3 Wege wie Du von der Bildungsrevolution profitieren kannst

bildungsrevolution

Zuerst werden Visionen belacht, dann bekämpft und nachdem sie sich durchgesetzt haben kann sich plötzlich keiner mehr vorstellen, dass es jemals anders war.

Richard David Precht

So war es mit der Abschaffung der Sklaverei, der Kinderarbeit und hoffentlich wird es so auch mit der Bildungsrevolution sein.

Individuellere Bildung ist möglich – und eine neue Kultur der Potentialentfaltung auch.

„Wir brauchen kreative junge Menschen, die anders denken und keine Arbeitslemminge.“

So Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand von Continental und der Deutschen Telekom im Film Alphabet.

Das Problem ist doch klar: Das Bildungssystem ist vor allem geschaffen, um besagte „Arbeitslemminge“ auszubilden. Also Menschen, die im System funktionieren; Menschen, die das ausführen, was ihnen gesagt wird. Menschen, die auf Autoritäten hören – und nicht kritisch, kreativ oder innovativ denken. Diese „Arbeitslemminge“ brauchte man eben nach der industriellen Revolution.

Mal ganz ehrlich und unter uns: Willst Du mal ein Arbeitslemming sein? Willst Du dauernd das Gleiche tun und Dich unterordnen? Willst Du gar riskieren, dass Du einfach wegrationalisiert wirst ?

Heute ändert sich die Wirtschaftswelt so schnell wie noch nie.

Die Ausbildung an den Schulen und Unis hängt immer mehr hinterher – was Du lernst ist also immer weniger up to date.

Verlasse Dich nicht auf das System. Traue nur Dir selbst und Deinen Stärken. Werde kein Arbeitslemming – sondern jemand, der diese Welt mit kreativen Ideen bereichert und ein klein wenig besser macht.

3 Wege wie Du von der Bildungsrevolution profitieren kannst

1. Biete etwas an, was der Computer nicht kann.

Computer ersetzen Menschen mehr und mehr.

Immer mehr Prozesse werden digitalisiert. Technisiert. Automatisiert.

Computer und Maschinen sind mit fortschreitender Entwicklung der Technik in der Lage immer mehr Aufgaben für uns zu übernehmen.

Manche sagen sogar, die Digitalisierung und Technisierung stelle eine neue Revolution in der Arbeitswelt dar – wie damals die industrielle Revolution.

Der Punkt ist der: Früher wurden Menschen gebraucht und ausgebildet, um Maschinen zu bedienen.

Heute funktionieren viele dieser Maschinen mittels automatisierter Programme.

Was ist der beste Weg für Dich, um im Wettkampf um die Arbeit zu bestehen.

Ganz einfach: Du musst etwas können, das nachgefragt wird und das ein Computer oder ein Programm nicht kann.

Macht Sinn, oder?

Denn alles was der Computer kann dafür werden Dir Menschen in Zukunft wohl kein oder kaum noch Geld bezahlen.

Macht auch Sinn.

Was aber sind Dinge, die Du kannst, die aber (noch) kein Computer kann?

Vor allem ist das kreativ zu denken. Innovative Lösungen zu erarbeiten. Die Programm für die Computer schreiben.

Wo liegen Deine genauen Kompetenzen? Wie kannst Du diese weiter schulen und damit anderen Menschen helfen?

Finde einen Weg genau diese Kompetenzen und Skills weiter zu schulen und auszubauen.

2. Hole Dir, was Du brauchst.

Vielleicht fragst Du Dich jetzt: Und wie kann ich das lernen, „kreatives Denken“?

Nun, da gibt es viele Wege.

Ich lerne vor allem durch Projekte. Also dadurch, dass ich anfange zu machen, auf ein Problem stoße und dieses dann lösen muss. Außerdem lese ich super viel.

Mein Umfeld – vor allem junge kreative Entrepreneure, Coaches und Blogger regen mich an und geben mir immer wieder neue Impulse und Ideen.

Zu guter letzt ist das Reisen eine Quelle der Kreativität und der Inspiration für mich.

Wie Du siehst bastele ich mir also meinen ganz eigenen „Bildungsmix“.

Im Endeffekt musst Du Deinen eigenen Weg finden. Den perfekten Weg gibt es wie so oft nicht.

Wichtig ist, dass Du ungefähr weißt, wo Deine Interessen, Talente und Stärken liegen. Und natürlich was Dich begeistert.

Dann gibt es unzählige Möglichkeiten, Dir den Input zu holen, um Deine Skills weiter zu schulen.

Bildung ist so verfügbar wie noch nie.

Du kannst old-school-mäßig in die Uni gehen.

Du kannst Kurse belegen auf Online-Plattformen.

Du kannst eigene Projekte starten. Ein Unternehmen gründen.

Du kannst Dich mit anderen jungen Menschen vernetzen.

Was auch immer.

Die Möglichkeiten sind da. Du musst sie nur finden – und für Dich nutzen.

3. Sei Mensch, kein Roboter.

Die Schule ist ein starres System.

Auch die Uni ist an manchen Stellen ein starres System.

Unser Bildungssystem ist ungefähr auf dem Stand von vor 150 Jahren.

Das komplette System wurde in seiner Grundstruktur erschaffen, um „Arbeitsroboter“ für die Industrie auszubilden – seit der Industriellen Revolution.

Bisher hat das System ganz gut funktioniert.

Doch so langsam merkt auch die Wirtschaft (oder zumindest die, die sich Gedanken machen und mitdenken), dass sie nicht nur gleich denkende „Arbeitslemminge“ (siehe oben) braucht, sondern Menschen die „out of the box“ denken.

Sei kein Arbeitslemming.

Habe den Mut anders zu sein.

Habe den Mut Deine Ideen zu äußern.

Habe den Mut anzupacken, Projekte zu starten, anzufangen zu machen. 

Think outside of the box. 

Willst Du Roboter oder Mensch sein?

 

Mach dein Ding!

Dein Ben

 

 

Bild: chris.corwin

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13 Kommentare, sei der nächste!

  1. Klasse Post, wie immer 😉
    Ich lese zur Zeit mit purer Begeisterung Richard David Prechts Buch über unsere Bildungskatastrophe und seine bestrebte Revolution („Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern“).
    Schade, dass sich nichts zu meiner Schulzeit änderte und mir somit die Freude am Lernen und irgendwie auch meine Kindheit geraubt wurde. Die Vergangenheit kann man nicht ändern und es hilft nicht darüber zu trauern. Doch man kann dafür sorgen, dass es keinen kommenden Generation so ergeht und dass man persönlich von der Bildungsrevolution profitiert, wie du so schön gesagt hast.
    Und das heißt, so zeitig wie möglich aus dem noch bestehenden System auszubrechen und sein eigenes Ding zu machen. Visionäre prophezeien, dass es letzendlich sowieso zusammenbrechen wird. Why do you wait?

    1. Yey – danke mal wieder für Deinen coolen Kommentar! =)

      Das Buch von Richard David Precht werde ich wohl auch bald lesen =) Musste mal berichten, wie Du es fandest!

  2. Ich bin zufällig durch die ‚Freilerner‘ über deinen Blog gestolpert. Ich hab ein bald 3 jähriges Kind und da kommt so langsam das Thema Schule immer näher. Ich lese hier gerne rum und wollt dir nur sagen, dass du mich sehr inspirierst. Sei es für mich oder die zukünftigen Wege für meinen Sohn. Danke!

    1. Hey ho!

      Wow, das ist ja mal mega cool! =) Ganz lieben Dank, dass Du kommentiert hast – jedes „mach weiter so“ ist gold wert =)

      Freue mich, wenn Du öfter kommentierst und ich hoffe Dir noch viel Inspiration liefern zu können!

      Beste Grüße an Deinen kleinen Sohn! 😉

      Ben

  3. Ich kann dem nur zustimmen. Studiere Physik, allerdings eben autodidaktisch, obwohl an der LMU immatrikuliert. Mit der Zeit bin ich schon in das Denken reingekommen. Es ist schon erstaunlich, wie viel Routine sich dann einstellt, wie vieles dann stupides Abklopfen von Fourier-Transformationen ist. Das Ziel, ein eigenes Fachbuch zu schreiben bleibt trotz dem Abraten der Dozenten meines Vertrauens trotzdem. 😉

    Ja, diese Kollektivität erdrückt manchmal ein bisschen die Individualität.

    VG.

    1. Hey! Das klingt ja super spannend!

      Schreib mir bitte unbedingt mal – ich will mehr erfahren wie Du so lernst! =)

      Und wenn Du magst kannst Du auch gerne mal einen Artikel darüber schreiben! =)

      Beste Grüße!

      Ben

  4. Guter Artikel, Theorie und Gedanken dahinter stimmen, also was das Bildungssystem aus einem macht, doch das mit den Arbeitslemmingen finde ich schwer…

    Klar ist es ätzend, wenn man 45 Jahre lang ein und den selben Fliesbandjob hatte, wenn man immer und immer wieder die gleichen Griffe und Routinen ausgeführt hat. Aber, was ist, wenn diese Jobs keiner mehr machen würde? Wenn keiner mehr darauf Lust hat Bauer zu werden, der die Supermärkte mit Nahrung und somit uns Menschen beliefert? Und wer räumt die Sachen in den Märkten ein und verkauft sie uns? Was wäre ein Leben ohne Arzthelferinnen und ohne Krankenschwestern?

    Und auch als Enterpreneur ist man doch auch nichts anderes. Klar, man muss kreativ sein, gerade wenn es um die Idee geht, die Entwicklung, Vermarktung etc. Aber irgendwann, wenn es läuft, dann musst du auch reinklotzen und dir den Hintern aufreißen. Du musst dein Unternehmen immer weiter ausbauen, immer mehr und mehr Leute erreichen etc.

    Also weg vom Arbeiten kommen wir glaube ich nicht und auch nicht davon, dass Arbeit immer manchmal eintönig oder langweilig ist…

    Lieben Gruß
    Torben

    1. Hey Torben,

      danke für deinen Kommentar.

      Dein Einwand begegnet mir in letzter Zeit häufig. Das Ding ist, es gibt doch Menschen, die genau das machen wollen. Die genau damit glücklich sind und die ihren eigenen Bauernhof aufbauen, die Krankenschwester aus Überzeugung werden. Da sehe ich daher überhaupt kein Problem. Mein Ziel ist es ja nicht Krankenschwestern zu bekehren Blogger zu werden 😉

      Vom Arbeiten kommt man nicht weg. Da stimme ich dir zu. Ich tue nach wie vor viele Dinge, die mich nerven. Aber das macht erstens die anderen Dinge umso schöner und zweitens versuche ich das spielerisch zu sehen und immer wieder an meine Vision zu denken, die mich antreibt.

      Alles Liebe und mach dein Ding!

      Ben

  5. Geniale Motivation für den Tag =)
    Lieben Dank!

    Anmerkung zu 2.:
    Speziell seitdem ich keinen Fernseher mehr hab, merke ich erst wie gut das funktionieren kann! Bücher, Audioprogramme, Videos von Trainern Tutorials – Wahnsinn was man alles für wenig oder sogar kein Geld mittlerweile lernen kann!

  6. Danke, wie immer sehr hilfreich Ben!! 🙂

    „Mein Umfeld – vor allem junge kreative Entrepreneure, Coaches und Blogger regen mich an und geben mir immer wieder neue Impulse und Ideen.

    Zu guter letzt ist das Reisen eine Quelle der Kreativität und der Inspiration für mich.“

    Das sind für mich 2 wesentliche Punkte!!! Der erste ist wirklich wichtig, um nicht in der breiten Masse ein Teil des Ganzen zu werden! Wenn ich deine Texte lese und das dann noch mit Punkt 2 dem Reisen verbinde, dann glaube ich 1000% an was du schreibst und sehe das als das einzige Richtige!! Wenn ich dann wieder zu Hause bin, komme ich ins Zweifeln sobald ich mit meiner Familie oder mit Freunden spreche, welche nach ihrer Ausbildung im Betrieb übernommen wurden – dann kommen die Zweifel!! Dabei vergesse ich viel Schnell, dass die Zweifel eigentlich nicht von meinen Freunden kommen – sondern von der Masse der Gesellschaft!! Querdenker werden von der Masse aussortiert – könnten gefährlich für das große Ganze sein! Aber soll ich mich selbst an ein Unternehmen „versklaven“, risikieren kaum Freizeit zu haben und meinem Chef von ganz oben damit ein luxusleben finanzieren?? Ich finde deine Texte sehr inspierend und auch dieser trifft den Nagel wieder direkt auf den Kopf!

    1. Hey Svenja!

      Ich bin voll bei dir – es braucht viel Kraft immer wieder die ganzen Zweifel der Gesellschaft und deines Umfeldes auszublenden und einfach dein Ding zu machen.

      Freut mich, dich dabei zu haben!

      In diesem Sinne: Mach weiter dein Ding!

      Ben

  7. „Der Mensch ist frei geschaffen,
    ist frei und würd` er in Ketten geboren.“
    Friedrich Schiller
    DER SCHUL-KÄFIG – EINE SKINNER-BOX

    1. Die junge Generation in der Bildungs-Dressur

    Diese Feststellung klingt zwar provozierend, resultiert aber aus Erkenntnissen der Tierpsychologie, die der Psychologe B. F. Skinner im Ratten-Experiment gewonnen hat.

    Skinner entwickelte in der sog. „Skinner-Box“ das Lern-System des „operanten Konditionierens“. Er dressierte Ratten mit dem „Prinzip der Verstärkung“.
    Erwünschtes Verhalten belohnte er mit positivem „Verstärker“, mit Futter;
    unerwünschtes Verhalten sanktionierte er mit negativem „Verstärker“, mit Stromschlag.
    Ergebnis der Konditionierung:
    Die Ratten wiederholten das belohnte Verhalten und vermieden das bestrafte.
    Sie hatten ein Verhaltensmuster gelernt.

    Ebenso funktioniert das Lernsystem der Schule.

    Kinder und Jugendliche werden mit Zensuren konditioniert wie Ratten mit Futter und Stromschlägen.
    Erwünschte Lern-Leistung wird mit guter Zensur belohnt, fehlerhafte Leistung mit schlechter Zensur bestraft.
    Ergebnis der Konditionierung:
    Das „Prinzip der Verstärkung“ prägt ein Verhaltensmuster, das Schülerinnen und Schüler auf Zensuren fixiert.
    Für die Belohnung mit guten Zensuren lernen sie alles, was ihnen „vorgesetzt“ wird, bis zur totalen Erschöpfung („Schüler in der Leistungsfalle“, ZdF „37°“, 14. 1. 2014).
    Darüber hinaus wirkt die Zensierung auf sie wie ein Damokles-Schwert, das über ihnen schwebt und das jederzeit auf sie herabfallen könnte. Die Ungewissheit, ob es eine gute oder eine schlechte Zensur wird, erzeugt in ihrer Psyche eine pathogene, krankmachende, Angst-Spannung.

    Die Folge:
    Jedes dritte Grundschulkind leidet unter psychosomatischen Störungen und jedes zehnte Schulkind ist in Behandlung beim Schulpsychologen oder beim Kinderarzt, weil …,
    ja, weil animalische Lern-Dressur menschenverachtend ist und sich deshalb naturgemäß pathogen auswirkt.

    Wie menschenunwürdig animalische Lerndressur ist, hat Skinner selbst mit seinem Buchtitel dokumentiert: „Beyond Freedom and Dignity“ (Jenseits von Freiheit und Würde).
    Denn operantes Konditionieren schließt die Entscheidungsfreiheit des Menschen aus.
    „Verstärker“ wirken in der menschlichen Psyche unbewusst auf den Reiz-Reaktions-Mechanismus. Dabei bleibt das Bewusstsein der Entscheidungsfähigkeit unbeteiligt.
    Das bedeutet:
    Ein Mensch wird auf sein unbewusstes Reiz-Reaktions-System reduziert und hat keine Option, frei zu entscheiden. Konditionierung „stiehlt“ ihm diese Ur-Fähigkeit, die einen Menschen erst zum Menschen macht.
    Ein solcher Mensch ist entmenschlicht. Seine konditionierten Verhaltensmuster sind seinem Tier-Menschen-Stadium zuzuordnen, einem evolutionären Stadium „Jenseits von Freiheit und Würde“.

    Besonders Menschen in „Käfighaltung“, wie in Gefängnissen, sind auf ihr Reiz-Reaktions-System reduziert. Ihre Entscheidungsfreiheit ist begrenzt. Sie reagieren auf die angebotenen „Verstärker“, indem sie die geforderten Verhaltensmuster lernen. Sie passen ihr Verhalten an die Bedingungen des Käfig-Systems an. Sie haben keine andere Wahl, wenn sie überleben wollen.
    Auch im Schulkäfig wird der Schüler-Mensch auf sein Reiz-Reaktions-System reduziert und dadurch entmenschlicht.
    Schülerinnen und Schüler haben als Käfig-Insassen keine andere Wahl, als sich systemkonform zu verhalten und sich anzupassen, wenn sie einen guten Schulabschluss erreichen wollen, der ihnen ihre Freiheit wiederschenkt. Bis dahin ergeben sie sich dem erzwungenen Bulimie-Lernen: Lernstoff „fressen“ – in der Klausur „auskotzen“ – den nächsten Lernstoff „fressen“ … .

    Fazit:
    Im Schulkäfig wird die Persönlichkeitsentwicklung zu einem gesunden Menschentum durch die Zensuren-Dressur be- und verhindert. Entlassen werden kopfgesteuerte, emotional unreife Menschen mit „Hornhaut auf der Seele“(Viola Heeß, Henning Sußebach).
    Die Menschheit bleibt in ihrem Tier-Menschen-Stadium stecken, trotz tausender Jahre Religion und Philosophie.
    Die Folgen sind besonders im Fernsehen täglich zu sehen:
    Menschen
    – bekämpfen sich noch immer wie blinde Idioten, statt einander zu achten und zu helfen;
    – plündern aus Habgier den Planeten, auf dem und von dem sie leben, statt ihm für jedes Brot- und Reis-Korn zu danken,
    – gründen im globalen Kampf der Köpfe eine „Schule für den Wirtschaftskrieg“, „École de Guerre Économique“ (EGE), statt für die globale Friedenssehnsucht der Menschheit eine Schule für Herzensbildung;
    – perfektionieren mit PISA-Ranking und Testeritis die Tier-Lernmethode im Schulkäfig und betreiben Gehirnbewirtschaftung der jungen Generation, statt Menschenbildung.

    2. BildungsministerInnen vor einer Fundamental-Entscheidung

    Ist BildungsministerInnen und Eltern eigentlich bewusst, dass dieses schulische Lernsystem mit Zensuren aus „Zuckerbrot und Peitsche“ (Kurt Tucholsky) animalisch ist?

    Eltern glauben an die Zensur wie an ein Gottes-Urteil, obwohl sie von Lehrerinnen/Lehrern nach eigenem Ermessen subjektiv gesetzt ist. Eine Zensur, eine Zahl, hat etwas Klares. Sie vermittelt den Anschein von Objektivität. Darin liegt die Verführung der Eltern. Eltern glauben, die Zensur sei Maßstab für Bildung, und BildungspolitikerInnen bestärken sie in diesem Glauben.

    Manche Eltern werden es nicht wahrhaben wollen, dass dieses Lernsystem, das der Ratten-Dressur in der Skinner-Box entspricht, animalisch und menschenunwürdig ist. Sind sie doch selbst durch diese Schule gegangen und „etwas Ordentliches“ geworden!
    Aber wollen Eltern und BildungsministerInnen eigentlich das Tier-Lernsystem?
    Wollen sie wirklich, dass Kinder und Jugendliche wie Tiere von außen, extrinsisch, motiviert und auf den Zensuren-Formalismus fixiert werden?
    Wenn sie überzeugt sind, dass die junge Generation mit der Zensuren-Dressur auf die Welt des globalen Konkurrenzkampfes vorbereitet werden muß, dann ist das Tier-Lernsystem richtig. Denn animalisches Lernen erzeugt Verhaltensmuster für die animalische Hackordnung, wie Futterneid und Brutalität im darwinistischen Konkurrenzkampf. Das bestätigte die Schülersprecherin Judith Bürzle aus Illertissen bei Maybrit Illner:
    Nach zehnjähriger Lern-Dressur „gönnen Schüler einander gute Leistungen nicht mehr“.

    Die dargestellten Erkenntnisse der Tierpsychologie und der pädagogischen Anthropologie (s. Ziffer 3) fordern die Bildungsministerinnen und Bildungsminister im Integralen Bewusstseinszeitalter des 21. Jahrhunderts zu einer evolutionären Fundamental-Entscheidung heraus:
    Wollen sie die junge Generation weiterhin in den Schul-Käfig zwingen und für den animalischen Konkurrenzkampf konditionieren?
    Oder:
    Wollen sie Schüler-Menschen in Menschen-Schulen für die Humanisierung der Welt menschlich bilden?

    3. Der Mensch – ein Selber-Lerner

    Menschliches Lernen ist „Lernen in Freiheit“ (Carl R. Rogers). Jedes Kind ist schon als Baby ein „Selber-Lerner“, ein „Frei-Lerner“. Dafür hat die Natur den Menschen mit einem freien Geist ausgestattet.
    Jeder Mensch erlebt seinen freien Geist, wenn er in seinen geistigen Innenraum geht. In diesem Raum kann er i n n e – halten, überlegen und sich fragen, ob er die Schokolade essen will oder lieber doch nicht. Er muß sie nicht zwanghaft wie ein Tier in sich „hineinfressen“. In diesem Innenraum kann er mit sich selbst einen inneren Dialog führen, so, als stünde er vor sich selber. Hier entscheidet er sich als „Selberleber“ (Kitz/Kusch) für die Lebensqualität, von der er überzeugt ist.
    Die menschliche Ur-Fähigkeit zur freien Entscheidung bietet jedem Kind die Chance, selbst zu entscheiden, welche Kenntnisse es braucht, welche Begabungen es weiterentwickeln will.
    In Freiheit lernt es alles, was es lernen will.
    Die menschliche Ur-Fähigkeit ist die Basis seiner Freiheit und Würde.

    In der Menschen-Schule kommt es darauf an, die Entscheidungsfähigkeit in Freiheit zu entwickeln und zu stärken.
    – Erst dann gelingt die Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen zu einem
    gesunden Menschentum.
    – Erst dann wird der junge Mensch als Menschenkind zum „Selber-Leber“ mit einem erwachten Bewusstsein vom eigenen SELBST.
    Gesundes Menschentum lebt ein Mensch, der gelernt hat, seine Gedanken und Gefühle in seinem „Inneren Universum“ zu ordnen und zu steuern. Dann erst ist er fähig, der zu werden, der er ist: ein gesundes SELBST.

    Noch aber liegt der E r s t k l ä s s l e r O s k a r
    „nach Schule und Ergotherapie häufig auf dem Sofa und starrt vor sich hin. Und fragt jeden Abend: Wann ist wieder frei?“ (Hauke Goos, DER SPIEGEL 1/2014) – – – für Selberlernen!

    George Bernhard Shaw über seine Schulzeit: Ich haßte die Schule, dieses Kindergefängnis.“

    1. @ HORST KÖLTZE
      Sie haben ja sowas von Recht. Bemerkenswert, dass das Abitur seinen Stellenwert nicht einbüßt, obwohl es ihn selbst untergräbt: Es wird (natürlich entgegen der Meinung derer, die dies ebenso natürlich abstreiten müssen) immer leichter, wobei die jahrgangsweise spürbar nachlassenden Basiskompetenzen der Schüler (Zuhören, Verarbeiten/Reflektieren, Memorieren), die sich unvermeidlich in schlechteren Leistungen niederschlagen, vertuscht werden. Der Arbeitsmarkt schraubt seine Ansprüche deshalb aber nicht herunter, ebenso wird die Vorstellung der Abhängigkeit des Wertes eines Menschen von dem Notendurchschnitt seines höchsten Schulabschlusses weiterhin gefördert. Wie soll das funktionieren? Alles wird immer schizophrener, und am Ende zahlen alle drauf: Sowohl die Schüler als auch die Gesellschaft, die sich so viel von ihnen erhofft. Ein – hier wahrscheinlich nicht gut ankommendes – Beispiel für das Versagen des Systems in Sachen ganzheitlicher Formung und Reifung (wenn auch auf die Ex-DDR bezogen und darum umso verständlicher): die Merkel-Politik. 2015 musste musste die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise – jedoch offensichtlich, ohne das so zu erkennen – die bis dato folgenschwerste Entscheidung für das Land treffen, das sie vertritt und dessen Wähler ihr mengenmäßig zumindest in Form einer demokratisch hinreichenden Mehrheit vertraut haben. Was tat Merkel? Reflektierte sie die Folgen, d. h. handelte sie vorausschauend? Dachte sie an ihr Land und dessen Zukunft? Erwog sie die Aspekte langfristiger Realisierbarkeit (praktisch, wirtschaftlich, soziologisch…)? Nein! Anscheinend nicht für einen einzigen Moment – sie reduzierte alles einfach auf den moralischen und humanitären Aspekt in dem offensichtlichen naiven Glauben, das würde völlig ausreichen. Wie kann es sein, dass ausgerechnet jemand in ihrer Position jeder Kompetenz entbehrt, die für das Treffen einer so weitreichenden Entscheidung nötig gewesen wäre? Dass da etwas nicht stimmt, ist offensichtlich. Hätten wir ein Bildungssystem bzw. Bildungsprinzip wie das, das hier auf dieser Website postuliert und propagiert wird, würden wir künftig womöglich auch von derart realitätsfernen Entscheidungen der Politik und weiterem Irrsinn verschont.

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