Stop the Comparing Game – once and for all.

Wir alle tun es. Du, ich, wir.

Manchmal führt diese Sache, die wir tun dazu, dass wir uns gut fühlen.

Manchmal dazu, dass wir uns schlecht fühlen.

Manchmal fühlen wir uns überlegen, manchmal herausgefordert, manchmal machtlos.

Vielleicht weißt du schon wovon ich spreche.

Wir vergleichen uns. Dauernd. Von klein auf.

Die Vergleichs-Falle

In der Schule vergleichen wir unsere Noten. Da geht alles los.

Na gut, vielleicht vergleichen wir im Kindergarten sogar schon die Größe unserer … Sandburgen (nicht was du schon wieder denkst!).

Uns zu vergleichen ist gewissermaßen systematisch in unserer Gesellschaft angelegt.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten in denen ich das Auto mit dem ich zur Schule fahren durfte (das natürlich meinen Eltern gehörte) mit den Autos meiner Mitschüler auf dem Parkplatz verglich. Wie ich die Punktzahl meiner Ehrenurkunde nach dem Leichtathletik-Sportfest mit meinen Mitschülern verglich.

Manche von uns vergleichen wie viele Mädels oder Jungs sie abbekommen. Ob sie Markenklamotten tragen oder nicht. Ob wir auf eine Elite-Uni gehen oder nicht.

Jeder von uns vergleicht.

Du wirst deine eigenen Lieblingsvergleiche aus deiner Kindheit haben. Und auch heute vergleichst du dich in gewissen Bereichen mit anderen.

Mein Laster war eine ganze Zeit lang, dass ich stets gefragt habe, wie alt Menschen sind, wenn ich sie traf.

Dann checke ich, was sie schon alles “gemacht” und “erreicht” haben und vergleiche mich auf diese Weise mit ihnen.

Ich vergleiche mich mit meinen Kumpels, die mit 25 (jetzt 26) 15 Angestellte haben, oder mit Kumpels, die jünger sind  und tausende von Klicks und Views auf ihren Ted-Talks haben.

Ich vergleiche mich mit den Gründern von Paypal und checke wie alt sie waren, als Peter Thiel, Elon Musk und die spätere “PayPal-Mafia” Paypal gründeten. (Ist ja eigentlich echt egal, oder?)

Und ich ertappe mich dabei, wie ich mich mit Nathan Latka vergleiche, der mit 24 ein 8-figure-Business am Start hat. (Und das obwohl mir Geld wirklich nicht viel bedeutet.)

Nach „oben“ oder nach „unten“ vergleichen?

Mein Blick geht nach vorne, nach oben.

Das ist prinzipiell gut. Es ist immer gut sich an denen zu orientieren, die vorweg gehen. An denen, die Großes schaffen; die uns inspirieren.

Dennoch: Es macht keinen Sinn haargenau das Alter zu vergleichen.

In dem Moment in dem ich diese Zeilen schreibe bin ich 23. In genau 2 Monaten werde ich 24. Und ich habe kein 8-figure-Business am Start. Ich habe auch keine Paypal-Mafia um mich herum. Keinen Plattenvertrag – ja noch nicht einmal einen Buchvertrag.

Gleichzeitig könnte ich sagen, dass ich hunderten, ja tausenden anderen meines Alters da draußen “voraus” bin.

Das könnte ich dann darauf beziehen, dass ich einen Blog habe, der 25.000 Besucher pro Monat hat, dass ich Vorträge halte und ab und zu ganz gut dafür bezahlt werde und vielleicht sogar, dass ich bald einen Buchvertrag unterschreiben darf, wenn alles gut läuft und ich mich auf meinen Hintern setze und es schaffe mich zu disziplinieren.

Ich kann mich also sowohl “nach oben” als auch “nach unten” vergleichen.

Beides wäre legitim.

Der Blick nach „außen“ oder nach „innen“

Die Gefahr ist, dass ich das “big picture” und vor allem MEIN big picture aus den Augen verliere, wenn ich mich zu viel vergleiche.

Wenn wir uns vergleichen, dann geht der Blick von uns weg. Dann sind wir nicht bei uns und schauen nicht, was WIR wollen oder können sondern richten den Blick nach außen.

Wir schauen, was von außen bei anderen gut aussieht und wollen genau DAS oder denken, dass wir im Vergleich schlechter dastehen.

Dabei sollten wir bedenken: Ja, diese Menschen sind in diesem EINEN Lebensbereich sehr erfolgreich.

Wahrscheinlich hat es sie viel Fokus und harte Arbeit gekostet dort hinzukommen.

Und vielleicht war auch ein wenig Glück dabei.

Das gilt für Justin Bieber (der schon jahrelang Youtube-Videos gemacht hat bevor er “entdeckt” wurde), für Julia Engelmann, die vor ihrem Poetry-Slam-Hit “One Day Baby” schon jahrelang durch Deutschland getingelt ist, um auf allen möglichen kleinen Poetry-Slam Events aufzutreten.

Das gilt genau so für Peter Thiel, der nicht von heute auf morgen auf die Idee gekommen PayPal zu gründen – er war jahrelang in der Szene unterwegs, kannte viele Leute und hatte aus seiner Zeit in Stanford und als Trader ein ungemeines Wissen in genau diesem Bereich angehäuft.

Die Sache ist: Das sehen wir nicht.

Wenn wir uns vergleichen, dann sehen wir nicht die Geschichte dahinter. Wir sehen nicht all die hunderten von Stunden, die diese Person zu der Person gemacht haben, die sie ist.

Wir sehen nicht die harten Stunden, die diese Person durchgestanden hat. Wir sehen nicht die Hochs und die Tiefs, die tiefere Motivation und die Momente in denen es auch dieser Person schlecht ging oder sie an allem gezweifelt hat.

Vielleicht wollen wir es auch nicht sehen. Denn wir denken: “Ja krass, der hat jetzt so ein cooles Leben, so viel Geld oder ist so berühmt – Das will ich auch.”

So funktioniert das leider nicht.

Und vergessen wir nicht: Diese Menschen sind in genau diesem EINEN Lebensbereich sehr erfolgreich. Sie sind nach AUSSEN hin erfolgreich.

Wahrscheinlich wissen wenige Menschen, wie es wirklich in Justin Bieber oder Peter Thiel aussieht. Wir sehen nicht, wie es diesen Menschen in anderen Lebensbereichen ergeht. Wir wissen nicht, wie viele wirklich gute Freunde sie haben. Ob sie schon einmal glücklich verliebt waren. Ob sie nicht auch heimliche Ängste und Träume haben.

Dein eigenes Kunstwerk, Poliertuch und dein Pinselstrich

Es ist einfacher von uns weg zu schauen als auf uns selbst.

Ich finde es sehr sinnvoll mich an Menschen zu orientieren, die in einem Bereich in dem ich lernen möchte erfolgreicher sind als ich.

Gleichzeitig ist es einfacher Menschen hinterherzurennen oder nachzuahmen, die wir bewundern als uns selbst auf unsere ganz eigene Art und Weise zu verwirklichen.

Es ist einfacher da hin zu schauen, wo es schon (scheinbar) glänzt, als selbst das Poliertuch herauszuholen und uns selbst in mühevoller Arbeit zum Glänzen zu bringen.

Diese Person zu der wir da aufschauen ist ihr eigenes Kunstwerk.

Wir können unser eigenes erschaffen.

Gerne inspiriert von den Farben, die diese Person verwendet hat. Aber mit einem anderen Pinselstrich – unserem ganz eigenen nämlich.

 

 

 

 

Willst Du auch weniger auf die Gesellschaft hören und Dein eigenes Ding machen?

Hol´ Dir meine 7-teilige kostenlose Video-Serie und lerne die Kunst deinen eigenen Weg zu finden. 

>> jetzt die kostenlose Video-Serie abholen! <<

find_your_own_way_university-bdr

12 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Ben!

    Sehr guter Artikel. Ich mag deinen Schreibstil und den Aufbau deiner Texte total. Lässt sich alles schön flüssig lesen! 🙂

    Ja ja die Vergleichsgeschichte. Das wird wohl nie enden, aber man selbst kann darauf Einfluss haben, wie sehr einem solche Vergleiche einnehmen. Wichtig ist immer achtsam zu sein, damit man sofort merkt:“ Hey stop, ich vergleiche mich gerade!“ Wie du sagst, wenn man vergleicht liegt der Fokus nicht mehr auf das wichtigste – auf uns selbst! Vergleichen kann richtig energieraubend sein und total demotivierend, je nachdem wie man an die Sache rangeht.

    Dass man eben nur DEN einen Lebensbereich an der Person als perfekt und makellos ansieht hast du gut beschrieben. Die Hintergrundgeschichte sehen wir nicht sofort, und auch nicht wie es dieser Person in anderen Lebensbereichen ergeht. Also immer daran denken, dass derjenige auch nicht nur durch blumige Zeiten gegangen ist und auch seine Probleme hat/hatte.

    Man kann sich Inspirationen und Vorbilder suchen, das kann wirklich bestärkend sein, aber ja nicht abdriften und sich selbst schlecht reden, nur weil man im gleichen Alter noch lange nicht so weit ist. Jeder ist anders, die einen brauchen zwar etwas länger, aber besser man erreicht es spät als nie! Einfach zurückblicken und erkennen, was man schon alles auf seinem Weg geschafft hat und dankbar dafür sein. Oft vergisst man schnell, was man eigentlich schon Großes geleistet hat, auf das man wirklich stolz sein kann! 🙂

    Wünsche dir noch ein schönes Wochenende 🙂

    Hugs,
    Linda

  2. Hi Ben,

    oja, du hast mich voll erwischt. Ich vergleiche mich, so wie du, mit anderen Menschen und denke, was diese in ihrem Leben schon erreicht haben.

    „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ – Søren Aabye Kierkegaard

    Die Medaille hat 2 Seiten. Auf der einen Seite entsteht dadurch Druck, Selbstzweifel und der der Irrglaube, dass ich hinten nach bin. Auf der anderen Seite kann ein Vergleich auch sehr inspirierend sein.

    Wie du schreibst, ist es wichtig bei sich selbst zu bleiben.

    DANKE Ben.

    Alles Liebe
    Robert

  3. Hi Ben,

    wirklich ein sehr schöner Beitrag. Du triffst es wirklich auf den Punkt.

    Besonders am Schulsystem sollte sich bezüglich diesem Hintergrund etwas ändern. Denn wie Du schon sagst, geht es in der Schule leider immer nur um Noten und wer hier dauerhaft schlecht abschneidet, wird im VERGLEICH ZU ANDEREN als „Dumm“ abgestempelt.

    Vergessen wird dabei, dass die Kinder meist großartige Talente in anderen Intelligenzbereichen haben, wie u.a. eine ausgeprägte Soziale -, Emotionale – oder Assoziativkreativeintelligenz. Das die abgefragte „Schulintelligenz“ sehr begrenzt ist, ist den wenigsten bewusst.

    Das war´s auch schon 🙂 Diese Dinge sind mir nur gerade in den Sinn gekommen.

    Beste Grüße nach Berlin!
    Julian

  4. Hey Ben!

    Du sprichst mir echt aus dem Herzen mit diesem Artikel. Mich mit anderen zu vergleichen hat mich früher echt krank gemacht, zum Glück hat sich auch das in den letzten Jahren gebessert 🙂
    Während ich den Post gelesen habe, musste ich an all die Leute denken, die immernoch Dschungel Camp, etc. gucken…sich nach unten zu vergleichen macht halt einfach viel mehr Spaß.

    Vielen Dank für all deine tollen Artikel,
    Nora

  5. Hallo Ben,

    danke für deinen Beitrag!

    Beim Lesen kam mir immer wieder ein Gedanke: Wenn wir uns vergleichen, schafft das nicht nur Unzufriedenheit, es geht auch von Unzufriedenheit aus. Denn, wenn wir zufrieden sind, haben wir gar keinen Grund, uns zu vergleichen. So zieht sich die Spirale aber immer enger.

    Karl Lagerfeld hat das in einem Interview mal ganz schön gesagt: Seine Erfolgsgeschichte kann niemand kopieren. Dafür waren die Umstände viel zu einzigartig. Und ebenso ist es, wenn wir uns mit anderen vergleichen: Jeder hat seine eigenen Umstände, aus denen er das Beste machen muss.

    Oder, wie ich es diese Woche gesagt habe: „Man kann nichts dafür, in welche Umstände man geboren wird. Was man daraus macht aber schon.“

    Lieber Gruß,
    Philipp

  6. Hi Ben,

    ist es nicht einer der größten Schritte zu reflektieren, statt zu vergleichen. Die von Linda genannte Achtsamkeit ist sehr wichtig. Der Abgleich der eigenen Werte und der Taten, was denke ich und wie handele ich, ist wesentlich.

    Im Glauben an eine Art Intelligenz des Schwarms, sage ich: „GEMEINSAM können wir alles bewegen.“ Dafür muss man nur weniger vergleichen. Ohne Vergleich und Bewertung gibt es keinen Rassismus, keinen Krieg (ich muss stärker sein), keinen Durst oder Hunger, kein arm und kein reich.

    Alle Menschen würden einander helfen, wenn sie sich nicht dauernd
    vergleichen müssten.

    Beste Wünsche,
    Johannes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *