9 ehrliche Fragen eines Schülers an seinen Lehrer

fragen eines schülers an einen lehrer

9 Fragen eines Schülers an seinen Lehrer…

Lieber Herr Lehrer,

ich danke Ihnen für die Zeit die sie sich genommen haben, um diesen Test möglichst fair auszuarbeiten und die Fragen verständlich zu formulieren.

Sie fragen sich auch bestimmt, warum ich keine ihrer Testfragen beantwortet habe und was ich damit bezwecke, Ihnen diesen Text zu schreiben..

Nun, mir wurde plötzlich bewusst, dass mich der Stoff dieser Testfragen einfach nicht interessiert. Daher habe ich mir auch nicht die Zeit genommen, mich auf diesen für mich persönlich gleichgültigen Test vorzubereiten – ich hätte es ohnehin nach dem Test wieder vergessen. Genau wie in den vergangenen Tests…

Außerdem habe ich mich gefragt:

Also habe ich meine Zeit stattdessen genutzt, um Fragen zu formulieren, die mich in meinem persönlichen Wachstum voranbringen.

Während meine Mitschüler ihre Fragen beantworteten habe ich die Zeit genutzt, um für Sie einen ‚Test‘.. oder sagen wir einen anregenden ‚Fragebogen‘ auszuarbeiten. 😉

Ich überlasse es Ihnen gerne, ob Sie sich diese Fragen durchlesen, sie beantworten, oder mir vielleicht sogar nach dem Ausfüllen zurückgeben.

Es würde mich jedenfalls sehr interessieren, wie ihre persönlichen Antworten darauf lauten.

1.) Warum vermitteln so viele Lehrer den Eindruck, dass sie alles wissen? – Ja, warum stellen sie gar manchmal ihre subjektiven Meinungen als objektives Wissen dar anstatt menschlich zu ihren Wissenslücken zu stehen? 

2.) Warum denken so viele, dass ich nur in der Schule lernen kann und ich aufhöre zu lernen, wenn ich den Klassenraum verlasse? 

3.) Warum werden vor allem diejenigen belohnt, die so denken wie Sie – und die bestraft oder schlechter benotet, die anders denken? 

4.) Warum wird uns vermittelt, dass das was in Lehrbüchern steht die absolute und endgültige Wahrheit darstellt und somit nicht in Frage gestellt werden darf?

5.) Warum wird uns vermittelt, dass der Weg zu „Erfolg“ so einfach ist und nur über eine gute Uni führt? 

6.) Warum lernen wir vor allem uns zurückzuhalten und geradeaus zu denken anstatt den Status quo in Frage zu stellen und unsere ganz eigenen Ideen für Probleme zu entwickeln? 

7.) Warum wird uns vermittelt, dass standardisierte Tests und deren Benotung etwas über unseren Wert und unser inneres Potential aussagen?

8.) Warum wird uns beigebracht, dass wir dankbar sein sollten für unsere freien Tage außerhalb des Klassenraums? Darf mir Lernen etwa keinen Spaß machen? 

9.) Warum wird mir vermittelt, dass diese Bildung so wichtig ist für meine Karriere und mein Leben? Warum muss ich mir all die anderen Fragen, die mein Leben spannend und reich machen selbst stellen?

 

Und warum lerne ich in der Schule eigentlich nicht wie ich herausfinde, was ich später wirklich machen will…? 

Und….

Ich könnte Ihnen noch so viel mehr Fragen stellen…

Danke für Ihre Zeit!

Ps: Es gibt hier kein ‚Richtig‘ oder ‚Falsch‘ und daher auch keine Benotung von mir.

 

 

Was wolltest Du Deinen Lehrer schon immer mal fragen?

 

 

Ich danke meinem Bekannten (dessen Name ich vergessen habe...:D) für die Inspiration zu diesem Artikel und die Bereitstellung seines ursprünglichen Artikels, sodass dieser Artikel daraus werden konnte.  

Bild: DVIDSHUB

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71 Kommentare, sei der nächste!

  1. Gute Fragen, Ben!

    Was ich mich schon immer fragte, warum es eigentlich immer warum in der Schule ein regelrechter Konkurrenzkampf herrscht anstatt, dass sich Schüler gegenseitig helfen, dass alle „gute Noten“ erreichen.

      1. bei uns in der Klasse ist es so das manche sich über die Note freuen bis sie den Notenspiegel sehen und bemerken das alle so gut sind.

    1. Lustig. Bei uns helfen sich alle gegenseitig. Ich verbringe sogar eigentlich mehr Zeit damit, anderen zu helfen, als selber zu lernen…

  2. Hallo Ben,

    Klasse Artikel hat du da geschrieben! Gerade das mit dem „anders denken“und dann dafür bestraft werden hat mich in meiner Schulzeit auch oft betroffen.

    Ich finde auch das gesamte Notensystem daneben. Wir Menschen werden auf Zahlen reduziert und danach bewertet. Wir bekommen gelernt wie wir denken sollen und am besten sollen wir nichts hinterfragen und uns nur dem beugen was uns aufgetragen wurde.

    Ich habe in der Schule Vorallem „Gehorsamkeit“ gelernt. Und das bestehen von standardisierten Tests hat mich in keinster Weise erfüllt, es fühlte sich eher an als ob ich in einen Schuh gepasst hätte der 5 Nummern zu klein war 😀
    Und letztens hab ich ein nettes Wort bzgl dieses Themas gehört „Lernbulemie“ haha aber genauso ist es. Ich kenne Menschen die ihr Abitur in französisch gemacht haben mit der Note 1 und heute keinen Satz auf französisch verstehen.

    Vorallem werden Schlüsselqualifikationen wie Sozialkompetenz, Handlungskompetenz und und und gar nicht vermittelt.

    Ich habe auch darüber nachgedacht wie man das bestehende System ändern könnte… Einige Ansätze hab ich aber die Umsetzung ist das Problem…nur wenn man alles so beibehält wie gehabt bleibt man stehen und entwickelt sich nicht weiter. Und für viele Jungen Leuten bleibt nur noch der Ausstieg aus dem System.

    Xoxo Isabel

    1. Hey Isabel!

      Danke für Deinen Kommentar!

      Ja, diese „Gehorsamkeit“ von der du sprichst musste ich mir erst einmal wieder abtrainieren…

      Ich finde es krass wie teilweise Absolventen von Elite-Unis oder auch anderen Unis einfach springen, wenn sie einen „Befehl“ bekommen.

      Dinge hinterfragen zu können ist für mich eines der höchsten Ziele von „Bildung“.

      Liebe Grüße und viel Erfolg dir auf deinem Weg!

      Ben

  3. Da fällt mir folgende kleine Geschichte zu ein: “Stell dir vor: Eine Gruppe afrikanischer Kinder vor dem grenzenlosen Horizont und der grünen Steppe. Einer sagt: “Die Kinder in Amerika sind gezwungen 8 Stunden im Klassenzimmer zu sitzen und wenn sie sich zu viel bewegen oder zu viel Lärm machen bekommen sie Medikamente damit sie ruhig werden, und ihre Hauptunterhaltung ist Fernsehen.” Ein anderer antwortet: “Das ist schrecklich! Wir sollten etwas spenden.“

      1. Und noch eine passende Geschichte: Eine Gruppe von Wissenschaftlern schloss fünf Affen in einen Käfig. In der Mitte war eine Leiter mit Bananen am oberen Ende. Jedes Mal, wenn ein Affe die Leiter hinaufkletterte, wurden die restlichen Affen mit kaltem Wasser bespritzt.

        Nach einiger Zeit, schlugen die anderen Affen den Affen, der versuchte die Leiter hochzuklettern. Von nun an versuchte keiner der Affen mehr hochzuklettern.

        Die Wissenschaftler beschlossen einen der Affen auszutauschen. Das erste, was der ausgewechselte Affe versuchte, war die Leiter hochzuklettern. Die anderen Affen schlugen ihn direkt und nach einigen Schlägen, lernte der neue Affe, dass er die Leiter nicht hochklettern durfte, obwohl er nicht wusste warum.

        Ein weiterer Affe wurde ausgewechselt und dasselbe Szenario passierte. Der erste ausgewechselte Affe beteiligte sich an dem Schlagen des zweiten Affen. Nun wurde ein dritter Affe ausgetauscht und alles wiederholte sich. Dann wurde der vierte Affe ausgetauscht und zum Schluss der fünfte Affe.

        Was übrig geblieben war, war eine Gruppe von fünf Affen, die, obwohl sie nie eine kalte Dusche bekommen hatten, jeden zusammenschlugen, der es wagte die Leiter hinaufzuklettern.

        Wenn es möglich wäre, die Affen zu fragen, warum sie jeden schlugen, der die Leiter hinaufkletterte, würden sie wahrscheinlich antworten:“ Ich weiß nicht, so wird es hier einfach gemacht.“ Kommt euch das bekannt vor?

        Verpasst nicht die Chance dies mit anderen Menschen zu teilen. Menschen, die sich vielleicht auch fragen, warum wir weiterhin Dinge tun, obwohl es andere Wege da draußen gibt.

        1. Sau die coole Geschichte, Katharina!!

          Und voll die Metapher für vieles was in unserer Gesellschaft passiert und auch wie Karrierewege von jungen Menschen verlaufen…

          Aber deswegen packen wir ja jetzt an und rocken das =)

          Ich freue mich auf weitere inspirierende Geschichten von dir!

          Liebe Grüße aus Hamburg!

          Ben

        2. Super Metapher Katharina!
          In der Schule wird nicht das selbstständige Denken unterstützt und geschätzt, im gegenteil- es wird bekämpft.
          In der Schule gilt: Befehle ausführen.
          Solche Bürger sind halt bequem …

  4. Hallo Ben,

    als angehender Lehrer fühle ich mich ertappt und betroffen.
    Was du schilderst, kann ich unterschreiben – Klasse Artikel!

    Mach weiter so 😉

    Gruß
    Alexander

    1. Hey Alexander,

      ganz lieben Dank für Deinen Kommentar! =)

      Und klar mach ich weiter! 😉

      Freue mich von Dir zu hören und ich wünsche Dir Kraft für Deine angehende Tätigkeit als Lehrer.

      Liebe Grüße!

      Ben

  5. Hallo Ben 🙂
    der Artikel ist mal wieder klasse 🙂 Ich freu mich jedes Mal deine Artikel zu lesen. Da ich hier nicht immer Internet hab bzw mein Leben auch nicht nur vor PC vergeuden will, werden dann jedes Mal alle noch ungelesenen Artikel in neuen Tabs geoeffnet und dann ‚abgearbeitet‘ 😀

    Auf jedenfalls wollte ich auf die letzte Frage antworten…
    Was ich meinen Lehrer schon immer mal fragen wollte. und auch getan hab…
    Mathe (wahrscheinlich 3.-12. Klasse) „Wofuer brauche ich das im Leben?“
    Und in der 9. wurde mir beantwortet „Das wirst du dann schon sehen. aber das kann ich dir jetzt nicht erklaeren, weil das nur aufbaustoff fuer die SEK II ist…“
    In der 11. kam dann… „Ja wenn du nicht Mathe studieren willst, dann brauchst du das bestimmt nicht noch mal. Steht aber im Lehrplan. Und deshalb musst du das lernen.“
    Beste Motivation was zu lernen 🙂
    was sich an meinen Noten (2 Punkte letzts Halbjahr & Abschlussnote 5 Punkte) und meinem jetzigen Wissen vom letzten Jahr beweisen laesst. Vor genau einem Jahr musste ich noch zur Schule. Und ich weiss in den letzten beiden Jahren hatten wir was mit Pfeilen die haben sie Vektoren genannt. Aber mehr…. ????? 😉

    Ganz liebe Gruesse aus Thailand.
    Und vielen vielen dank fuer den tollen Blog 🙂

    Luisa 😉

    1. Hey Luisa!

      Freut mich mal wieder was von dir zu hören! =)

      Jaja – so läuft das in der Schule – „das brauchst du für´s nächste Level“. Und warum? „Darum.“ – Okay.

      Mir geht´s ähnlich mit Mathe – und ich habe tatsächlich 13 Punkte im mündlichen Abitur gemacht 😉

      Liebe Grüße aus Hamburg nach Thailand!

      Ben

    1. Hallo,
      also ich empfinde es noch viel schlimmer, leider.
      Es wurden ja in den vorigen Beiträgen bereits sehr wichtige und zutreffende Aussagen über unser derzeitiges Bildungssystem gemacht, denen ich – aus jetziger eigener Erfahrung heraus – auch nur zustimmen kann.
      Nun, ich bin eine über 50- jährige und befinde mich in der 13. Klasse, in Vollzeitunterricht. Ich leide innerlich enorm!

      Lieber Klaus, ich möchte deinem Beitrag noch folgendes hinzufügen:
      Nein, man bekommt überwiegend noch nicht einmal mehr das vermittelt, was man wissen sollte.
      Dass Lehrer wirklich etwas lehren, dass wünsche ich mir schon seit einiger Zeit vergebens. Entweder wird „irgendwie gar nichts gemacht“, so dass man als Schüler nur seine Pflichtzeit im „Unterricht“ absitzen muss oder der Lehrer rasselt nur runter (v.a. gerne in Mathe).
      Dazu kommt noch die beliebteste Methode der Lehrer: Die angeordnete Selbstrecherche. Möge der Schüler sich doch sein Wissen in Eigenregie aneignen, denn dafür ist doch die Schule nun wirklich nicht da, das zu tun, scheinen viele Lehrer zu denken, meiner Meinung nach.

      Woher soll denn ein Lehrer wissen, was seine Schüler wollen, wenn er diese nicht danach fragt???

      Ansonsten wird in der Schule doch oft genug einfach nur gefordert und erwartet das der Schüler Aufgaben erfüllt, die er gar nicht gelehrt bekommen hat. Was dem Schüler zur Erfüllung dessen fehlt, möge er doch in seiner „riesigen“ Freizeit selbst erforschen.

      Wenn dann noch etwas Zeit übrig bleibt, kann der Schüler machen, was er will und lernen was er möchte.

      Ist doch echt großzügig vom Schulsystem, von der Schule und erst recht vom Lehrer. Oder?

      Nun, ich nutze diese Zeit zum weiter träumen meiner Utopie bezüglich eines besseren Bildungswesen in unserer Gesellschaft.

      Herzliche Grüße
      von Lourdes

  6. Hey Ben,
    ich würde gerne deine Fragen aus Lehrersicht beantworten. Dabei spreche ich natürlich nur für die Gruppe von Lehrern, die meine Ansichten teilen…

    1.) Warum vermitteln so viele Lehrer den Eindruck, dass sie alles wissen? – Ja, warum stellen sie gar manchmal ihre subjektiven Meinungen als objektives Wissen dar anstatt menschlich zu ihren Wissenslücken zu stehen?

    Tut mir Leid, dass du bisher nur an solche geraten bist. Wir wissen natürlich nicht alles und viele von uns gehen damit offen und konstruktiv um. Wir versuchen, mit unseren Schülern gemeinsam zu entdecken und sind offen und neugierig für neue Antworten. Und glaub mir, viele von uns stellen sich noch deutlich häufiger die grundsätzliche Sinnfrage als unsere Schüler. Es ist fast ein Bisschen naiv von so vielen Schülern und Studenten zu denken, ihre Lehrer stünden sklavisch hinter dem, was sie tun müssen, und seinen nicht in der Lage, dies zu hinterfragen. Nur leider sind wir in einer Position, in der wir das oft nicht kund tun können oder dürfen. Vor Allem tut man das nicht vor seinen Schülern. Die sind ja schon verunsichert genug. Diese Fragen trägt man als Lehrer auf anderer Ebene aus.

    2.) Warum denken so viele, dass ich nur in der Schule lernen kann und ich aufhöre zu lernen, wenn ich den Klassenraum verlasse?

    Das denkt nun wirklich kein Lehrer. Wir alle wissen, dass schulisches Lernen nicht so umfassend sein kann wie Lernen in der Lebenswelt. Allerdings hat Schule auch die Chance, Schüler Interessensgebiete zu eröffnen, die sich Ihnen sonst die erschlossen hätten. Da ist natürlich viel dabei, was einen nicht interessiert, aber auch so viel Schönes, Bereicherndes. Dass Schule aber ein künstlicher Lernraum ist, in dem vorwiegend aufgrund von extrinsischer Motivation gelernt wird, ist uns allen klar. Ich hätte auch mehr Bock, NICHT auf die Schule festgenagelt zu sein.

    3.) Warum werden vor allem diejenigen belohnt, die so denken wie Sie – und die bestraft oder schlechter benotet, die anders denken?

    Tut mir Leid, dass du das bisher nur so kennen gelernt hast. Sehr viele Lehrer lassen natürlich auch andere Meinungen neben ihrer persönlichen gelten. Wenn die Meinung aber ist, dass 2+2 nicht 4, sondern 5 ist, ist das natürlich Blödsinn. Ich denke, diese logische Wissen meinst du damit nicht, sondern eher die geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Hierbei geht es oft gar nicht darum, welche Meinung richtig ist, sondern darum, zu lernen, seine eigene Meinung fundiert überhaupt erst mal zu bilden, und diese dann argumentatorisch schlüssig zu formulieren. Viele (die Meisten?) Lehrer erkennen auch unpopuläre Meinungen an, sofern sie schlüssig begründet, und nicht aus der Luft gegriffen sind. Wenn du Anderes erlebt hast, ist das bedauerlich.

    4.) Warum wird uns vermittelt, dass das was in Lehrbüchern steht die absolute und endgültige Wahrheit darstellt und somit nicht in Frage gestellt werden darf?

    Wird das wirklich so vermittelt? In allen Lehrbüchern kann doch nur der Kenntnisstand nach einer bestimmten Forschungsrichtung dargestellt werden. Oft sind Inhalte überholt oder sehr pauschalisiert. Man bedient sich als Lehrer bisweilen aus fünf Schulbüchern parallel, weil so viel Schrott geschrieben steht. Auch ist es ein zentrales Ziel, z.B. des Geschichtsunterrichts, in den Schülern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass alles, was wir über unsere Geschichte wissen, ein Konstrukt ist. Stichwort Konstruktivismus. Das ist Grundlage jedes Lehrerseminars. Auch hier wieder schade, wenn du das in deiner Schulzeit so erlebt hast.

    5.) Warum wird uns vermittelt, dass der Weg zu “Erfolg” so einfach ist und nur über eine gute Uni führt?

    Never ever! Für sooo viele Schüler habe ich Eltern quasi angebettelt, sie vom Gymnasium zu nehmen und ihnen endlich einen Ausbildungsweg zu ermöglichen, der den Neigungen und Interessen des Schülers entspricht. Der Glaube, heutzutage brauche jeder Abitur, ist ein gesellschaftlicher Trend, der vom Mittelstand ausgeht. Die Schulen haben damit zu ringen, sie sind nicht Verursacher des Problems.

    6.) Warum lernen wir vor allem uns zurückzuhalten und geradeaus zu denken anstatt den Status quo in Frage zu stellen und unsere ganz eigenen Ideen für Probleme zu entwickeln?

    Die wirklich guten Schüler sind die, die genau das tun, nämlich quer denken. Das können aber nur die Wenigsten. Die Allermeisten sind viel zu bequem und uninteressiert, sich wirklich mal Gedanken zu machen. Das ist so schade! Wo sind die ganzen unangepassten Schüler hin? An meiner Schule gibt es KEINEN EINZIGEN Punk, Metaller, oder sonst wer, der irgendwie äußerlich aus dem Rahmen fällt. Alle gleichförmig stupide Abercrombie-Zombies. Die Gymnasiasten von heute können nur noch konsumieren, facebooken, whatsappen und zocken. Querdenken ist aus der Mode. Da kenn die Schule nichts dran machen. Die Neigung und Fähigkeit zum Querdenken bringen Schüler schon von zu Hause aus mit, die kann nicht vermittelt werden.

    7.) Warum wird uns vermittelt, dass standardisierte Tests und deren Benotung etwas über unseren Wert und unser inneres Potential aussagen?

    Wer vermittelt das? Die Lehrer? Standardisierte Tests sind eine Pest! Siehe PISA. Wenn man als Schüler seinen Selbstwert an so einem Scheiß misst, hat man schon verloren. Ich kenne das auch nur von sehr jungen Schülern, seinen Selbstwert und Potenzial derart an Noten festzumachen. Später hat man in der Regel gemerkt, dass es das nicht sein kann. Warum standardisierte Tests wie PISA ein Desaster sind schreibe ich hier: https://familietrifftschule.wordpress.com/2014/03/20/reformwahn-deluxe-wie-die-bildungspolitik-sich-von-wirtschaftlichen-interessen-versklaven-lasst-und-sich-dabei-vormacht-das-beste-fur-die-schuler-zu-tun/

    8.) Warum wird uns beigebracht, dass wir dankbar sein sollten für unsere freien Tage außerhalb des Klassenraums? Darf mir Lernen etwa keinen Spaß machen?

    Ist das so? Ich bin selbst am dankbarsten für meine freien Tage außerhalb des Klassenraums 😉 Und natürlich soll Lernen Spaß machen. Das schafft man in der Schule teilweise ja auch, aber natürlich nicht mit solchen Flow-Erlebnissen, wie man sie hat, wenn man wirklich intristisch motiviert lernt. Bei dir scheint die Gleichung zu gelten: Schulisches Lernen = kein Spaß, alles außerhalb von Schule = Spaß. Wie schade, dass dich Schule so verbittert hat. Es geht auch weniger drastisch und schwarz-weiß als in deiner persönlichen Erfahrung. Und ob jetzt wirklich jeder Schüler seine Freizeit dazu nutzt, ganz toll viel zu erleben und dabei zu lernen, bezweifle ich sehr. Einige haben wirklich schöne Hobbies und Lebensumstände, in denen das möglich ist. Viele aber nicht. Da wird nur gechillt und sich mit stupidem Mist betäubt weil die Leute sich selbst schon aufgegeben haben und nichts vom Leben wollen. Auch vergisst du die wahnsinnig vielen Schüler, die in ihrem Elternhaus den Alptraum auf Erden erleben. Deren Eltern stoffliche Süchte haben, nur rumhängen, schlagen oder die Kindern sonstwas antun. Für diese Schüler ist Schule die einzig konstante Normalität und ein Schutzraum.

    9.) Warum wird mir vermittelt, dass diese Bildung so wichtig ist für meine Karriere und mein Leben? Warum muss ich mir all die anderen Fragen, die mein Leben spannend und reich machen selbst stellen?

    Ich glaube, dass du da aus einer sehr privilegierten Position sprichst. Das ist meines Erachtens ein „Third-World-Problem“. Offensichtlich hast du es ja zu etwas gebracht, was dir aufgrund deiner allgemeinen Lebensumstände (sozialer Status und Bildungs-Affinität des Elternhauses?) und auch aufgrund deiner Schulbildung möglich war. Auch wenn du im Endeffekt das System ablehnst, bist du doch ein großer Nutznießer davon (gewesen). wenn du der Schule überhaupt keine Fragen abgewinnen kannst, die das Leben interessant machen, frage ich mich, ob du diese Aspekte nicht sehen wolltest oder das inhaltliche Angebot nicht annehmen konntest. Du wertest die Arbeit von Lehrern so dermaßen ab und stellst sie als ignorant verblendete Deppen dar. Dabei arbeiten so viele von uns Tag und Nacht um interessanten Unterricht zu machen und schütten derartig viel Herzblut in ihren Beruf. Dass das alles in einem kranken System geschehen muss, macht viele von uns mehr als wütend und traurig.

    Es tut mir sehr Leid, dass du Schule als so etwas schlimmes erlebt hast. Das erleben sehr viele Lehrer genau so. Und trotzdem stehen sie jeden Tag um 8 Uhr vor 30 Leuten, mit wohl überlegten Stunden, einem Lächeln im Gesicht und der Faust in der Tasche. Wenn die Schüler oder Ex-Schüler nun alles Übel des Systems auf eben diese Lehrer schieben, kommt das rüber wie eine Ohrfeige. Und ziemlich unreif.
    Nichts für Ungut, ich musste mich grade mal entladen 😉 Mehr Entladungen bzgl. Schulsystem gibt es auf meinem Blog https://familietrifftschule.wordpress.com

    1. Hey ho!

      Das sollte gar keine Kritik an den Lehrern sein. Sondern vielmehr am System. Ich weiß, dass super viele Lehrer da draußen eine großartige Arbeit leisten – und ich freue mich, dass du zu den Fragen ehrlich und offen Stellung nimmst.

      Also – keine Kritik an dir oder anderen Lehrern – ich hatte immerhin 2 Lehrer in meiner gesamten Schulzeit, von denen ich wirklich etwas gelernt habe 😉

      Liebe Grüße

      Ben

    2. schöner ausführlicher kommentar, Isa! Offensichtlich wirklich eine der Lehrerinnen, die es ernst meinen. Eine meiner Freundinnen ist auch Lehrerin, und sie unternimmt wirklich viel auch außerhalb der Schulstunden mit ihnen. Sie IST definitiv Lehrerin, es ist ihr Traumberuf, und das merkt man auch

      Viel Erfolg weiterhin und hoffentlich macht das System deine Leidenschaft nicht kaputt

      lg Bettina

    3. Ich beziehe mich auf Ihre Aussage „die Gymnasiasten von heute können nur noch konsumieren, facebooken, whatsappen und zocken. Querdenken ist aus der Mode. DA KANN DIE SCHULE NICHTS DRAN MACHEN. Die Neigung und Fähigkeit zum Querdenken bringen Schüler schon von zu Hause aus mit, die kann nicht vermittelt werden“ und rufe mich Nachdruck aus:

      Einspruch, Euer Ehren!

      Die beschriebene Beobachtung zu den Hauptinteressen vieler Gymnasiasten drängt sich durchaus auf. Nur muss unsere Generation, liebe TEXTOURETTE, dafür die volle und alleinige Verantwortung übernehmen. Unsere Generation, das schließt Eltern, Lehrer und Kinderlose gleichermaßen ein.

      Konformität als Erziehungsversagen alleine den Familien zuschieben zu wollen, greift beileibe zu kurz. Das ist schon aus entwicklungspsychologischer Sicht Unsinn. Kinder werden im Mittel 6-jährig eingeschult. Erst von diesem Alter an reift in ihnen die intellektuelle Reflexion von Haltungen, Werten und Prioritäten heran. Immerhin verbringen sie von da an rund die Hälfte ihrer Wachzeit in der Schule oder mit schulischen Aufgabenstellungen.

      Durch das Elternhaus wurde in den ersten sechs Lebensjahren ihr Gefühlshaushalt geformt. Das dadurch entstandene emotionale Korsett vermag der schulischen Entwicklung im Wege zu stehen oder ihr dienlich zu sein. Aber auch dieses Wesensmerkmal ist in den Klassen 1 bis 12/13 durchaus noch formbar. Man ist fast geneigt zu sagen, es erfährt während der Pubertätsjahre eine grundlegende Überarbeitung – die dann in erster Linie außerhalb der Herkunftsfamilie erfolgt.

      Wir, die heute Erwachsenen, formen gerade die Gesellschaft aus, in der die jungen Leute heranwachsen. Und wir müssen konstatieren, dass es uns dann ökonomisch gut geht, wenn viel konsumiert wird. Der Konsum umfasst all die Gadgets und zweifelhaften Errungenschaften, mit denen unsere Kinder schon im Grundschulalter konfrontiert sind und die sie manchmal zu den Vollblutkonsumenten werden lassen, über die Sie oben den Kopf schütteln.

      Natürlich schauen uns die Kinder dabei zu, wie viel Zeit wir mit ihnen im Kontakt sind, mit guter Literatur, am Instrument oder im geistreichen Gespräch verbringen. Da kommt nicht viel zusammen, stieren wir doch meistens auf irgendeinen Monitor. Und weil Kinder am Vorbild lernen, tun sie es uns nach. Wer mag ihnen die Schlüsse verübeln, die sie daraus ziehen? Etwa, dass es sich in dieser Gesellschaft mit mäßigem Tiefgang, pragmatischer Ergebnisorientierung und größtmöglicher Anpassung recht gut leben lässt. Bewundernswert pragmatisch strecken sich die jungen Leute genau so weit wie erforderlich (Gymnasium) und steigern in jeder freien Sekunde unsere eigene Oberflächlichkeit ins Absurde (Whatsapp, Facebook).

      Stört uns dieser Blick in den Spiegel? Dann stehen wir in der Pflicht, uns selber unbequeme Fragen zu stellen. Sich als Pädagogin für pädagogisch unzuständig zu erklären, das geht aber nun gar nicht!

    4. Hey Isa,
      Ich würde auch gerne einen Einspruch erheben.
      bei Punkt 8 sagst du unter anderem:
      …ob jetzt wirklich jeder Schüler seine Freizeit dazu nutzt, ganz toll viel zu erleben und dabei zu lernen, bezweifle ich sehr. Einige haben wirklich schöne Hobbies und Lebensumstände, in denen das möglich ist. Viele aber nicht. Da wird nur gechillt und sich mit stupidem Mist betäubt weil die Leute sich selbst schon aufgegeben haben und nichts vom Leben wollen. …
      Genau das empfinde ich auch als Problem . Aber woher kommt es das Jugendlich mit 15, 16,17 -wenn sie in einer Phase sind in der sie so viel verändern könnten und noch so schnell Dinge erfassen und lernen können das Leben, sich selbst und ihre Zukunft aufgegeben haben ? Ich will nicht sagen das es nur an der Schule liegt . Aber de Schule hat auch ihren Teil dazu beigetragen ! Die Schüler in dem Alter verbringen mehr Stunden in der Schule als irgendwo sonst.
      Und meiner Meinung nach ist die Schule nicht der gesündeste Ort um sich zu entwickeln und zu lernen . ICH jedenfalls war nur bis zu 6. Klasse in der Schule, hatte aber schon damals JEDEN Nachmittag Kopfschmerzen, oft Bauchschmerzen und Krankheiten im allgemeinen . Nach einem Tag in der Schule war es klar das ich keine Lust mehr hatte irgendetwas „vernünftiges“ oder lehrreiches zu machen .Ich war Psychisch und Physisch am Ende,das einzigste was ich noch tun konnte war mich mit seichter Unterhaltung berieseln zu lassen . Ähnlich dem Whatsappen oder dem Facebook Heute . Als ich nicht mehr zur Schule ging habe ich ein paar Monate gebraucht,um mich zu erholen, UND danach ging es voll ab ! Ich habe mehr gelernt als jemals zuvor, mich superschnell entwickelt,und ich war danach fast nie mehr krank . Und mir ging es nicht einmal wirklich schlecht in der Schule ! Ich wurde nicht gemobbt,hatte gute Freunde,die Lehrer mochten mich,und meine Noten waren zwar nicht Super aber nie schlecht . Und trotzdem hat die Schule mich mehr an meiner Entwicklung und meiner Ich-findung gehindert als sie das sie mir Positives beigebracht hat . Auch will ich nichts gegen Lehrer sagen ! Sondern viel mehr gegen das Schulsystem wettern. Ich hatte Lehrer die haben mich soweit unterstützt wie es für sie möglich war,aber sie hatten neben mir noch sooo viele andere Schüler um die sie sich kümmern mussten /wollten . Ich bin mittlerweile offiziel in der 11. Klasse und ich würde nie mehr freiwillig in die Schule zurück gehen ,weil sie mir nichts beibringen kann was ich mir nicht auch selber beibringen (lassen) kann und zwar sehr viel gesünder und schneller und angenehmer . Ein 16 ? Jähriger Freilerner hat nach dem er niemals zu Hause unterrichtet worden ist, geschweige denn Jemals zur Schule gegangen ist,sich ein HALBES Jahr auf die Mittlere Reife Prüfung vorbereitet und diese dann sehr gut angeschnitten . Seine Mutter fragte dann nur wie die Schule es schaffe Kinder für diese Prüfung 10 Jahre in die Schule gehen zu lassen . Und das auch noch irgendwie zu rechtfertigen .
      Lesen,schreiben und das rechnen bis zur 4. , 5. Klasse würde sich jedes Kind selber beibringen bis es vielleicht 13 ist .
      Und wenn ein Jugendlicher mit 16 oder 17 beschließen würde die mittlere Reife der das Abi mach zu wollen,würde es reichen wenn er sich ein Jahr darauf vorbereiten würde . Ich kenne so viele Leute die dasso gehandhabt haben. und es hat immer wieder geklappt . Und diese Leute hatten sooo viel mehr Zeit das zu lernen was sie möchten, interessanten Hobbys nachzugehen, oder die Welt zu bereisen .
      Viele Liebe Grüße
      Joy

        1. Hallo,
          ich weiß, dass die Diskussion hier schon einige Zeit her ist, aber gerade die Antworten auf die Fragen von Textourette machen mich sehr unzufrieden. Leider zeigen sie mir sogar eher, dass nicht nur in erster Linie das System, sondern wohl leider auch die Lehrer Schuld sind! Zumindest, wenn Textourette, wie sie selber sagt, wirklich Lehrer ist.
          Da mich einige ihrer Punkte sehr wütend machen, möchte ich sie gerne nochmal aufgreifen!

          „1.) Tut mir Leid, dass du bisher nur an solche geraten bist. Wir wissen natürlich nicht alles und viele von uns gehen damit offen und konstruktiv um. Wir versuchen, mit unseren Schülern gemeinsam zu entdecken und sind offen und neugierig für neue Antworten. “

          Das ist eine klassische Systemfrage und hat theoretisch nicht viel mit dem Lehrer zu tun. In unserem Schulsystem gibt es in der Regel nicht viel zu „entdecken“ und „offen für neue Antworten“ sein ist auch kaum möglich. Unsere Lehrpläne sind dafür viel zu straff, es ist vorgeschrieben, wie viele Tests und mit welchen Stoff geschrieben werden müssen. Es gibt die klassische 45-Minuten-Stunde! In 45 Minuten kann kein Mensch etwas entdecken, völlig egal wie hochmotiviert Lehrer und Schüler sind. Aber selbst wenn man in 45 Minuten etwas entdecken könnte gibt es viel zu wenig dieser 45 Minuten bis zum nächsten Test, als das der Lehrer groß Zeit hätte, eine Stunde zum „entdecken“ zu opfern. Komisch, dass ein Lehrer das nicht weiß… es sei denn du bezeichnest den straff organisierten Unterricht mit straff geplanten Versuchen im Chemieunterricht, der exakt geplanten Tafelanschrift, den auf die Minute genau geplanten „Freiarbeit“ um eine bestimmte Aufgabe in einem Buch zu bearbeiten und die anschließende 5 Minütige Diskussion als „gemeinsames Entdecken“… oder du bist Lehrer an einer guten Reformschule und hast von unserem Schhulsystem gar keine Ahnung.

          „Es ist fast ein Bisschen naiv von so vielen Schülern und Studenten zu denken, ihre Lehrer stünden sklavisch hinter dem, was sie tun müssen, und seinen nicht in der Lage, dies zu hinterfragen.“

          Ich weiß nicht genau, wer diese Fragen jetzt wirklich gestellt hat, ein kleiner Schüler, oder Ben? Auch wenn Ben die Fragen gestellt hat, sollen sie so klingen, als wäre es ein kleiner Schüler gewesen. ist ihm sehr gut gelungen, was man daran sieht, dass du ihn als naiv bezeichnest! Was erwartest du von einem Kind? Das sind Kinder und keine Roboter! Naivität gehört dazu und ist keine schlechte Eigenschaft!

          „Nur leider sind wir in einer Position, in der wir das oft nicht kund tun können oder dürfen. Vor Allem tut man das nicht vor seinen Schülern. Die sind ja schon verunsichert genug. Diese Fragen trägt man als Lehrer auf anderer Ebene aus.“

          Also, da wären wir wieder: be… System!

          „3.) Warum werden vor allem diejenigen belohnt, die so denken wie Sie – und die bestraft oder schlechter benotet, die anders denken?

          Tut mir Leid, dass du das bisher nur so kennen gelernt hast. Sehr viele Lehrer lassen natürlich auch andere Meinungen neben ihrer persönlichen gelten. Wenn die Meinung aber ist, dass 2+2 nicht 4, sondern 5 ist, ist das natürlich Blödsinn. Ich denke, diese logische Wissen meinst du damit nicht, sondern eher die geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Hierbei geht es oft gar nicht darum, welche Meinung richtig ist, sondern darum, zu lernen, seine eigene Meinung fundiert überhaupt erst mal zu bilden, und diese dann argumentatorisch schlüssig zu formulieren. Viele (die Meisten?) Lehrer erkennen auch unpopuläre Meinungen an, sofern sie schlüssig begründet, und nicht aus der Luft gegriffen sind. Wenn du Anderes erlebt hast, ist das bedauerlich.“

          Du hast die Frage offenbar nicht richtig verstanden. Es geht hier, denke ich, auch darum, dass Kinder in unserem Schulsystem (hat also wieder eigentlich nicht viel mit dem Lehrer zu tun) nicht dazu angehalten werden zu hinterfragen. Sicher gibt es einige gute Lehrer, die Schüler gerne zum Hinterfragen motivieren wollen, aber auch hier werden sie wieder schnell an ihre Grenzen stoßen. Der Lehrplan ist nämlich dann nicht durchziehbar. Und in der Tat lässt sich auch hinterfragen, warum 2+2=4 statt 5 ist. Du wirst wahrscheinlich antworten, dass man das vielleicht hinterfragen kann, aber Kinder in diesem Alter das noch nicht können. In Wahrheit können Kinder viel mehr, als der schulische Lehrplan ihrer Jahrgangsstufe ihnen zutraut, aber selbst wenn sie es, wahrscheinlich, nicht verstehen würden, würden sie sich wohl sehr freuen, darüber diskutieren zu dürfen. Na ja, wenn du Lehrer bist, weißt du sicher, wo das Problem liegt: es ist nicht im Lehrplan vorgesehen, es ist keine Zeit da, also lassen wir es, bzw. ssagen einfach: „Wenn die Meinung aber ist, dass 2+2 nicht 4, sondern 5 ist, ist das natürlich Blödsinn.“ Mit der Betonung auf „natürlich“.
          Vielleicht geht es auch nicht nur einfach darum, „unkonventionelle Meinungen anzuerkennen“ (was heißt für dich „anerkennen“? Eine gute Note erhalten?“), sondern darüber zu diskutieren, damit Kinder ihre Meinung, die sie dann sogar noch begründen sollen, überhaupt erst bilden zu können. Aber du kennst die Antwort sicher schon: kein Platz im Lehrplan. Das weiß sogar schon das Kind. Es hat schließlich ein dieckes Heft vor sich liegen, welches er bis zum nahenden Test verstehen sollte. Zum verstehen, also zum Hinterfragen ist keine Zeit, jedenfalls nicht im Unterricht. Viel einfacher für die guten Noten (die ja „gut“ sind, also angestrebt werden müssen), bzw. auch das oft schon schwer genug, ist es das dicke Heft einfach so zu akzeptieren. Hat man halt nix verstanden, aber die Note 2 ist ja „gut“ und damit das Ziel erreicht. Jemand der unkonventionell vorgeht, hat keine Zeit sich das Heft nochmal anzugucken, keine Zeit sich eine richtige Meinung zu bilden und in der einen Stunde, in der er den Test bearbeitet, sogar noch „richtig zu begründen“. Das ergibt natürlich die Note 6. Zurecht! In unserem Schulsystem! Hoffentlich weiß er beim nächsten Mal, dass es einfacher ist, die Tafelanschriften auswendig zu lernen… denn eine 6 ist ja eine schlechte Note und damit nicht erstrebenswert.

          „4.) Warum wird uns vermittelt, dass das was in Lehrbüchern steht die absolute und endgültige Wahrheit darstellt und somit nicht in Frage gestellt werden darf?

          Wird das wirklich so vermittelt? In allen Lehrbüchern kann doch nur der Kenntnisstand nach einer bestimmten Forschungsrichtung dargestellt werden. Oft sind Inhalte überholt oder sehr pauschalisiert. “

          Woher soll der gemeine 12-jährige, der zu dem oben genannten „gezüchtet“ wurde, wissen?? Er lernt nur: das, was da steht ist richtig. Forschungsrichtung?? Liest du in der 7. Klasse mit den Kindern wissenschaftliche Publikationen, oder was??

          „Man bedient sich als Lehrer bisweilen aus fünf Schulbüchern parallel, weil so viel Schrott geschrieben steht. Auch ist es ein zentrales Ziel, z.B. des Geschichtsunterrichts, in den Schülern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass alles, was wir über unsere Geschichte wissen, ein Konstrukt ist. Stichwort Konstruktivismus. Das ist Grundlage jedes Lehrerseminars. Auch hier wieder schade, wenn du das in deiner Schulzeit so erlebt hast.“

          Das ist interessant! Vielleicht wäre es ratsam, das dem Kind zu sagen? Statt zu sagen, „wir versuchen den Schülern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es ein Konstrukt ist“ den Kindern zu sagen: „Kinder, das ist ein Konstrukt!“. Ist ja schön, wenn es in den Lehrerseminaren jeder weiß, aber es sollen doch die Kinder wissen, oder?

          „5.) Warum wird uns vermittelt, dass der Weg zu “Erfolg” so einfach ist und nur über eine gute Uni führt?

          Never ever! Für sooo viele Schüler habe ich Eltern quasi angebettelt, sie vom Gymnasium zu nehmen und ihnen endlich einen Ausbildungsweg zu ermöglichen, der den Neigungen und Interessen des Schülers entspricht.“

          Ohne dich und die Kinder zu kennen, glaube ich eher, dass du gebettelt hast, sie vom Gymnasium zu nehmen, da du das Gefühl hattest, sie bremsen deinen Unterricht und sind zu langsam, habe ich Recht? Weil sie vielleicht „praktisch begabt“ sind? Ich möchte praktische Begabung definitiv nicht mit Dummheit gleichsetzen! Aber ich weiß, dass das häufig getan wird. Kannst du, als Lehrer im Regelschulsystem, überhaupt abschätzen, was die Neigungen und Interessen des Schülers sind?? Ehrlich gesagt, bezweifel ich das! Aber selbst wenn, eine praktische Ausbildung kann man auch nach dem Gymnasium anstreben, wenn das die Neigung und Interessen des Schülers sind, dafür muss das Kind nicht auf die Realschule! Tut mir Leid für diesen Vorwurf, aber meine Vermutung ist ganz klar, dass du keine Lust, bzw. eher keine Möglichkeit (wieder mal dieser Lehrplan und dieses System…) hattest, die Kinder individuell ihren Leistungen zu fördern. Da ist es einfach und staatlich ja auch so vorgesehen, die Kinder auf die Realschule zu stecken und zu behaupten, das entspricht ihren Neigungen und Interessen. In Wirklichkeit kennst du diese aber gar nicht. Wahrscheinlich kennt selbst das Kind diese noch nicht.

          „Der Glaube, heutzutage brauche jeder Abitur, ist ein gesellschaftlicher Trend, der vom Mittelstand ausgeht. Die Schulen haben damit zu ringen, sie sind nicht Verursacher des Problems.“
          Ja, da hast du wohl Recht, auch wenn ein Kind das wahrscheinlich noch nicht differenzieren kann.

          „6.) Warum lernen wir vor allem uns zurückzuhalten und geradeaus zu denken anstatt den Status quo in Frage zu stellen und unsere ganz eigenen Ideen für Probleme zu entwickeln?

          Die wirklich guten Schüler sind die, die genau das tun, nämlich quer denken. Das können aber nur die Wenigsten.“

          Die wirklich guten Schüler??? Woran machst du die „wirklich guten Schüler“ fest??? An ihren wirklich guten Noten??? Eigentlich will ich hier schon gar nicht mehr weiterlesen…

          „Die Allermeisten sind viel zu bequem und uninteressiert, sich wirklich mal Gedanken zu machen.“

          Ist das dein Ernst??? Die armen Kinder!!! Falls in unserem Lehrplan doch mal Zeit sein sollte, sich mal wirklich Gedanken zu machen, was ist, wenn das Kind in genau diesen 5 Minuten gar keine Lust hat, sich Gedanken zu machen?? Vielleicht ist es in genau diesen 5 Minuten müde, sein Kanarienvogel ist heute Morgen gestorben oder (wesentlich wahrscheinlicher) es hat bereits gelernt, dass es in unserem Schulsystem nicht sinnvoll ist, sich Gedanken zu machen. und du stempelst sie dann gleich als „schlechte Schüler“ ab, statt sie wieder zu motivieren!

          „Das ist so schade! Wo sind die ganzen unangepassten Schüler hin? An meiner Schule gibt es KEINEN EINZIGEN Punk, Metaller, oder sonst wer, der irgendwie äußerlich aus dem Rahmen fällt.“

          Wo sind die ganzen unangepassten Lehrer hin??? Wo die ganzen unangepassten Eltern??? Mal darüber nachgedacht, dass das nicht an den Kindern, sondern an den Lehrern, den Eltern, dem System und unserer Gesellschaft liegt? Bis ca. 10 Jahren sind Kinder gar nicht in der Lage wirklich unangepasst zu sein. Sie glauben und befürworten das, was man ihnen sagt. Das liegt in der Natur des Menschen. Wenn du unangepasste Kinder willst, müssen unangepasste Menschen ihnen das ein Stück weit vorleben.

          „Alle gleichförmig stupide Abercrombie-Zombies. Die Gymnasiasten von heute können nur noch konsumieren, facebooken, whatsappen und zocken. Querdenken ist aus der Mode. Da kenn die Schule nichts dran machen. Die Neigung und Fähigkeit zum Querdenken bringen Schüler schon von zu Hause aus mit, die kann nicht vermittelt werden.“
          Daran kann vor allem die Schule was machen. Aber stattdessen geht es in der Schule nur darum, für den nächsten Test zu lernen. Falls du also mit deinen Schülern über dieses Thema reden möchtest, ist die Frage gleich: „Kommt das im nächsten Test dran?“
          Wenn wir unseren Schülern irgendetwas wirklich erfolgreich beigebracht haben, dann, dass es nur um den nächsten Test geht!
          Die wenigen Schüler, denen es nicht um den nächsten Test geht, das sind die unangepassten Kinder von heute! Und damit normalerweise automatisch auch die notentechnisch schlechten Kinder von heute, wie das Kind oben, das aus nachvollziehbaren Gründen keine Lust hat, den Test zu beantworten. Das notentechnisch schlechte Kind ist dann aber halt ein schlechtes Kind… hört man ja bereits am Namen. Vielleicht merkst du, dass hier ein Widerspruch zu deinem Satz „Die wirklich guten Schüler sind die, die genau das tun, nämlich quer denken.“ ?

          „7.) Warum wird uns vermittelt, dass standardisierte Tests und deren Benotung etwas über unseren Wert und unser inneres Potential aussagen?

          Wer vermittelt das? Die Lehrer? Standardisierte Tests sind eine Pest! Siehe PISA. Wenn man als Schüler seinen Selbstwert an so einem Scheiß misst, hat man schon verloren. Ich kenne das auch nur von sehr jungen Schülern, seinen Selbstwert und Potenzial derart an Noten festzumachen. Später hat man in der Regel gemerkt, dass es das nicht sein kann. Warum standardisierte Tests wie PISA ein Desaster sind schreibe ich hier: https://familietrifftschule.wordpress.com/2014/03/20/reformwahn-deluxe-wie-die-bildungspolitik-sich-von-wirtschaftlichen-interessen-versklaven-lasst-und-sich-dabei-vormacht-das-beste-fur-die-schuler-zu-tun/

          Dein bisher einzig wirklich guter Satz!! Ich stimme die absolut zu! Standardisierte Tests, also Pisa, aber auch der normale Mathetest in der Klasse sind eine Pest! Leider kann ich nicht beobachten, dass „nur“ kleine Kinder ihren Wert daran festmachen. Nicht, dass das nicht schon schlimm genug wäre, ich kann diesen Trend bis nach dem Studium beobachten. Und es ist auch nicht verwunderlich. Du traust einem Menschen ganz schön viel Selbstwertgefühl zu, wenn du sagst, dass ältere Menschen merken, dass das nicht sein kann. Fakt ist aber, dass fast alle Menschen sich noch immer damit rausreden, dass sie „Mathe schon in der Grundschule nicht konnten“ o.ä.. Leider wurde den meisten Menschen nicht beibegracht, dass sie es können, wenn sie es sich selbst nur zutrauen. Geht ja auch kaum, in der Schule wird einem ja schnell das Gegenteil bewiesen (wenn man das 1×1 eine Woche nach dem Test perfekt beherrscht, interessiert das keinen Menschen mehr. Stattdessen naht gleich das nächste Thema, das du wieder mit einer Woche Verzögerung schnallst. Resultat: Note 5, du bist ein schlechter Mensch und wirst auch nicht besser. Das gleiche auch andersrum, mit den guten Noten!).

          “ Und natürlich soll Lernen Spaß machen. Das schafft man in der Schule teilweise ja auch, “

          Genial!! Wo? In unserem staatlichen Regelschulsystem? Ich bin echt erstaunt! Alle Menschen die ich kenne, die von sich sagen, dass sie gerne lernen, lernen TROTZ der Schule gerne… Mir fällt leider auf Anhieb kein Mensch ein, der WEGEN der Schule gerne lernt. Was es natürlich trotzdem noch einigermaßen häufig gibt, sind die, die sagen, dass die Schule schon ok ist. Aber „ok“ reicht meiner Meinung nach nicht aus! Schule und Lernen sollte etwas absolut geniales sein, was sie theoretisch auch ist… nur in der Praxis leider gar nicht.

          „Und ob jetzt wirklich jeder Schüler seine Freizeit dazu nutzt, ganz toll viel zu erleben und dabei zu lernen, bezweifle ich sehr. “

          Vielleicht sollte die Schule dazu motivieren?? Auf jeden Fall aber nicht ein Kind über seine Note zu definieren, ob es überhaupt lernen kann! Zu viele Kinder, wenn nicht sogar alle, mit wiederholt schlechten Noten denken, sie wären zu dumm fürs lernen! Die Kinder mit guten Noten trifft es nicht viel besser. Sie denken, wenn sie noch sehr jung sind, oftmals, dass sie ja bereits alles können und nicht mehr lernen müssen.
          Wobei jeder Mensch seine Freizeit nutzt, „ganz toll viel zu lernen“! Auch einen Fernseher anschalten zu können oder sich auf einen Film zu konzentrieren, ist etwas tolles!

          „Einige haben wirklich schöne Hobbies und Lebensumstände, in denen das möglich ist. Viele aber nicht. Da wird nur gechillt und sich mit stupidem Mist betäubt weil die Leute sich selbst schon aufgegeben haben und nichts vom Leben wollen.“

          Wie soll ein Kind, welches schlechte Noten auf der Hauptschule schreibt und sich täglich anhören darf, dass man ja schon mit guten Noten keinen Ausbildungsplatz findet, sich bitte nicht selbst aufgeben? In Wirklichkeit wollen sie sehr viel vom Leben, aber leider wurde ihnen bereits mit 8 Jahren ausgtrieben, dass sie nichts vom Leben haben wollen dürfen. Ja, wahrscheinlich hat ihnen das kein Lehrer direkt gesagt. Aber leider war der Lehrer verpflichtet dem Kind eine 4 oder 5 zu geben und jeder Mensch weiß, dass das schlechte Noten sind. Das Kind weiß es also auch so.

          “ Auch vergisst du die wahnsinnig vielen Schüler, die in ihrem Elternhaus den Alptraum auf Erden erleben. Deren Eltern stoffliche Süchte haben, nur rumhängen, schlagen oder die Kindern sonstwas antun. Für diese Schüler ist Schule die einzig konstante Normalität und ein Schutzraum.“

          Das ist in der Tat sehr furchtbar! Aber dann muss die Schule ihnen auch wirklich einen Schutzraum bieten! Aber wie kann etwas ein Schutzraum sein, wenn man jeden Tag für jedes einzelne Wort bewertet wird?

          „Du wertest die Arbeit von Lehrern so dermaßen ab und stellst sie als ignorant verblendete Deppen dar.“

          Nicht Ben oder der kleine Junge, sondern das Schulsystem wertet die Arbeit der Lehrer ab und stellt sie als ignorant verblendete Deppen dar! Ein Lehrer, der in unserem Schulsystem verbeamtet werden möchte und anschließend nicht strafversetzt werden möchte, hat leider keine großartige Wahl.

          „Dabei arbeiten so viele von uns Tag und Nacht um interessanten Unterricht zu machen und schütten derartig viel Herzblut in ihren Beruf. Dass das alles in einem kranken System geschehen muss, macht viele von uns mehr als wütend und traurig.“

          Ja, hier hast du wohl Recht.

          “ Wenn die Schüler oder Ex-Schüler nun alles Übel des Systems auf eben diese Lehrer schieben, kommt das rüber wie eine Ohrfeige. Und ziemlich unreif.“

          Wie gesagt, hier wurden nicht die Lehrer sondern das System kritisiert. Auch wenn man von einem kleinen Kind eventuell noch nicht erwarten kann, dass es das so differenzieren kann. Das können selbst viele Erwachsene nicht! Wenn man im Supermarkt einen Joghurt kauft, der verschimmelt ist, gehen die meisten Menschen gleich am nächsten Tag (zurecht) wutentbrannt in den Supermarkt zurück und schreien den Kassierer an der allerersten Kasse an… dabei weiß eigentlich jeder, dass er wohl nichts dafür kann. Er holt den Chef, den schreien wir noch viel lauter an. Dabei wissen wir auch nicht, ob er etwas dafür kann.
          Es spielt auch keine Rolle! Wir sind sauer, zurecht. Da rastet man naturgemäß manchmal aus und schieben die Schuld auf den, zu dem wir den meisten Kontakt haben. Die Politiker (bzw. der Joghurthersteller), die unser System verbockt haben, kennen wir nicht persönlich, aber die Lehrer (Kassierer), die es (aus ihrem Gefängnis raus) nicht geschafft haben, es besser zu machen. Dass das nicht sonderlich nett oder reif ist, ist klar, aber wir sind alles nur Menschen, mit Fehlern. Aber auch wenn es in dem Brief vielleicht erscheint, als ob Ben nur auf die Lehrer schimpft, meinte er ja eigentlich das ganze System und nie pauschal nur alle Lehrer!

          1. Boah, jetzt mach mal halblang.

            Textourette hat in ihrem Kommentar nur versucht eine realistische Beantwortung der Fragen aus Lehrerperspektive zu geben, wenn ich das richtig verstanden habe.
            Ich stimme ihr in großen Teilen zu, wenn sie sagt:

            („Die wirklich guten Schüler sind die, die genau das tun, nämlich quer denken. Das können aber nur die Wenigsten.“
            worauf dein Kommentar, Dana, war:
            Die wirklich guten Schüler??? Woran machst du die „wirklich guten Schüler“ fest??? An ihren wirklich guten Noten??? Eigentlich will ich hier schon gar nicht mehr weiterlesen…“)

            Ja, ich finde Textourette hat Recht. Nirgends in ihrem Text hat sie erwähnt, dass wirklich gute Schüler an Noten gemessen werden. Im Teil über standartisierte Tests sagt sie das doch deutlich:

            („Wer vermittelt das? Die Lehrer? Standardisierte Tests sind eine Pest! Siehe PISA. Wenn man als Schüler seinen Selbstwert an so einem Scheiß misst, hat man schon verloren. Ich kenne das auch nur von sehr jungen Schülern, seinen Selbstwert und Potenzial derart an Noten festzumachen. Später hat man in der Regel gemerkt, dass es das nicht sein kann. „)
            Sie hat doch eindeutig gesagt, gute Schüler erkennt man am Querdenken und an ihrem Hinterfragen. Du stimmst ihr später doch sogar überein, als sie zu dem Teil angekommen ist!
            Meine Scheiße! … Ließ dir doch mal alles durch bevor du antwortest.

            Genauso hier versteh ich nicht, was dein Problem ist:

            (Never ever! Für sooo viele Schüler habe ich Eltern quasi angebettelt, sie vom Gymnasium zu nehmen und ihnen endlich einen Ausbildungsweg zu ermöglichen, der den Neigungen und Interessen des Schülers entspricht.“

            Ohne dich und die Kinder zu kennen, glaube ich eher, dass du gebettelt hast, sie vom Gymnasium zu nehmen, da du das Gefühl hattest, sie bremsen deinen Unterricht und sind zu langsam, habe ich Recht? Weil sie vielleicht „praktisch begabt“ sind? Ich möchte praktische Begabung definitiv nicht mit Dummheit gleichsetzen! Aber ich weiß, dass das häufig getan wird. Kannst du, als Lehrer im Regelschulsystem, überhaupt abschätzen, was die Neigungen und Interessen des Schülers sind?? Ehrlich gesagt, bezweifel ich das! Aber selbst wenn, eine praktische Ausbildung kann man auch nach dem Gymnasium anstreben, wenn das die Neigung und Interessen des Schülers sind, dafür muss das Kind nicht auf die Realschule! Tut mir Leid für diesen Vorwurf, aber meine Vermutung ist ganz klar, dass du keine Lust, bzw. eher keine Möglichkeit (wieder mal dieser Lehrplan und dieses System…) hattest, die Kinder individuell ihren Leistungen zu fördern. Da ist es einfach und staatlich ja auch so vorgesehen, die Kinder auf die Realschule zu stecken und zu behaupten, das entspricht ihren Neigungen und Interessen. In Wirklichkeit kennst du diese aber gar nicht. Wahrscheinlich kennt selbst das Kind diese noch nicht.“)

            Es gibt wirklich Kinder, die nicht für das Gymnasium geschaffen sind. Für manche wäre einfach eine handwerkliche Ausbildung besser…Und wenn eine Lehrerin, die sich doch auch mit den Kindern auseinandersetzt und sie kennenlernt, das erkannt hat, was ist denn daran schlimm, das mit den Eltern zu besprechen und die Kinder dann auf eine Schule zu tun, auf der sie sich leichter tun, und eventuell sogar mehr sie getan ist? Ich hatte damals in meiner Klasse einen Schüler, dessen Eltern unbedingt wollten, dass er aufs Gymnasium geht…(seine Mutter muss ein ziemliches karrieretier gewesen sein) Er hat dorthin aber wirklich nicht gepasst… und er konnte den Themen auch nicht wirklich folgen. Und das hat er uns auch immer wieder spüren lassen.

            („1.) Tut mir Leid, dass du bisher nur an solche geraten bist. Wir wissen natürlich nicht alles und viele von uns gehen damit offen und konstruktiv um. Wir versuchen, mit unseren Schülern gemeinsam zu entdecken und sind offen und neugierig für neue Antworten. “

            Das ist eine klassische Systemfrage und hat theoretisch nicht viel mit dem Lehrer zu tun. In unserem Schulsystem gibt es in der Regel nicht viel zu „entdecken“ und „offen für neue Antworten“ sein ist auch kaum möglich. Unsere Lehrpläne sind dafür viel zu straff, es ist vorgeschrieben, wie viele Tests und mit welchen Stoff geschrieben werden müssen. Es gibt die klassische 45-Minuten-Stunde! In 45 Minuten kann kein Mensch etwas entdecken, völlig egal wie hochmotiviert Lehrer und Schüler sind.)
            Jaa, Dana, man kann in 45-Minuten Unterricht etwas Neues entdecken…

            („Die Allermeisten sind viel zu bequem und uninteressiert, sich wirklich mal Gedanken zu machen.“

            Ist das dein Ernst??? Die armen Kinder!!! Falls in unserem Lehrplan doch mal Zeit sein sollte, sich mal wirklich Gedanken zu machen, was ist, wenn das Kind in genau diesen 5 Minuten gar keine Lust hat, sich Gedanken zu machen?? Vielleicht ist es in genau diesen 5 Minuten müde, sein Kanarienvogel ist heute Morgen gestorben oder (wesentlich wahrscheinlicher) es hat bereits gelernt, dass es in unserem Schulsystem nicht sinnvoll ist, sich Gedanken zu machen. und du stempelst sie dann gleich als „schlechte Schüler“ ab, statt sie wieder zu motivieren!)

            Da geb ich euch beiden Recht…ich finde auch, dass heutzutage bei Schülern eine starke Tendenz zum unkritischen Übernehmen da ist, wobei ich auch finde, dass man da als Lehrer schon viel machen kann. Außerdem, Dana, stempelt sie sie hier nicht ab…das behauptest du nur.
            Das Problem meiner Meinung nach ist, dass unser gesamtes Schulsystem auf die Wirtschaft ausgerichtet ist. Deswegen haben wir G8, deswegen haben wir den Bologna-Prozess. Deswegen haben wir feste Lehrpläne. Deswegen sollen heute immer mehr irgendwelche „Kompetenzen“ vermittelt werden, anstatt echter Bildung und echtem Interesse für ein Fach. Schule war traditionell in Deutschland meines Wissens nach noch nie ein System, der übertriebenen Individualität. Unter Kaiser Wilhelm war es auch nur ein System, um austauschbare Soldaten zu generieren. Aber es geht auch anders. Ich hab zB besonders in meiner Oberstufe am Gymnasium sehr viele Lehrer kennengelernt, die wirklich für ihr Fach begeistert waren. Und diese Begeisterung auch vermitteln konnten…an einige. Viele Schüler haben diese auch nur belächelt. Nur die Lehrer, die es geschafft haben, die Schüler in ihrer Welt abzuholen, haben sich geöffnet, und sind auf den Lehrer eingegangen.

            ( „Das ist so schade! Wo sind die ganzen unangepassten Schüler hin? An meiner Schule gibt es KEINEN EINZIGEN Punk, Metaller, oder sonst wer, der irgendwie äußerlich aus dem Rahmen fällt.“

            Wo sind die ganzen unangepassten Lehrer hin??? Wo die ganzen unangepassten Eltern??? Mal darüber nachgedacht, dass das nicht an den Kindern, sondern an den Lehrern, den Eltern, dem System und unserer Gesellschaft liegt? Bis ca. 10 Jahren sind Kinder gar nicht in der Lage wirklich unangepasst zu sein. Sie glauben und befürworten das, was man ihnen sagt. Das liegt in der Natur des Menschen. Wenn du unangepasste Kinder willst, müssen unangepasste Menschen ihnen das ein Stück weit vorleben.)

            Ist das, Dana, deine Ausrede dafür, dass die Schüler ja nichts dafür können, weil die Gesellschaft ja so ist? Imo ziemlich schwache Ausrede…
            Natürlich wird jeder Mensch durch die Gesellschaft beeinflusst, in der er aufwächst und lebt…aber Teil einer Gesellschaft und man selbst zu sein, schließen einander meines Erachtens sich nicht aus. Ist vielmehr nicht eines die Vorraussetzung fürs andere? Wir können uns doch nur selbst definieren, wenn wir einen Bezug zu anderen/anderem haben.

            (Das notentechnisch schlechte Kind ist dann aber halt ein schlechtes Kind… hört man ja bereits am Namen. Vielleicht merkst du, dass hier ein Widerspruch zu deinem Satz „Die wirklich guten Schüler sind die, die genau das tun, nämlich quer denken.“ ?)
            Neeein, Dana, das behauptest du! Du behauptest, dass schlechte Noten gleich schlechte Kinder sind. Das ist NICHT so…und das hat Textourette auch, wenn ich sie richtig verstanden habe, nicht gesagt. Textourette sagt doch, dass die wirklich gut sind, die quer denken, und nichts auf Noten geben, sondern kritisch sind. Außerdem kritisiert sie doch, dass es immer nur um die Tests geht, und sagt doch dann auch, dass Kinder nicht durch standatisieren Tests gemessen werden können.

            („Leider wurde den meisten Menschen nicht beibegracht, dass sie es können, wenn sie es sich selbst nur zutrauen. Geht ja auch kaum, in der Schule wird einem ja schnell das Gegenteil bewiesen (wenn man das 1×1 eine Woche nach dem Test perfekt beherrscht, interessiert das keinen Menschen mehr. Stattdessen naht gleich das nächste Thema, das du wieder mit einer Woche Verzögerung schnallst. Resultat: Note 5, du bist ein schlechter Mensch und wirst auch nicht besser. Das gleiche auch andersrum, mit den guten Noten!).“)
            Neeein, Dana, du brauchst das 1mal1 eine Woche nach dem Test noch…du wirst es vermutlich noch dein ganzes Matheleben in der Schule brauchen…bis dann irgendwann der Taschenrechner eingeführt wird. Und du bist auch kein schlechter Mensch nur weil du eine fünf hast…das eigentliche Problem ist doch, dass dem alles ein zu enges Zeitfenster gesetzt ist…Auch heute verlangt die Schule doch noch immer verwertbares Humankapital…deswegen geht es doch immer schneller in der Schule vorran.

            („Du wertest die Arbeit von Lehrern so dermaßen ab und stellst sie als ignorant verblendete Deppen dar.“

            Nicht Ben oder der kleine Junge, sondern das Schulsystem wertet die Arbeit der Lehrer ab und stellt sie als ignorant verblendete Deppen dar! Ein Lehrer, der in unserem Schulsystem verbeamtet werden möchte und anschließend nicht strafversetzt werden möchte, hat leider keine großartige Wahl.)

            Nein, ich würde mal behaupten, Ben hat die Arbeit der Lehrer abgewertet und sie als Idioten dargestellt. Der Brief ist an Lehrer gerichtet. 😛
            Das System ist nicht das Beste…keine Frage…

            (“ Wenn die Schüler oder Ex-Schüler nun alles Übel des Systems auf eben diese Lehrer schieben, kommt das rüber wie eine Ohrfeige. Und ziemlich unreif.“

            Wie gesagt, hier wurden nicht die Lehrer sondern das System kritisiert. )
            Neeein, Dana…das wurde es nicht….! Der Brief war an Lehrer adressiert…und er liest sich ehrlich gesagt auch so. Da werfen diese „unschuldigen Schüler“ einem Lehrer, der das System und seine Nachteile wohl nur zu gut kennt, diese ganzen Nachteile vor…die Lehrer sind nicht schuld! Es gibt verstaubte Fossilien, die wirklich Kinder nicht leiden können und für den Lehrerberuf nicht geeignet sind. Aber viele auch nicht. Viele sind mit Leib und Seele dabei. Es ist wirklich so.

            (Aber auch wenn es in dem Brief vielleicht erscheint, als ob Ben nur auf die Lehrer schimpft, meinte er ja eigentlich das ganze System und nie pauschal nur alle Lehrer!)
            Ja nee…aber die Tatsache, wie er es tut, spricht Bände…ich finde sein Artikel zeigt sehr stark, wie verbittert er in Bezug auf Schule ist…der Blog heißt nicht umsonst Anti-Uni…

            Sorry, Textourette, wenn ich dich irgendwo falsch dargestellt hab…und Partei für dich ergriffen hab…aber ich musste irgendwas auf Dana erwiedern… 😛 Wirklich…das System ist nicht der Quell allen Leidens…

    5. Hallo Textourette,

      wow!

      Ganz lieben Dank für deine Antworten.

      Nun, jetzt werde ich jeweils etwas dazu sagen, okay?
      Aber, eben aus der Perspektive einer älteren Schülerin.

      Jedoch aus dem aktuellem Kontext heraus, weil ich ja gerade auch noch voll drinn stecke.

      Okay, ich bin ja auf einer Erwachsenenschule = zweiter Bildungsweg, aber dennoch voll Schüler.

      Also deshalb zu 1. – Diese Art der Überheblichkeit ist mir an meiner derzeitigen Schule nur einmal und dann leider auch noch in extremster Form begegnet, bezüglich einer
      jüngeren Fachlehrerin in Biologie. Sie wollte nie etwas anderes wissen, außer über Biologie.
      Jeden „für sie gefährlichen“ Nebenkommentar von Schülern verwies sie auf die anderen Etagen in unserer Schule, in denen deren Unterricht ablief.
      Wie z.B. : Psychologie – dies ist ihr ernstester und größter Feind wohl scheinbar überhaupt.
      Schüler, die sich dazu offiziell bekennen, sind dann bei ihr weg vom Fenster. Das heisst konkret: Diese Schüler haben keine Chance mehr, irgendwie gut in dem Fach Biologie abzuschließen.
      Aber auch die Fächer Mathematik, Physik und Chemie waren ihr suspekt.

      Aber ehrlich, ich sehe dieses Extrem eher nur als eine Ausnahme an.

      Und ansonsten tun letztendlich doch die meisten Lehrer so im ganz Geheimen und Undurchsichtigem.

      Die mit ihrem angeblichen Fachwissen. Manchmal vor Jahrzehnten erworben. Und bis heute einfach nur stupide und nichtssagend rübergebracht.

      Bis auf sehr wenige Ausnahmen.
      (Gott sei Dank, dass es diese gibt.)

      Eine eigene Meinung zu haben ist nicht angebracht.
      Will man eine gute oder bessere Note, dann verzichtet man eben auf seinen eigenen Kommentar. So einfach ist das. („Ha-Ha-Ha“ – Lustig tralallalla.)

      Zu 2.: Doch, und auf jeden Fall für Inspirationen sorgt der Lehrer schon, irgendwie. Wenn man es anehmen mag als Schüler.
      Aber, das bringt einem nichts Wirkliches für das Fach selbst.
      Diesbezüglich lernt man keineswegs etwas dazu.

      Zu 3. : Logisch, wenn man nicht so funktioniert, wie gewünscht, dann versuchen die schon ganz doll, dem Gegenüber als „Niete“ darzustellen.

      Traurig, aber wahr.

      Zu 4.: Wir hatten noch nicht einmal Lehrbücher, mit denen wir wirklich gut arbeiten konnten. Oder, wenn wir welche haben, dann arbeiten wir sowieso nicht mit diesen.
      Diese galten eher als „Alibifunktion“ für die Lehrer.

      Zu 5. : Welche gute Universität gibt es denn tatsächlich???
      Vor allem für die, welche nicht reich an Geld sind???

      Zu 6. : Ja, warum hält der Mensch seine Klappe?
      Weil er das angefangen hat und auch zu Ende bringen möchte.

      zu 7. : Bei uns gibt es diese Tests leider gar nicht mehr. Komisch, aber gerade diese haben doch wenigstens noch ein bißchen helfen können.

      Gerade diese konnten aufbauend und motivierend wirken.

      Es war eine Konstante in all den Wirrwarr.

      Dazwischen gibt es verständlicherweise genug frühzeitige Aussteiger.

      Aber, ein paar Rituale liebt auch der europäische Mensch.

      Ja, so ist das. Es stimmt vollkommen.

      Übrigens, manche Menschen sind einfach meisterlich im Abschreiben.

      Zu 8. : Siehe meinen obigen Beitrag.

      Zu 9. : Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.

      Ob es einem passt oder nicht, aber letztendlich ist das wirklich so.

      In diesem Sinne
      Liebe Grüße von Lourdes

  7. Sind die Fragen für jemanden der sich selbst als besonders schlau darstellt nicht etwas kurzsichtig? Für mich klingen es wie die typischen Fragen eines frustrierten, grummeligen Schülers der sich die Realität in seinem Kopf so zurechtzerrt dass sie zu seiner Stimmung passen? WARUM WIRD ER IN DIESEM ARTIKEL SO DAFÜR GEFEIERT dass er das selbe macht wie generationen vor ihm? Teilweise stellt er Fragen für die der Lehrer gar nichts kann, Dinge die v der Gesellschaft asgehen, Dinge die erselbst als viel schärfer darstellt als sie eig sind oder die am ehesten nocheine Provokation für den Lehrer sein sollen?

  8. Servus,

    danke für den Artikel, auch, wenn ich nicht mit allem einverstanden bin.

    Ich war ein Jahr im Ausland und meine Anwesenheit im Unterricht wurde dort nicht kontrolliert, noch habe ich Noten o.ä. bekommen.
    Als ich dann zurückgekommen bin, hatte ich das Gefühl, das ganze Wissen, das ich in der Schule gelernt bekommen habe, förmlich aufzusaugen. (Außer Mathe) interessiert mich ein großer Teil von dem, was uns in der Schule beigebracht wird.

    Das lag vermutlich daran, dass ich in dem einen Jahr sehr auf mich gestellt war und das Interesse und Nachfragen dort das Mittel dazu waren, mein Auslandsjahr erst interessant zu machen. Diese Einstellung zu Informationen jeglicher Art habe ich behalten.

    Inzwischen glaube ich, dass die gelehrten Informationen weniger wichtig sind als das Interesse an sich.

    Das Leben wird reicher, allein dadurch, dass du dich über Dinge wunderst.
    Zum Beispiel kannst du dich in den Deutschunterricht setzen (Deutsch war übrigens nie mein Lieblingsfach) mit der Einstellung, die Zeit einfach abzusitzen.
    Oder aber du setzt dich hin und versuchst, dich in eine literarische Epoche hineinzuversetzen oder den Sinn eines Gedichts wirklich zu verstehen. Das kann manchmal nicht einfach sein, aber wenn man das schafft, dann gibt es so viele Dinge, auch in der Schule, die plötzlich unheimlich interessant sind.
    Das meine ich mit dem Interesse an sich. Man macht sich damit das Leben einfacher (auch, wenn das erst einmal nicht so scheint).

    Auch ich bin mit einigen Dingen in unserem Schulsystem nicht einverstanden. Nicht alle Lehrer hätten Lehrer werden sollen, Allgemeinbildung und Themen wie Politik kommen viel zu kurz oder gar nicht dran und der Notendruck ist eine weniger sinnvolle Erfindung.
    Insgesamt würde ich sagen, unser Schulsystem hinkt dem Zeitgeist etwas hinterher, weil wir wissen, dass wir viele Dinge ändern könnten, es aber nicht tun.

    Trotzdem glaube ich, solange für jemanden die Schulpflicht gilt, ist es Zeitverschwendung, sich nur über die Sinnlosigkeit der Schule Gedanken zu machen (dafür bleibt genug Zeit im Leben), statt Interesse für möglichst viele Schulfächer aufzubringen.

    Wir sollten also versuchen, an unserem Schulsystem zu arbeiten, durch das wir bis zu einer gewissen Zeit nun mal durchmüssen, aber wir sollten uns bewusst machen, dass wir immer etwas lernen können, wenn wir nur wirklich wollen.

    Grüße
    Kathi

  9. Hallo Ben,

    die Idee zu diesem Beitrag finde ich absolut Klasse !

    Ich würde die 9 Fragen allerdings um eine, die 10. Frage, erweitern:

    „Wieso darf ich nur das lernen, was ich lernen soll ?“

  10. Hallo Ben,

    So eine Willkür von Lehrern habe ich in meiner schulischen Laufbahn sehr häufig erlebt wie ich zB in diesem Beitrag geschrieben habe: http://www.marenvollmer.de/2015/05/30/ein-plädoyer-für-die-liebe/

    Lehrer sind auch nur Menschen, die ihre „Lieblinge“ haben und mehr oder weniger bewusst bevorzugen. Ich finde es sehr schade, dass es augenscheinlich nicht möglich ist, objektiv Leistung zu beurteilen. Von daher ist für mich das jetzige Schulsystem überholt. Noten sagen überhaupt nichts aus. Oft ist das eh nur auswendig gelernt und selbstständiges denken ist unerwünscht.

    Viele Grüße
    Maren

    1. „Selbstständiges Denken“?

      Dem Schlagwort kann ich leider überhaupt nichts abgewinnen.
      Auswendiglernen scheint mir eine durchaus sinnvolle Methode, um die Vokabeln zu lernen – und die haben nun mal nur eine, festgelegte Bedeutung (z. B. heißt „casa“ nun mal „Haus“, auch wenn der/die Schüler/in sich „selbstständig denkt“, dass „Haus“ im Spanischen „calma“ hieße – es ist schlicht und ergreifend falsch, und an diesem Beispiel sehen wir, zu welchen Auswüchsen „selbstständiges Denken“ führen würde).
      Nur weil es schöner klingt, ist es nicht unbedingt besser – ganz im Gegenteil.

  11. Noch eine Frage:

    Warum lernen wir in der neunten Klasse des Gymnasiums in der Mathematik die Analyse von Grenzwertproblemen und erfahren zeitgleich, dass unsere Wirtschaft ein exponentielles Wachstum braucht, wenn sie funktionieren soll, derweil wir in Physik die Erkenntnis gewinnen, dass die Erde ein geschlossenes System mit endlichen Ressourcen ist? Und warum wird auf diese unstrittige Kollision der Theoreme im Unterricht und in der gesellschaftlichen Debatte nicht eingegangen, so als gäbe es sie gar nicht?

  12. Richtig! Auch in meiner Schule wurden wir nie gefragt „was möchtet ihr später eigentlich mal werden?“ Und in den Berufeinformationstagen gab es immer nur die standardisierten Berufe. Nie wurde uns folgende Situationen vorgestellt „Mach was eigenes. Werde Erfinder. Werde Selbstständig. Werde Autorin usw.“ Immer nur die Berufe, wo du für _andere_ gearbeitet hast. Berufe ohne Kreativität, ohne eigene Ideen. Berufe die keine anderen Menschen begeistern konnten. Künstler wurden sowieso immer gleich als „nix Verdiener“ dahinstellt. Sind wir Autoren nicht auch irgendwie Künstler … ?

    In dem ersten Film „Fack ju Göte“ fand ich eine Szene sehr anschaulich: Der Lehrer Herr Müller hat seine Mitschüler gebeten Fotos oder Bilder von Ihren Träumen mitzubringen und hat ihnen dann erklärt, dass diese Träume tatsächlich erreichbar sind, und mit welchen schulischen Fächern diese erreicht werden könnten.

    Hammer Idee dachte ich mir. Wieso wurde das in meiner Schule damals nicht gemacht? Meine Träume wurden immer gleich von den Lehrern oder Eltern totgeredet. „Steck deine Ziele nicht zu hoch. Erstmal was bodenständiges lernen.“ Und so weiter und so fort…. Traurig!

  13. Die Fragen, die der Schüler stellt, sind tatsächlich interessant.

    Trotzdem ist wohl klar – und ich denke, das sollte ich als Lehramtsstudent klarstellen – dass hier nicht für den Test gelernt und ein Ausweichversuch gestartet wurde.

    Wenn keine der Fragen im Test vom Schüler richtig beantwortet wurde, gibt es natürlich auch keine Punkte.
    Und keine Punkte heißt: ungenügend = Note 6

    Nur als kleine Warnung an die Schülerinnen und Schüler, die vorhaben, Ähnliches auszuprobieren!
    Und als kurze Antwort auf die Fragen, aus Lehrersicht (bzw. Sicht eines, der es werden will): Es gibt Vieles im Leben, das sinnlos erscheint. Man sollte das aber möglichst nicht hinterfragen, jedenfalls nicht als Schüler(in), das macht nur unglücklich und bringt schlechte Noten.
    Letztlich steht es natürlich jedem frei, sowas zu tun – man sollte sich nur eben der Konsequenzen bewusst sein und ggf. eine 6 akzeptieren können. (Der Lehrer MUSS in so einem Fall eine 6 geben, weil er nach dem allgemeinen Bewertungsschema für den Test oder die Klassenarbeit oder Klausur vorzugehen hat und nur Punkte vergeben darf, wenn die darin vorgegebenen Kriterien erfüllt sind.)

    Liebe Grüße

  14. Meine häufigste Frage in der Schule war immer: Für was brauche ich das später?

    Die 9 Fragen sind echt gut, da sie das System hinterfragen. Fragen sind oft besser als Argumente.

  15. Hi Ben,

    ich habe irgendwann aufgehört in der Schule Fragen zu stellen, da ich irgendwann herausgefunden habe, dass das nichts bringt. Das war damals natürlich nur ein Bauchgefühl – Augen zu und durch.

    Vordergründig wird natürlich suggeriert, dass „es ganz toll ist, wenn man Fragen stellt und kritisch denkt“. Allerdings sieht die Realität anders aus.

    Wer Fragen stellt ist unbequem. Und fällt auf.

    Ein gutes und aktuelles Beispiel ist für mich Tilo Jung ( http://www.jungundnaiv.de/ ), der mit seinenFragen die Bundes-Presse-Konferenz aufmischt.

    Wirkliche Fragen können nur gestellt werden, wenn man frei von Machts- und Herrschaftsstrukturen ist.

    Der Schüler ist genauso abhängig von dem Wohlwollen seinen Lehrers wie später der Journalist vom Chefredakteur bei der Bildzeitung. Und wird letztlich -paradoxerweise- durch die Struktur des Bildungssystems letztlich vom eigenständigen Denken und Handeln abgehalten.

    Viele Grüße,
    Michael

  16. Hey,
    Der Beitrag ist ja jetzt schon ewig her. Dennoch da ich denke, dass diese Diskussion nie zu ende sein kann, hinterlasse ich auch einen Kommentar.
    Ich persöhnlich bin noch Gymnasiast. Und ich finde, dass jemand der mit solch einer negativen Einstellung in die Schule hinein geht/hinein gegangen ist, kann nicht von der Schule profitieren. Selbstverständlich haben wir Schüler uns alle schon mal gefragt „Wozu muss ich diesen Mist lernen?“ und dabei haben wir alle vergessen, dass wir sehr viel von dem, dass wir lernen, im späteren Leben wieder verwenden können. Auch wenn wir extem kreativ sein müssen, um eine sinnvolle Verwendung zu finden.
    Jeder von uns kennt sie und jeder hasst sie: die schrecklichen Lehrer, die immer, wenn wir etwas nachdenkliches beitragen wollen, uns sofort abweisen und uns bestrafen. In diesem Punkt gebe ich dir recht. Aber wir alle haben Lehrer (gehabt), die uns wirklich fördern, die das wollten. Ich hatte in der 8. Klasse einen Geschichtslehrer, der (ähnlich wie John Keating aus der „Club der toten Dichter“) uns beigebracht hat, kritisch zu denken, unsere eigenen Meinung zu bilden und argumentieren zu können. Und dabei nicht vergessen, wie schön das Leben ist. Obendrein hat er uns neben dem Pflichtstoff wichtige Allgemeinbildung vermittelt. Ihm verdanke ich einiges. Er mag wie ein Wunschlehrer klingen, aber es gibt sie. Es ist schade, dass du solche Lehrer kaum hattest, aber es gibt sie definitiv. Das System ist z.T. wirklich schrecklich. Pisa – Tests etc. sind unfassbar unnötig. Es ist doch sowieso nicht gesund, sein eigenes Lernverhalten nach dem Lernverhalten anderer Leute festzumachen. Ich persöhnlich quäle mich durch bestimmte Fächer, aber blühe umso mehr in den Fächern, die mich interessieren. Immerzu versuche ich meine Hobbys in die Schule einzubringen. Pokemon passt unfassbar gut in die Evolutionstheorie in Biologie und auch im logischen, strategischen Denken in wohl jedem Fach. Musik (ich bin ein leidenschaftlicher Musiker) kann man auch in jedes nicht naturwissenschaftliches Fach einbringen, seien es Liedtexte, Bands, oder die Interpretation. Ein Religionslehrer war überrascht als ich auf die Frage „Wie muss sich Maria Magdalena wohl gefühlt haben, als Jesus auf sie zu kam“, geantwortet habe, dass „das Lied „I don’t know how to love him aus der Jesus Christ Opera ihre Gefühlslage wunderbar beschreibt“. So konnte ich den Unterricht gezielt auffrischen. Jede Stunde ist langweilig, wenn man sie von vornherein langweilig findet. Kreativität ist etwas, dass einem in der Schule nicht gezielt beigebracht wird, aber dass man in jeder Ecke verwenden kann. Sogar beim verhassten Vokabeln lernen. Ich lerne Englischvokabeln größtenteils nur aus Liedtexten.
    Ich weiß nicht, wie das zu deiner Schulzeit war, aber ich wurde aufgehalten meine eigene Meinung zu bilden und die Lehrbücher in Frage zu stellen.
    Und ganz ehrlich, welcher 12-jähriger Knirps weiß, was er später mal wird? Da kommen doch nur Sachen, wie Astronaut etc. Und deswegen lernen wir all dieses Zeug, weil wir nicht wissen, was wir später dringend brauchen und was nicht. Mit elf fand ich jede Stunde Musiktheorie grauenvoll. Als ich mit 13 angefangen habe, eigene Songs zu schreiben, war ich für jede Stunde dankbar.
    Noten sind wichtig. Nein, sie sagen nicht aus, wer man ist, aber sie sind wichtig. Weil wir Schüler eine Rückmeldung über unsere Leistung brauchen. Nicht über unseren Charakter. Warum? Weil sich alle Lehrer uneinig wären. Meine Geschichtslehrer haben mir mehr als einmal gesagt, dass sie es wundervoll finden, wie ich argumentiere und wie fleißig ich arbeite. Dann kommt mein Kunstlehrer und beschwert sich über meine generelle Faulheit im Unterricht. (Okay, in Kunst bin ich ne Niete), aber ich strenge mich an. Und rede nebenher auch. Aber trotzdem. Was ich sagen will, ist, dass es keinen Lehrer gibt, den man in allen Fächern hat. Also kann er nur von seinem eigenen Fach ausgehen, nicht aber vom allgemeinen Verhalten.

    Abschließend möchte ich sagen, dass die Schule keine Höllenanstalt ist. Als Schüler soll und muss man den Unterricht in die eigene Hand nehmen.

    Liebe Gleichgenossen, seid kreativ, seid kritisch, macht euer Ding, baut Schei***, lernt euch wieder hinauszuboxen, habt immer eine gute Ausrede parat und vergisst eines nicht: Euer ganzes Leben ist eine ewig lange Schule! Aber ihr könnt euer Leben in die Hand nehmen und so auch die Schule! Macht das, was euch glücklich macht, und bringt es in den Unterricht ein! Glaubt mir, das ist die halbe Miete, und lasst euch nicht von den bösen Lehrern unterkriegen! Ihr seid alle ganz individuell, und ganz fantastisch! Ich mag jung und naiv sein, aber ich gehe gerne in die Schule und hab die Schulsorgen nicht. Eine Last weniger ist ein Haufen, wirklich Leute.

    1. @Jelly:

      Die Haltung, die sich in Deinen Worten ausdrückt, erscheint mir vorbildlich. So wenden sich zufriedene Menschen großen Herausforderungen zu und bewältigen die dann häufig unbeschadet an Gemüt und Seele. Nur ist leider nicht jedem Heranwachsenden die dafür erforderliche innere Stärke beschieden. Viele andere müssen bereits derart kräftezehrend mit dem Erbe kämpfen, das ihnen genetisch oder qua Lebenssituation mitgegeben ist, dass sich Gelassenheit beim besten Willen nicht einstellen will.

      Aber wie Du ganz richtig zum Ausdruck bringst, ist die entscheidende Lehre der Schulzeit wohl gar nicht das, was auf der Tafel und in den Heften steht. Ihr jungen Leute könnt an dem Umgang, der Euch im Schulhaus beschieden ist, sehr eindrücklich erfahren, wie sie tatsächlich beschaffen ist, die Welt, in die ihr gerade hineinwachst. Weil jeder Schüler anders ist und anderes zu lernen hat, fallen dort die Begegnungen sehr unterschiedlich aus – und damit auch die sich für den einzelnen ergebenden Lernaufgaben.

      1. @Dipl.-Psych. Thorsten Kerbs

        „Viele andere müssen bereits derart kräftezehrend mit dem Erbe kämpfen, das ihnen genetisch oder qua Lebenssituation mitgegeben ist, dass sich Gelassenheit beim besten Willen nicht einstellen will.“

        Viele Schüler kommen nach einem Schulalltag erschöpft, ausgebrannt und aggressiv nach Hause. Dies ist nicht immer einem „Erbe“ zuzuschreiben, sondern vielmehr der Schulform.

        Die Lebenssituation (weniger die genetische Situation) kommt erschwerend dazu. Lehrer in Ballungsgebieten können ein Lied davon singen. Zunehmend muss man den Eindruck haben, die Schulen passen heute nur noch für einen Teil der Schüler, nämlich für die, die sich extrem gut anpassen können.

        „Ihr jungen Leute könnt an dem Umgang, der Euch im Schulhaus beschieden ist, sehr eindrücklich erfahren, wie sie tatsächlich beschaffen ist, die Welt, in die ihr gerade hineinwachst.“

        Da weiss ich auch nicht so genau, was ich davon halten soll. Das Schulhaus, die Schule als Spiegel der Welt? Also Gleichschaltung, Mobbing, Unterdrückung von Gefühlen, Anpassung und Überanpassung als Vorbereitung auf die Welt von morgen?

        Da wird mir anders.

    2. „Noten sind wichtig“.

      Da muss ich entschieden widersprechen.

      Noten sind extrem ungenau. Eine Note ist nur eine Zahl.

      Dazu kommt, dass Noten ein Mittel der Manipulation sind. Das beste Beispiel, warum Noten ein ganz anderes Mittel sind als das, für was sie gehalten werden ist die Methode, die in den meisten Schulen immer noch angewandt wird: Schülern im Zwischenzeugnis grundsätzlich die schlechtere Note zu geben, um sie „anzuspornen“.
      Ich habe mich mit sehr vielen Schülern darüber unterhalten (denn es gibt unzählige Lehrer, die auch noch so „grosszügig sind, und dies ihren Schülern mitteilen) und ich habe keinen einzigen Schüler getroffen, der davon nicht angeäzt war.
      Schüler merken dies sogar, ohne dass sie davon wirklich wissen.

      Als Schüler habe ich viel mehr davon, wenn ich ein genaues Wortfeedback bekomme, vor allem dann, wenn ich wirklich eines haben will. Und wenn es keine Bewertung ist, sondern eine ehrliche Hilfestellung, um zu erkennen, wo ich was verstanden habe und wo nicht.

      Die allererste Frage aber ist die, warum ANDERE mich bewerten sollen. Und warum und wozu junge Menschen verglichen werden.
      Warum die einen belohnt und die anderen bestraft werden für’s verstehen oder nicht-verstehen.

      Sind den eigentlich nicht alle – auch Kinder und Jugendliche – in der Lage – wenn man sie lässt (also vor der Manipulierung und vor der Angst) – sich und ihre Leistungen ehrlich einzuschätzen?

      Meine Erfahrung ist (ich habe beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun und auch eigene Kinder) :

      ja, 100 %!

  17. Warum werden Schüler in jedem Fach auf den gleichen Wissensstand gedrängt? Manche haben zum Beispiel viel mehr Interesse an Englisch und dafür weniger an Mathematik, aber alle müssen exakt das gleiche können, ob es für ihre berufliche Zukunft bedeutsam ist oder nicht.

    1. Und weißt du in der Schule schon ganz genau was für deine Zukunft bedeutsam ist oder nicht? Es sagt ja niemand was dagegen, wenn du mehr und zusätzlich Englisch lernen willst, aber Mathe musst du trotzdem machen. Die Aufgabe der Schule (und vor allem des Gymnasiums) ist, die Schüler auf einen allgemeinen Wissenstand zu bringen, damit ihnen in ihrer Zukunft alle Türen offen stehen. Wenn du dich in letzter Sekunde doch für BWL anstelle Anglistik als Studiengang entscheidest, dann würdest du es bereuen, dich nicht mit Mathe beschäftigt zu haben. (Danke für dein Beispiel mit Englisch und Mathe ?)
      Versuche den Punkt der Schule zu verstehen. Du weißt als Kind nicht, was du später machen wirst, egal wie viele Hellseher du besuchst, aus diesem Grund gibt es die Pflichtfächer und Mathe gehört nun mal dazu.

      1. Wenn man etwas wirklich will, kann man ALLES nachlernen.
        Das ist meine Erfahrung nach 40 Jahren Lernen.

        Es macht keinen Sinn, dass gleichaltrige Kinder im gleichen Tempo über Jahre die gleichen Fächer lernen. Überhaupt keinen. Die Schnelleren schalten gelangweilt ab, die Langsameren kommen frustrierenderweise nicht mit, und nur die paar, für die gerade Tempo und Thema passt, kommen evtl. auf ihre Kosten. Und man fragt sich, warum Kinder, die sich überhaupt nicht für ein Thema begeistern können, Stunde um Stunde in den Fächer absitzen müssen.

        Im Nachhinein, nach einer Standard-Schulkarriere mit Abitur, kann ich nur sagen: es bleibt verheerend wenig übrig von all dem gelernten in all den Stunden, in all den Jahren.

        Und das finde ich ziemlich frustrierend.

        1. Natürlich kannst du alles nachlernen. Und wie du es so schön sagst, man vergisst viel und somit ist man ja gezwungen, Dinge nachzulernen.
          Wenn sich ein Kind, ein von Natur aus neugieriges und wissbegieriges Kind, nicht für ein Thema begeistern kann, ist etwas anderes schief gegangen.
          Ich als Gymnasiast kann sagen, dass die Schnellen, wenn sie wirklich intelligent sind, nicht wirklich abschalten. Es sieht nur so aus. In Wirklichkeit sitzen sie an ihren Tischen und beschäftigen sich selber. Keiner von den Intelligenten macht einen auf Patrick Star im Unterricht. Sie alle machen das Beste aus ihren Möglichkeiten.
          – xy findet das Englischschulbuchthema blöd. Also: xy bringt nächste stunde iwas anderes mit, dass mit Englisch zu tun hat und macht es. Irgendetwas, das schwieriger ist. Etwas, das dem Niveau von xy entsptricht.
          Und die Langsamen- oh kommt schon, wieso muss man sie immer gleich als „Langsame“ abstempeln. Sie können es doch auch lernen, und hey man kann ja alles nachlernen! Wenn sie einen starken Willen hätten, würden sie einfach versuchen, einen Weg zu finden, damit es ihnen besser geht. Sie können es ja doch auch schaffen, den Stoff reinzukriegen.

          Warum zur Hölle sind in diesem Forum alle so pessimistisch? Na klar bleibt nicht alle hängen. Aber 1. Man kann alles nachlernen (du merkst schon, ich hab meinen Spaß 😉 )
          Und 2. warum erfreut man sich nicht an den Dingen, die man noch weiß? Denn solange wichtige Fähigkeiten noch vorhanden sind, dann kann der Rest auch ganz leicht gemeistert werden. Du brauchst ja auch zuerst den Rahmen und kannst dann das Bild reinstecken.

          Es bringt nichts, dass Kinder auf gleichem Tempo lernen? Nein? Bist du dir ganz sicher? Natürlich bringt es was! Auch ein ewiger Einzelkämpfer lernt gerne mit Gleichaltrigen, hilft gerne und tauscht sich gerne aus. Und die selben Fächer- na denk mal um die Ecke. Denk kritsch- das sind ja die zwei beliebtesten Worte in diesem Blog. Wir Schüler lernen „alle dasselbe“. Denkste! Niemand lernt 1 zu 1 dasselbe wie der andere. Und das, weil unsere Gehirne anders funktionieren, bei jedem was anderes hängen bleibt. Jeder hat andere Interessen. Niemand verwendet die selben Quellen. (Okay das vllt erst nach ein paar Jahren, bis die Schüler checken, dass Wikipedia nicht die beste Quelle ist…) Auf dem Papier lernen wir alle „dasselbe“. Aber in Wirklichkeit lernen wir für uns und decken nur das dünne Pflichtprogramm für ne 3 aufm Zeugnis ab und machen dann unser Ding. Naja bis zum Abitur zumindest… dann lernen wir dasselbe, aber nur wenn keine zeit mehr für anderes ist.

          Ich kann dir nach genug Schulerfahrung sagen, dass jeder Schüler es schaffen kann – wenn er es nur will

  18. Ich glaube, die Schule macht viel Schlimmeres mit uns, als wir uns je vorstellen können.

    Wie sonst könnte es sein, dass gegen diese „Anstalt“, dieses Gefängnis, so wenig Menschen rebellieren – im Gegenteil, so viele Menschen erneut ihre eigenen Kinder kaserniert sehen wollen?

  19. Schöne Seite _ vom Thema ein Dauerbrenner! =)
    Zunächst: Es gibt in jedem Beruf die, die ihren Job bereichern und die, die nichts taugen.
    Mein Kommentar soll in Richtung Lehrer/-innenausbildung zielen. Für mich ist es ein Kreislauf. Die meisten gucken lediglich auf den Raum Schule, aber das ist zu kurzsichtig.
    Die Ansprüche der Gesellschaft, aber auch der Wissenschaft an die Schüler/-innenausbildung verändert sich, ist dauerhaft in einem Prozess. Leider fehlen einer Menge Lehrkräfte die Kompetenzen, sich darauf einzustellen oder solche gar umzusetzen. Häufig sind explizit gerade diese Lehrkräfte nicht dazu in der Lage, die im nächsten Moment lautstark nach einer LehramtsAUSBILDUNG rufen und sich über die Notwendigkeit eines Studiums nicht bewusst sind. Immer schön „Schema F“ fahren wollen; als ob das möglich wäre! (Nebenbei: Wer kontrolliert das(/die)…?! Aber erst einmal alle verbeamten…! -.-) In diesem Kontext werden zukünftige Lehrkräfte groß (–> vgl.: „Habitus“-Begriff nach Pierre Bourdieu).
    An nächster Stelle folgt die Uni. Hier versammeln sich nun teilweise Hinz & Kunz, weil es keine vernünftige Auslese für Lehramtswillige gibt (–> vgl.: System Finnland), sondern Deutschland nur stumpf am unrechtmäßigen(! –> Es gibt bereits ´ne „Klage-Industrie“ in dieser Sache; ein schönes Geschäft für manche Rechtsvertreter…) numerus clausus festhält. Für viele Lehramtsstudiengänge greift dieser plumpe „Zahlencode“ zum Glück nicht, jedoch gibt es einige Leute die (eben ohne vernünftige Auswahlkriterien und ohne vernünftiges Auswahlsystem) erst einmal so ein Studium beginnen. (Gibt ja vermeintlich ´ne Menge Freizeit und schließlich kennt man „die Schule“ bereits…) Das Wort „Beruf“ gerät hier zur Farce. Irgendwann merken viele sogar, dass es nichts für sie ist, aber die Reißleine zieht kaum einer. Im Studium rekurrieren die Leute logischerweise zuhauf auf ihre Erfahrungen, gehen aber nicht kritisch mit diesen um und/oder heben sie gar auf eine Metaebene. Das Denken ist häufig: Wenn ich es auf diese Weise bis hier hin geschafft habe, kann die Art des Unterrichtens damals ja gar nicht (so) falsch sein.
    Zuletzt stehen sie teilweise dort, wo sie vlt. schon selbst nicht mehr hin wollten. Leider wird nach dem dem Refendariat einfach immer die Klassenzimmertür geschlossen und Ende. Die Leidtragenden sind die Schüler/-innen: der Quell neuen Schaffens und Denkens. Das darf es nicht sein! Niemand darf das dulden. Es bedarf eines Kontrollsystems. Die neun Fragen zu Beginn dieser Seite haben ihre Berechtigung.

    Und alle regen sich nur auf: Die Lehrer/-innen schimpfen auf die Schüler/-innen, die Lehrkräfte an der Uni auf ihre Studierenden und die Lernenden natürlich allesamt zurück. Wo sind die Standards, wo das Bewusstsein? Es braucht Reformen. Wir müssen diejenigen heraussuchen, die willig sind und etwas für diesen(!) Beruf taugen.
    Übrigens sind bspw. alle(!) Lehrkräfte/Fächer (freilich in unterschiedlichem Maße) zu Demokratieerziehung gesetzlich verpflichtet (–> vgl.: KMK-Beschluss v. 2009). Jedoch nehmen nicht alle diese Vorgaben wahr. Zum einen weil sie (zu Recht) oft denken, dass ein Fehlverhalten ja doch nicht sanktioniert wird (gerade bei erfolgter Verbeamtung) und andererseits weil sie sich dazu teilweise nicht in der Lage sehen. Wenn jemand nicht einmal versteht, was die da in den Nachrichten „babbeln“, dann muss es keinen wundern – um den beschrieben Kreis – zu schließen, dass wir so unkritische Schüler/-innen haben.
    In Anlehnung an die letzten Kommentare ist es insofern sicherlich nicht verkehrt in der Schule mehr zu lernen als nötig, damit auch Lehrer/-innen für Naturwissenschaften ein Grundmaß an Ahnung von (kritischer) Gesellschaftskunde haben und ein Gesellschaftswissenschaftler im Raum Schule in einer Mathe-Vertretungsstunde (ggf.) tatsächlich in der Lage ist, Mathe zu machen.

  20. In Anlehnung an Thorsten Kerbs – der übrigens einen akademischen Grad hat! – Kommentar vom 06.08.2015 möchte ich noch bemerken, dass seine Ausführungen an der Stelle Perzeptibilität besitzen und dies für den Bereich der Naturwissenschaften im Sinne von Demokratiepädagogik unterrichtlich dienlich sein kann.
    Ich erwähne das, weil gerade Naturwissenschaftler im Raum Schule sich häufig schwer mit diesem Postulat des im letzten Kommentar bereits erwähnten KMK-Beschlusses von 2009 tun, dass Demokratieerziehung Anliegen aller(!) Fächer ist.

    1. Nö, Demokratieerziehung gehört ins Fach Politik und sonst nirgendwo hin.
      Ich studiere derzeit (!) Lehramt, und eine solche neue Regel wäre mir sicherlich bekannt gemacht worden – ist sie aber nicht.
      Man KANN sie vielleicht im Fach Philosophie unterbringen, wenn man unbedingt will. Eine Pflicht dazu gibt es jedoch nicht.
      Im Fach Spanisch wäre es sogar völlig unangebracht, denn da soll eine Sprache gelehrt und gelernt werden und nicht irgendeine dubiose „Demokratieerziehung“.

      Ich bitte darum, künftig die Verbreitung solchen Unsinns zu unterlassen.

      1. Jetzt darfst du mal raten, was ich beruflich mache…
        Ich habe sogar auf die Quelle hingewiesen; ein Studierender/eine Studierende die offensichtlich nicht in der Lage ist zu recherchieren…
        Einfach mal bei google eingeben:
        „Stärkung der Demokratieerziehung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 06.03.2009)“; dort ist eine PDF zu finden. Auf Seite 2 findet man dann folgenden Wortlaut: „Schon in der Grundschule sollen Kinder Partizipation einüben […]“ und weiter auf Seite 3: „Für die Schule bedeutet dies: Demokratielernen ist Grundprinzip in allen Bereichen ihrer pädagogischen Arbeit. Die Schule selbst muss Handlungsfeld gelebter Demokratie sein […]“.
        Und ganz konkret ebenfalls auf Seite 3: „Demokratieerziehung ist Aufgabe aller Fächer“.
        Es handelt sich also nicht um Unsinn, sondern um Rechtslage!
        Es ist zudem (logischerweise) auch die Rede davon, dass Demokratieerziehung in den jeweiligen Fächern in unterschiedlichem Maße stattfinden soll.
        Aus deinem Kommentar, der mich ehrlich gesagt nur wütend mit dem Kopf schütteln lässt, wird für mich lediglich viel Unwissenheit und Ignoranz ersichtlich!
        Wenn du keine Freude am Erziehen hast, solltest du kein Lehrer werden; meine Meinung!

        1. Es ist mir völlig egal, was Sie beruflich machen.
          Würde es eine derartige Regel geben, hätte ich das mitbekommen und mir wäre das dann auch an der Universität vermittelt worden.
          Sie macht es wütend, dass ich Ihnen nicht glaube – und mich macht es nun mal wütend, dass Sie trotz meines Hinweises weiterhin Ihren Unsinn verbreiten!
          Wenn es so eine Neuerung geben würde, dann wüsste ich das. Es gibt sie aber nun mal nicht. Leben Sie damit.

          Sie mögen sich ja vielleicht selbst wünschen, dass in allen Schulen und Fächern ihr verrücktes Weltbild vermittelt würde – aber abgesehen davon, dass es eine solche Regel, wie ich Ihnen übrigens schon mitgeteilt habe, nicht gibt, wäre sie auch sowieso nicht umsetzbar.
          Ich wiederhole es noch einmal, damit Sie es endlich verstehen: „Demokratieerziehung“ ist ausschließlich Aufgabe und Bereich der Fächer Politik und (Politische) Philosophie. Im Spanisch-Unterricht beispielsweise hätte sie natürlich nichts verloren.

          Also, hören Sie endlich auf, Ihren Unsinn zu verbreiten und informieren Sie sich mal richtig! (z. B. auf den Seiten zu den Lehrämtern der Universitäten, kleiner Tipp: Stichwort ZfL)

          Was die angebliche „Quelle“ betrifft, so geben Sie 2009 als Datum an.
          Aufgrund des Alters kann das also gar kein neuer Beschluss sein und ist außerdem nicht aktuell genug, um irgendeinen Informationswert zu haben. Da spare ich mir die Mühe des Lesens in der Tat, denn offensichtlich bin ich besser informiert als Sie.

          Im Übrigen sollte ein Lehrer nach herrschender wissenschaftlicher Meinung nicht hauptsächlich ein Erzieher sein. Vielmehr geht es um fachliche Wissensvermittlung und Lernbegleitung. Aber das ist ihnen wohl auch offensichtlich neu…
          (wobei es da natürlich auch auf die Klassenstufe ankommt, ich studiere Gymnasiallehramt und meine das auch darauf bezogen; dass es bei Grundschullehrern anders ist, dürfte ja klar sein)

  21. Den Hinweis mit den ZfL nehme ich dankend auf. Allerdings sind die den Kultusministerien der Länder untergeordnet und die orientieren sich an KMK-Beschlüssen; sonst bräuchten sich die Häuptlinge ja nicht treffen. Das Postulat („Demokratieerziehung ist Aufgabe aller Fächer“) besitzt also durchaus Aktualität; aber mit dem Punkt der Rechtslage bin ich gleichwohl pauschal umgegangen und zu weit gerudert. Jedoch ist die Schule(/die Schulzeit) auch wesentlich dafür da, (im ganzen Land) Demokratieerziehung zu leisten und Demokratiebürger zu erziehen. Sie können nur mit dem Begriff nichts anfangen. Wenn Klassensprecher oder Schulsprecher gewählt oder bestimmte Projekttage veranstaltet werden, ist das bereits Demokratieerziehung, bzw. das Erleben von (schul)politischer Partizipation. Alle (Klassen)Lehrer müssen also schon mal in dieser Hinsicht wirken. Aber sämtliche(!) Fächer können demokratiepädagogisch wirken; in ihren jeweiligen Rahmen und Maßen. Kann bspw. eine Anti-Diskriminierungskampagne an der Schule nicht vom Spanischlehrer initiiert werden? Und kann er nicht bspw. auch ganz konkret Übersetzungstexte auswählen, die mit der Thematik übereinstimmen? Und kann die kritische Auseinandersetzung mit solchen Texten nicht auch ein Beitrag im Sinne einer pluralistischen Meinungsbildung für die Identifikation der Schüler/-innen werden? An dieser Stelle verweise ich nochmals auf den Kommentar von Thorsten Kerbs und möchte ihn folgendermaßen paraphrasieren: Kann man gewisse Fachinhalte nicht (bei Gelegenheit) kritisch hinterfragen? Demokratiepädagogik ist kein Wunder des Sozialkundeunterrichts oder des Fachs Politik; Sie denken zu normativ. Ihr Unverständnis bedingt sich sicherlich entscheidend aus der fehlenden Praxiserfahrung. Ich habe gesehen und erlebt, dass es funktioniert, wenn die Lehrkräfte sich trauen und einfach machen. Trauen Sie sich doch mal, dem Gedankenspiel Raum zu geben; auch dafür ist (sollte zumindest) Uni da sein!
    Noch zum Erziehen: Es geht hier nicht um „mein Weltbild“, sondern unsere(!) demokratischen Werte. Zudem hat niemand gesagt, dass Lehrkräfte hauptsächlich Erzieher sein sollen. Aber der Schulalltag ist voll von pädagogischen Entscheidungen und psychologischen Berücksichtigungen. Und im Schulalltag nimmt Pädagogik einen höheren Stellenwert ein, als in der Ausbildung vermittelt.
    Blendet man den leicht autoritativen Ton meiner Statements aus, kann man durchaus meinen Idealismus erkennen, der mich hier überhaupt zum Schreiben motiviert! =) Ihnen würde ein wenig mehr davon sicherlich nicht schlecht stehen; Abstriche kann man dann später immer noch machen.

    P. s.: Falls die anonyme Erwiderung zum Thema „Selbstständiges Lernen“ (s. o.) auch von Ihnen stammt, kann ich ebenfalls nur mit dem Kopf schütteln!

    1. Gerade in diesen Tagen sollte allen klar vor Augen sein, welche Bedeutung Friedens- und Demokratieerziehung für den Raum Schule besitzt; daher ergänzend(, weil es vorher hieß, was bspw. Spanisch damit zu tun hätte):
      „Die Fremdsprachendidaktik hat die Empfehlungen zur ´internationalen Erziehung´ der UNESCO aus dem Jahre 1974 ignoriert, obwohl dieser richtungsweisende Grundlagentext dem Fremdsprachenunterricht explizit eine besondere Verantwortung für die internationale Verständigung und den Frieden zuweist. Sie hat auch [Wolfgang] Klafkis Feststellung aus dem Jahr 1994 ignoriert, dass der bedrohte Weltfrieden das erste epochaltypische Schlüsselproblem einer kritisch-konstruktiven Didaktik ist.
      Daher verwundert es nicht, dass die Friedenserziehung in leerformelhaften Präambeln ein blutleeres Dasein fristet, eben auf jenen Seiten, die von vielen schnell überblättert werden, um zu den verbindlichen Inhalten der Fachlehrpläne zu gelangen.[!] […]
      Dabei ist die Erziehung zum Frieden nicht nur eine genuine Aufgabe des Fremdsprachenunterrichts, sondern eine Querschnittsaufgabe der Schule, deren Erfüllung auf Interdisziplinarität, Kontinuität und Kooperation der Fächer angewiesen ist.
      Bei der Bewältigung dieser Aufgabe kommt dem Fremdsprachenunterricht eine Sonderrolle zu, denn als Sprach- und Kulturunterricht ist er besonders geeignet, die Funktion des Nervenzentrums der schulischen Friedenserziehung zu übernehmen.“
      [Aus: Diehr, Bärbel: Vom Fremdverstehen zur Friedenserziehung: Neue Perspektiven für die Didaktik des Fremdsprachenunterrichts. In: Fremdverstehen und interkulturelle Kompetenz (= Giessener Beiträge zur Fremdsprachendidaktik). Hrsgg. v. Lothar Bredella u. Herbert Christ. Tübingen 2007, S. 169-176.]
      Den letzten Absatz würd´ ich so nicht unterschreiben, der ist nur für „Anonym“; den Rest find´ ich auf den Punkt gebracht, deshalb das Zitat an dieser Stelle.

  22. Also ich bin Schüler in einer neunten Klasse und schreibe zurzeit nicht die besten Noten, im Gegenteil ich schreibe zurzeit Fünfen. Aber jetzt kommt noch was drauf: Meine Lehrer bzw. Lehrerin ließen sich meist einfallen eine Arbeit und Vokabeltest, gleich nach den Ferien zu schreiben. Völlig unfair, da manche während der Schultage keine Zeit haben sich mit der Familie zu beschäftigen. Naja bisauf die Ferien. In meinem Fall ist das sogar so das ich meinen Vater nur in den Ferien sehe, da er wo ganz anders in Deutschland wohnt als ich.
    Hoffe ein paar könnten mir bei diesem Problem helfen, da ich mich nicht trau ein Lehrer auf dies anzusprechen.

    1. Ferien sind prinzipiell Ferien; aber Vokabeln müssen (größtenteils) unweigerlich zu Hause gelernt werden…!
      Was also den Vokabeltest angeht: Wenn er angekündigt war, sollte es kein Problem darstellen!
      Mal ehrlich: Hättest du nicht täglich zehn Minuten dafür zum Lernen entbehren können? Für jede Sprache sind Vokabeln die Basis!
      Gruß

  23. Das Bildungssystem ist leider ein schlechter Witz und höchstens darauf ausgelegt, Kinder zu gehörigen kleinen Arbeiterbienchen zu erziehen. Eigene Meinung bilden ist nicht erwünscht und den meisten Schülern wird die Lust aufs Lernen für das Leben lang vermiest.

    Wenn ich Nachwuchs hätte, dann wäre Heimunterricht angesagt.

    1. Ich finde, dass ist zu deterministisch gedacht!
      Teilweise wird – entgegen dieser Kritik – auch ganz anders unterrichtet! (Was das Maß angeht, müsste man konkrete Kriterien benennen und sich dazu – falls vorhanden – empirische Daten anschauen!)

      Ist die Schule nicht auch ein spezieller und wichtiger sozialer Raum für die Entwicklung der Kids?!

  24. Bei all den interessanten Beiträgen sind die „Basics“ in Vergessenheit geraten: Das Schulsystem ist eine „Zwangsanstalt“. Betrachtet es aus der systemtheoretischen Sicht. Dazu kommen weitere Strukturdefizite: Die „Kommandostruktur“. Das System ist „verantwortungslos“ organisiert, alle reden mit und wissen es besser. Wozu also Lehrer? Als „Experten mit der A-Karte“? Jeder ist doch schon mal Auto gefahren…..Die im Schulalltag Handelnden sind die „Watschenheinis“ der Nation – und das finden alle toll. Über ihnen schwebt eine realitätsferne Schulaufsicht, die als Qualitätsanalyse daherkommt. Das ist sowieso der größte Schwachsinn, denn verstanden haben weder Politik noch die Verwalter, was QM ist. Dazu die Eltern, deren Meinung mehr zählt als alles andere und denen die Politik das Blaue vom Himmel verspricht. Mit denen in einen Flieger zu steigen, führt zur Absetzung des Piloten in 10.000 m Höhe. Dazu kommen dankbare Juristen, die in ihrem eigenen Bereich eine weitere Schulwelt geschaffen haben, welche die reale Schulwelt ad absurdum führt Lehrer haben Angst vorm Abitur, weil sie von allen Seiten mit Prozessen bedroht werden. Daher geben sie nur noch Noten besser als ausreichend minus, in aller Regel ist die schlechteste Note eine drei. Lehrer sind Hampelmänner/-frauen, fremdgesteuert und gemobbt von allen Seiten, dazu nicht lebensfähig und am Rande der Verdummung und sozialen Verwahrlosung. Sie sind berufsdumm, von vorgestern und können nicht mal einen PC bedienen, haben 2 linke Hände und sind überbezahlt. Man darf sie öffentlich beschimpfen und im Schulzoo bei ihren Untaten beobachten. Und wo bleiben die Schüler? Die verhalten sich instrumentell und holen sich mit gegebenem Einsatz das Maximale, das Abitur, das sie sich dann ins Klo hängen können, Hauptsache die Eltern lassen sie zufrieden. Und am Ende brechen dann 50% eines Jahrganges innerhalb der ersten drei Semester das Studium ab und sind glücklich, wenn sie wenigstens eine duale Berufsausbildung schaffen. Und die Professorenschaft redet von nicht studierfähigen Abiturienten. Das ist die Story aus Absurdistan. Macht was ihr wollt, soll jeder sehen, wie er glücklich wird. Aber so schaffen wir uns ab. Wir schaffen das – garantiert.

    1. Ich find´, da ist echt viel dran!
      Die Stelle, „Jeder ist doch schon mal Auto gefahren…..Die im Schulalltag Handelnden sind die „Watschenheinis“ der Nation – und das finden alle toll.“, versteh´ ich aber nich´!

  25. Hier bitte ich dich, sehr geneigter Leser, mir diese Fage zu beantworten.

    Wäre eine Schuluniform, in eurer Schulzeit angebracht gewesen??
    Sind nicht Klassenräume und Schulen, als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, anzuerkennen und zu betrachten?

    In der Schule, sind wir so sehr mit unserer Selbst bescheftig, dass wir von vornherein mit den Gedanken wo anders sind.

    Und warum, wird zu beginn der Stunde nicht die Grundgesetze aufgesagt.

  26. Super Artikel. Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke…
    Tja, ich habe es damals tatsächlich gewagt, eine Lehrerin zu kritisieren. Kurz vor dem Abi, im letzten Schuljahr. Wir wollten zum xten Mal Walther von der Vogelweide mit „Ich saz ûf eime steine“ behandeln und alle in der Klasse waren der Ansicht, das ist so ziemlich der blödeste Schwachsinn, den es geben kann. Ich war und bin noch immer der Ansicht, dass wer unbedingt Literatur studieren will, nicht an Walthers Werken vorbei kommt.
    Ehrlich gesagt, war mein Wortlaut: warum quälen Sie uns mit Sachen, die von jemandem verfasst wurden, der vielleicht damals, zu seinen Lebzeiten, für seine Dichtkunst ausgelacht wurde? Seine Existenz kann was Geburts- und Sterbejahr betrifft, nur geschätzt werden.
    Das Ende von Lied war, die von mir kritisierte Lehrerin wollte mich von der Schule werfen lassen und machte, als ihr das nicht gelungen war, kein Geheimnis daraus, mich beim Deutsch-Abitur dann durchfallen zu lassen. Mein Glück war dann, dass ich lieber Englisch-Abitur als Deutsch gemacht habe.

    1. Ein paar Antworten auf ein paar Fragen:

      Hier wurde postuliert, dass Kinder und Jugendlich sich gut einschätzen könnten.
      Ich nehme das nicht so wahr, viele wissen in der Oberstufe nicht, was sie gut können, meinen, sie seien intelligent, weil sie ja nun in der Oberstufe seien. In meinem jetzigen Oberstufenkurs habe ich eine Person, die wirklich clever ist, (sinnvolle) Querfragen/Transferfragen stellen kann, sich selbst reflektiert und kritisch ist. Ich genieße und honoriere das sehr, auch in den schriftlichen Arbeiten. Leider hat der Rest der Klasse die Einstellung, dass Schule nur ein Störfaktor in ihrem Freizeitleben sei – lernen geht gar nicht, Hausaufgaben, was ist das? Übung brauchen wir nicht. A ha.

      Auch die hier gestellte Frage „Wozu brauche ich das?“ ist einfach doof – praktisches Wissen vermittelt Mama in der Küche daheim und der Ausbilder im Ausbildungsbetrieb, in der Oberstufe vermitteln wir Reflexions- und Abstraktionsfähigkeit.

      Auch, wenn politisch gewollt ist, dass wir bis zu 70 % eines Jahrgangs mit Abitur ausstatten,werden die Menschen nicht alle plötzlich viel intelligenter. Das Gros der Bevölkerung besteht aus ganz normalen Leuten, bös gesprochen Herdenvieh. Menschen, denen man Aufgaben gibt und sie dann kontrolliert – im Arbeitsleben, nicht in der Schule.
      Sich selbst zu strukturieren, zu motivieren und den persönlichen Prokrustes jeden Tag in die Ecke zu verbannen gelingt nicht vielen, das sind aber alles Voraussetzungen, um Künstler, Unternehmer oder Freiberufler zu werden.
      Das können einfach nicht alle. Ich finde das auch gar nicht schlimm.

      Schlimm finde ich, dass es im Zeitalter der absoluten Individualiserung chique ist, sich als kreativ zu bezeichnen. Meine Schüler möchten auch alle kreativ sein, sich selbst verwirklichen – auch ganz viele, die eben nicht kreativ sind. Häufig sind das auch Schüler, die große Schwierigkeiten mit ganz grundlegenden Kulturfähigkeiten haben – Lesen, Schreiben, Rechnen. Sich diese Leute selbst zu überlassen finde ich verantwortungslos. Klar, es ist nicht hübsch, sich etwas sagen lassen zu müssen, aber ich finde es eigentlich ganz normal, dass es Menschen gibt, die (ganz verächtlich) Befehlsempfänger sind und damit sehr zufrieden werden können.
      Sie gehen nach 8 Stunden Arbeit zufrieden nach Hause, in dem Wissen, ihre Arbeit erledigt zu haben. Und dafür bekommen sie Geld. Eine klare Sache.
      Ich glaube, wir müssen von dem Ross runterkommen, dass wir in jedem Lebensmoment als wunderbar und einzigartig wahrgenommen werden müssen.
      Das will ich im Familien- und Freundeskreis für jeden haben, die staatliche Schule soll auch sehr wohl individueller fordern und fördern, aber vielleicht brauchen wir wieder ein gesundes Bewusstsein, dass wir eben nicht in jedem Lebensmoment Prinz oder Prinzessin sein müssen und uns das gar nicht guttut.

      Wir sind soziale Wesen und brauchen unsere Mitmenschen, Kinder müssen diese Verhaltensweisen lernen. Das spricht massiv gegen eine Beschulung zu Hause – wer das fordert, möge bedenken, was damit alles flachfällt – Schulfreunde, sich durchsetzen müssen, nachgeben müssen, lachen, weinen, diskutieren, sich verknallen, unglücklich verliebt sein, sich ím Unterricht was trauen, Erfolg haben, keinen Erfolg haben und trotzdem weiter machen – das alles nehmt ihr euren Kindern, wenn ihr ihnen die Schule nehmt.

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