithalten zu können- musst du ja erstmal was könne ! HAHAH!
            Du kannst ja gern mitkommen, aber was willst du zeigen!!!Das König Heinrich der Achte…blah blah blah !

            Sogar meine kranke Mutter wusste schon 1993 das Abi ne Lüge ist !Ihr Freund sgate auch immer zu mir: da kommt ja die Majestät die denkt sie ist was Besseres-dabei lernt man doch nichts !
            Du musst aber reich sein, wenn Du Geld und Zeit hast, um Elfenbein Gedöns zu studieren.
            Ich zu deiner Zeit habe in die Hände gespuckt-und zugesehen,das ich was richtiges Lerne-um der Gesellschaft später nicht auf der Tasche zu liegen !
            Abi ! Was soll das sein Abi !!!???
            Du kannst dich nicht mal ein Haus bauen nach dem studieren !
            Du bist überkandidelt und hast bestimmt auch bald ein Pudel in der goldenen Handtasche-oder wie !?
            Recht hatte er( er wusste nicht, das ich von Muttern misshandelt worden wurde !).

            Und an Thomas: Großartig !!!
            Danke, daß Du diesen Block eröffnet hast !!!

            Das war nötig !

        2. @ Christiane: Als ich deinen Kommentar las, dachte ich zuerst, da schreibt eine 17-Jährige…

          Wie auch immer, zwei Dinge würden mich besonders interessieren:
          1) Wie hat deine Mutter dich „gefoltert“? Was hat sie dir angetan? Hast du das nicht erwähnt, weil es zu schrecklich ist, das zu offenbaren oder weil du es irrtümlicherweise für belanglos hältst?
          2) Warum hat deine Mutter ihren Hass ausgerechnet an DIR ausgelassen? Wenn du ein Sohn anstatt eine Tochter wärst, wäre es relativ klar: Das männliche Feindbild als Prügelknabe für den abgehauenen Vater. Aber so? Warum tut sie ihrem eigenen Kind, ihrer Tochter, etwas für die „Sünden“ ihres Mannes an, und zwar mit derartig gezielt nachhaltiger Beeinträchtigung der Lebensqualität? Sieht sie in dir trotzdem den verhassten Mann, obwohl du nicht sein Geschlecht hast? Solltest du deswegen „nichts haben“?

          Was so verstörend ist, ist, dass du so wirkst, als wäre es völlig klar und legitim, dass der Hass deiner Mutter sich in ihrer Situation gegen dich richtete und als wäre völlig verständlich und legitim, was sie dir deswegen antat. Aber das ist es nicht. Deine Mutter scheint nicht nur verletzt, sondern geisteskrank zu sein (vielleicht meintest du ja sogar genau das mit „meine kranke Mutter“). Ebenfalls auffallend ist, dass sie ihren Freund als Verbündeten gegen dich gewonnen hat, so dass du dir von beiden sozusagen den gleichen Scheiß anhören musst, weil sie in das gleiche Horn stoßen. Zwei gegen einen ist natürlich noch schlimmer, vor allem, wenn man labil ist und noch an sich zweifelt. Aber das scheint bei dir gegenwärtig nicht der Fall zu sein.

          Was den Rest angeht: So schlecht ist das Abi auch wieder nicht, vor allem, wenn man sich nebenher praktisch betätigt und soziale Kontakte pflegt. Wie du sehr, sehr treffend sagtest: „Selbstbewusstsein bekommt man nur durch zwei Dinge: durch den direkten Kontakt mit Menschen, die in Ordnung sind in Verbindung mit der Erlaubnis, Dinge tun zu dürfen.“
          Auch nach dem Abitur eine Lehre zu machen ist gar nicht so übel. Nur, dass die Nicht-Abiturienten in Ausbildungsbetrieben oftmals leider nicht nur geistig, sondern auch charakterlich primitiver sind als Abiturienten, weshalb diese dort oftmals in einer Art stillschweigendem Generalkonsens gezielt gemobbt werden, etwa nach dem Motto: „Der soll sich bloß nix auf sein Abi einbilden! In praktischer Hinsicht können die doch alle nix! Den werden wir schön klein halten!“ – Im Grunde also nur das Kompensieren eines erbärmlichen Minderwertigkeitskomplexes gegenüber Akademikern. Darf man genauso wenig ernst nehmen wie deine Mutter und ihren Typen.

          Und 3) Mir ist aufgefallen, dass es sich bei dir oft um materielle Dinge dreht: Was man sich leisten kann und was nicht. Ich an deiner Stelle hätte jedenfalls definitiv mehr elterliche Liebe und Unterstützung vermisst als die anfänglichen finanziellen Möglichkeiten, die mich eine Lehre gegenüber dem Abi vorziehen lassen könnten. Ist Geld wirklich deine wahre Priorität oder bekamst du sie eingeimpft?

    1. Hallo 🙂
      Ich selber habe mich beruflich für 3,5 Jahre an verschiedenen Schulen beschäftigt, Klasssengruppen begleitet, Das Mit- und auch Gegeneinander analysiert.
      Lehrauftrag ist ansich schon ein heftiges und auch erdrückendes Wort, was den Machtanspruch eines Lehrers gegenüber seiner Schüler in einem Wort ausdrückt!
      Das Schulsystem beraubt Schüler um eine große Menge an Kreativität, alleine dadurch, dass wir einen unglaublich alten Blödsinn lernen müssen, um ein Ticket zu erhalten, mit dem wir uns quasi darstellen, präsentieren, vorerst bewerten lassen müssen und es letztlich für lange Zeit danach, selbst tun.
      Eigene Projekte zu gestalten,traumhafte Idee, auch dazu werden finanzielle Mittel benötigt… Nachdem ich mich als Dauerschüler bis zum 30. Lebensjahr durch sämtliche Bewertungen von außen durchgequält habe, kann ich mir das mit den nötigen, erworbenen Tickets auch leisten.
      Es ist dann an der Zeit, mich neu erfinden, Potential abzurufen, was ich vorher pausenlos unterdrücken musste, um Lehrern, welche die Schüler durch deren Macht, mich mit Noten zu beurteilen, dauerhaft erpresst und unterdrückt haben.
      Frei sein bedeutet derzeit kurzum, die nötigen Tickets mit zuvor einhergegangenen, injaltlichen Blödsinn zu erwerben, damit ich mich von Zwängen des erdrückenden Schulsystems, befreien kann.

  1. Super Artikel Thomas! Ich kann dir nur zustimmen, das Bildungssystem ist abslolut zu überdenken und neu zu strukturieren. Habe diese Dinge bis in mein Bwl-Studium hinein ähnlich erlebt und mich über diese Art Menschen „auszubilden“ geärgert.

    Meiner Meinung nach ist es zusätzlich sehr wichtig, dass sich die Menschen für Dinge begeistern müssen um daraus zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Demnach müssten die individuellen Interessen der Schüler (bzw. der Studenten) viel stärker fokussiert und im Lernprozess eingebaut werden!

    Interessant wäre jetzt allerdings:
    Wie können wir die alten Strukturen aufbrechen?
    Wie können wir den Schülern und Studenten helfen ihre Potenziale zu erkennen und zu entfalten? Wie könnten wir neue Denkansätze für die Lehrinstitute schaffen?

    Und wie kann ich selbst einen Beitrag zum Bildungswandel geben?

    Gruß Sammy

    1. Hi Samuel,

      danke für Dein Kommentar. Ich gebe Dir absolut recht.
      Zu Deinen Fragen: Wie kann man etwas verändern und neue Wege einschlagen.

      Ich sehe da zwei Möglichkeiten:

      1. Wir können neue Dinge ausprobieren und experimentieren. Was passiert, wenn wir Kindern die Möglichkeit geben mehr ihren Interessen nachzugehen anstatt dass alle Kinder im Frontalunterricht zugedröhnt werden? Etc. Dazu muss es einige mutige Schulen geben. Oder man gründet selbst eine Schule. Oder man bietet Kindern in Nachmittagsprogrammen AGs an, in denen man die Interessen der Kinder fördert bzw. die Kinder ihre Interessen überhaupt erstmal entdecken lässt.

      2. Wir können von Schulen und Institutionen lernen, die bereits einen neuen Weg einschlagen. Den Ansatz finde ich super interessant, da wir dann nicht das Rad neu erfinden müssen. Die Frage ist dann wie man deren Ansätze verbreiten kann. Hierzu tragen beispielsweise auch Blogs, Konferenzen und Ausbildungsprogramme für Lehrer bei. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum ist für mich beispielsweise ein sehr inspirierendes Beispiel. Nicht nur weil sie bereits sehr viel erfolgreich umsetzen, sondern auch beständig neue Dinge auszuprobieren scheinen.

      Wenn Du selbst zum Bildungswandel beitragen willst, dann würde ich direkt bei dieser Schule anfragen, wie Du dich einbringen kannst oder Du kannst helfen Workshops und Konferenzen zum Thema zu organisieren. Oder schreibst ein Blog. Oder Du startest Deine eigene Schule. Oder Du erzählst Lehrern und Lehramtsstudenten in Deinem Umfeld von den neuen Ansätzen. Oder oder =). Wir sind da selbst noch am ausprobieren und austauschen =).

      LG
      Thomas

      1. Danke für die Antwort, stimme dir natürlich zu. Freut mich, dass der Artikel gut ankommt und viele Zuhörer findet. Wird echt Zeit, dass unser Bildungssystem umgekrempelt wird und Alternativen geschaffen werden. Vorallem im Bereich Kreativität und Potenzialentfaltung. Bin echt gespannt, wie es hier weitergeht und überlege, wie ich mich in Zukunft dazu einbringen kann! 😉

      2. Lieber Thomas, lieber Samuel,
        …oder Du machst mit bei ‚Schule im Aufbruch‘ – hier finden sich Menschen zusammen, die sich dafür einsetzen, dass sich Schulen aus sich selber heraus verändern… hin zu einer Lernkultur der Potentzialentfaltung. Für Kinder, aber auch eben für alle Schulbeteiligte 😉 Wir sind gemeinnützig, jeder kann mitmachen und sich einbringen. Unter ‚Schule im Aufbruch‘ bidet sich eine Gemeinschaft von Schulen, die es schon anders machen – und solchen, die für sich entschieden haben: ab jetzt machen wir es anders… Unser Motto ist: Neue Lernkultur selber machen. Wie das gehen kann zeigen wir u.a. in einem kostenlosen MOOC bei Iversity, der im April starten wird. Ich will jetzt gar nicht vorrangig Werbung für ‚Schule im Aufbruch‘ machen, aber hier gibt es eben schon Schulen und hunderte/tausende von Menschen, die sich aktiv einbringen für eine Veränderung der Schulen, damit Erfahrungsräume geschaffen werden, die zulassen, das neue, andere, gute Erfahrungen gemacht werden dürfen. Liebe Grüße zu euch, Claudia

        @Thomas: Danke für Deinen Artikel. I like 😉

      3. Schule im Aufbruch ist die Initiative, die von Margret Rasfeld (Schulleiterin der Ev. Schule Berlin Zentrum) genau hierfür gegründet wurde.

        In ganz Deutschland gibt es über 25 unabhängige Regionalgruppen….

        1. Hallo lieber Thomas, dein Artikel gefällt mir sehr.

          Ich schreibe meine Hausarbeit über eine kapitalismuskritische Kritik am Schulsystem.

          Fällt die spontan Literatur dazu ein?

          LG
          Filiz

    2. Ich kann mich nur anschließen… es isz ein richtig guter Artikel.

      Abet ich habe genau die gleichen Frage. Wie hilft man Schülern eigene Potenziale zu stärken?

      Ich meine muss ich jetzt eine Schule gründen? Oder kann ich auch anders etwas zu dem Wandel beitragen?

      LG Luisa

      1. Hey Luisa,

        wie Thomas schon geschrieben hat denke ich nicht, dass Du direkt eine Schule gründen musst. Es gibt auch ganz viele andere Wege, Dich zu engagieren.

        Ich finde es vor allem wichtig zu diskutieren und das Thema mehr und mehr zu thematisieren. Junge Menschen sind die Zukunft unseres Landes und gute, zeitgemäße und individuelle Bildung ist der Motor, dass diese jungen Menschen unser Land voranbringen.

        Was Du konkret tun kannst:
        – mit Menschen darüber reden
        – Dich informieren und über das Thema lesen und Dir Deine ganz eigene Meinung bilden (ich kann dir beispielsweise „Die Khan Academy“ oder „Stop stealing dreams“ empfehlen, die Du in der Buch-Challenge – http://anti-uni.com/buch-challenge-2014/ – findest.
        – was auch immer Dir Kreatives einfällt! =)

        Liebe Grüße!

        Ben

        1. Das Ding ist halt das ich momentan in Thailand unterrichte. Und mein Freund ist Lehrer. Ich hab ihm davon schon erzählt. Nur kann er kein Deutsch weshalb ich ihm alles übersetzen muss. Und er wollte wissen wie er, der jetzt scjon Lehrer ist(aber halt in Thailand nicht in Deutschland) etwas verändern kann.

          1. Hey Luisa,

            das freut mich sehr, dass Du Deinem Freund das alles übersetzt und er etwas verändern möchte. Wah, das macht mich gerade echt glücklich. =)

            Ich bin davon überzeugt, dass es ganz egal ist, WO Du Lehrer bist oder WAS Du machst. Ich finde jeder kann einen Beitrag dazu leisten, dass wir uns dem Thema öffnen und mehr darüber diskutieren, wie wir Schule anders und individueller gestalten können.

            Zwei gute Einstiegslektüren für Deinen Freund sind meiner Meinung:

            – The Khan Academy (eine Kurzbeschreibung findest Du in der Buch-Challenge: http://anti-uni.com/buch-challenge-2014/)
            – Stop Stealing Dreams von Seth Godin (ist auf Englisch und den Link findest Du unter Woche 7 in der Buch-Challenge: http://anti-uni.com/buch-challenge-2014/)

            Liebe Grüße nach Thailand!

            Ben

          2. Hi Luisa,

            schau dir doch mal das Programm der Sudbury valley school an.
            http://de.wikipedia.org/wiki/Sudbury_Valley_School

            Was ich auch sehr gut finde ist der Ansatz von E. de Bono. Ein Mediziener und Psychologe der sich mit dem Thema Krativität und Denken beschäftigt hat.
            Er entwarf das Programm Cort Thinking für Schüler um kreativer denken zu lernen bzw es bei zu behalten 😉
            http://www.cortthinking.com/
            Dieser Link führt zu einem Step by Step Programm. Schau es dir einmal an vieleicht hilft es ja deinem Freund und seinen Schülern.

      2. wie in alle andere Länder ,einfach die Kinder nicht trennen…es ist bewiesen das Kinder mit lärnschwäche besser in gemischter gruppen/Schulen lernen…..Die Muster mit der Homogenen Kindergruppen MUSS abgeschafft werden…..auf diese weise lernen die Kinder nicht nur besser ,sondern es fordert die Kinder Akzeptanz und Toleranz mit Menschen die anders sind zu zeigen …..ABER die Größter Voraussetzung dafür ist ,das Die Pädagogen sich richtig anstrengen müssen und da liegt das Problem …Die Pädagogen wolle Einfache leichte und wenig Arbeit haben. Ich bin sicher das der Gesetzgeber ,der diese fehlhafte Schulsystem entwickelt hat,ein faule Pädagoge war ..es ist kein Zufall das in Deutschland 7,5 Millionen Analphabeten gibt, dank das Schulsystem …ein Phänomen in Uganda sind sogar die Analphabeten weniger

    3. Bildung ist das was übrig bleibt, wenn wir alles vergessen haben, was wir einmal gelernt haben.

      Schule ist heute Anhäufung von Wissen, das wir auf wiki.xx nachlesen können.

      Wichtig ist, Bildung und Wissen zu verknüpfen!

  2. Also ich kann da mal wieder nur Erlebnisse meiner Töchter zitieren. Beide wurden von Lehrern angeschnauzt, weil sie zu spät in den Unterricht kamen. Der Grund: sie blieben bei einem Mitschüler, dem es grad nicht so gut ging…
    Wo bleibt da der Erziehungspunkt Mitgefühl???

    1. Kann ich absolut bestätigen.

      Soziale bzw. psychische Aspekte werden in der Schule i.d.R. vernachlässigt.

      Es geht einem schlecht? Man leidet unter psychischen Krankheiten (Depressionen usw.)? Völlig egal! 10 Minuten zu spät – wird zu den Fehlstunden addiert. Egal, aus welchem Grund.

    1. Danke, Aksana! Der Dank gilt Thomas für den guten und inspirierenden Artikel! =)

      Wir freuen uns, wenn Du hilfst unsere Message zu verbreiten!

      Liebe Grüße!

      Ben

      1. Ich denke, der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten. Um die Probleme unserer Welt zu lösen, benötigen wir jedes Mitglied der Gesellschaft, die sich aber nicht nur in Deutschland befindet. Die „Gesellschaft“ ist global und somit weltweit.
        Jeder muss sein bestes geben und das geht nur, wenn jeder sein Potenzial abrufen kann und das machen, was er am besten kann. Wir benötigen zukünftig Kooperation. Statt gegeneinander geht es nur miteinander. Wissen teilen, anderen Menschen helfen. Stärken stärken. Grenzen in den Köpfen abbauen. Zusammenarbeit weltweit. Ich hoffe, ich erlebe das noch. Ich bin 46 Jahre (alt für die aktuelle Gesellschaft) (hoffentlich jung für die zukünftige Gesellschaft). D.h. ich bin im „alten System“ aufgewachsen und weiß somit, das das alte System keinen Erfolg hatte. Nur wenige haben davon profitiert. Oder warum sind soviele Leute krank und ohne Motivation? Ich möchte jetzt aus diesen alten System aussteigen, Kooperationen eingehen, Wissen und Erfahrung mit anderen teilen, anderen helfen. Ich möchte aber auch das Generationen und verschiedene Nationen zukünftig zusammenarbeiten. Dazu gehört Toleranz, Vergebung und Akzeptanz. Schwächen bei jeden akzeptieren. Ich wünsche mir den Dialog und den Austausch zwischen Generationen und Nationen, um gemeinsam die Welt etwas besser zu machen. Wir sind alle eine Welt, die wir zusammen gestalten müssen, um die Probleme zu lösen. Schaffen wir das nicht gemeinsam, dann geht diese Welt unter.

        1. Auf das Schulsystem übertragen, heißt das, die Werte Kooperation und Toleranz zu fördern und die Schüler so auszubilden, das diese Wissen teilen und die Starken den Schwachen helfen. Das gilt auch für die zukünftige Arbeitswelt.

  3. Hallo zusammen, 🙂

    danke Thomas für diesen tollen Artikel und danke Ben fürs veröffentlichen.
    Der Artikel spricht mir aus der Seele.

    Auf eure Frage ob ich weitere Lügen kenne:
    Das Schul- bzw. Bildungssystem möchte uns weis machen, dass wir alle „gleich“ sind. Am Ende der Bildung soll ein gesellschaftstauglicher Mensch herauskommen der möglichst gut in den Raster der Gesellschaft passt. Ausbildung, Sicherheit usw. Alle werden gleich behandelt.

    Doch wir sind Individuen mit einzigartigen Talenten und Fähigkeiten.
    DANKE

    Liebe Grüße
    Robert

    1. Hey Robert,

      danke für Deinen Kommentar!

      Stimmt genau! Ich verwende ganz gerne das Wort „Gleichschaltung“ für das was in der Schule de facto mit jungen Menschen passiert.

      Individuelle Bildung und Förderung der Potentiale des Einzelnen sieht definitiv anders aus.

      Liebe Grüße,

      Ben

  4. Vielen Dank lieber Thomas für den Artikel…den Unterschreibe ich zu hundert Prozent.
    Ergänzend dazu, darf ich erwähnen, was ich noch als Lüge unseres Schulsystems sehe. Danke auch hierfür. Robert hat kommentiert, das wir nicht alle gleich sind sondern Individuen, das sehe ich ganz genau so. Ich empfinde es als Lüge, das die Schule morgens so früh anfangen muss, weil Kinder dann am besten Lernen. Ich halte das für absoluten Blödsinn. Meine Kinder gehen abends „zeitig“ schlafen, trotzdem muss ich sie zum Aufstehen auffordern und ich kann es von mir selber ebenso nachvollziehen. Ich war auch als Kind schon kein Frühaufsteher und bin es heute auch noch nicht. Die Schule gibt mir natürlich -durch- meine Kinder diesen „gesunden“ Rahmen vor, den jeder Deutsche braucht (Ironie) und somit bin ich gegen 8:15 Uhr bei der Arbeit, wenn ich hinfahren würde, wenn ich selbst „soweit“ bin, wäre es etwa zehn Uhr. Dann schaltet sich mein „Arbeitshirn“ meistens ein. Das ist bei Kindern ganz sicher auch nicht anders. Ich konnte eine Zeit lang von Zuhause aus arbeiten. Da hat es sich bestätigt. Ich habe in der Stundenzahl nicht weniger gearbeitet, begonnen habe ich eben gegen zehn. Gerade morgens brauche ich für mich sehr viel Zeit..nicht zum Schminken..;-), um im neuen Tag anzukommen und den morgen genießen zu können.

  5. Hallo Ben,

    ich muß dir aus eigenem Erleben, aus Erfahrungsberichten meiner Frau (selbst Lehrerin und vom aktuellen Schulsystem ähnlich angepisst, wie du es schilderst zu Beginn), von Schülern usw. in fast allen Punkten unumwunden Recht geben. Es läuft seit Jahren systematisch etwas schief, leider wurde die Wendezeit vor 25 Jahren nur einseitig genutzt, um den östlichen Bundesländern möglichst viel von neoliberal-anarcho-kapitalistischen Müll einzutrichtern, den es in den westlichen Bundesländern schon seit vielen Jahren zu erlernen galt. Statt, wie du es tust, einfach eine grundsätzliche Systemfrage zu stellen.

    Im Zuge meiner eigenen Unternehmensgründung im IT-Bereich schwebt mir selbst auch neuartiger Bildungscampus vor, mit dem ich den eigenen Unternehmensnachwuchs in der Form fördern will, wie du es hier umreißt.

    Ein einziger Punkt, an dem ich persönlich nicht 1:1 mitgehen würde, ist dein Hinweis, dass prinzipiell jeder Mensch alles in bzw. aus jedem Bereich erlernen kann, wenn nur genügend Zeit und Muse für die Übung eingeräumt wird. Bis zu einem Gewissen quantitativen und qualitativen Grad ist das sicher nicht von der Hand zu weisen. Ich selbst hüte mich aber auch vor dem Hintergrund des Pareto-Prinzips auf Krampf bestimmte Defizite durch Lernen oder Üben „glattzubügeln“. Das ganze auch deshalb, weil dieses „glattbügeln“, auf „Durchschnitt trimmen“ eines der Kernübel in der deutschen Bildungslandschaft ist.

    Angesagter ist, auch im Sinne der immer stärker fragmentierten, arbeitsteiligen Spezialistenwelt, lieber die passenden Dinge, die für die man einfach begabt ist, zu fördern, das Profil darin zu schärfen, das vorhandene Potential zur Selbstverwirklichung zu nutzen, statt nicht (erblich bedingt) vorhandenes Potential auf Teufel komm raus wachzukitzeln. Dieser Ansatz entspricht auch etwa dem Ansatz von „Fits und Missfits“ vom Entwicklungspsychologen/Forscher Remo Largo. Das Konzept ist im Buch „Kinderjahre“ ganz gut umrissen vor dem Hintergrund, dass es schon im Klein(st)kindalter zielführender ist, sich auf Stärken der Kinder zu konzentrieren und für Schwächen eher in Richtung Nachteilsausgleich zu schauen, d.h. Experten (z.B. unter gleichaltrigen Kindern) hinzuzuziehen, die Teilaufgaben abnehmen können.

    Soweit der Exkurs, ich werde mich auch definitiv mit einigen der von dir verlinkten Inhalte näher beschäftigen. Da erhalte ich sicher auch weitere spannende Impulse!

    Liebe Grüße,

    Göran

    1. Hey Göran!

      Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Erst mal freut es mich, dass Du hier fleißig mitliest und Deine Meinung mit uns teilst. =)

      Den Punkt den du ansprichst, kann ich gut nachvollziehen.

      Bei mir geht es bei dem Punkt vor allem um das Prinzip und das Mindset. D.h. Kindern das Gefühl zu geben, dass sie prinzipiell alles lernen können, worauf sie Lust haben, bzw woran sie Interesse haben. Dann ergibt sich meiner Meinung nach automatisch, dass sie nur diese Dinge weitermachen, in denen sie auch gut sind.

      Es geht also um die Grundeinstellung und darum, den Kindern Mut zu machen Dinge auszuprobieren und zu experimentieren. Denn nur so finden sie im Endeffekt ja die Dinge, wo sie ihr volles Potential entfalten können. Der eine früher, der andere später. =)

      Liebe Grüße,

      Ben

      Über kurz oder lang läuft es dann also auf die Stärken der Kinder hinaus, wie Du sagst. Da bin ich d´accord.

      1. Hallo Ben,

        japp, mit dieser Verfeinerung trifft sich das von Thomas Geschriebene auch mit meinem Mindset. Vielleicht habe ich es auch nur ein bisschen überlesen in seinen Formulierungen, das passiert mir manchmal.

        Der Weg muß über ein möglichst breit gefächertes und leicht zugängliches Angebot für den Einzelnen, kontinuierliche Beobachtung durch den Anbieter gehen, um dann am Ende genau die Potentiale und Stärken zu identifizieren und „wertschöpfend nutzbar zu machen“. Ein wenig sträuben sich bei mir bei meiner eigenen Formulierung allerdings auch die Haare, weil der Begriff der Wertschöpfung im kapitalistischen Gedankenkonstrukt leider eher zu Ungunsten des Einzelnen bzw. einer großen Zahl Einzelner ausgelegt wird und häufig nur sehr wenigen ein sehr großes Stück davon bleibt… Vielleicht ist aber auch gerade das ein Punkt für (Re-)Transformationsansätze, die Begrifflichkeiten wieder zum Ursprung zurückführen und gleichzeitig jedem Lernenden (oder Arbeitenden) die Anerkennung materiell und/oder ideell zuteil werden zu lassen, die er/sie sich verdient.

        Liebe Grüße,

        Göran

  6. Hi. Ich arbeite seit kurzem als schulsozialarbeiterin in einer schule! Ich weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll, soviele Möglichkeiten 🙂

    Momentan versuche ich meine Haltung, dass alles auch spass machen darf , muss und sollte- eben auch die schule zu verbreiten. Viele konflikte, die meiner ansicht nach auch von der defizitorientierten haltung gegenüber n Schülern kommt, sind zu berarbeiten.

    Ich versuche diese strukturen zu verstehen um zu schauen, wo ich helfen kann neue ideen und haltungen entstehen zu lassen. Aber das schulsystem ist echt in sich geschlossen und öffnet sich nur langsam für neuerungen. Ein schöner text, der mich motiviert und inspiriert. Danke

    1. Hey Nicole!

      Lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Genau so Menschen wie Dich braucht es, die step by step gute ideen und neue gedanken in das system Schule bringen.

      Lass Dich nicht entmutigen – deine Arbeit ist super wichtig und jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist wertvoll. =)

      Alles Liebe,

      Ben

    2. „Defizitorientierte Haltung gegenüber Schülern“ ist eine ausgesprochen schöne und kompakte Formulierung. Leider setzt diese sich in Deutschland ja leider durch den gesamten Bildungsweg weiter fort und wird auch im unternehmerischen Umfeld fröhlich von vielen Chefs und Organisationen so oder ähnlich ausgelebt. Sehr bedenklich, hindert es uns Menschen doch massiv an unserer freien Entfaltung!

      Der einzige Bereich, wo das, zumindest nach meinem Eindruck noch nicht so schlimm ist (oder nicht mehr? Oder nur in der KiTa[-Gruppe] unseres Sohnes?) ist die frühe Kindheit in KiTas und Co. Klar, ein paar elementare Dinge müssen den KiTa-Kindern mit der Zeit natürlich auch schon mitgegeben werden (Stifthaltung usw.) – den größten Lerneffekt und positive Lebenserfahrung erzielt man aus meiner Sicht aber durch alle Lebensalter hindurch durch Spielen und spielerische Ansätze und kein zwanghaftes Ausbügeln jeglicher Defizite.

      Im Sinne der Inklusion sollte zudem viel stärker versucht werden, Nachteile und Defizite durch geeignete Hilfsmittel (Verlängerung der Schreibzeiten bei Arbeiten, Nutzung von Laptop im Unterricht zur Mitschrift, wenn Schüler z.B. große Probleme mit der Handmotorik haben, häufig bei Asperger/ASS-Betroffenen der Fall, u.ä., statt Sport ein Ausgleichsfach für körperbehinderte Schüler u.ä.) auszugleichen, statt sie eben glatt zu bügeln nach dem Motto „das kann doch jeder (im Sinne von die überwiegende Mehrheit schafft das, dann hast du das auch zu schaffen)“. Solche Ansätze erfordern aber leider eines, wofür im Bildungssystem, wie es jetzt etabliert leider vielfach kein Geld zur Verfügung gestellt wird: a) eine genügend hohe Zahl an b) möglichst gut ausgebildeten Fachkräften, um c) z.B. durch Teamteaching die d) Nachteile stetig wachsender Klassenteiler irgendwie auszugleichen.

      Dieser Teufelskreis ist leider in Sachsen ganz besonders problematisch, weshalb meine Frau und ich uns ausgesprochen unsicher sind, welches Grundschulangebot wir in knapp 2 Jahren für unseren Sohn wählen sollten, bei staatlichen Grundschulen haben wir jedenfalls größte Bedenken angesichts einiger Besonderheiten, die unser Sohn hat, die ~80-90% seiner Altersgenossen so nicht unbedingt haben…

      Liebe Grüße,

      Göran

    3. Hallo,
      auch ich war schon als Schulsozialarbeiterin tätig, habe nun die Möglichkeit im Rahmen meiner Tätigkeit als Elternbeirätin noch einen weiteren Blick „in das System Schule“ zu bekommen und bin erschüttert. Zumindest an unserer Grundschule ist Elternmitarbeit absolut nicht gewollt … Höchstens für Kaffee- und Kuchenverkauf … Da ich schon immer ein neugieriger Mensch frage ich nach, hinterfrage auch und eben in meinem Verständnis vor allem wenn es um inhaltliche Dinge geht. Heraus kommt, dass unsere Schulleitung mich und meine Familie schlecht zu machen versucht. Wirft uns vor bisherige „tolle“ Prozesse immer nur in Frage zu stellen … Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich eine Außerirdische!! Bin so froh, dass das Internet Möglichkeiten bietet sich mit gleichgesinnten Menschen auszutauschen!!!
      Bleibe so wie du bist, bringe deine Werte den Kindern nahe, Schule muss endlich lernen über ihren Schulhofrand hinaus zu schauen!!! Ich hoffe so, dass endlich ein Ruck entsteht … Mein Beitrag dazu werden immer wieder Fragen, Fragen, Fragen sein und meine Bereitschaft mit anzupacken (wenn das auch nicht gerne gesehen wird) …

      1. Hey Marion!

        Lieben Dank für Deinen Kommentar! =)

        Ja, ist einfach ein schwieriges Thema und irgendwie sind wir deutschen da auch ein wenig festgefahren. Wenn es einmal ein System gibt, dann wollen wir das eigentlich nur ungern ändern.

        Die Arbeit die du machst ist sicher nicht leicht – aber dafür umso wichtiger. Auch ich bekomme immer wieder reichlich Gegenwind. Da müssen wir uns irgendwie durchkämpfen und versuchen Menschen zum Nachdenken zu bringen.

        Fragen, Fragen, Fragen ist dafür auf jeden Fall ein guter Anfang! =)

        Liebe Grüße

        Ben

    1. Keine sonderlich gelungene Argumentation in deiner Kritik. Genaugenommen gar keine Argumentation sondern ein Abwatschen der benannten Mißstände, woraus gewisse Transformationsängste herausscheinen.

      Wäre spannend, von dir konkrete Vorschläge zu lesen, andernfalls kommt deine Antwort bei mir in die Schublade prollig-trollig.

    2. Wir (du und ich) sind die Alternative … Es muss endlich verbreitet werden, wo es „hinkt im System“, dann haben viele „Einzelkämpfer“ endlich mal die Chance sich miteinander zu vernetzen, auszutauschen, Ideen zu schmieden …. Und.. Und .. Und … Die Grenzen steckt sich jeder selbst!

  7. Hallo, sehr guter Artikel. Wir haben uns sehr bewusst gegen das bestehnde Schulsystem ausgesprochen und unser Sohn besucht eine Montessorischule. Von unserer Umwelt erfahren wir grosse Zweifel und Ängste dass aus ihm ja eh nichts werden kann so ohne Noten, Druck und Vergleichen….
    Unser Sohn geht aber total gerne in diese Schule und fühlt sich sehr wohl dort, wir sind überzeugt genau das Richtige zu tun. Auch bekommeb wir von Quereinsteigern die die Schukenwechseln immer wieder die unmöglichen Strukturen der Regelschulen mit und dieses System muss dringend überarbeitet und neu druchdacht und den Kindern der heutigen Zeit angepasst werden. Leider hat der normale Durchschnittsbürger viel zu viel Angst davor,dass sein kind nicht in die Gesellschaft passt und nicht Einheitsbrei wird und mitläufer, dass ich denke wir als Gesellschaft sind noch nicht soweit eine gänzliche Änderung zu akzeptieren und damit zu leben….zu sehr sind wir auf unsere Ängste fokussiert und gesteuert.

    Schade……

    Es muss aber leute geben, die kritisch hinterfragen, neue impulse geben nur so kann sich dauerhafte etwas ändern.
    Also danke für diesen Artikel und macht weiter so!!!!!!

  8. Hallo Ben und Thomas,
    Ich freue mich ueber Eure Offenheit 🙂 Mein Mann und ich sind Kinder der ‚Leistungsgesellschaft‘, wo nicht viel hinterfragt wurde, und man da ‚durch‘ musste, also ganz nach dem Motto ‚eine gute Schulbildung ist wichtig fuer Deine spaetere Karriere‘.
    Ich hab nicht die Uni abgebrochen, aber eher meine ‚Karriere‘. Obwohl ich immer unter den Klassenbesten war, hat mir die Schule ‚Bauchschmerzen‘ verursacht. Uni ging so, da hatte man ja mehr Freiheiten, aber es war kein ‚Aha-Erlebnis‘. Viel Langeweile und oft die Frage, wozu das alles gut sein sollte. Dann der Einstieg in die ‚Karriere‘ und immer das Gefuehl, dass was fehlt und das ich nie wirklich ‚Ich‘ sein konnte. Ich habe immer den Feierabend und das Wochenende herbeigesehnt. Den Gedanken daran, dass das noch die naechsten 40 Jahre so gehen wird, hab ich versucht, so gut wie moeglich zu verdraengen. Dann wurde meine erste Tochter geboren und auf einmal kamen die Antworten. Sie zwang mich quasi zum Aufwachen, Nachdenken und Verantwortung uebernehmen, weil ich durch sie gemerkt habe, wie unnatuerlich viele Dinge in unserer Gesellschaft sind, die wir einfach so akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen und ich sie nicht verbiegen wollte, so wie wir doch verbogen worden sind, ohne es richtig zu merken.
    Jetzt haben wir 3 Kinder und experimentieren mit Minimalismus und Umsonstoekonomie. Wir haben gemerkt, dass wir freier und gluecklicher sind, je weniger wir von Geld und materiellen Dingen abhaengig sind. Es ist auch einfacher als man vielleicht glauben moechte, wenn man damit anfaengt zu hinterfragen, was man wirklich braucht.
    Eine herkoemmliche Schule konnten wir unseren Kindern nicht antun, aber hier in England ist homeschooling ja gluecklicherweise legal. Was ich an unserer homeschooling-community hier liebe, ist, dass man einfach man selbst sein kann, Kinder und Erwachsene. Es ist egal, wer was kann oder wieviel hat. Man ist einfach man selbst und tauscht sich mit anderen aus. Wenn wir nach Deutschland ziehen, laeuft es wahrscheinlich auf eine freie Schule hinaus. Die allgemeine Betonkoepfigkeit in Deutschland was Bildung betrifft, finde ich traurig und bedenklich. Ich glaube manchmal, den Deutschen fehlt das Vertrauen in die Freiheit und darin, dass wirklich genug fuer alle da ist.

    1. Hey Silke!

      Wow, das klingt großartig! Finde ich super schön, dass ihr euren ganz eigenen Weg geht und schaut, was für euch gut ist und wie ihr euch wohlfühlt. Super cool und inspirierend! =)

      „Die allgemeine Betonkoepfigkeit in Deutschland was Bildung betrifft, finde ich traurig und bedenklich. Ich glaube manchmal, den Deutschen fehlt das Vertrauen in die Freiheit und darin, dass wirklich genug fuer alle da ist.“

      Da bin ich 100 % d´accord mit Dir. Ich habe letztens die Möglichkeit gehabt mit dem …Minister zu sprechen, der die ganzen Lehrpläne (für Berlin glaube ich) verabschiedet. Auf die Frage hin, ob er es sinnvoll findet, die Lehrpläne immer voller zu stopfen anstatt mal zu schauen, was am System wirklich besser gemacht werden kann konnte er nicht wirklich etwas sagen.

      Die gute Nachricht ist: Immer mehr Eltern mit Kindern und auch junge Menschen denken über das Schul- und Bildungssystem nach. Und über kurz oder lang werde sich denke ich gute Lösungsansätze ergeben – mit der Power der Masse =)

      Liebe Grüße

      Ben

      1. Ben,
        John Holt (mein Held!) hat mal geschrieben, wenn es Probleme mit dem Schulsystem gibt, alle immer die Loesung in mehr Schule sehen und sich seltsamerweise nie einer traut, es mal mit weniger Schule zu versuchen….
        Ich hoffe auch, dass die Masse es schafft, irgendwann einen Umbruch herbeizufuehren. Wenn sich immer mehr trauen, den Mund aufzumachen, wird das schon werden. In Berlin gibt es ja gerade einige interessante Ansaetze.
        Ich finde, eine weitere Luege ist die, dass es ein alleinseligmachendes System fuer alle gibt, also Regelschule nach demselben Schema fuer alle, Vollzeitjob, etc. Das stimmt nicht. Jeder hat andere Neigungen und Vorlieben und jeder muss seinen eigenen Weg finden und die Freiraeume dazu bekommen, dies auch zu koennen. Wir muessen uns auch von den sozialen Bewertungen verabschieden. Ein Anwalt oder Beamter ist nicht mehr wert als eine Krankenschwester, Hausfrau oder Klempner, ein junger Mensch nicht mehr als ein alter und umgekehrt.
        Die andere Luege fuer mich ist die Altersdiskriminierung. Unter dem Deckmantel des Kindeswohls sagt unsere Gesellschaft, dass Kinder fuer ungefaehr 10 Jahre ihres Lebens eine Zwangsinstitution besuchen muessen und kriminalisieren sie und ihre Eltern, wenn sie aus irgendeinem Grund nicht in das Regelschulmuster hineinpassen, anstatt sich auf einen produktiven Dialog einzulassen und andere Formen der Bildung und der Lebensgestaltung zuzulassen.
        Noch eine Luege: Schule hilft der Integration. Ich wuerde sagen, Schule hilft der Ausgrenzung. Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, werden zurueckgelassen, da das System nicht flexibel und offen genug ist, um mehrsprachigen Kindern gerecht zu werden.
        Ich glaube, wenn man erstmal anfaengt, ueber die Luegen nachzudenken, ist es schwer, aufzuhoeren 😉

        Liebe Gruesse
        Silke

        1. John Holt ist echt ein kleiner Held! Habe noch kaum was von ihm gelesen – aber werde das auf jeden Fall nachholen =)

          Haha, genau wie Du sagst – mir fallen spontan auch noch jede Menge andere Lügen ein 😉

          Es gibt viel zu tun!

      2. In Berlin haben wir keinen Minister, sondern einen Bildungssenator. Das eigentliche Bundesbildungsministerium ist auch eine fast komplett sinnfreie Institution, da die Bildung selbst ja sowieso Ländersache ist.
        Interessant an der Debatte konventioneller vs. alternativer/individueller und selbstständiger Bildungsweg finde ich die zahlreichen Parallelen zu anderen sinnvollen Projekten. Genau die gleichen Ängste und Gegenargumente findet man beispielsweise in der Diskussion rund um das Thema bedingungsloses Grundeinkommen wieder ( siehe z.B. https://www.youtube.com/watch?v=qEKkYsUEDC4 oder ausführlich in https://www.youtube.com/watch?v=cpoSZ9ck6dY ).
        Bei zahlreichen BWL-Studenten hat das Umdenken in dieser Hinsicht durchaus schon heute begonnen. Es böte zweifelsohne die ökonomische Basis für die zwangbefreite Realisierung wirklich alternativer, sinnvoller individueller Bildungskonzepte.
        Nun gut – soviel sozialromantische Träume für heute
        – von meinen eigenen frustrierenden Erfahrungen mit der Berliner (Un-)Bildungslandschaft berichte ich euch ein andermal 🙂

        Beste Grüße und für das Projekt Anti-Uni weiterhin alles Gute,
        Jörg

  9. Auch ich kann mich dem Artikel nur anschließen!! Er spricht mir sooooo aus der Seele! Ich lebe hier mit meiner Familie in einem Ort ca. 6000 Einwohner und kämpfe mit dem Problem, dass es hier im „ländlichen Raum“ so schwierig ist „Veränderungen“ überhaupt nur anzusprechen. Ich selbst bin Sozialpädagogin und schon immer ein Mensch der Dinge hinterfragt … Leider treffen ich auf so viele Menschen, die das Ablehnen, mit Argumenten wie:“ … das muss nicht geändert werden, dass war schon immer so!“ … Ich möchte nur ein Beispiel erzählen:
    Unsere Tochter ist 7 Jahre alt, geht in die 2. Klasse … Ist Klassensprecherin ihrer Klasse und hatte die Idee sich für ihre Klasse einzusetzen. Es gibt an der Grundschule Toiletten die von den Kindern sehr gemieden werden, weil sie stinken und kalt sind. Unsere Tochter verfasste einen Brief (fragte an wen sie sich wenden kann) und schickte diesen am Ende mit den Unterschriften ihrer Klasse an den hiesigen Landrat und fragte, ob er da helfen könne …. Was daraus gemacht wurde: Mir als Elternbeirätin wurde Amtsmissbrauch vorgeworfen, es fielen Worte wie “ Kinder zu eigenen Zwecken missbrauchen, Kinder in der 2. Klasse können keinen Brief schreiben, uns wurde mit juristischen Konsequenzen gedroht …“
    .??!?!!???? Für mich war dieses Vorgehen so unglaublich … Um was geht es hier???? Dürfen Kinder keine eigene Meinung haben???? Dürfen Kinder nicht auch mal „auf ihre Art“ auf einen Missstand aufmerksam machen??? Was soll meine Tochter denn jetzt denken? ….. „es ist besser den Mund zu halten?“ … Ich war so enttäuscht vom Verhalten der Schule!! Wie haben sie so schön auf einem Papier stehen „Wir wollen, dass Kinder mitreden!“ .???? Leider muss man da sagen, Papier ist geduldig … :o(
    Ich bin stolz auf meine Tochter und ich hoffe sie wird sich noch häufig gegen „Dinge“ auflehnen, es zeigt doch, dass sie sich mit Sachen auseinandersetzt … Und die breite Masse gefördert vom Deutschen Schulsystem wird dazu erzogen zu funktionieren, ruhig zu sitzen und punktuell abzuliefern!
    Ich wünsche mir soooooo sehr, dass sich etwas tut im Bildungs-System, dass sich etwas ändert auch irgendwann in „kleinen Gemeinden“ …. Wobei es hier schwierig wird Menschen zu finden, die vor „Neuem“ keine Angst haben … Und über den Tellerrand hinaus schauen. Wir werden unseren Möglichkeiten entsprechend dafür kämpfen, wenn es auch leider momentan „einsam“ macht …

    Werde weiterhin bei eich wissbegierig lesen, es kann nur besser werden!!

    1. Hey Marion!

      Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Ich finde es großartig, dass Deine Tochter das von sich aus in die Hand genommen hat – genau solche Menschen brauchen wir doch: Junge Menschen, die ein Problem erkennen und handeln. Leute, die für sich und für andere einstehen und sich einsetzen. Großen Respekt also vor Deiner Tochter und ich freue mich, dass Du verfolgst, was wir machen! =)

      Wir freuen uns, wenn Du unsere Artikel weiterempfiehlst, damit wir noch mehr Leute damit erreichen und zum Nachdenken anregen können.

      Liebe Grüße

      Ben

    2. Marion,
      Deine Tochter finde ich klasse! Unglaublich, wie mit Euch umgegangen wurde. Am alten System festzuhalten vermittelt ein Gefuehl von Sicherheit und wer etwas Althergebrachtes in Frage stellt, wird oft als Bedrohung empfunden. Daher ist die Reaktion auf die Eigeninitiative Deiner Tochter nicht verwunderlich, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Es kann schon sein, dass Du in Deiner Gegend einsam bist, aber wenn Du Dich ein wenig umschaust, wirst Du merken, dass Du ganz und gar nicht allein bist!
      Viel Kraft fuer Dich und Deine Familie.
      Liebe Gruesse
      Silke

    3. Hallo Marion,

      danke für Dein Kommentar. Ich finde es sehr bewegend und ich wünsche Dir und Deiner engagierten Tochter alles gute. Ich hoffe sie lässt sich von dieser Reaktion nicht entmutigen und spricht weiter für sich und ihre Klasse. Toll und sehr beeindruckend.

      Viele Grüße
      Thomas

  10. Ein sehr gelungener Artikel!
    Ich selbst habe nach einem Lehramtsstudium den Weg in die Wirtschaft gefunden. Damit bin ich mit beiden Seiten vertraut und muss erschreckend feststellen, dass diese drei Kernlügen sich auf tragische Weise durchs Leben vieler Menschen ziehen…

    Sehr oft ist mir aus meinem Umfeld der Hinweis auf die Ellenbogen und die Konkurrenz begegenet. Sehr oft beobachte ich immer noch bei Kollegen eine offenbar seit der Schulzeit tief verinnerlichte defizitgetriebene Argumentation.

    Wozu führt das im Beruf? Sie konzentrieren sich so sehr auf ihre Ellenbogen, dass sie ihren eigenen Kopf weder wahrnehmen noch benutzen. Es entstehen Fehler und sie bleiben hinter ihren Fähigkeiten zurück. Sie stehen sich in ihrem Konkurrenzdenken selbst im Weg und leisten nicht das, was sie könnten. Wenn dann ein Kollege „besser“ ist, sehen sie den Grund in seinen besseren Ellenbogen; er hat sich durchgesetzt, da sieht mans wieder.

    Ich habe beobachtet, dass es viel leichter – fast von selbst – vorangeht, wenn man sich auf sich selbst besinnt, sich an den Punkten, die man beherrscht ansetzend weiterentwickelt, bereit ist, sich neu zu erfinden, und nur einen Anspruch hat: Ich möchte glücklich sein bei allem, was ich tue, jede Sekunde meines Lebens.

    Es gibt natürlich Menschen, die manches besser können, als andere. Aber was ist mit den „schlechteren“? Sie sind nicht etwa dumm, sie haben nur an etwas anderem Spaß! Und wenn ich Spaß habe, dann bin ich zu höchstleistungen fähig. Sicher wird sich kein Physik-Nobelpreisträger finden, der nicht an Physik Spaß hatte. Kein Vorstand eines DAX-Unternehmens konnte die dafür nötigen Leistungen erbringen, ohne die Leidenschaft für „sein“ Thema.

    Spaß, Leidenschaft und Glück sind der Quell des Erfolges – nicht nur in der Schule, sondern im Leben. Beherzigt man diese drei Säulen für sich, haben sich im gleichen Augenblick auch die Risiken für unsere sog. Zivilisationskrankheiten erledigt.

    q.e.d 🙂

    1. Hey Stefan!

      Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar!

      „Sehr oft ist mir aus meinem Umfeld der Hinweis auf die Ellenbogen und die Konkurrenz begegenet. Sehr oft beobachte ich immer noch bei Kollegen eine offenbar seit der Schulzeit tief verinnerlichte defizitgetriebene Argumentation.

      Wozu führt das im Beruf? Sie konzentrieren sich so sehr auf ihre Ellenbogen, dass sie ihren eigenen Kopf weder wahrnehmen noch benutzen.“

      Was Du sagst kann ich nur bestätigen. Diese „Systemlügen“ gehen so in unser Fleisch und Blut über, dass viele sie gar nicht mehr reflektieren sondern einfach als gegeben annehmen. Das ist super schade.

      Ich erinnere mich noch gut an mein Jahr an der Uni – da gab es auch eine sehr starke Konkurrenz-Situation und ein ständiges Schauen „Wie stehen die anderen dar?“ bzw. „Bin ich besser?“.

      Das führt uns einfach nicht weiter und führt eher dazu, dass wir uns darin verlieren.

      Wenn sich jeder ein wenig mehr auf seine eigenen Stärken besinnt und sich an den Erfolgen des anderen erfreut, dann führt das zu einem viel mehr Austausch und einer positiven Beeinflussung untereinander. Und damit auch zwangsläufig zu mehr Erfolg für jeden einzelnen.

      Der beste Beweis dafür ist für mich das „Prinzip des Gebens“ bzw. der Reziprozität. Wenn wir geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten – dann kommt das auch irgendwann zu uns zurück. Was uns dazu fehlt ist das Vertrauen. Sobald wir jedoch das Vertrauen darin entwickeln ist es wahre Magie was passiert, wenn wir dieses Prinzip wirklich anwenden und leben.

      Darüber habe ich übrigens hier schon mal geschrieben: http://anti-uni.com/bloggen-statt-uni/

      Beste Grüße!

      Ben

  11. Genau!! Deswegen gibt es uns seit 6 Jahren! Wir sind die auf die wir gewartet haben. Let’s change things and do them the way we want them to be.
    Freie Morgenrot Grundschule im Wendland…kein Wettbewerb, keine Noten, Potenzialentfaltung nach Begeisterung usw…Im Internet und auf Facebook zu finden.

  12. Hallo Ben! Hallo Thomas!

    Ich war fast 20 Jahre Lehrer – davon den Großteil in der Grundschule, aber auch einige Jahre am Ende der Pflichtschulzeit…
    Du hast in vielem Recht, was du schreibst, ich möchte aber noch einiges ergänzen:

    zur „Lüge 1“: Ich formuliere es so: Jeder Mensch ist einzigartig. Wenn wir allen Menschen „Talente“ unterstellen, dann sehe ich schon wieder die Dogmatiker auf der Suche nach eben diesen – oder noch schlimmer: mit einem Testverfahren zum Ausschluss diverser Talente. Was uns in diesem Bereich fehlt, ist das Suchen nach Stärken. Unsere Schule zeichnet sich dadurch aus, dass sie nach SCHWÄCHEN sucht und alle zu Allroundlern machen will. Was du gut betonst, ist dass es die GESELLSCHAFT sein müsste, die die Potentiale erkennen will in jedem – aber das ist leider nicht so.

    zur „Lüge 2“: Ja, Neid ist Blödsinn. Und gleichzeitig sehe ich (ich bin dreifacher Vater und beileibe KEIN ehrgeiziger, im Gegenteil, ich freue mich über kreative Phasen unserer Kinder und das gemeinsame Spiel), dass zB Kinder es BRAUCHEN, sich zu vergleichen. Vergleich als Spiel, als Wettkampf (WICHTIG: OHNE EINFLUSSNAHME VON AUSSEN) ist denke ich natürlich.
    Dass Noten ein Humbug sind, da stimme ich zu 100% zu. Denn die geben nur dem AUSSEN eine Möglichkeit, einen Vergleich zu treffen, der zudem vollkommen unrealistisch und subjektiv ist.

    zur „Lüge 3“: Es wird leider (habe auch in einer „alternativen Schule“ gearbeitet) nicht reichen, in ein paar „Zellen“ (= Schulen) das System zu bekämpfen. Solange unsere Gesellschaft meint, Wachstum sei das wichtigste, solange wir aus Angst vor rechtlichen Folgen zulassen, dass gesunde Mütter ihre Kinder in KRANKENhäusern gebären müssen (wenn sie nicht zu den mehr als 30% gehören, die aufgeschnitten werden), solange unsere Kinder mit einem Fuß im Jugendvollzug stehen, wenn sie in der „Natur“ unbeaufsichtigt spielen, solange solange solange – ich könnte noch lange fortfahen – … wird sich nicht viel ändern.

    Aber wie schön wäre es, wenn sich etwas ändert… 😉
    Sg
    Oliver

  13. Ein Artikel den die Welt echt mal gebraucht hat!!!
    Wir koennten so viel aendern, wenn wir uns selber nicht in allen Dingen immer ueber, Wertungen und Bewertungen beurteilen wuerden!!
    Es ist so wichtig andere Dinge wie Soziale Themen, Umweltschutz oder zwischenmenschliche Themen zu foerdern.
    Leider werden wir in Europa immer noch zu Maschinen der Industrie herangezuechtet. Obwohl das Fabrikzeitalter der ewigen Prozessoptimierungen doch eigentlich mal vorbei sein sollte und wir uns wieder auf wesentlichere Dinge im Leben konzentrieren sollten!
    Aber dies umdenken muss in jedem einzelnen beginnen!
    „Lebe dein Leben, oder das Leben lebt dich!!“
    marco – zenbackpacker

  14. Ich finde den Artikel interessant, wenn ich auch nicht in allen Punkten übereinstimme.
    1. Das momentan Schulsystem hat auf jeden Fall seine Schwächen hinsichtlich einer fehlenden Individualisierungs(-förderung) der Schüler nach ihren Stärken. Deshalb heißen die meisten aber auch allgemeinbildende Schulen. Wer das nicht will, muss es sich halt anders überlegen.
    2. Schulen, die mehr auf Individualisierung achten gibt es schon sehr viele!
    3. Schuld am allgemeinen Lehrplan und Lehrvermittlung ist aber nicht allein die Schule, sondern vielmehr die Gesellschaft und deren Denken. Es müsste sozusagen ein Komplettumdenken stattfinden, um viele „Wünsche“ bzw. „Ziele“ dieses Artikels zu erfüllen.
    4. Ich selbst bin Therapeutin und hab auch schon mit Schulen zusammengearbeitet, eh man den „Mund zu weit aufreißt“ sollte man vielleicht erstmal nen Finanzplan für Deutschland aufstellen, alle Schüler in einem Schulsystem zu unterrichten. Dafür sind gar nicht genug Mittel da um die Förderung komplett individuell zu gestalten.
    5. Am wichtigsten meiner Meinung nach: Die Schule ist nicht das A und O zur Verantwortungsübernahme der menschlichen Entwicklung!!! Laut Entwicklungspsychologie entwickelt sich der Mensch auf 3 Basen, die uns wohl auch allen irgendwie klar sind: Genetik, Umwelt und SELBSTSTREBEN (aus einem Selbst heraus). Und natürlich hängt auch alles zusammen. Aber selbst wer eine „scheiß Schule“ hatte, kann später mal „was werden“ bzw. auch nicht (wenn er nicht will). Also bitte nicht alles auf die Schule/Uni schieben, uns geht es ja nun nicht wirklich allen so schlecht. Was wir eher brauchen ist mehr frische Luft für innovative Ideen, echte Sozialkontakte und weniger virtuelles Leben.

    1. Hallo Lydia,

      danke für Dein Kommentar:

      zu 1.) Ich denke, dass mit dem was wir Allgemeinbildung nennen etwas nicht stimmt. Sollten „allgemeingebildete“ junge Menschen nicht in der Lage sein mit ihrer allgemeinen Bildung die Herausforderungen ihrer Zeit zu meistern? Ich denke das ist aktuell nicht der Fall.
      zu 2.) Das ist schön und sehr zu begrüßen =). Ich hoffe es sind bald noch mehr, die sich gegenseitig austauschen und voneinander lernen.
      zu 3.) Ja, ein gesellschaftliches Umdenken ist ebenso wichtig. Es besteht die Chance, dass eine neue Generation, die anders aufgewachsen ist, dieses Umdenken beflügelt und vielleicht sogar die älteren Generationen dazu inspiriert auch umzudenken.
      zu 4.) Ein Ansatz an der ESBZ ist Peer-Learning. Dadurch werden die Lehrer entlastet. Viele Funktionen in der Schule werden komplett von Schülern organisiert, die dadurch gleichzeitig Verantwortung lernen. Ältere Schüler sind Mentoren für jüngere Schüler und helfen ihnen im Stoff. Freiwillige von außerhalb der Schule bringen das „wirkliche Leben“ an die Schule und teilen ihre Erfahrungen. Ich denke, dass diese Ansätze die Lehrer entlasten und somit Kosten sparen können.

      Und ja, ich denke auch, dass es spannend wäre einen entsprechenden Finanzplan aufzustellen. Diesen sollte man langfristig aufstellen. Was kostet es Deutschland langfristig, wenn ein Kind in der Schulzeit nicht mitkommt und durch das Raster rutscht? Was spart es wenn ein Kind verantwortungsbewusst, selbstständig und selbstbewusst aus der Schule kommt?

      Ich persönlich lehne eine rein monetäre Betrachtung ab. Dennoch glaube ich, dass die langfristigen Ersparnisse eines besseren, nachhaltigeren Schulsystems immens wären.

      zu 5.) Ja, die Schule ist nicht alles. Allerdings verbringen wir viel zu viel Lebenszeit an Schulen, um dort nicht Erfahrungen zu machen, die unser Potenzial „wachkitzeln“. Schulen könnten ein Ort der Inspiration sein, an dem man die Freude am Lernen entdeckt und beibehält.

      Und ja, Raum für echte soziale Kontakte, Innovationen, Mitbestimmung der Schüler, echte Herausforderungen, echte Verantwortlichkeiten etc. wäre in einer solchen Schule ein Muss.

      Danke noch mal für das Kommentar.
      Viele Grüße
      Thomas

  15. Nur sind die Probleme, die du da polemisch ‚Lügen des Schulsystems‘ nennst, dumme Einstellungen der Gesamtgesellschaft. Wer sagt denn, dass ein Schüler mit schlechten Noten automatisch nicht intelligent ist? Die meisten LehrerInnen auf jeden Fall nicht. Natürlich gehört Schule – und das ständig – verbessert und erneuert, nur diese Generalangriffe mit vager und schwammiger Argumentation bringt nicht viel.

    1. Hallo Barbara,

      danke für Dein Kommentar.

      Ja, die Lügen sind tatsächlich ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wenn wir möchten, dass sich dies ändert, dann macht es aus meiner Sicht Sinn, den Erwachsenen von Morgen schon jetzt alle Werkzeuge und Erfahrungen anzubieten, die sie Morgen bei der Bewältigung der Probleme brauchen können.

      Das ist meines Erachtens gerade bei einem Großteil der Schulen nicht der Fall.

      Ich denke, dass Schule genau der Ort ist, an dem solche gesellschaftlichen Veränderungen auf breiter Basis stattfinden könnten. Schließlich verbringen viele von uns 13 Jahre an der Schule und dann noch mal mehrere Jahre an der Uni.

      Es ist doch erstaunlich, dass es in diesem Zeitraum vielen Schulen nicht gelingt Kindern, Jugendendlichen und jungen Erwachsenen den Rahmen zu geben, in dem sie sich zu selbstbewussten, selbständigen und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln können.

      Ich denke, dass „die Schule“ sich verändern muss. Wie Einstein sagte: „Die grossen Probleme dieser Welt können nicht mit der selben Denkweise gelöst werden, mit welcher wir sie verursacht haben.“

      In diesem Blogbeitrag bewege ich mich größtenteils auf Metaebene (vage und schwammige Argumentation =)). Für eine Vertiefung und ganz konkrete Beispiele, wie andere Schulen aussehen können, empfehle ich das im Artikel erwähnte Buch „EduAction“.

      Viele Grüße und alles Gute
      Thomas

  16. Huhu,

    schöner Artikel und wohl längst hinfällig, dass leidige Thema nach der optimalen Beschulung.

    Man wird quasi von der ersten Klasse an rational runtergebrochen. Wer nicht folgt oder mitmacht, sich nicht wie die anderen fügt, wird ausselektiert. Dafür haben wir tolle Institutionen geschaffen die die Kinder nach Leistung normieren (Gymnasium bis Sonderschule). Das Kinder keine Intellektualitätsmaschinen sind, wurde in den Kommentaren bereits angemerkt. Das Kinder „das Spiel“ brauchen, frei von äußeren Zwängen, um sich zu entfalten, um sich kennen zu lernen und kein Konstrukt, dass ihnen von außen aufgezwängt wird, wie der Klassenprimus (kleinstmöglichster Widerstand im Schulsystem) der Sinnbild für Erfolg und Leistung ist, nach dem es zu handeln gilt.
    Der, der „gut“ ist (systemgut), bekommt gesonderte Aufmerksamkeit. Jedes Kind möchte gewertschätzt werden. Das erzeugt dann ein Abhänigkeitsverhältnis zum Lehrer, dass die Erlernung autonomen Denkens zerstört und eben diese Konkurrenz erzeugt. Eben besser zu sein als der andere, um gewertschätzt zu werden. Worum es dabei geht, ist eigentlich egal.
    Das die Kinder sich dabei selbst verleugnen und dadurch Minderwertigkeit erzeugt wird, merkt man, wenn man die Zeit zur Innenschau hat, wohl erst als Erwachsener ansonsten verbleibt man als systemgetreue unmündige Egomaschine in der Arbeitswelt und identifiziert sein Sein über sein Beruf und den damit einhergehenden Status, den die Gesellschaft sich selbst dabei aufadjustiert (Willkommen in der Zombiewelt).

    Ich weiß nicht, ob den meisten Lehrern bewusst ist, wie viel Macht sie über den Geist der Schüler haben. Die kindliche Seele (vorausgesetzt es gibt eine Seele) ist völlig fragil und formbar. Einige Kinder sind sensibler als andere und bedürfen mehr Aufmerksamkeit. Sowas wie „Aus dir wird nie was werden“ kann Kinder völlig vernichten.
    Lehrer als Berufung. Bei manchen Lehramtsstudenten kommt mir das Grauen zu wissen, dass diese später Kinder beschulen werden. Oftmals aus gutem Haus dem Spießbürger beharrlich, erfolgt die Wahl des Studiums aus Statusgründen und finanzieller Sicherheit (ein toller Zirkel). Das System hält sich also aufrecht.
    Und von wegen Noten als Indikator der Leistungsfähigkeit. Der Versuch einer objektiven Leistungsmessung ist völlig irrsinnig und abhängig von Lehrer und Elternhaus. Wir sind Menschen und keine Maschinen.

    Ich bin kein Fachmann, aber jeder merkt doch intuitiv, dass irgendwas faul ist.
    Klar muss man letzendlich Dinge irgendwie runterbrechen. Aber statt dem illusorischen Versuch nach Leistung zu trennen, sollten wir mehr auf den Menschen an sich eingehen.
    Das Schulsystem zu reformieren wäre zu hart (zu große Änderung mit zu großen Nebeneffekten, die es dann zu berücksichtigen gilt), aber vlt. könnte man die Klassengröße bspw. reduzieren. Maximal 15. Kinder pro Klasse. Mehr als ein Lehrer inklusive Psychologen. Statt Frontalunterricht mehr themenzentrierter Unterricht. Kinder sollten mehr lernen sich artikulieren und präsentieren zu können, wobei wir aufpassen sollten keine Extrovertiertenkultur zu züchten, sondern auch auf die gesondert Vorlieb nehmen, die anderes sind wie bspw. KInder die von Natur aus mehr introvertiert oder schüchtern sind.
    Sowas wie Integrationsklassen mit heilpädagogischen Hintergrund gibt es doch auch schon, wo geistig- oder körperlich behinderte Menschen im Klassenkollektiv mit dabei sind. Statt Gegeneinander ein Miteinander (eine große Familie). Lernen miteinander sozial umzugehen.

    Das klingt alles ganz einfach ist aber realitätsfremd. Die Mehrheit ist egoistisch geprägt. Das heißt um Erfolg zu haben, muss ich den anderen ausstechen. Es wird der größtmöglichste Vorteil gesucht. Wenn man selbst darauf verzichtet, schnappt sich der andere das Stück, dass man bereit war zur teilen, und ist ständig derjenige der verliert.
    Man passt sich auf Gedeih und Verderb irgendwann an (von der Gesellschaft verdorben), um sich seine eigenen Stücke einzufordern. Konkurrenz kann auf solidarischer Basis förderlich sein, wie sind nur alles Einzelkämpfer (überwiegend).

    Vlt. schaffen wir es, mehr auf die Menschen einzugehen (mehr gefühlsbetont), ansonsten werden nur die in der Gesellschaft zukünftig Bestand haben, die am Rationalsten sein können( der superpostmoderne Mensch), um dann über die anderen hinweg zu entscheiden.

  17. Toller Artikel Thomas! Ich kann in allem nur zustimmen. Warum lernen Kinder in der Schule nicht, wie man mit Begeisterung lernt? Warum müssen wir uns glücklich schätzen, wenn wir da irgendwann selbst drauf kommen, bzw. die richtigen Menschen in unserem Leben treffen, die uns dies lehren. Ich bin auch sehr begeistert von der Evangelischen Schule in Berlin und frage mich, warum dieses Beispiel nicht Schule macht. Ich denke, hier sind wir alle gefordert. Daher danke für diesen Artikel!

    1. Hallo Matthias, =)

      danke für Dein Kommentar.
      Ja, ich gebe Dir Recht, dass wir uns glücklich schätzen können, wenn wir da irgendwann selbst drauf kommen, bzw. die richtigen Menschen in unserem Leben treffen, die uns dies lehren.

      Dass das Beispiel Schule macht, daran sollten wir alle arbeiten, in dem wir darüber sprechen, es anderen vorstellen und als Eltern die Kinder auf solche Schulen schicken. =)

      LG
      Thomas

  18. Es müßte in neuen Schulen auch neue Fächer geben, wie z.B. Gesundheitsprävention, wie ernähre ich mich gut und ökologisch, wie kann ich ein Fahrrad reparieren, wie kommuniziere ich mit anders denkenden, also Dinge, die man tatsächlich als Erwachsener dringend benötigt!

    1. Hallo Gisela,

      danke für Dein Kommentar. Das sehe ich genauso wie Du. Diese ganzen Themen ließen sich ja prima integrieren (zum Beispiel in den Deutsch-, Politik-, Biologie- oder Sportunterricht) und könnten den Unterricht deutlich praxisbezogener machen.

      Ich glaube eben auch daran, dass Kinder schon in der Schule lernen sollten, wie sie eigene Projekte umsetzen können. Daher liegt mir auch viel daran, das was wir mit dem Idea Camp und Wondepress machen auch an Schulen zu bringen.

      LG
      Thomas

  19. Hi Leute,

    ich finde es sehr hilfreich, dass diese drei ‚Lügen‘ so aufgezeigt werden. Mir persönlich hat insbesondere das Konkurrenz-Denken sehr geschadet und ich komme heute immer noch nicht ganz raus aus dem ganzen. Ich würde mich gerne weiter mit diesem Thema auseinandersetzen und daher meine Frage:

    Könnt ihr mir Videos, Artikel evtl. auch Bücher zu dem Thema empfehlen. Ich weiß, es gibt sehr viel schlechtes in der ‚Selbsthilfe‘ Sparte und daher wäre ich für Tipps sehr dankbar.

    Ich würde mich auch über Quellen für andere Themen freuen. Eigentlich interessiert mich alles – von der Kraft von Kunst über physikalische, biologische und v.a. politisch-soziale Fragen. Ich bin in so manchem Newsletter eingeschrieben und auf FB Gruppen und so, würde das Spektrum aber gerne erweitern.

    Viele Grüße,

    Isabel

    1. Hey Isabel!

      Danke für Deinen Kommentar und cool, dass Du Dich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchtest. Thomas geht in dem Artikel ja auf ein Buch ein, das er empfiehlt.

      Sonst kann ich Dir auf jeden Fall „Das Teenager-Befreiungshandbuch“ empfehlen (für Eltern und für Kinder), die Khan-Academy, „Stop Stealing dreams“ von Seth Godin (findest Du hier in der Buch-Challenge: http://anti-uni.com/buch-challenge-2014/).

      Sonst finde ich Andre Stern super inspirierend (einfach mal googlen oder auf der FanPage von Anti-UNi.com schauen: https://www.facebook.com/antiuni?fref=ts)

      Videos: http://blog.ted.com/2006/06/27/sir_ken_robinso/

      Und ein FILM: ALPHABET – must watch!!! http://www.alphabet-derfilm.at/

      So – das ist mal ein Einstieg 😉

      Liebe Grüße!

      Ben

  20. Interessanter Artikel, noch interessantere Kommentare – herzlichen Dank an alle dafür!! 😉

    Mein Sohn ist 14, ergo habe ich seit 8 Jahren „mit dem Thema Schule “ zu tun … und da ich wie so einige Vorredner auch jemand bin, der gerne hinterfragt, habe ich mich schon im 2. Schuljahr auf den Weg gemacht, um nach „funktionierenden Schulsystemen“ Ausschau zu halten. Was mich verblüfft hat – aber auf den zweiten Blick ganz viel Sinn ergeben hat: je mehr man die Erwachsenen „herausnimmt“ und die Kinder „einfach machen lässt“, desto erstaunlichere Ergebnisse kommen heraus. Kinder haben ein Gespür dafür, was sie begeistert, wo ihre Talente liegen, wo sie sich einsetzen wollen … das kann man ja auch bei allen Kindern beobachten, BEVOR sie in die Schule kommen …

    Ich habe versucht mich einzubringen – und habe mir mehrfach eine blutige Nase geholt. Als mein Sohn dann die Schule verweigerte, habe ich das Schulsystem von seiner „ganz fiesen“ Seite kennengelernt … unfassbar! Ein Ventil für mich war, unsere Erfahrungen von der 1. Klasse an in einem E-Book zu veröffentlichen (kostenfrei auf meiner Homepage zu lesen unter „Das dumme Schülerlein …“) … bis hin zu den E-Mails und Briefen der Bezirksregierung.

    Nun stellt sich die Frage: was kann man – vor allem als betroffene Schüler bzw. Eltern – tun? Ich habe – wie es meine Art ist 😉 – intensiv geforscht, bin auf das hochinteressante Thema „Kriegsenkel / Kriegstrauma“ gestoßen, das aus meiner Sicht eine stimmige Erklärung abgibt, WARUM unser System so ist wie es ist … und warum so viele Menschen Angst haben vor Veränderungen. Angst, die sich bis hin zur Panik steigern kann und absurden „Abwehrmechanismen“ …

    Also – was kann man tun???

    „Trotz Schule lernen“ … ein Buchtitel von Vera Birkenbihl. Ich habe Anfang des Jahres etliche Bücher und Vorträge von ihr durchgearbeitet und bin begeistert von ihren Erkenntnissen und vorgeschlagenen gehirngerechten Lernmethoden. Spielerisch lernen – ja, das geht, ich habe es selbst ausprobiert und mein inneres Kind hat vor Freude gejuchzt beim Lernen 🙂

    Lehrer sind nicht begeistert, wenn Kinder „so spielerisch“ lernen? Ha, na dann erst recht!!!!! 🙂

    Ich beginne gerade, Kindern in Düsseldorf ehrenamtlich diese Methoden (ich fange mit den Fremdsprachen an) zu zeigen. Gerne erkläre ich sie jedem, der sie kennenlernen möchte, um sie an Kinder weiterzugeben. Je mehr davon wissen, je mehr sie nutzen und in sich einen Schalter umlegen können (ja, jeder ist ein Sprachengenie!!!!), desto besser!

    Warum ehrenamtlich? Ich brenne für das Thema, ich möchte jetzt endlich PRAKTISCH etwas bewegen und nicht nur darüber schreiben, mir ist Chancengleichheit wichtig und ich träume von einem „social entrepreneurship“ (z.B. gemeinnütziger Verein, den man demnächst gründen könnte). Ich lade jeden herzlich ein, mitzumachen … und zu realen Treffen in Düsseldorf zu kommen, oder sich per Telefon / Mail zu informieren, zu brainstormen u.ä.

    Ja, wir müssen uns zusammentun, wir müssen was tun was SICHTBAR wird … und die Energien in was Konstruktives lenken! Unabhängig von dem, was irgendwelche Minister sich überlegen …

    Danke für Deine Initiative hier, Ben … das hier ist der erste Artikel, den ich auf Deinem Blog lese, ich freue mich schon darauf mehr von Dir zu lesen, auf den Austausch und das Ausbrüten von Ideen … ich bin hochmotiviert JETZT etwas zu bewegen 🙂

    Liebe Grüße aus Düsseldorf,
    Ulrike

    1. Yeeeey!

      Hey Ulrike!

      Ganz lieben Dank für Deinen so ausführlichen und wirklich aufschlussreichen Kommentar.

      Dieser Blog soll mit der Zeit eine Plattform werden, auf dem sich Menschen über das Thema „individuelle Bildung“ austauschen können. Ich denke es ist echt super wichtig, dass in dem Bereich etwas geschieht und dass wir das – wie Du es vormachst – gemeinsam in die Hand nehmen.

      Ich wurde schon öfter darauf angesprochen: Was hältst Du von einem Forum, in dem man sich zu den verschiedenen Themen austauschen könnte?

      Was mich interessiert: Wie genau handhabst Du das zur Zeit mit deinem Sohn?

      Und: Einfach klasse, dass Du JETZT Motivation hast etwas zu bewegen. So soll´s sein! =)

      Ich hab auch genau JETZT umso mehr Bock einen neuen Artikel zu schreiben dank deines Kommentars!

      Liebe Grüße nach Düsseldorf aus Berlin!

      Ben

      1. Guten Morgen Ben,

        ein Forum finde ich klasse, wenn es EINLEITEND bzw. ERGÄNZEND zum persönlichen, direkten Austausch da ist. Ich war etliche Jahre sehr aktiv bei XING, war Ambassadorin der Ruhrgebietsgruppe mit über 20.000 Mitgliedern – nur der persönliche und direkte Kontakt hat etwas gebracht, da sind nachhaltige Kontakte entstanden.

        Daher: um regionale bzw. überregionale Treffen zu organisieren, finde ich es perfekt. Um sich über Ergebnisse auszutauschen – perfekt. Aber „nur“ Forum … funktioniert meiner Erfahrung nach nicht. Aber vielleicht hat ja jemand andere Erfahrungen gemacht?

        Mein Sohn war von Februar bis Anfang Juli 2013 „ungewollter Freilerner“. Sehr spannend – ich bin da mal mit der Theorie „hinterhergehinkt“ 😉 … habe etliche Freilerner kennengelernt, mich in das Thema eingelesen … ok., das ist für mich Sudbury ohne Schulhaus (und leider viel zu oft „alleine und im Geheimen lernen“, da Freilernen in D ja nicht erlaubt ist). Mein Sohn hat als Erstes Skype installiert und Minecraft und Co. erforscht … und dabei erstaunlich viel Englisch gelernt 🙂

        Seit Sommer 2013 geht er wieder in eine Schule (Gymnasium, mein Sohn WOLLTE ursprünglich ja in die Schule, nur halt in eine ANDERE als das bisherige Gymnasium) … nun hat er allerdings die Lernfreiheit kennengelernt, und da kann man sich vorstellen, wie schwer „die Rückkehr“ war. Für mich ist das jetzt ein Drahtseilakt … einerseits kennt er meine Einstellung und ich lebe ihm ja auch entsprechendes vor 😉 … andererseits haben wir den Schulanwesenheitszwang und ich weiß, wie schnell der Staat da durchgreifen kann mit Entzug des Sorgerechts, wenn man sein Kind nicht zur Schule zwingt. Also, mein Sohn kooperiert, er GEHT in die Schule, aber er macht da sein eigenes Ding … er setzt sich seine eigenen Maßstäbe, was für ihn „gut“ ist. Für mich völlig ok.!

        Der Haken: wenn er aus der Schule kommt, ist er ziemlich „down“ … und ein Großteil der Freizeit wird am PC verbracht, Minecraft und Co spielend. Bei den Freilernern heißt diese Phase „De-Schooling“, die kann auch schonmal ein bis zwei Jahre dauern (wurde mir gesagt) …

        Als Mutter (vor allem eines Pubertierenden) hast Du nur wenig Chancen, ihn für anders zu begeistern … da wäre jetzt ein „big brother“ Gold wert 🙂

        Ich kann es jetzt nur für andere organisieren und hoffe, dass mein Sohn dann vielleicht „nachkommt“ … aber an der Stelle gibt es wirklich einen riesengroßen Bedarf, die Kids sehnen sich aus meiner Sicht so sehr nach „anderer Gemeinschaft“ und wollen sich ja auch weiterentwickeln … aber sowas wird nirgendwo angeboten (oder ich finde es nicht?).

        So … dann bin ich mal sehr gespannt auf Deinen nächsten Artikel. Ich bin ja immer noch dabei mich einzulesen …

        Liebe Grüße aus Düsseldorf nach Berlin,
        Ulrike

        1. Liebe Ulrike,
          Wie kann es eigentlich sein, dass in einem demokratischen Land das Freilernen verboten ist? Mutet eigentlich nach Gedankenpolizei a la 1984 an! Wir sind eine Freilerner-Familie. Wir sind da durch unsere aelteste Tochter einfach reingerutscht. Es ging irgendwie gar nicht anders, wenn Du verstehst, was ich meine. Wir haben hier in England bislang ganz legal frei lernen duerfen, ziehen aber sehr bald nach Berlin. Wir werden wohl versuchen, an einer freien Schule unterzukommen, aber wie frei kann eine Schule schon sein, die dennoch dem Schulanwesenheitszwang unterliegt?
          Ich finde, ich bin selbst noch auf dem Weg, mich zu ‚entschulen‘. Unser Schulsystem ist hoffnunglos veraltet. Schlimm ist auch, wie negativ Kinder und Jugendliche betrachtet werden. Sie duerfen sich einfach nicht entfalten und ihre Energie und ueberschaeumende Lebensfreude und Kreativitaet rauslassen. Ich finde auch, dass Kinder und Jugendliche aeltere Mentoren brauchen und unbedingt am ‚richtigen Leben‘ der Erwachsenen teilhaben duerfen muessen, aber da muss man kreativ sein, z.B. sich im Verwandten- und Freundeskreis umsehen, ob da jemand was Interessantes kann, Klubs, Volkshochschulen, etc. Die homeschool-community hier in England ist total altersgemischt und es ist wundervoll mit anzusehen, wie die verschiedenen Alterstufen voneinander lernen, auch die Erwachsenen. Wer ist bloss auf die Idee gekommen, nur Gleichaltrige miteinander lernen zu lassen?
          Ich denke auch, das Treffen ein guter Weg waeren, sich auszutauschen und ich bin auch unbedingt der Meinung, das wir endlich JETZT was bewegen muessen.
          Viele Gruesse
          Silke

          1. Hey Silke,

            ja – das ist echt der Hammer, dass Deutschland neben Japan das einzige Land ist in dem noch Schulpflicht polizeilich durchsetzbar ist so weit ich weiß. Das ist wirklich ironisch in meinen Augen aber zeigt einmal mehr wie konservativ unsere Gesellschaft an vielen Stellen denkt und wie langsam sich ein Wandel vollzieht.

            Kinder sollten einfach viel früher als gleichwertig wahrgenommen und betrachtet werden. Wenn wir junge Menschen immer und immer wieder in Systeme (alias Schule, Uni usw) stecken und ihnen mehr oder weniger vorsagen, was sie zu tun, zu lernen und zu lassen haben, dann werden sie nie wirklich zu den selbstständigen und kreativen Menschen, die sie sein könnten.

            Ich habe jüngere Freunde, ältere Freunde und Mentoren von denen ich lerne und die mich allesamt inspirieren – und was wünsche ich wirklich jedem. 🙂

            Liebe Grüße!

            Ben

        2. Hey Ulrike,

          das mit dem Forum werde ich mir mal überlegen.

          Bezüglich deines Sohnes: Das kann ich nachvollziehen, dass er sich da nach einer kreativen und inspirierenden Gemeinschaft sehnt. Vielleicht wäre da ein Zusammenschluss mit anderen Frei-Lern-Familien eine Idee? Oder sonst Vereine/Musik/Kunst etc.? Vielleicht hat er ja an so was Interesse und kann dann darüber erspüren welche Dinge ihn faszinieren.

          Und wenn ihr nach Berlin zieht ist vielleicht die „evangelische Schule…“ von der Thomas oben schreibt eine Option für euch.

          Ich bin da keineswegs Experte aber wünsche Dir viel Erfolg damit und freue mich natürlich, wenn ich dich/euch weiter inspirieren kann und langsam eine Gemeinschaft entsteht, die sich dann auch mal offline trifft!

          Liebe Grüße aus Berlin!

          Ben

  21. Hallo Ben und Thomas! Letzterem noch einen besonderen Gruß von einem seiner Ex-Lehrer 🙂
    Zu den genannten Lügen würde sich nach meinem Dafürhalten eine ganz besonders perfide Lüge hinzu gesellen: Es ist kein Geld für eine bessere Schule da…
    Damit könnte man sicher vieles in eine richtige Richtung verändern.
    Meine Vorschläge:
    1. Klassenfrequenzen auf 20-23 begrenzen
    2. Pflichtstundenzahl der Lehrer von 26 auf 15-20 runter
    3. Curriculum offener und flexibler gestalten
    4. Freiräume (siehe Punkt 2 und 3) für Projekte nutzen
    5. Zensuren abschaffen
    6. Schulen mehr Eigenverantwortung geben
    7. Eltern und Kiez mehr einbinden
    8. Schulessen auf Bio umstellen und in eigenen Gärten etc. teilweise selbst herstellen und zubereiten
    9. Räumlichkeiten der Schulen so verändern, dass sich Körper, Geist und Seele wohlfühlen
    10. Rolle der Mädchen und Frauen auf allen Ebenen stärken (nicht nur am 8.März)!

    Euch weiter viel Spaß und Erfolg und uns allen eine bessere Schule, in der Kinder ihrem eigenen Kompass folgen dürfen und wir Lehrer sie darin bestärken und unterstützen.

    1. Hey Frank!

      Danke für Deinen Kommentar! Du hast natürlich vollkommen recht: „Kein Geld“ ist so die einfachste Ausrede, die man so hört. Dabei scheint es mir so, dass das einfach als einfache Ausrede herangezogen wird, um erst gar nicht nachdenken zu müssen, WIE es denn anders gehen könnte.

      Deine Verbesserungsvorschläge finde ich super – vielleicht ist da das Buch „die Khan Academy“ auch für dich interessant – findest Du in der Buch-Challenge: http://anti-uni.com/buch-challenge-2014/

      Wir werden demnächst mal die evangelische Schule Berlin, die Thomas angesprochen hat besuchen – ich bin gespannt, wie Schule dort funktioniert!

      Beste Grüße und dir die Kraft mit anzupacken und etwas zu verändern!

      Ben

    2. Hallo Frank,

      ich finde deine 10 genannten Punkte auch äußerst passend und sinnvoll! Da deine einleitende Bemerkung „Es ist kein Geld für eine bessere Schule da…“ sich wunderbar mit meinem Gefühl eines hoch-defizitären Schul- und Bildungssystems in Deutschland deckt, lade ich dich und weitere Leser gerne ein, mal meine Betrachtung zu genau diesem defizitären System zu durchforsten:

      http://catchopenqgates.com/COQG-Blog/index.php/deutschlands-defizitaeres-bildungssystem-11-krasse-defizite

      Mir geht dieses ewige Versteckspiel hinter den Sprüchen „Wir machen das so weiter, weil wir das immer schon so gemacht haben.“ oder „Warum sollen wir was ändern, euch hat es doch auch nicht geschadet?“ mittlerweile so tierisch auf den Sack, dass ich immer mehr und mehr Verständnis für die Gruppe der Freilerner und erst recht die Gruppe der Schüler bei radikal alternativen freien Schulen bzw. Bildungsträgern aufbringen kann. Ich für meinen Teil kann nur konstatieren, dass ich großes Glück hatte in all den Jahren meiner Bildungslaufbahn, dass ich trotz (oder vielleicht gerade wegen) gewisser höherer und anderer Begabungen nicht durchs Sieb durchgefallen und permanent nur auf die Fresse geflogen bin.

      Ich hoffe, das wird unserem Sohn und unserm bald zweiten Kind erspart bleiben – es fragt sich nur wie am besten?! Mehr und mehr manifestiert sich da für mich der Wunsch und das Ziel parallel zu meinem in Gründung befindlichen IT-Beratungsunternehmen auch einen Bildungs-Campus hochzuziehen, der für einen möglichst großen Teil der von mir und euch beschriebenen Problemfelder und Defizite grundsätzliche alternative Lösungsansätze bieten soll für ausnahmslos jeden Schüler. Und das ganze im Idealfall zu großen Teilen quersubventioniert durch die gewöhnliche Geschäftstätigkeit im IT-Segment, um eben auch die Geldfrage möglichst nicht den interessierten Eltern stellen zu müssen!

      Seid herzlich gegrüßt und ich bin begeistert von der großen, vielfältigen und sachlichen Resonanz hier auf den Beitrag!

      Göran

      1. Lieber Göran,

        danke für Dein Kommentar. Das hört sich sehr spannend an. Innovative und zeitgemäße Bildung querfinanziert durch ein IT Beratungsunternehmen hört sich für mich super an.

        Ich bin ein großer Fan von Social Business (Experimenten). So was lässt sich sicherlich als experimentelle Schule anmelden. Soweit ich das verstanden habe, ist die ESBZ auch durch die Initiative von Eltern entstanden und hat sich über die Jahre peux a peux weiterentwickelt.

        Wenn Du den Bildungs-Campus in Angriff nimmst, dann gib mir / uns bitte Bescheid. Ich hätte viel Lust mich einzubringen.

        Viele Grüße
        Thomas

        1. Lieber Thomas,

          es freut mich sehr, dass einige meiner Überlegungen hier auf so fruchtbaren Boden fallen – in meinem „alten“ Dasein im Angestellten-Hamsterrad war das leider nicht immer so… Wie ich soeben gelernt habe gibt es auch in meiner Heimatstadt Dresden solch eine Experimentelle Schule (Laborschule ist dem scheinbar gleich gesetzt), so dass ich also netter Weise gar nicht weit weg von Leipzig die Möglichkeit habe weitere Kontakte zu der Überlegung zu knüpfen.

          Dein Angebot zur Mitwirkung nehme ich selbstverständlich gerne an und halte euch und die Außenwelt allgemein definitiv auf dem Laufenden. Bis zur praktischen Umsetzung wird sicher noch ein bisschen Zeit vergehen, da zunächst ja erstmal das Kerngeschäft ins Rollen kommen muß, bevor die Quersubventionierung gestemmt werden kann.

          Ganz im Allgemeinen bin ich aber ohnehin der Ansicht, dass die freie Wirtschaft in Sachen Bildung viel stärker in die Pflicht genommen werden müsste von Seiten der Politik. Angesichts der Tatsache, dass der Aufschrei aus bestimmten Branchen reicht „uns fehlen Fachkräfte!“, um der Politik zusätzliche Mittel abzutrotzen um bestimmte Ausbildungsberufe oder Studiengänge zu pushen (vor der Dotcom-Blase 2001 war es die IT, heute sind es z.B. Altenpfleger), ist es gelinde gesagt lächerlich, dass die Politik den Spieß nicht umdreht und einen guten Teil der Kosten für staatlich-überbetriebliche Ausbildungsstätten nicht einfach den Unternehmen aufdrückt (z.B. durch eine Art „Bildungssteuer“, „Bildungsabgabe“ o.ä., 5% des Jahresüberschusses bspw.). Ich kann nämlich ehrlich gesagt das Fachkräfte-Gejammer langsam nicht mehr hören, was die meisten Branchen sich selbst zuzuschreiben haben (Altenpfleger z.B. kann rein physisch fast jeder werden und auch die intelektuellen Anforderungen sind mit Anforderungen an Ingenieure, Informatiker u.ä. nicht zu vergleichen) – unangemessen niedrige Löhne, bescheidene Arbeitsbedingungen etc. sei Dank.

          Aber das ist natürlich nochmal ein ganz neues Fass, zu dem ich mich oder andere sicher auch früher oder später nochmal im Detail auslassen werden. 🙂

          Liebe Grüße,

          Göran

    3. Hallo Frank,

      vielen Dank für das Kommentar eines Ex-Lehrers =). Ich finde Deine (witzig, dass wir uns über das Blog Duzen können ;)) Ideen sehr sinnvoll. Zumal sich die meisten mit sehr begrenzten Mitteln umsetzen ließen.

      Vielen Dank dafür und auch Dir alles Gute.
      Thomas

  22. Auch wenn ich viele deiner Gedanken nachvollziehen kann und teilweise auch vertrete muss ich dir widersprechen Thomas. Es sind nichtgrundsätzlich die Lügen des Schulsystems, die du da anprangerst. Das Schulsystem ist lediglich das Instrumentarium anderer Interessensverbände. Insbesondere ist es die freie Wirtschaft, die indirekt über Schule und die dort zu erreichenden Ziele und Inhalte bestimmt. Auch die konservative Wählerschaft ist eine große Reformbremse. Das pädagogische Personal selbst würde alles tun, um solche Reformen anzustreben, wie du sie umreißt. Aber ihr Stimmen werden nicht gehört und nicht erst genommen. Was du schilderst sind nicht Lügen des Schulsystems, sondern allgemeine Werte unserer Gesellschaft und des Marktes. Lese dazu meine Blogartikel:
    https://familietrifftschule.wordpress.com/2014/03/20/reformwahn-deluxe-wie-die-bildungspolitik-sich-von-wirtschaftlichen-interessen-versklaven-lasst-und-sich-dabei-vormacht-das-beste-fur-die-schuler-zu-tun/
    und
    https://familietrifftschule.wordpress.com/2014/03/04/des-deutschen-liebstes-kind-oder-warum-keine-partei-das-gymnasium-entthronen-wird/

    1. Vielen Dank für Dein Kommentar. Ich möchte mit dem Artikel auch nicht mit dem Finger auf die Lehrer zeigen. Das ist absolut nicht Sinn des Ganzen. Ich glaube, dass es viele mutige Lehrer gibt. Im pädagogischen Personal gibt es, wie überall, Menschen, die Dinge verändern möchten, offen sind für Innovation und Experimente und neue Formen des Lernens und solche, die lieber alles beim Alten lassen wollen, die sich eingerichtet haben und die Veränderung als etwas Lästiges empfinden.. =) Da kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

      Was ich aber auch sehe ist, dass einige engagierte Lehrer und Schulleiter/innen die Schule von innen heraus reformieren können. Ich glaube man darf nicht mit allem auf die „große Politik“ warten. Das ist der Fehler. Wir müssen selbst Handeln. Und das können selbstverständlich auch die Lehrer. Es gibt ja Beispiele für Schulen an denen der Wandel bereits eingetreten ist http://blog.schule-im-aufbruch.de/uber-uns/ (einige Beispiele in der Netzwerkkarte).

      Es wäre nur sehr schade, wenn diese Möglichkeiten weiterhin nur einigen Schülern vorbehalten wären. Letztendlich muss der Wandel auf breiter Front stattfinden. Und dafür rühre ich natürlich gerne mit allen Mitteln die Werbetrommel =).

      Übrigens glaube ich noch nicht mal, dass unser aktuelles Schulsystem im Sinne der freien Wirtschaft ist. Das war es sicherlich mal, aber zur Zeit wird das Schulsystem ja der aktuellen wirtschaftlichen Realität nicht gerecht. Das ist auch nicht im Sinne der freien Wirtschaft. Dieses Problem ist ja auch irgendwo schon „angekommen“ aber konkretes Handeln und Verändern ist bisher noch nicht gefolgt.

      1. Gut geantwortet 😉
        Das mit der Wirtschaft muss ich noch differenzieren. Einerseits stimmt es, dass die Wirtschaft in den Berufsanfängern nicht (mehr) die „Skills“ erkennt, die sie gerne hätten. Darum ist ja der aktuelle Trend, Unterricht viel mehr für projektbasierte Arbeit zu öffnen und die Schüler heutzutage auf Kompetenzen statt auf Inhalte schulen zu wollen. Auf diese Weise dringt zunehmend der Einfluss der Wirtschaft in die Methodik. In den Curricula wird zunehmend utilitaristisch aussortiert. Nach dem Motto „Was kein Geld bringt fliegt raus“. Auch sind zukünftige Chefs maßgeblich an Notenzeugnissen interessiert, die schnell über eine angebliche Kompetenz in einem Fach Auskunft geben. Komm denen mal mit einem Gutachten-Zeugnis, in denen für die Fachrichtungen ein jeweils mehrzeiliger Kommentar steht. Will doch keiner lesen. Menschen sollen auf eine Abinote reduzierbar sein, oder eben auf eine sonstige Abschlussnote. Das sitzt ganz tief in den Köpfen und daran misst man sich, bzw. sein Kind an anderen. Der Mittelstand und die Oberschicht wollen das auch bleiben. Und zwar auch durch schulische Separation. Es ist schlichtweg nicht im allgemeinen Interesse des Durchschnittsbürgers, flächendeckend eine Gemeinschaftsschule ohne harte Benchmarks einzuführen. Man will seinen Status auch über die Schulform und die Noten gesichert wissen. Leider!

        1. Wenn ich deine Antwort so lese stellt sich mir eine spannende Frage im Konflikt Note vs. textuelle Beurteilung von Fähigkeiten:

          Im Grundschulbereich gab es schon vor längerer Zeit den Trend weg von der Notengebung, hin zu Beurteilungen (speziell in den ersten Klassenstufen). Das trifft dann auch auf die Bildungsempfehlungen zu, die, neben dem Notendurchschnitt, eine wesentliche Grundlage für die weitere Schulwahl sein sollten. Ab der Sekundarstufe dreht sich das Ganze aber um 180°. Das finde ich bezogen auf die Köpfe der Eltern äußerst seltsam – einerseits versucht man durch Aufweichung der Notengebung dafür zu sorgen, dass möglichst viele Schüler den Weg zum Gymnasium einschlagen können – wenn es dann dort aber losgeht sind plötzlich nur noch die Noten das Ein und Alles, textuelle Beurteilungen hingegen null und nichtig… Gibt es dazu Ideen, Untersuchungen, Erfahrungen, warum das so ist?

          Ich selbst bin jedenfalls ein Verfechter textueller Urteile (oder mindestens textueller Erklärungen zu Urteilen oder Benotungen), weil es einen ganz entscheidenden Vorteil textueller Beurteilungen gibt: Eine Note gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit in z.B. 10 konkreten Prüfungssituationen. Eine textuelle Beurteilung hingegen kann (wenn sie gut geschrieben ist) eine sehr stark prozessorientierte Sichtweise auf Lernverhalten, Sozialverhalten etc. pp. geben. In der Justiz z.B. würde wohl niemand dafür plädieren, Urteilsbegründungen abzuschaffen und nur noch mit schuldig/nicht schuldig zu richten, oder?!?

          Grundsätzlich sind mir ohnehin Menschen lieber, die in der Lage sind, sich Fakten zu suchen („Wissen ist Wissen, wo’s steht“), diese miteinander zu verknüpfen, abzuwägen usw. und daraus neue Erkenntnisse abzuleiten oder gegebene Erkenntnisse nachzuweisen oder zu widerlegen. Die Noten, aber auch die Fächerbelegung in der Schule geben hingegen nur ein sehr begrenztes Bild ab, sind z.T. vom zur Verfügung stehenden Angebot abhängig (wenn es z.B. in der Umgebung nur MINT-orientierte Gymnasien gibt, wird es schwer für Schüler mit Sprachbegabung). Meine beste Freundin aus Schulzeiten ist bspw. Mathe- und Ethiklehrerin für Gymnasium geworden, dabei hatte Sie keinen Mathe-Leistungskurs zu Schulzeiten besucht, sondern Englisch und Geschichte. Aber sie hat eines: Eine natürliche Begabung, ein Talent, welches Sie dann für ihren Studienweg einsetzen konnte!

          1. Hallo Göran,
            ich stimme mit dir absolut überein, dass Textbeurteilungen ein differenzierteres Leistungsbild ermöglichen.
            In den Grundschulen werden Noten in der Regel sowieso erst in Klasse 3 eingeführt. Da gibt es also keine wegführenden Trend. Noten ab Klasse 1 sind mir nirgendwo bekannt, auch nicht in der Vergangenheit. Es stimmt, dass zur Überweisung auf die weiterführende Schule differenzierte Textbeurteilungen verfasst werden. Die werden jedoch bei der Aufnahme eher oberflächlich durchgeschaut. Der Blick geht auf die Zeugnisnoten und auf den eigenen persönlichen Eindruck vom Kind. In die Textbeurteilung guckt man höchstens mal im Nachhinein als Klassenlehrer, wenn man sich irgendwelche Verhaltensauffälligkeinen nicht erklären kann.
            Ist bei einer Bewerbung später auch so. Es will keiner bei 50 Bewerbern die Textbeurteilungen lesen. Da geht’s um Noten und den persönlichen Eindruck. Ich sage also nicht, dass ich Noten besser finde, das stimmt nämlich nicht, sondern, dass sie aufgrund der effizienten Reduktion gewollt sind. Differenzierungen interessieren da kein Schwein. Man will ja nicht wissen, wo der Bewerber genau seine Einschränkungen hat, man nimmt halt gleich den mit dem besseren Zeugnis.
            Textbeurteilungen weichen auch nicht den Übergang zur Weiterführenden Schule auf. Der ist ohnehin aufgeweicht weil sich die Maßstäbe total verschoben haben.
            Ein Grund, warum an der Grundschule Textbeurteilungen unter anderem möglich sind ist, dass dort in der Regel von EINEM Klassenlehrer nahezu alle Fächer unterrichtet werden. Und dieser Lehrer hat im Grunde kaum andere Klassen als seine eigene. Es geht also faktisch um ca. 25 geschriebene Textbeurteilungen.
            Als Gymnasiallehrer hat man in der Regel durchschnittlich 8 verschiedene Klassen pro Schuljahr. 30 Leute pro Klasse = 240 Schüler. Die Schüler bekommen 2 Zeugnisse im Jahr = 480 Noten. In der Oberstufe gibt es noch Quartalsnoten dazu, die lasse ich mal außen vor. Ich glaube wir sind uns einig, dass ein Lehrer für 240 Schüler keine Textbeurteilungen schreiben kann. Das habe ich bisher nur an Privatschulen ZUSÄTZLICH zum Zeugnis erlebt. Da sind aber dann 15 Schüler in der Klasse. Es ist schlichtweg nicht zu bewältigen, in der weiterführenden Schule so viele Textbeurteilungen zu erstellen. Noten sind da schlichtweg effizienter, auch wenn sie LEIDER überhaupt nichts über mangelhaftes Sozialverhalten usw. aussagen. Das kommt dann eben in die Zeugnisbemerkung.
            Ja, es werden heutzutage super viele Leute auf das Gymnasium geschickt. Die Schwelle ist sehr niedrig geworden. Und am Gymnasium gibt es dann Noten, die aber insgesamt sehr inflationär vergeben werden. Man kann die Anforderungen für eine 2 heutzutage nicht mehr vergleichen mit den Anforderungen für eine 2 vor 15 Jahren. Auch da sind es also nicht die Textbeurteilungen, die Leistungen aufweichen. Aufgeweicht sind auch die Noten.
            Das Fazit sehen wir dann in Studenten, die die simpelsten Anforderungen nicht mehr erfüllen können, aber ein mords Selbstbewusstsein haben, weil ihnen immer vorgespiegelt wurde, ihre Leistungen seien ok. Siehe: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/sprachnotstand-an-der-uni-studenten-koennen-keine-rechtschreibung-mehr-12862242-p2.html
            Der Artikel stimmt so was von! Leider werden sich die deutschen Universitäten damit abfinden müssen. Deutschland hat sich eben auferlegt, seine Abiturienten und Studienabschluss-Quote zu erhöhen, um im internationalen Vergleich aufzuholen. Das geht eben nur über Qualitäts-Zugeständnissen.
            Dazu mein Artikel: https://familietrifftschule.wordpress.com/2014/03/20/reformwahn-deluxe-wie-die-bildungspolitik-sich-von-wirtschaftlichen-interessen-versklaven-lasst-und-sich-dabei-vormacht-das-beste-fur-die-schuler-zu-tun/
            Letztendlich, ja Textbeurteilungen sind natürlich viel aussagekräftiger, aber für unser abgefucktes Bildungssystem und den Arbeitsmarkt viel zu ineffizient.

  23. Oh ja, der aktuelle FAZ-Artikel spricht auch eine ganz, ganz große Nummer an… Vor 8 Jahren meinte eine Kollegin von mir als Reaktion auf meine Abschiedsmail an die Abteilung sinngemäß: „Es tut echt gut, mal wieder eine wohl formulierte E-Mail zu lesen.“ und bezog dies in erster Linie auf unseren damaligen Business Unit-Leiter, dessen Schriftstücke eine absolute Katastrophe waren.

    Du hast recht, dass eine textuelle Beurteilung durch Gymnasiallehrer ungleich schwieriger ist und Jahr für Jahr auch schwieriger gemacht wird. Das hängt ja auch zusammen mit Erhöhung von Stundenzahlen für die Lehrer, größere Klassen, Reduktion der Stundenzahlen für einzelne Fächer zugunsten neuer/anderer Fächer, wodurch der „Durchsatz“ an Schülern in der Tat von einem Lehrer nicht mehr wirklich sinnvoll auch textuelle Beurteilungen erhalten kann. Wobei es an gewissen Stellen natürlich auch eine Frage der Kommunikation zwischen den Lehrkräften ist. Nur mal angenommen, jeder Fachlehrer einer Klasse würde für jeden Schüler zumindest einen Dreizeiler hinterlassen mit:

    1. Stärken
    2. Schwächen
    3. Entwicklung positiv oder negativ

    dann könnte meines Erachtens der jeweilige Klassenlehrer mit überschaubarem Aufwand eine textuelle Beurteilung grundsätzlich vornehmen. Dass das aufgrund der Millionen anderen eher sinnfreien Verpflichtungen im jetzigen Zustand der meisten Schulen persönlich nicht machbar ist, ist die Crux in den meisten Fällen.

    Aber wie du sagst: Es geht ja nach der Schule munter weiter. Es wird pro Schuljahr, pro Bildungslevel, pro Ausbildung, Studium, Arbeitsstelle usw. alles immer mehr zusammen gerafft, so dass man sich an jedem neuen Wendepunkt selbst verbittert die Frage stellt: „Was habe ich eigentlich gelernt? Was habe ich gut geschafft? Was habe ich weniger gut geschafft? Wo sind meine Stärken, Potentiale? Wo meine Schwächen? Wo kann und sollte ich beim nächsten Schritt am ehesten anknüpfen?“ (diese Situation hatte ich schon mehrfach in den letzten 10-15 Jahren, aber erst seit letztem Jahr kann ich mir diese Fragen adäquat auch selbst nachhaltig beantworten).

    Dann holt man sein Zeugnis raus, sieht, hmm, Informatik Note 2, Mathe Note 2, also werde ich wohl am besten Informatiker. Dass das Ganze dann vielleicht einfach nur mit viel Auswendiglernen, niedrigem Anforderungsniveau seitens des Lehrers erreicht wurde, aber die Fähigkeit zum systematischen Analysieren vollkommen brach liegt (was zumindest für praktische Informatik elementar wichtig ist) bleibt dann außen vor. Ergebnis sind dann in diesem, aber auch anderen Bereichen hohe Abbrecherquoten, unterdurchschnittliche tatsächliche Leistungsfähigkeit usw.

    Und mit dem Verhalten von Personalern in erster Linie nach Noten zu filtern, wird der von dir genannten Spirale natürlich auch fleißig Vorschub geleistet. Es ist zwar in der Tat zeitaufwändiger, in textuellen Beurteilungen, Bewerbungs- und Referenzschreiben nach den besten Talenten zu suchen, als nur nach den Noten zu gehen – unterm Strich wird es dann aber natürlich umso teurer, wenn ein Unternehmen auf die Art und Weise permanent ins Klo greift. Dasselbe gilt auch wiederum für Gymnasialklassen, die mit Schülern zu kämpfen haben, die das Niveau nicht unbedingt heben usw. usf.

    Ich hoffe, dass den Entscheidern und Verantwortlichen jetzt langsam aber sich ein Licht aufgeht und der Mut hinzukommt, Entscheidungen auch mal durchziehen, die nicht nur den Fokus auf eine Legislatur- oder andere Amtsperiode haben – sondern die viel mehr auf mindestens eine ganze Generation oder noch darüber hinaus ausgerichtet sind. Letztlich hat solch ein Mut meiner Meinung damals Gerhard Schröder die Kanzlerschaft gekostet (Stichwort Agenda 2010) – die Früchte auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft in Relation zur globalen Entwicklung ernten wir dafür im Moment!

    Abschließend ist zu wünschen, dass durch eine höhere Nachfrage auch nach textuellen Beurteilungen früher oder später auch die Angebotsseite (sprich die Bildungseinrichtungen) nachziehen, ansonsten sieht es düster aus für das Land der Dichter und Denker…

  24. Ich möchte gerne noch eine Empfehlung geben für die, die MACHEN wollen: Schule im Aufbruch hat ein MOOC entwickelt, ein kostenfreier, zeitlich flexibel gestaltbarer Onlinekurs zum Thema „Schule transformieren“. Ich bin SEHR begeistert von den Tools, vom Umgang miteinander, von den vielen, vielen Infos die auch von den Teilnehmern kommen. Darunter viele Lehrer und sogar Schulleiter, die gerne verändern wollen … aber bisher nicht so konnten wie sie wollten bzw. zu wenig Unterstützung hatten. Aktuell sind über 2.900 Teilnehmer eingeschrieben, ich finde, das ist eine Zahl die MUT macht …

    Ich hab zwar für mich entschieden, in Düsseldorf eine Schulalternative aufzubauen, aber auch dafür kann ich die Tools für Gruppenprozesse und Co. sehr gut nutzen.

    Ins TUN kommen, sich einbringen, handeln … wer Ideen braucht, kann sich gerne bei mir melden 🙂

    Herzliche Grüße, Ulrike

      1. Super, danke. Ich hab schon viele Kurse mitgemacht und bin eher etwas skeptisch an den Kurs herangegangen … aber ich hab dank einer Aufgabe im Kurs meinen Schalter von „ich kann nicht malen“ zu „ich kann malen“ umlegen können 😀

        Was für eine Potenzialentfaltung … lach …

        A&O bleibt aus meiner Sicht aber immer noch das gemeinsame Handeln vor Ort …

  25. Du bist wahnsinnig bewegend und motivierend. Regst mich an meine Denkvorgänge weiterzuführen und nicht abzubrechen, weil andere sagen ‚das ist quatsch‘

    DANKE! 🙂

  26. Hallo Thomas, hi Ben,

    es gibt noch viel mehr an Kritikpunkten bezüglich unseres gesamten Bildungssystems, so dass ich ganz neu anfange. So lange wir nicht den einzelnen Menschen ins Zentrum seiner eigenen Entwicklung stellen, kommen wir nicht weiter.
    Also habe ich – s. http://www.flyer.edeju.de – eine völlig andere Vision entwickelt, die aber auf meiner eigenen 70jährigen Erfahrung und der über 40jährigen Praxis beruht.
    Autodidaktisch wurde ich Entwicklungsingenieur, ebenso habe ich völlig selbstständig das Cleverle-Konzept entwickelt.
    Wir müssen uns davon befreien, wenn es um das Thema Bildung geht, reflexartig an Schule zu denken. Die Natur hat uns ganz tolle Kompetenzen mitgegeben, die uns viel weiter führen, als das irgendeine noch so gut gemeinte Schule realisieren kann. Diese gilt es neu zu entdecken und zu nutzen.
    Gerne möchte ich mit eich darüber reden: 07666/4575

    Wolfgang

  27. Euren Artikel fand ich super, er hat mir aus dem Herz gesprochen. Was aber auch zu kurz kommt, ist die soziale Seite. Meine Schulzeit (Grund-u- Realschule) war der Horror.Ich wurde von meinen lieben Mitschülern gemobbt, es fielen ihnen immer neue Dinge ein, zuhause hatte ich Probleme, für die ich viel zu klein war (Mutter behandlungsbedürftig depressiv, Vater Akademiker, schlug uns weil wir nicht seinen Wünschen entsprachen). Niemand war für mich da. Im Unterricht hatte ich Angst vor den Hänseleien in der Pause, in der Pause Angst vor dem Matheunterricht und der Sportunterricht war am allerschlimmsten. Toll wenn man immer übrigbleibt beim Manschaftenwählen und der Mitschüler, der mich nehmen musste, einen Flunsch zog und der Sportlehrer das noch voll ignoriert hat. Kein Wunder, daß der Unterricht an mir vorbeiflog und ich mir als Grundschulkind selber die Diagnose :Depressiv, du gehöhrst ins Irrenhaus stellte. Wie soll man damit Abitur machen? Dabei war ich nicht dumm, später lernte ich Krankenschwester, und habe bei voller Berufstätigkeit mein Abitur nachgeholt, mit einem NC von 2,6. Nicht schlecht , oder? Später war ich alleinerziehende Mutter von 3 Kindern, und mein Schicksal wiederholte sich, und die Eltern der Mitschüler meiner Kinder haben die Mobberei noch unterstützt. Mit den Kindern spielst du nicht!!!!!! Und im Gegensatz zu meiner Mutter binn ich zu jedem Elternabend und hatte unzählige Gespräche mit den Lehrern. Besonders mein Sohn hat viel gelitten, er hat ein ADHS. Jetzt binn ich Oma, mein Enkel ist 11, und auch er hat ADHS. Er hat es auch nicht besser. Ich find es toll, wie ihr euch mit dem Thema Schule auseinandersetzt, auch wenn ich nicht weiß, wie ich helfen kann. Aber das Thema muss umbedingt mit rein. Ansonsten „Kinners, weiter so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“

  28. Vielen Dank für dieses klare Statement.
    Eigentlich ist dem Ganzen kaum etwas hinzuzufügen.
    Aber eine sache finde ich auch extrem schlimm: Unsere Kinder stehen während ihrer Pubertät, also genau dann, wenn sie am „schwächsten“ sind, da sie schon mit sich selbst überfordert sind, an den wichtigsten Wegpunkten ihrer Ausbildung. Sie haben Entscheidungen zu treffen und Leistungen zu bringen, die nicht repräsentativ für ihre Fähigkeiten sein können, da diese sich gerade neu ausbilden.
    Ich persönlich hätte aus heutiger Sicht alles anders gemacht, wenn ich eine zweite Chance bekommen hätte.
    Kinder verdienen einfach mehr Zeit, und sie verdienen eine „Auszeit“ während dieser Lebensphase.
    Und selbst, wenn man dem Schulsystem unterstellte, dass es funktioniert, zeigt doch die Realität täglich Mängel hinsichtlich der Kompetenz der Lehrkräfte und der finanziellen Mittel, die verwendet werden.
    Integrationstechnisch sind unsere Schulen sowieso ein einziges Desaster.
    Liebe Grüße
    Tom

  29. Wichtig wäre auch – Medien, Politik, Wissenschaft und Religion Hinterfragen ! Beispiel : 9/11 Lügen / Politik und Lobbyisten die NWO , Bilderberger , Geschichts lügen BRD GmbH , Pyramiden, u.s.w. kurz Selber Denken lernen ! Das ist natürlich das Ende des System Sklaven – ist aber auch Zeit !

  30. Unsere SCHULEN sind das Gegenteil von SCHULE.
    Unsere Schulen sind Unterrichtsvollzugsanstalten.
    LERNEN wird dort VERHINDERT.
    LERNEN bedeutet ja: Fährten des Lebens folgen, eigene Erfahrungen sammeln.
    Dabei käme man VORWÄRTS.
    In unseren „Schulen“ aber wird man UNTERRICHTET.
    Unterricht richtet NACH UNTEN.
    Es ist nicht zu übersehen, überhören, überfühlen, …..
    In der neuen Ich-kann-Schule habe ich BERICHTET wie SCHULE klappt.
    Und warum es in Unterrichtsvollzugsanstalten nicht nur nicht klappt sondern immer mehr das Gegenteil passiert.
    Wenn man sich von diesen konstruierten, verkehrten Vorgaben LÖST, beginnt die LÖSUNG.
    Ich freue mich auf Euren Erfolg!
    Franz Josef Neffe

  31. In diesem Artikel wird alles auf den Punkt gebracht.

    Um es auf den Systempunkt zu bringen, habe ich folgende Gedanken:

    Durch das System und Konkurrenzdenken wird grundsätzlich der gesamten Klassengemeinschaft der Zusammenhalt geraubt. Man sieht seine Mitschüler als Feinde. Wir reproduzieren totes (auch falsches) Wissen ohne es zu verknüpfen und seinen Wert in der Gesamheit zu erkennen.

    Uns werden falsche Informationen eingehämmert und Traditionswerte genommen. Dadurch ensteht zu allerletzt ein „scheuklappenartiges“ Verhalten, welches uns schließlich unserer Mündigkeit beraubt und durch und durch von Ignoranz geprägt ist.

    Bildung ist nur zu einem Mittel zum Zweck verkommen und zwar um hörige und konsumfreudige Bürger zu schaffen. Denn schließlich ist die Matura oder das Abitur nur ein Prestigeobjekt, eine Eintrittskarte zu höherer „Bildung“, in der das Spiel der Volksverdummung fortgesetzt wird.

    Ich selbst bin 17 Jahre alt und habe gerade heute mein letztes Schuljahr begonnen. Ich bin sehr froh, dies alles rechtzeitig erkannt zu haben und behaupten zu können, dass ich meine Mündigkeit noch besitze.

  32. Super Artikel!!! Meine Kinder sind jetzt 16 und 13 Jahre alt und ich bemängel seit der Grundschulzeit auch die Einstellung der Lehrer zu ihren Schülern. Für viele ist es ein gut bezahlter Beruf, aber keine Berufung, was es aber sein sollte damit Kinder auch Freude am Lernen haben. Leider ist aber bei uns alles Zwang und die Einstellung der Lehrer zu ihren Schülern kann so viel kaputt machen an dem Wunsch und der Freude zu lernen. Ebenfalls frage ich mich seit der Grundschule, warum es in Deutschland nicht möglich ist, Kinder nach ihren Talenten, nach ihrer Begabung zu unterrichten. Wenn ein Kind eine Sprachbegabung hat, warum wird es darin nicht weiter gefördert? Wenn ein Kind keine Begabung/Talent für Physik/Chemie hat, warum muss es dann 9 Schuljahre lang eine 4, 5, oder 6 mit durchschleppen, anstatt es in den Fächern weiter zu bilden, in denen es Talente hat. Niemand von uns entspricht der Norm, wir sind alle individuell, warum aber entspricht die Schule nur der Norm und nicht der Individualität? Wir lernen doch auch nicht alle den gleichen Beruf, sondern erlernen doch auch hier individuell.

    Ich finde es sehr bezeichnend, dass viele Freunde, die ich auf Facebook habe, sich darüber beklagen, dass man mit der ganzen Welt auf englisch kommunizieren kann, nur mit den Deutschen nicht, die Schüler sind auch heute, nach 9 Schuljahren, nicht in der Lage, sich mit einem englisch sprechenden Menschen auseinander zu setzen, weder mündlich noch schriftlich, obwohl Englisch die Weltsprache ist und diese Sprache bei vielen Berufen notwendig ist.

    Ich hätte noch einiges mehr zu bemängel, aber ich will hier ja keinen Roman schreiben 🙂

    LG Marion

  33. Der wesentliche Systemfehler liegt in der staatlichen Schulpflicht. Solange Kinder unter Polizeigewalt – wenn Eltern z.B. ihre Kinder zu Hause unterrichten – in der Schule gehalten werden, bleiben Angst und eine gewisse Wehrlosigkeit. Solange es ein Straftatbestand ist Kinder nicht in die Schule schicken, bleibt das Machtgefälle.

    Deshalb nicht locker lassen Ben …

    1. Tja, aber was macht man dagegen? Polizeiliche Zuführung, Bußgelder, Beugehaft, Sorgerechtsentzug. So liest sich der Alptraum der Eltern, die ihre Kinder frei und selbstbestimmt ohne Schule lernen lassen wollen.
      Ein Einzelner kommt da kaum gegen an.
      Du darfst erst deinem Weg folgen, wenn du 18 bist und Genießer von Grund- und Menschenrechten. Solange du unter 18 bist, hast du leider keine Zeit und Gelegenheit, dich frei und selbstbestimmt zu bilden, weil du so mit dem Lernzwang der staatlichen Schulen belegt bist.
      Für Erwachsene selbstverständlich: Ihrem Weg zu folgen.
      Für Noch-Wachsende aber leider nur ein ferner Traum.

  34. Ich bin Lehrer.
    Lehrer an einer „Unterrichtungsanstalt“. Über konstruktive Kritik freue ich mich persönlich grundsätzlich. Gucke ich mir meine drei Vorredner/innen an finde ich Kritik ohne konstruktive Elemten zu erkennen. Ich habe gerade mein Referendariat abgeschlossen und bin es bereits jetzt leid Stammtischdiskussionen über Schule und Lehrer zu führern. Das System Schule ist mist und die Lehrers die Vertreter des schlechten Systems. Ein wunderbarer Boden für eine konstruktive Kooperation …

    Im 1. Punkt stimme ich Ben zu. Unser Nachwuchs hat ein Potential das entfaltet werden will, und dass ist eine wirklich Herrausforderung es in diesem System angemessen zu tun.

    Punkt 2./3. dem Schulsytem anzukreiden ist dann doch etwas zu einfach. Guckt man sich die Sozialstruktur von Schimpansen an wird schnell klar, dass Konkurenz mehr ist als eine kaptalistische Erscheinung. Und die Selbständigen, die hier gegen das System Schule wettern, gucken mit Sicherheit auf die Qualifikationen ihrer Bewerber oder führen gar selbst Einstufungstests und Assement-Center durch. Auf DSDS & Co. will ich garnicht erst zu sprechen kommen …

    Dass unser Bildungssystem besser gestaltet werden kann ist wahr, allerdings ist eine Bildungsrevolution etwas für Che-Guevara T-Shirt-Träger, die gerne verdrängen, dass dieser Mann dafür die Waffe in die Hand genommen hat. Reformen sind eine anstrengende Sache, aber gerade bei der Bildung sollten man sich diese Zeit nehmen. Apropo Zeit: Wann haben Sie ihre Kinder, Neffen, Nichten & Co. das letzte mal bei den Hausaufgaben unterstützt !? ;P

  35. Hey Thomas, hey Ben,
    Ich finde den Artikel total klasse und Anti-Uni an sich super inspirierend!
    Mich würde interessieren, was ihr Schülern ratet, die das System nicht mehr länger mitspielen möchten?
    Wie kann man als Schüler das System am besten transformieren? Von innen heraus oder indem man abgeht und somit zeigt, dass man dieses System nicht unterstützt?
    Ich will unbedingt zu einem Wandel mit beitragen und würde mich sehr über eure Meinung freuen! 🙂
    Liebe Grüße, Sarah

  36. Toller Denkanstoß – danke dafür!

    Ich habe diesen ganzen Prozess durchlaufen:
    4 Jahre Grundschule – 8 Jahre Gymnasium – 3 Jahre Studium – 3 Jahre Arbeit

    Bis ich gemerkt habe, dass es mich kaputt macht 50 Stunden pro Woche zu arbeiten. Für Andere. Für eine Sache, die mich nicht wirklich bewegt.

    Jetzt habe ich mich selbstständig gemacht und festgestellt: Ich liebe es. Aber FAST ALLES was ich dafür brauche, muss ich mir noch selbst beibringen. Irgendwas kann da mit meinem Studium nicht stimmen.

    Aber zurück zur Schule:
    Was mich am meisten geärgert hat: Dass man 90% seiner Zeit für Fächer aufwenden muss, in denen man eben nicht so gut ist (meistens wohl, weil man sich für andere Themen interessiert). Und hat kaum mehr Zeit, den Themen und Interessen nachzugehen die Spaß machen, die leicht fallen, in denen man leicht große Fortschritte machen kann.

    Meiner Ansicht nach, sollen in der Schule viel mehr die individuellen Talente gefördert werden. Viel zu oft steht auch die eigene Sache (Musik, Tanz, Sport,..) der Schule im Weg. Weil „wichtige Lernzeit“ draufgeht. Das kann nicht richtig sein.

  37. Hi Thomas,

    sehr interessante Gedanken.
    Es fällt immer sehr schwer ein System zu hinterfragen, in dem man selbst gefangen ist. Ich bin 20 Jahre lang in die Schule gegangen und habe jetzt einen guten Job. Habe jetzt aber festgestellt, dass es nichts für mich ist für andere zu arbeiten und zu tun was man mir sagt. Jetzt beisse ich mich durch und baue nebenbei eine selbständige Existenz auf.

    Leider gibt es keine Schulen in denen beigebracht wird, wie man selbständiger Unternehmer wird.

    Grüße
    Max

    1. Hey Max,

      noch gibt es diese Schulen nicht. Aber ich bin mir sicher da wird sich einiges tun in den nächsten Jahren.

      Und voll gut, dass du dir selbst versuchst etwas aufzubauen! Vielleicht ist mein neues Projekt BlogBuddy.de (geht bald an den Start) ja was für dich.

      Lg,

      Ben

  38. Ich freue mich über gerade sehr über diesen Artikel, den es ist wunderbar das es immer mehr Menschen verstehen, wie Wichtig ein umdenken im Umgang mit Bildung ist.

    Ich Persönlich habe das Privileg gehabt seid meinem Uten Schuljahr einen Freien und auf mich Abgestimmten Bildungsweg zu verfolgen. Der mich ohne Studium und im Vertrauen auf meinem Weg, in die Position gebracht hat, dass ich jetzt eine Primar-Stufe in einer Montessori Schule mit Leite.

    Es ist jetzt schon Möglich einen Freien Bildungsweg zu gehen es gehört nur Mut der Verantwortlichen und vor allem das Vertrauen in die Eigenen Fähigkeiten dazu.

    Lg,

    Valentin

  39. „Der Mensch ist frei geschaffen,
    ist frei und würd` er in Ketten geboren.“
    Friedrich Schiller
    DER SCHUL-KÄFIG – EINE SKINNER-BOX

    1. Die junge Generation in der Bildungs-Dressur

    Diese Feststellung klingt zwar provozierend, resultiert aber aus Erkenntnissen der Tierpsychologie, die der Psychologe B. F. Skinner im Ratten-Experiment gewonnen hat.

    Skinner entwickelte in der sog. „Skinner-Box“ das Lern-System des „operanten Konditionierens“. Er dressierte Ratten mit dem „Prinzip der Verstärkung“.
    Erwünschtes Verhalten belohnte er mit positivem „Verstärker“, mit Futter;
    unerwünschtes Verhalten sanktionierte er mit negativem „Verstärker“, mit Stromschlag.
    Ergebnis der Konditionierung:
    Die Ratten wiederholten das belohnte Verhalten und vermieden das bestrafte.
    Sie hatten ein Verhaltensmuster gelernt.

    Ebenso funktioniert das Lernsystem der Schule.

    Kinder und Jugendliche werden mit Zensuren konditioniert wie Ratten mit Futter und Stromschlägen.
    Erwünschte Lern-Leistung wird mit guter Zensur belohnt, fehlerhafte Leistung mit schlechter Zensur bestraft.
    Ergebnis der Konditionierung:
    Das „Prinzip der Verstärkung“ prägt ein Verhaltensmuster, das Schülerinnen und Schüler auf Zensuren fixiert.
    Für die Belohnung mit guten Zensuren lernen sie alles, was ihnen „vorgesetzt“ wird, bis zur totalen Erschöpfung („Schüler in der Leistungsfalle“, ZdF „37°“, 14. 1. 2014).
    Darüber hinaus wirkt die Zensierung auf sie wie ein Damokles-Schwert, das über ihnen schwebt und das jederzeit auf sie herabfallen könnte. Die Ungewissheit, ob es eine gute oder eine schlechte Zensur wird, erzeugt in ihrer Psyche eine pathogene, krankmachende, Angst-Spannung.

    Die Folge:
    Jedes dritte Grundschulkind leidet unter psychosomatischen Störungen und jedes zehnte Schulkind ist in Behandlung beim Schulpsychologen oder beim Kinderarzt, weil …,
    ja, weil animalische Lern-Dressur menschenverachtend ist und sich deshalb naturgemäß pathogen auswirkt.

    Wie menschenunwürdig animalische Lerndressur ist, hat Skinner selbst mit seinem Buchtitel dokumentiert: „Beyond Freedom and Dignity“ (Jenseits von Freiheit und Würde).
    Denn operantes Konditionieren schließt die Entscheidungsfreiheit des Menschen aus.
    „Verstärker“ wirken in der menschlichen Psyche unbewusst auf den Reiz-Reaktions-Mechanismus. Dabei bleibt das Bewusstsein der Entscheidungsfähigkeit unbeteiligt.
    Das bedeutet:
    Ein Mensch wird auf sein unbewusstes Reiz-Reaktions-System reduziert und hat keine Option, frei zu entscheiden. Konditionierung „stiehlt“ ihm diese Ur-Fähigkeit, die einen Menschen erst zum Menschen macht.
    Ein solcher Mensch ist entmenschlicht. Seine konditionierten Verhaltensmuster sind seinem Tier-Menschen-Stadium zuzuordnen, einem evolutionären Stadium „Jenseits von Freiheit und Würde“.

    Besonders Menschen in „Käfighaltung“, wie in Gefängnissen, sind auf ihr Reiz-Reaktions-System reduziert. Ihre Entscheidungsfreiheit ist begrenzt. Sie reagieren auf die angebotenen „Verstärker“, indem sie die geforderten Verhaltensmuster lernen. Sie passen ihr Verhalten an die Bedingungen des Käfig-Systems an. Sie haben keine andere Wahl, wenn sie überleben wollen.
    Auch im Schulkäfig wird der Schüler-Mensch auf sein Reiz-Reaktions-System reduziert und dadurch entmenschlicht.
    Schülerinnen und Schüler haben als Käfig-Insassen keine andere Wahl, als sich systemkonform zu verhalten und sich anzupassen, wenn sie einen guten Schulabschluss erreichen wollen, der ihnen ihre Freiheit wiederschenkt. Bis dahin ergeben sie sich dem erzwungenen Bulimie-Lernen: Lernstoff „fressen“ – in der Klausur „auskotzen“ – den nächsten Lernstoff „fressen“ … .

    Fazit:
    Im Schulkäfig wird die Persönlichkeitsentwicklung zu einem gesunden Menschentum durch die Zensuren-Dressur be- und verhindert. Entlassen werden kopfgesteuerte, emotional unreife Menschen mit „Hornhaut auf der Seele“(Viola Heeß, Henning Sußebach).
    Die Menschheit bleibt in ihrem Tier-Menschen-Stadium stecken, trotz tausender Jahre Religion und Philosophie.
    Die Folgen sind besonders im Fernsehen täglich zu sehen:
    Menschen
    – bekämpfen sich noch immer wie blinde Idioten, statt einander zu achten und zu helfen;
    – plündern aus Habgier den Planeten, auf dem und von dem sie leben, statt ihm für jedes Brot- und Reis-Korn zu danken,
    – gründen im globalen Kampf der Köpfe eine „Schule für den Wirtschaftskrieg“, „École de Guerre Économique“ (EGE), statt für die globale Friedenssehnsucht der Menschheit eine Schule für Herzensbildung;
    – perfektionieren mit PISA-Ranking und Testeritis die Tier-Lernmethode im Schulkäfig und betreiben Gehirnbewirtschaftung der jungen Generation, statt Menschenbildung.

    2. BildungsministerInnen vor einer Fundamental-Entscheidung

    Ist BildungsministerInnen und Eltern eigentlich bewusst, dass dieses schulische Lernsystem mit Zensuren aus „Zuckerbrot und Peitsche“ (Kurt Tucholsky) animalisch ist?

    Eltern glauben an die Zensur wie an ein Gottes-Urteil, obwohl sie von Lehrerinnen/Lehrern nach eigenem Ermessen subjektiv gesetzt ist. Eine Zensur, eine Zahl, hat etwas Klares. Sie vermittelt den Anschein von Objektivität. Darin liegt die Verführung der Eltern. Eltern glauben, die Zensur sei Maßstab für Bildung, und BildungspolitikerInnen bestärken sie in diesem Glauben.

    Manche Eltern werden es nicht wahrhaben wollen, dass dieses Lernsystem, das der Ratten-Dressur in der Skinner-Box entspricht, animalisch und menschenunwürdig ist. Sind sie doch selbst durch diese Schule gegangen und „etwas Ordentliches“ geworden!
    Aber wollen Eltern und BildungsministerInnen eigentlich das Tier-Lernsystem?
    Wollen sie wirklich, dass Kinder und Jugendliche wie Tiere von außen, extrinsisch, motiviert und auf den Zensuren-Formalismus fixiert werden?
    Wenn sie überzeugt sind, dass die junge Generation mit der Zensuren-Dressur auf die Welt des globalen Konkurrenzkampfes vorbereitet werden muß, dann ist das Tier-Lernsystem richtig. Denn animalisches Lernen erzeugt Verhaltensmuster für die animalische Hackordnung, wie Futterneid und Brutalität im darwinistischen Konkurrenzkampf. Das bestätigte die Schülersprecherin Judith Bürzle aus Illertissen bei Maybrit Illner:
    Nach zehnjähriger Lern-Dressur „gönnen Schüler einander gute Leistungen nicht mehr“.

    Die dargestellten Erkenntnisse der Tierpsychologie und der pädagogischen Anthropologie (s. Ziffer 3) fordern die Bildungsministerinnen und Bildungsminister im Integralen Bewusstseinszeitalter des 21. Jahrhunderts zu einer evolutionären Fundamental-Entscheidung heraus:
    Wollen sie die junge Generation weiterhin in den Schul-Käfig zwingen und für den animalischen Konkurrenzkampf konditionieren?
    Oder:
    Wollen sie Schüler-Menschen in Menschen-Schulen für die Humanisierung der Welt menschlich bilden?

    3. Der Mensch – ein Selber-Lerner

    Menschliches Lernen ist „Lernen in Freiheit“ (Carl R. Rogers). Jedes Kind ist schon als Baby ein „Selber-Lerner“, ein „Frei-Lerner“. Dafür hat die Natur den Menschen mit einem freien Geist ausgestattet.
    Jeder Mensch erlebt seinen freien Geist, wenn er in seinen geistigen Innenraum geht. In diesem Raum kann er i n n e – halten, überlegen und sich fragen, ob er die Schokolade essen will oder lieber doch nicht. Er muß sie nicht zwanghaft wie ein Tier in sich „hineinfressen“. In diesem Innenraum kann er mit sich selbst einen inneren Dialog führen, so, als stünde er vor sich selber. Hier entscheidet er sich als „Selberleber“ (Kitz/Kusch) für die Lebensqualität, von der er überzeugt ist.
    Die menschliche Ur-Fähigkeit zur freien Entscheidung bietet jedem Kind die Chance, selbst zu entscheiden, welche Kenntnisse es braucht, welche Begabungen es weiterentwickeln will.
    In Freiheit lernt es alles, was es lernen will.
    Die menschliche Ur-Fähigkeit ist die Basis seiner Freiheit und Würde.

    In der Menschen-Schule kommt es darauf an, die Entscheidungsfähigkeit in Freiheit zu entwickeln und zu stärken.
    – Erst dann gelingt die Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen zu einem
    gesunden Menschentum.
    – Erst dann wird der junge Mensch als Menschenkind zum „Selber-Leber“ mit einem erwachten Bewusstsein vom eigenen SELBST.
    Gesundes Menschentum lebt ein Mensch, der gelernt hat, seine Gedanken und Gefühle in seinem „Inneren Universum“ zu ordnen und zu steuern. Dann erst ist er fähig, der zu werden, der er ist: ein gesundes SELBST.

    Noch aber liegt der E r s t k l ä s s l e r O s k a r
    „nach Schule und Ergotherapie häufig auf dem Sofa und starrt vor sich hin. Und fragt jeden Abend: Wann ist wieder frei?“ (Hauke Goos, DER SPIEGEL 1/2014) – – – für Selberlernen!

    George Bernhard Shaw über seine Schulzeit: Ich haßte die Schule, dieses Kindergefängnis.“

  40. Wunderbar befreiend und erleichternd zu lesen, dass doch auch einige andere so denken. Bin selbst Sonderschullehrerin und hadere sehr oft mit mir, weil ich merke, dass meine Sichtweise leider häufig nicht die der Kollegen ist und oft recht krass deutlich wird, was das mit Kindern macht.
    Danke! Ich bleib dran und versuche weiterhin, den Kindern zu vermitteln, dass sie liebenswert und toll sind, auch wenn sie „Fünfer-Schüler“ sind.
    Oh man…
    Toller Artikel!! 😀

  41. Hey.
    ich bin gerade total bewegt, weil ihr beide und alle anderen hier auch, genau dasselbe denken, wie ich.

    Ihr habt mehr als nur Recht mit eurem Artikel. Genau das sind die Probleme unseres Schulsystems.

    Ich bin selber Schülerin und erfahre die Schwächen dieses Systems jeden Tag. Man wird mit anderen verglichen. Man wird nach Leistungsstandards bewertet, die sich irgendwer im Ministerium ausgedacht hat. Und am Ende des Jahres ist man kein Mensch mehr in der Schule: man ist eine 4 oder eine 3 oder eine 1. Und das schlimme ist, wie auch immer deine Note ausfällt, sie scheint ausschlaggebend für dein weiteres Leben zu sein.

    Doch was die Lehrer und das ganze System nicht verstehen ist, dass ich mehr bin als nur eine Note. Dass ich mit niemand anderen als mit mir selber verglichen werden möchte und das ich kein Wissens-Roboter bin, der geschaffen ist um seine Konkurrenten zu überstechen.

    Wie soll ich lernen, wenn ich für jede Minute, die ich im Unterricht sitze, eine Note bekomme? Wie soll ich die Lehrer als Menschen ansehen, wenn sie aus quasi Launen heraus meine Zukunft bestimmen können.

    Ich will das nicht. Keiner will das. Also muss man dagegen was tun! Ich weiß nicht, ob es hilft, eine Schule zu gründen oder einzelne Fächer zu verbessern. Denn das ganze System muss verbessert werden.

    Und dafür brauche ich Hilfe. Ich bin weder volljährig, noch bin ich in einer politischen Gruppe oder kenne irgendwen, der genauso denkt, wie ich.

    Aber ich habe etwas zu sagen.

    Wenn irgendwer Ideen hat oder auch nur weiß wie ich irgendwas tun kann, dann würde ich mich sehr darüber freuen.

    Liebe Grüße
    Neele

    1. Das System kann nicht verbessert werden, es bringt nichts, auf einen toten Gaul einzuschlagen.
      Das Radikalste wäre, sich mit anderen zusammen zu schließen und die Schule zu verlassen.
      Um zu lernen, braucht man keine Schule, wie Unschooler in allen Ländern erfolgreich beweisen.
      Bewegen an der Schulmisere können Jugendliche, die alt genug sind, für sich selbst zu sprechen, die sagen: So will ich es nicht mehr, die sich nicht ducken und sich Angst einjagen lassen. Erwachsene wissen nicht, was richtig ist, das weiß jeder für sich selbst am besten.

    2. Hallo, Neele,

      du sprichst vielen Mitschülerinnen und Mitschülern aus der Seele.

      Hier meine Antwort auf deine Frage, wie du etwas tun kannst:

      Nach meiner Einschätzung geht es darum, ein neues Bildungs-Bewusstsein für Mütter und Väter zu schaffen. Mütter und Väter sind die Wähler*innen der Bildungspolitiker. Und ohne die geht nichts!

      Konkret:
      Meine beiden Essays habe ich deshalb geschrieben. Die kannst du kostenlos aus dem Internet herunterladen und verbreiten. Hier sind die Links dazu:
      Essay I
      http://www.taunus4family.de/kolumne-artikel/artikel/was-ist-eigentlich-gute-bildung.html
      Essay II
      http://l.facebook.com/l/7AQGH7CL0AQEas8Hjij3sSam7QEyzaAjkqcEYRYUz3yD7CA/faszinationmensch.com/…/der-schul-kafig-eine…/

      Ich wünsche dir alle Kraft zum Durchhalten
      Horst Költze

    3. Der berührende Freilerner-Film Being and Becoming von Clara Bellar, der in einigen Kinos lief und noch läuft, ist jetzt auf DVD erschienen. Wer sich mit Schule und selbstbestimmtem Lernen auseinander setzen möchte, für den lohnt der Film allemal.

  42. Hallo, Neele,
    ein kleiner Nachtrag:
    falls der Link für das zweite Essay nicht funktioniert, findest du den Artikel unter folgender Überschrift im Internet:
    DER SCHUL-KÄFIG – EINE SKINNER-BOX
    LG Horst Költze

  43. Hallo, Thomas! Hallo, Ben!

    Schön heruntergebrochen diese Schul-Analyse. Deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen aus der Schul- und Unizeit. Als einstige Streberin kann ich gut beurteilen, dass das sog. Bulimielernen weder positive Auswirkungen bzgl. meiner beruflichen Laufbahn noch sonst hilfreich für mein Leben war. Inzwischen weiß man auch, dass sich das im Gegenteil sehr nachteilig für denjenigen auswirkt. Heute lerne ich Gott sei Dank ganz anders und nur noch das, was mich interessiert. Mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist dem Freiraum und der persönlichen Entfaltungsmöglichkeit meiner Einschätzung nach einmal mehr ein Schnippchen geschlagen worden – die Devise lautet auch hier so schnell wie möglich ausgelernt zu haben, um dem Arbeitsmarkt so bald als möglich zu Diensten sein zu können – und sich freuen, es zu dürfen, wenn man sich im allseits gepriesenen Konkurrenzkampf behaupten konnte.
    Hier einige interessante Anregungen zum Problem Schulsystem und Arbeitswelt von mir für Interessierte:
    – der Film „Alfabet“ – thematisiert werden u.a. die umstrittenen Pisatests und sein Erfinder auch am Beispiel des vielgepriesenen China samt der verschwiegenen Folgen für die Kinder, die sehr interessante Untersuchung von 3-5-Jährigen, die ergab dass 98 % von ihnen genial-kreativ sind – und nach dem Schulwesen nur noch 2% etc.
    – die Arbeiten des Neurobiologen Dr. Gerald Hüther und Dr. Richard David Prechts
    – der Film „I am“ von Tom Shadyac (Macher von „Bruce Allmächtig“), in dem auch die Frage der Konkurrenz bzw. die Auslegung von Darwins Theorie „Survival of the fittest“ thematisiert wird
    – die Geschichte des Dämon Kratie aus der Anastasia Buchreihe von Wladimir Megre, bei dem die vermeintliche Demokratie und die Arbeitswelt zur Sprache kommt
    – das Buch oder Youtube-Filme über Andre Stern, der nie zur Schule ging … und heute mehrere Berufe ausübt
    – Youtube-Beiträge über die Schule Tekos von Schetinin in Russland, in der Kinder ihre eigene Schule nach einem Brand selbst wieder aufgebaut und dekoriert haben (die Wandmalereien finde ich sehr schön) und in nur einem Jahr das lernen, was man sonst in 10 Jahren bei uns absolviert.

    Viel Spaß und neue Denkanstöße oder auch Geistesblitze wünscht

    Susanne

  44. Die wohl wahrsten 3 Lügen unseres Schulsystems.
    Was die Berliner Schule betrifft, stimmt es schon, dass sie grundsätzlich einen gute Gedanken verfolgt, jedoch ist es auch dort so, dass Schüler*innen zu Entscheidungen gezwungen werden -> bspw. im Fach „Verantwortung“. Darüberhinaus werden Schüler*innen, etwa durch das Selbsterarbeiten schwieriger Hauptfächer, nur teilautonom gemacht. (denn sie MÜSSEN sich sich eines Projekts annehmen und dürfen lediglich über den Inhalt des Projekts bestimmen)
    „Religion ist verpflichtendes Fach, ebenso die Teilnahme an Gottesdiensten.“, heißt es auf der Homepage jener Evangelischen Schule Berlin. Auf den ersten Blick mag diese Schule zwar sehr auf Individualisierung bedacht sein, sieht man jedoch näher hin, kommen ihre, leider dominierenden, negativen Seiten ans Tageslicht.
    Die ideale Schule muss völlig frei von Zwängen an Schüler*innen sein und ihre Lehrer*innen sollten Vorbilder sein, die lediglich zum Erlernen ihrer Fächer einladen und nicht auffordern. Eine derartige Schule ist wohl erst nach Aufhebung der Schulpflicht möglich.
    Dafür braucht es ein grundlegendes Umdenken in der Gesellschaft.

  45. Was ich an unserem Schulsystem für verlogen und falsch halte, sind vor allem die Fragen:
    – Wieso wird Lehrenden nicht beigebracht, dass im Unterricht nicht nur Inhalte (das „was“) wichtig ist, sondern vielmehr die Methoden („wie?“ lernen) und die Motivation („wozu?“). Davon hängt in großem Maße ab, welche Einstellung Lernende zum Arbeiten entwickeln.
    – selbstständiges Arbeiten. Als Nachhilfelehrerin muss ich Schüler (m/w) sehr oft dazu auffordern, mitzudenken und Notizen zu machen. Die meisten warten darauf, abzumalen, was ich an die Tafel schreibe.

  46. Vielen Dank für diesen Beitrag!
    Ich bin selbst Schüler 10 Klasse und Quäle mich nur noch durch die Schule, obwohl mein Notenschnitt im Bereich von 1 und zwei liegt!
    Ich hasse es einfach nur den Sinnlosen Aufgaben in der Schule nachzugehen und meine Sinnvolle Zeit für Müll zu verschwenden.
    Zum Beispiel verlernt man in der Schule die Selbständigkeit meiner Meinung nach vollkommen. Man muss immer Aufgabenstellungen folgen und meistens etwas nach Anleitung tun. Ob man will oder nicht!
    Ivch interessesiere mich schon eine weile für das Programmieren. Und kann es mittlerweile auch, allerdings ist es sehr schwer sein eigenes Ding neben der Schule her zu machen, da man kaum noch Freizeit hat!
    Alles was man in der Schule gegen seinen Willen lernt vergisst man zu 99% sowieso wieder, weil man kein Spaß an der Sache hat und keinen nutzen daran findet.
    Das ich mir Programmieren beigebracht habe SELBSTÄNDIG ist doch wohl das beste Beispiel, dafür das wenn man was lernen will man es auch erreichen wird, solange man sich dahinter klemmt!
    Ein weiterer Punkt den ich ansprechen möchte, ist wie im Artikel Oben, Das „System“ Allerdings möchte ich da allgemein auf das Leben eingehen.
    Für einen Staat ist ein einzelner Mensch nicht mehr wie eine Zahl oder ein Stück Daten Speicher in der Landes Akte. Man wird im gesammten Leben immer mit Zahlen verglichen! In der Schule mit Noten was ich sowas von schwachsinn finde, da eine Note nur aussagt wie gut du in der Sinnlosen Schule bist und ich habe es schon so oft erlebt das man unfair benotet wurde.

    Naja ich komm mal zum Ende. Meiner Meinung nach sollte Schule dazu da sein um Schülern Wissen anzubieten, das die Schüler interessiert. Dieses Wissen sollten sie dann aber nicht anhand von zwangs Aufgaben erlenen sondern durch praktische Anwendung! Noten sollten ebenfalls abgeschafft werden.

    Ich würde sehr gerne etwas an dem Schulsystem ändern habe mir schon überlegt mit der ganzen Schule also alle Schüler zu Streiken, aber leider traut sich keiner da alle kleine Hosenscheisser sind und sich von der Schule unterdrücken lassen!

    Der oben angegebene Name entspricht nicht meinem wahren Namen, da ich im Internet Anonym bleiben möchte.

    1. „Ich würde sehr gerne etwas an dem Schulsystem ändern habe mir schon überlegt mit der ganzen Schule also alle Schüler zu Streiken, aber leider traut sich keiner da alle kleine Hosenscheisser sind und sich von der Schule unterdrücken lassen! “
      So etwas ist doch eine gute Idee. Das müsste man organisieren, andere Schulen bzw. Schüler mit ins Boot holen, eine Art Manifest schreiben, was man als Schüler will und nicht will. Es gibt die Freilerner Solidargemeinschaft, die haben gerade einen umfangreichen Flyer über Freilernen heraus gebracht, daran könnte man sich anschließen, oder den in Schulen verteilen, dann finden sich vielleicht noch mehr, die sich trauen.

      1. Das Schulsystem ändert sich erst, wenn der Staat aufhört, sich in die Ausbildung von Menschen einzumischen, die nämlich keine hoheitliche Aufgabe ist.

        Ich bin zuversichtlich, dass unter dem neuen deutschen Kaiserreich private Schulen und Universitäten das Heft in die Hand nehmen. Der staatliche Unfug wird dann nur noch in den Geschichtsbüchern erwähnt werden.

        Hans Kolpak
        Goldige Zeiten

  47. Ich muss leider vollständig zustimmen.

    Vielleicht ist es gar nicht das Ziel eigene Projekte zu machen. Eigene Projekte gefährden vielleicht die Eliten. Wenn jeder was eigenes macht, wer soll dann für die Eliten arbeiten?

    Vielleicht ist das Schulsystem deswegen so unnütz, weil es von Leuten erstellt wird, welche ebenso in so einem System waren und deswegen total unkreativ geworden sind.

    Das schlimmste ist andere zu zwingen unnützes Wissen zu fressen. Macht das jemand dann gilt er als Intelligent. Dabei ist es nur eine Urkunde wie gut man gehorchen kann.

    Wo bleiben Fächer wie: Sozialkompetenz, Orientierung, Selbstbewusstsein?
    Wird es keine Gesellschaftliche Revolution des Bewusstseins geben, so sind wir alle zum Scheitern verurteilt.

  48. ich bin in der Wendezeit großgeworden und da war in der Grundschule der Selektionsdruck etwas natürlicher. Doch dann kam die Mittelschule und diese Zeit hat u.a. Hochsensibel zum Indentitätsverlust geführt, den ich irgendwann nicht mehr kompensieren konnte da mein frühes Umfeld komplett weggebrochen war. Da hätte vieles passieren müssen, aber das war das was die Heile Welt in meinen Schädel weggebommt hatte da ab da an nur noch funktionieren und innerlich einen abquälen angesagt war (Alternativen hätte es durchaus gegeben, das Problem: Kinder haben kaum Selbstbestimmungsrechte). Das war ein richtig abartiger Selektionsdruck, statt Glückshormone gab es nur noch Stresshormone und richtig heftige Mobbingkarriere, einfach alle gegen Einen 🙁 Es kam einen so vor, als würde ein Bankräuber die Bank ausrauben und die Schalterbedienung wird eingebuchtet.

    Ein sehr langer Selbstfindungsprozess hat dazu geführt das ich nicht komplett zerbrochen bin und mir das Denken wieder angewöhnt hatte aber dieses Schulsystem bereitet dir nur Freude am lernen wenn das Sozialgefüge nicht so früh zerpflügt wird. Das wissen die Macher dieses System auch ganz genau, das Kinder sich nicht wehren können und hier das Spalten und Herrschen, Denken in Dualistischen Weltbildern, Aufsässige in Jugendpsychatrien abschieben seine Anfänge findet. Denn nicht nur die Eltern sind der Faktor einer artgerechten Kindererziehung sondern eben auch das frühe soziale Umfeld was stark prägt.

  49. ganz ehrlich zu der ersten „Lüge“ wir haben verschiedene schulstufen, weil wir kinder haben wo schneller lernen können und andere die länger brauchen.. deswegen gibt es dieses system..
    zum rest von diesem artikel bin ich der meinung, dass unsere eltern schuld sind und nicht die schule.. ich war extrem lernfaul aber ich habe nie druck von meinen eltern bekommen. ich habe nie gehört, du musst gute noten schreiben und damit du was erreichst.. jaa, ich wurde sehr locker erzogen aber ich hatte nie druck von zuhause aus.. ich musste auch nicht eine lehre machen, die mir nicht gefallen würde.. wer will der schaft es auch aber man muss wollen und auch disziplin haben.. seit jahren kann ich meine arbeitgeber mit meinem können überzeugen, ich habe nie zeugnisse oder noten in meinen bewerbungen und habe posten erreicht wo andere viele weiterbildung machen müssen ohne irgendeine weiterbildung.. lasst eure kinder machen, früher oder später kommt es so wie es kommen muss..

  50. Das Schulgesetz in Sachsen wird überarbeitet. Unter anderem kann man etwas zum Punkt Schulpflicht sagen: http://www.schule.sachsen.de/20836.htm
    Wenn sich möglichst viele beteiligen und sich gegen die Schulpflicht aussprechen, könnte das ein Schritt in Richtung freie, selbstbestimmte und individuelle Bildung werden.
    Wenn Sachsen tatsächlich die Schulpflicht abschafft, würden bestimmt andere Bundesländer folgen. Dann könnte sich endlich jeder seinen eigenen Bildungsplan zusammen stellen. Statt Lehrpläne „von oben“ aufgedrückt zu bekommen.

  51. Hey,

    Da will ich ja auch mal kommentieren.
    Zu #1:
    Gymnasium, Realschule & Hauptschule – Aufteilung ist schrecklich. So eure Aussage. Aber nun überlegt mal – gäbe es nach der Grundschule immer noch das „Alle Schüler zusammen lernen“ – Prinzip, wie sähe der Unterricht aus? Die Lehrer schlichtweg überfordert mit den Leistungsunterschieden, die „Schlechten“ (wie ihrs so schön sagt) würden nicht die Förderung bekommen, die sie benötigen würden, weil der Lehrer nun mal seinen Stoff durchbringen muss. Die „Guten“ würden übersehen werden, sind die Lehrer ja damit beschäftigt, den „Schlechten“ was beizubringen. Keinem Schüler wäre somit etwas gutes getan.

    Zu #2
    da muss ich dir wohl zustimmen. Auch ich habe mich gefragt, warum wir nicht „voneinander“ statt „gegeneinander“ lernen. Man soll keine Kinder nebeneianderstellen und sagen, wer besser ist. Das ist alles ungesund.

    zu #3

    Nehmt die Fragen als Druck oder als Ansporn. Seht euch doch nicht immer von allem unterdrückt. Wieso kann man diese Fragen nicht als Ansporn nehmen, zu zeigen, dass ichs auch anders kann. Dass ich auch ohne gute Noten die Bühne reißen kann. Aber dass man auch mit guten Noten es schaffen kann. Mal ganz unter uns: wir alle kennen die großen Stars, die die Schule abgebrochen haben und dann riesig wurden. Und wir alle kennen die, die in der Schule die besten waren, nach Harvard gingen und dann alles gerockt haben. Und jetzt benutzen wir unsere hoffentlich vorhandene Mathekenntnisse und bemerken: es sind viel mehr Erfolgreiche unter der zweiten Kategorie als in der ersten.
    was soll uns das beibringen? Dass wir nichts für den Erfolg tun müssen, sondern wir durch Glück zu den 0,1% der ersten Kategorie zählen, die das schaffen? Nein. Das lehne ich als Schüler ab. Und wenn jeder von euch Schülern seine Zeit gut einteilen würde, dann hätten wir alle Zeit, unseren Hobbys nachzugehen.

  52. Mit große Interesse habe ich den Artikel und die Kommentare gelesen. Aus der Erfahrung mit drei schulpflichtigen Kindern kann ich diese Lügen nur bestätigen und um weitere Lügen ergänzen:

    Lüge: Bildung findet nur in Institutionen statt.
    Dem liegt wohl das Menschenbild zugrunde, dass Kinder nicht von sich aus lernen. Sie brauchen einen vorgegebenen schulischen Rahmen, sonst beschäftigen sie sich nicht mit den relevanten Dingen ( wer bestimmt, was relevant ist?), machen nur, was ihnen Spaß macht… Wir erleben: Interesse wird erstickt, vertiefen sich unsere Kinder zu lange in ein Thema, haben sie schnell die anderen Fächer vernachlässigt und kommen in Stress. Also lieber oberflächliches Wissen ansammeln, das schnell wieder vergessen ist. Frustration macht sich breit, auch in der Freizeit fehlt es dann oft an Energie, sich mit dem zu beschäftigen, was ihnen wichtig ist.
    Aus meiner eigenen Bildungserfahrung muss ich sagen, dass ich vieles, der für mich relevanten Dinge neben Schule und Uni gelernt habe. Vor 25 Jahren bot Schule und v.a. Uni noch viel Freiheit, sich neben dem Hauptfach mit anderen Themen zu beschäftigen.

    Eine weitere Lüge unseres Schulsystems: Schule ist wichtig für Sozialkontakte und das Sozialverhalten.
    Aber: die in der Schule herrschende Konkurrenz, die Fixierung auf gute Noten, wirkt zerstörerisch auf Beziehungen. Zudem bleibt neben der Schule kaum Zeit, um sich zu treffen, zu spielen (freies Spiel ohne Anleitung und unbeobachtet), zu diskutieren, einfach mal die Seele baumeln zu lassen… Nicht nur, dass die Schüler heute unglaublich viel Zeit in der Schule verbringen müssen, auch noch die Freizeit wird mit Nachhilfe und Bildungsangeboten vollgestopft.
    Die Angst der Eltern, dass „aus dem Kind einmal nichts wird“ ( wie im Artikel unter Systemlüge gut beschrieben), führt dazu, dass viele Eltern ihre Kinder noch zusätzlich reintreiben und Druck aufbauen. Und natürlich haben fast alle Eltern selbst dieses System durchlaufen. Und auch wenn viele die Kritik am Schulsystem teilen, gehen wenige so weit, nach Alternativen zu suchen. Man meint, es seinen Kindern zumuten zu müssen, und selbst hat man es ja schließlich auch überlebt…

    Inspiriert durch Buch und Film „Das Alphabet“ und die Erfahrungen von Andre Stern, der nie eine Schule besucht hat, haben wir als Familie nach Alternativen für unsere Kinder gesucht.
    Alternativen, die sich schnell umsetzen lassen, uns nicht mit den Behörden in Konflikt bringen und auch finanziell zu bewerkstelligen sind.
    Unsere älteste Tochter hat zu Beginn der 11. Klasse das Gymnasium verlassen. Mit Erreichen der Mittlere Reife hat man in Bayern die Schulpflicht erfüllt und kann ganz legal seine Bildung selbst in die Hand nehmen, was sie jetzt mit Begeisterung tut. Die Möglichkeit, extern ihr Abitur zu machen steht ihr jederzeit offen, sollte sie das benötigen, um ihre Ziele zu erreichen.
    Unsere zweite Tochter wird direkt nach Abschluss der 10. Klasse die Schule verlassen und ein Jahr frei lernen, bevor sie sich ihrem Berufswunsch widmen möchte.
    Und unsere Jüngste, die noch drei Jahre Schulpflicht – oder sollte es nicht besser Schulzwang heißen- vor sich hat, hat einen Gang zurückgeschaltet und besucht jetzt eine Realschule. Dadurch hat sie mehr Freiheit, sich ihren Interessen zu widmen, Lebensfreude und Selbstvertrauen wachsen wieder.

    Die Kommentare von ehemaligen Lehrern als unsere Älteste die Schule „abgebrochen“ hat, waren sehr interessant:
    …dann kommt sie aus dem Lernfluss – welcher Lernfluss? Gerade die Schule hatte ja immer wieder ihren Lernfluss unterbrochen.
    …dann hat sie eine Lücke in der Biografie – diese Fülle an Erfahrungen, die Kontakte, die sie im vergangenen Jahr geknüpft hat… soll eine „Lücke“ sein?

    Von mancher Seite kommt auch Bewunderung: ein mutiger Schritt.
    Von anderer Seite der Vorwurf, ihr macht es Euch und Euren Kinder zu leicht.

    Leicht ist es nicht, weder für die Kinder noch uns Eltern, diesen unkonventionellen Weg zu gehen, manchmal macht es einsam, es kann ermüdend sein, sich immer wieder erklären zu müssen…
    Aber es fühlt sich richtig an.

    1. Liebe Anja,

      Ihre Entscheidungen sind GROSSARTIG!

      Nach sechs Jahren Gymnasium hatte ich 1969 die „Mittlere Reife“ in der Tasche. Doch mein Vater mit kriegsbedingten sechs Schuljahren wollte das Abitur erzwingen. Das stürzte mich in eine tiefe Depression, von der ich mich erst nach vielen Jahren allmählich erholte. Ich arbeite lieber mit meinen Händen als mit meinem Geist. Heute bin ich Autor, Gärtner und Waldarbeiter auf einem 12.000 qm großen Grundstück mit Garten und Wald.

      Wirklich GERLERNT habe ich außerhalb des Schulsystems, wenngleich vielerlei Drill durchaus nützlich ist. Doch ohne Motivation zu lernen, ist eine Qual und Kraftverschwendung. Beispiel: Englandurlaub, anschließend Note 2 in Englisch, kein Englandurlaub hatt Note 4 zur Folge. Verrückt, oder?

      Was mich seit 2010 bis heute finanziell erfolgreich macht, habe ich seit meiner Geburt AUSSERHALB der staatlichen Schulen gelernt: 4 Jahre Grundschule und 7 Jahre neusprachliches Gymnasium in Rheinland-Pfalz. Von 1960 bis 1970 litt ich unter diesem System, das Untertanen formt, aber beansprucht, mündige Bürger hervorzubringen.

      Ich bin regelrecht lernbegierig. Mit sechs begann ich, regelmässig die maximal möglichen drei Bücher in der Stadtbücherei auszuleihen. Mit sieben wurde ich eingeschult.

      Wesentliche Prägungen empfing ich durch Musik und Deutsch, wusste dies aber nicht zu schätzen, weil ich auf Krawall gebürstet war und den Klassenclown spielte. Das Absitzen der Stunden war eine Qual. „So was lebt, und Schiller musste sterben!“ brüllte mich Prof. Dr. Knapp in der Mathematikstunde an und verpasste mir eine sehr schmerzhafte Kopfnuss. Das war 1964 in der Sexta.

      Nach der Schule folgten 25 Jahre Agonie in einer Verwaltung, weil mein Vater mir die Lehre eines Radio- und Fernsehtechnikers verweigerte. Ich liebe das Arbeiten mit meinen Händen. Ich brauchte neun Jahre, um mich aus den Denkschablonen zu lösen, die meinen finanziellen unternehmerischen Erfolg verhinderten. Erst 2004 erzielte ich erste Gewinne und erst seit 2010 lebe ich von meinem Geschäft als Autor, das ich 2008 begann.

      Die Liebe zur deutschen Sprache pflanzte mir Dr. Winne ins Herz. Doch den wusste ich nur zu verletzen, wenn er von Thomas Mann schwärmte oder uns eine weitere Kommaregel ins Heft diktierte.

      Die Zeit ist reif, Kindern endlich nach Erkenntnis beizustehen, statt sie nach Parteipolitik zu formen. Viele motivierte Lehrer versuchen vergeblich, die Vorgaben der Schulverwaltung zu umschiffen. DAS GANZE SYSTEM IST FAUL!

  53. Zur Talent-Lüge: Hier stimme ich eingeschränkt zu. Ich bin dafür, dass jeder gemäß seiner Neigungen gefördert werden sollte – ohne, dass es zu Lasten anderer geht. Womit wir auch schon bei meiner Kritik wären. Meiner Erfahrung nach gibt es eine große reale Bandbreite in Sachen Talent: Es gibt so einige Leute, die wirklich so gut wie nichts können, so dass man sich immer wieder ertappt, dass man sich fragt: Was taugt er/sie eigentlich? Dann gibt hin-gegen es sehr wenige beängstigend brillante Leute Richtung Universalgenie, denen man nicht erst aufgrund irgendwelcher fragwürdiger Verhaltensauffälligkeiten besondere Begabungen andichten muss, wie es heute so schön Mode ist, weil sie nämlich wirklich welche haben. Diese Unterschiede darf man nicht ignorieren, sondern man muss ihnen Rechnung tragen. Allerdings durch individuelle Förderung, nicht durch Demoralisierung. Die richtige Motivation muss her, und diese wiederum muss eine realistische Rückmeldung bezüglich des eigenen Talents beinhalten können. Es hat schon seinen Grund, warum der chronisch bürokratisch verkrustete Apparat namens Deutschland ausgerechnet beim Bildungssystem plötzlich viel schneller reagiert als überall sonst. Allerdings auf unrühmliche Weise: Nämlich, wenn es darum geht, das System so weit nach unten anzupassen, dass selbst die Dummen aussehen wie Kluge, obwohl sie es nicht sind (immer mehr Leute machen Abitur… obwohl sie nachweislich immer blöder werden, und das im Jahrgangstakt). Das ist verantwortungslose multilaterale Verarsche – die Schüler und der Arbeitsmarkt sind spätestens hinterher der Dumme, und die Lehrer von Anfang an! Eine naive kurzsichtige Augenwischerei, die wir un-serem dekadenten Zeitalter linksfaschistischer Antidiskriminierungshysterie und Gleichmacherei verdanken und die uns letztlich garantiert nicht dahin führt, wohin wir eigentlich wollen. Als ob wir uns nicht schon genügend fatale Lügen zumuten würden! Ohne angemessene Differenzierung läuft das Bildungssystem nicht. Nur muss man sie mit dem erforderlichen pädagogischen Geschick in Sachen Motivation und Perspektivenentwicklung an den Mann bringen, und das ist freilich leichter gesagt als getan.
    Zur System-Lüge: Hier stehe ich voll dahinter. Vor allem gehört hierzu, dass der von Bil-dungssystem angebotene Fächerkanon uns als der Weisheit letzter Schluss verkauft wird, obwohl er es definitiv nicht ist, im Gegenteil – er trägt dazu bei, uns künstlich dumm zu halten. Der dringendste Ergänzungsbedarf in Sachen Schulfächer liegt m.E. hierin: Menschenkenntnis/Sozialpsychologie und BWL. Aber genau die vereinfachte und stringente BWL, die jeden von uns angeht und jeder von uns verstehen kann. Zitat Henry Ford. „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“
    Es mag schwer fallen zu glauben, dass das Bildungssystem im Dienst derselben Mächte steht, die im Zuge des global organisierten Raubtierkapitalismus unsere finanziellen Ressourcen stehlen, ohne, dass wir merken, wann und wie das genau geschieht; leider deutet jedoch vieles darauf hin. Nicht notwendig zu erwähnen, dass wir diese unsere also vom Bildungssystem tolerierte oder gar geförderte finanzielle Unmündigkeit nicht weiterhin selbst verschulden sollten – sapere aude! Und was die Sozialpsychologie angeht, hierzu folgende zwei Punkte:

    1. Schüler sollten Unterstützung bei der Entwicklung von Ich-Kompetenz bekommen. Allerdings nicht so, dass am Ende wieder nur verwöhnte Berufsskeptiker-Rebellen entstehen, die automatistisch alles und jeden in Frage stellen und sich über den moralischen Bonus einer stressigen Opferrollen-Biografie jeglichen Leistungsabfall nachsehen lassen dürfen. Sondern so, dass die gesunde Selbstwahrnehmung aktiviert wird, mittels derer man unterscheiden kann, ob die soziale Umgebung (Elternhaus, Schule, Verein, Freundes- und Bekanntenkreis…) emotional konstruktiv oder destruktiv ist. Denn vor lauter Priorität der Lerninhalte und Leistung wird eine emotional konstruktive Umgebung immer einfach als gegeben vorausgesetzt, was sich jedoch häufig als Irrtum erweist, so dass die Betroffenen den Kampf gegen solche Widerstände allein führen und die Folgen davon ihr Leben lang tragen müssen (bei Partner- und Berufswahl beispielsweise). Und eine solche Form der Ignoranz und Nachlässigkeit ausgerechnet in einem Land, in dem die Kinder angeblich als „höchstes Gut“ gelten!

    2. Die Tatsache, dass sich 80% des weltweit verfügbaren Selbstbewusstseins auf Dumm-köpfe und Arschlöcher verteilen (die ihrerseits zu allem Überfluss wiederum eine Mehrheit bilden), während die Guten und Intelligenten sich mit dem kümmerlichen Rest begnügen müssen, ist das Versagen der Natur bzw. Gottes (ja, so sieht’s aus – nur als Fingerzeig für die braven Gläubigen, damit sie lernen, dass man Dinge auch mal anders betrachten kann). Dafür können wir nichts; unser ganzes Leben wird jedoch davon tagtäglich bestimmt (Man bedenke beispielsweise : Die größten Berühmtheiten aus den Geschichtsbüchern, die die Massen für sich gewannen, um sie postwendend in Tod und Unglück zu stürzen, waren rein zufällig immer narzisstisch-psychopathischer Abschaum anstatt große vorbildliche Menschen). Wie kann man unter diesen Umständen als Angehöriger der Minderheit trotzdem ein produktives und glückliches Leben führen, ohne dafür aber die Mehrheit konsequent zu meiden zu müssen? – Die Antwort auf eine solche Frage wäre sicherlich hilfreicher als so manche Lösung zu einem Problem aus Mathe, Physik usw.

    1. Das menschliche Gefühl für Gerechtigkeit entwickelt sich offenbar schon sehr früh. Das lassen die Ergebnisse einer aktuellen Studie vermuten, die Psychologen mit Kleinkindern durchgeführt haben. Babys erkennen demnach bereits ab dem 15. Monat den Unterschied zwischen gleicher und ungleicher Verteilung von Nahrungsmitteln. Diese Empfindung stand auch in Verbindung mit ihrer Bereitschaft, ein Spielzeug zu teilen, berichten Jessica Sommerville von der Universität von Washington in Seattle und Marco Schmidt vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir uns Regeln von Fairness und Großzügigkeit früher aneignen als gedacht,“ sagt Sommerville.

      Wie nun dieses „faire Baby“ dazu kommt, Sprengsätze an Bahnhöfen zu deponieren, seine Mitmenschen zu schlagen, auszubeuten und zu ermorden — ist eine lange Geschichte. „Umweltbedingungen“ spielen da eine wichtige Rolle … weshalb man aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland nochmal gründlich durchdenken sollte

      Laut der noch laufenden „Wiener Krippenstudie“ zeigen Kinder unter zwei Jahren bereits zehn Wochen nach Krippeneintritt ungünstige Stressreaktionen. „Mit fortschreitender Krippenbetreuung sinkt der morgendliche Cortisolwert, die Tagesprofile werden flacher, die Stressverarbeitung wird ungünstiger“, so Studienautorin Tina Eckstein. Je jünger ein Kind sei, desto empfindlicher reagiere es auf Stress.

      Und es kommt noch besser:

      Die bislang umfangreichste US-Krippenstudie Nichd hat gezeigt, dass selbst der Besuch einer guten Krippe später vermehrt mit sozialen Auffälligkeiten wie Streiten, Kämpfen, Prahlen, Lügen und Sachbeschädigung einhergeht. Noch bei 15-jährigen Jugendlichen — der zuletzt gemessenen Altersgruppe der Kohorte — stellte man die negativen Auswirkungen fest.

      So machen wir aus guten Babys asoziale Elemente, die keine ethischen Bedenken haben, Länder militärisch zu vernichten oder ihnen wirtschaftlich den Boden unter den Füssen weg zu ziehen: was im Endergebnis das Gleiche ist.

      1. @grilleau „weshalb man aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland nochmal gründlich durchdenken sollte“

        – Was ist damit gemeint? Ich hoffe, dahinter steckt nicht wieder der übliche unreflektiert als der moralischen Weisheit letzter Schluss akzeptierte linksfaschistische Flachkram. Z.B. ähnlich dem Niveau des deutschen Rappers (Name hab ich – Gott sei Dank – vergessen), der mit den Texten seines neuen Albums „die Jugend aufklären“ will, indem er den AFD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt kritisiert. Wir bleiben also beim Thema Bildung: Inwiefern kann man sich anmaßen, das tendenziöse Interpretieren von Wahlergebnissen als „Aufklärung“ zu bezeichnen? Kein Wunder, dass sich viele Jugendliche kein differenziertes Weltbild schaffen können, weil sie entweder nach rechts abrutschen oder sich von kurzsichtiger, anpassungsorientierter, beschränkter, deutschfeindlicher linker Indoktrination als „aufgeklärt“ betrachten dürfen.

  54. Endlich mal etwas Klartext. Leider begleitet von dem Mythos, jener Lügen ließen sich beseitigen ohne Schule als Tagesint ernierung (Internat) in Frage zu stellen.

    Den Stuhltanz (Schultanz) nannten meine Peiniger übrigens noch in den Achzigern bis heute „Reise nach Jerusalem“. Als ich dann nach erfolgreichem Abbruch meines Studiums denken gelernt hatte, wurde mir bewusst, wie makaber dieser Titel doch all die Jahre war. Und auch wenn umbenannt, warum sollte man spielerisch etwas verknappen? Doch nur, um die verknappte Lebenszeit beim „schönes Gemeinschaftsleben spielen“ rumzukriegen. Dabei bietet das echte Leben allein solch Fülle an Schönheit. Lets deschool.

  55. Zeugnis von seriös und schnell Geld Kredit – Angebote
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  56. Hallo Ben,
    Wir suchen schon lange jemanden der diese Meinung mit uns teilt. Wir gehen beide selber noch auf die Schule und sind 15 und 14 in 2 Jahren sind wir mit der Schule fertig und dein Beitrag hat uns beiden wieder Mut und Hoffnung gegeben. Wir wollen später unser eigenes ding durch ziehen. Unsere Eltern sind zwar auf unserer aber trotzdem zweifeln noch viele an uns.

    Ein Großes DANKE an dich

  57. ich scheis auf die schule hab schon immer geschwaenzt und nur die Realschule beendet.
    Programmiert hab ich mit 14 schon wenn ich zurückblicke ist schule der größte Dreck dem einen passieren kann, bereue es nur nicht noch mehr geschwänzt zu haben.
    Ich kann mir meine Sachen selber beibringen dafuer brauch ich mich nicht unfreiwillig 8 stunden am tag in so ein drecksladen zu begeben 3 Stunden sind ausreichend genug.
    Scheis auf Schule und macht was euch interessiert bin damit gut gefahren.

  58. Ja das kann ich nur bestätigen. Ich wurde auch aussortiert. Habe auf einmal unverständlich schlechte Noten bei meiner Uniabschlussarbeit und der schriftlichen Prüfung bekommen, obwohl ich sonst immer gut war. Die Noten sind rational nicht begründbar. Anfechten kann man die Abschlussarbeit nicht, da sie von 2 Dozenten kontrolliert wurde, diese hatten eine andere Meinung als ich und haben sich nicht für das Thema interessiert. Die schriftliche Prüfung könnte man zwar anfechten, dort war ich aber nur etwas schlechter als ich erwartet hätte, so lohnt sich das kaum und die Frist zur Anfechtung ist eh schon vorbei. Wiederholen kann ich die Arbeit auch nicht. Die kann man nur wiederholen, wenn man sie nicht besteht. Man kann also im wahrsten Sinne des Wortes Scheiße abgeben, also Klopapier mit Scheiße dran, dann darf man die Arbeit wiederholen, und eine 1 schreiben, nicht wenn man mit der Note nicht einverstanden ist. Will eigentlich promovieren, was nun schwierig ist mit der Note.

    Das Bildungssystem macht uns zu widerwärtigen Menschen. Auch im Privatleben weiß immer jeder alles besser, anstatt dass wir uns gegenseitig zuhören und vielleicht etwas von einander lernen. Jeder achtet immer nur auch die kleinen Fehler des anderen, um ihn zynisch darauf hinzuweisen, dass er etwas falsch macht, auch wenn die Fehler in Wirklichkeit keine „Fehler“ sind, nur eine andere Art und Weise von jemandem etwas zu tun. Ich kenn mich in vielen Bereichen aus. Mit anderen Menschen mein Wissen zu teilen kotzt mich jedoch an, weil die meisten Menschen wütend werden, wenn Sie merken, dass jemand scheinbar glaubt etwas besser zu Wissen als sie. Ich wiederum werde wütend, wenn Menschen mich versuchen in etwas zu belehren, von dem sie keine Ahnung haben, wie meine Dozenten bei meiner Abschlussarbeit.

  59. Sehr schön!

    Nein, nicht alle Eltern sind der Meinung, dass Wettbewerb und Konkurrenz nötig sind. Im Gegenteil!

    Nein, nicht alle Eltern sind froh, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

    Nicht alle finden das System Schule gut.

    Ja – ich bin dafür, dass Schulen radikal reformiert werden – zu so wenig Schule, wie irgend möglich. Dalton-Plan Schulen schweben mir vor, wobei die Schülerinnen und Schüler auch via Skype den Lehrer konsultieren können, den sie brauchen.

    Ja, ich bin dafür Bewertungen abzuschaffen. Zensuren sind dazu da, die Kinder schon auf Belohnungen zu konditionieren. Später arbeiten sie „nur“ für Geld. Alles weitere ist zweitrangig…

    Warum ändert sich nichts? Weil 30% gut mit dem System fahren, sich prima darin zurechtfinden und es immer wieder schaffen alle anderen zu manipulieren.

    30 weitere Prozent denken: Es ist allgemeiner Konsens, dass es Wettbewerb geben muss. Es ist allgemein anerkannt, dass nur die Besten bestimmte Berufe ausüben dürfen (ob sie menschlich oder fachlich tatsächlich geeignet sind, interessiert nicht). Wir wollen auch so werden, wie die 30 % die prima mit dem System auskommen

    Etwa 20 % glauben, dass sie nichts ändern können, weil ihre Eltern schon Schulversager waren und es bei ihnen nicht gereicht hat und ihre Kinder eben auch die Eignung nicht mitbringen. Sie begeben sich in ihr Schicksal.

    10% ist es wurscht, welches System herrscht. 🙂

    Die 10%, die eine Änderung wollen sind somit in der Minderheit und werden als Spinner oder Träumer oder Sonderlinge (name it) abgestempelt. So geht es von Generation zu Generation. Das geschlossene System Schule blüht und gedeiht – den Schülerinnen und Schülern, vielen Eltern und Lehrern geht es dabei schlecht.

  60. Ich stimme deinem Artikel nicht wirklich zu. Gerade dem Punkt, dass es nicht gut sei, Kinder nach ihrer Leistung zu sortieren. Klar profitieren Leistungsschwächere Kinder von gemischten Klassen, aber wer muss darunter leiden?
    Richtig, die Kinder, die schon immer gut in der Schule waren und Spaß daran haben immer mehr Dinge zu lernen und zu verstehen.
    Ich spreche hier aus Erfahrung. Ich war schon immer eine gute Schülerin und habe die Erfahrung gemacht, dass unser Schulsystem größten den Schlechten hilft und die Guten auf der Strecke bleiben. Es fängt alleine schon damit an, dass sich die Gesamtkosten zum größten Teil aus der mündlichen Leistung zusammensetzt und die schriftliche kaum berücksichtigt wird. Mit der Begründung, man könne ja auch mal einen schlechten Tag haben…..
    Generell möchte ich noch einmal sagen, dass ich es für absolut notwendig halte verschiedene, nach Leistung sortierte Schultypen zu haben. Wenn es nach mir gehen würde, könnte dies sogar noch weiter gehen und auch nach Leistung sortierte Kurse geben, damit gute Schüler nicht durch schlechte am Lernen gehindert werden.

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