11 Gründe warum die Gesellschaft erwartet, dass Du zur Uni gehst

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11 Gründe, warum die Gesellschaft erwartet, dass Du zur Uni gehst

 

  1. Weil das der einzige Weg ist, “was zu werden”

  2. Weil Du so einen Abschluss (ein Blatt Papier) bekommst

  3. Um Freunde kennenzulernen und Dir ein Netzwerk zu schaffen

  4. Um zu feiern und Dich richtig auszuleben

  5. Um nächtelang über Büchern und Hausarbeiten zu brüten

  6. Um von Experten zu lernen

  7. Um “erwachsen” zu werden

  8. Um über die Welt zu lernen und ein gebildeter Mensch zu werden

  9. Weil die reale Welt da draußen ganz schön gefährlich ist

  10. Weil Du dann einen „sicheren Job“ bekommst

  11. Weil Du sonst Scheitern wirst im Leben (siehe auch 1.)

 

Hey, wenn sich diese Gründe gut für Dich anhören – kein Stress, dann hast Du Deinen Platz gefunden.

Wenn Du glücklich und zufrieden mit dem bist was Du tust oder studierst, dann ist das super!

Für diejenigen, die nicht glücklich sind mit dem, was uns das „System“ bietet habe ich hier mal meine Antworten auf die 11 Gründe, warum die Gesellschaft erwartet, dass Du zur Uni gehst zusammengefasst.

 

1. Weil das der einzige Weg ist, “was zu werden”

Leider gibt es in unserer Gesellschaft immer noch den Glaubenssatz, dass Menschen, die nicht institutionell lernen (also nicht die Schule oder die Uni besuchen) weniger intelligent oder einfach “nicht in der Lage” sind.

Ich jedenfalls habe mich nicht entschieden meinen eigenen Weg zu gehen, weil die Uni “zu hart” für mich ist.

Ich gehe nicht an die Uni, weil ich im echten Leben, durch Reisen, Mentoren und autodidaktisches Lernen mehr lerne als an der Uni.

Schau mal, wer noch alles die Uni abgebrochen hat: Steve Jobs, Mark Zuckerberg, Steven Spielberg, Henry Ford, Michael Dell und viele mehr – klar, diese Namen klingen groß. Da draußen gibt es tausende anderer, die einen ähnlichen Weg gegangen sind. Ich finde es schon erstaunlich, wie viele Menschen, die Großartiges leisten nicht auf der Uni waren.

2. Weil Du so einen Abschluss (ein Blatt Papier) bekommst

Stimmt – Du bekommst einen Abschluss. Ein Blatt Papier mit einer sehr vagen Beschreibung von dem was Du wirklich kannst.

Immer mehr Menschen bekommen übrigens das gleiche Papier wie Du.

Und je mehr Menschen mit diesen Papieren herumlaufen, desto weniger wird auch Deines – sprich: Dein Abschluss – wert.

Im nächsten Abschnitt werde ich noch näher darauf eingehen.

3. Um Freunde kennenzulernen und Dir ein Netzwerk zu schaffen

Freunde finde ich auch außerhalb der Uni. Und ein Netzwerk kann ich mir ebenso gut auch außerhalb der Uni aufbauen.

4. Um zu feiern und sich richtig auszuleben

Auch das kann ich außerhalb der Uni machen. Schließlich kann mir ja keiner verbieten als Anti-Student auf eine Studentenparty zu gehen, right? 😉

5. Um nächtelang über Büchern und Hausarbeiten zu brüten

Das mache ich auch ab und an. Ist aber defintiv nicht die beste Methode um längerfristig und effektiv zu lernen.

6. Um von Experten zu lernen

Die “Experten” in der Uni sind meist Wissenschaftler, die in ihren eigenen Sphären schweben.

Du kannst auch außerhalb der Uni Mentoren oder Förderer finden, von denen Du lernen kannst – und die unter Umständen sogar weit mehr Praxiserfahrung als viele Professoren haben.

7. Um “erwachsen” zu werden

Also bitte.

Wenn ich zurückschaue auf mein Jahr an der Uni ist es definitiv das Jahr in dem ich am wenigsten erwachsen geworden bin. Auf meiner Reise und während meines Freiwilligendienstes dagegen bin ich merklich gereift und ja, auch ein Stückchen erwachsener geworden.

Zudem wirst Du nicht wirklich erwachsen, wenn Du noch bei Mami wohnst oder ihr stets am Wochenende einen Besuch abstattest und Deine Wäsche vorbeibringst.

8. Um über die Welt zu lernen und ein gebildeter Mensch zu werden

Moment mal. Macht es nicht mehr Sinn “in der Welt” über die Welt zu lernen als in einem separaten, wohlbehüteten Raum namens Uni?

9. Weil die reale Welt da draußen ganz schön gefährlich ist

Stimmt. Ganz schön gefährlich hier draußen. Die ganzen Säbelzahntiger…

Spaß beiseite.

Die reale Welt mag ein wenig beängstigend sein, aber sie wird nicht dadurch weniger beängstigend, dass Du Dich hinter Deinem Abschluss-Zertifikat versteckst.

Säbelzahntiger machen kurzen Prozess mit Papier-Zertifikaten…

Je früher Du “raus” gehst und den “Gefahren” ins Auge siehst (die gar nicht so schlimm sind), desto einfacher für Dich.

10. Weil Du dann einen „sicheren Job“ bekommst

Eine aktuelle Arbeitsmarktstudie zeigt, dass jeder zehnte Akademiker schon 2012 weniger als 10 € brutto die Stunde verdient hat.

Das sind hunderttausende Akademiker, die zu Niedriglöhnen arbeiten.

Das Schlimmste ist: Das wird sicher nicht besser werden die nächsten Jahre.

Denn: Die akademische Inflation hat schon längst begonnen. Immer mehr Menschen stürmen an die Unis. Immer mehr Menschen bekommen einen Abschluss (ein nettes Papier). Und Dein Abschluss wird somit immer weniger wert.

11. Weil Du sonst Scheitern wirst im Leben

– siehe 1. –

Zu diesem Beitrag hat mich das UnCollege Manifesto von Dale Stephens inspiriert. Ich kann es wirklich nur empfehlen und Du findest es hier.

Fallen Dir weitere Gründe ein? Was denkst Du? 

 

 

Falls du nach Alternativen zur Uni suchst: Hier sind 40 Alternativen zum Studium (Nummer #1 – #10)

 

 

Bild: Lcrward

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20 Kommentare, sei der nächste!

  1. Wahre Worte 🙂

    Ich denke eine Menge Leute werden dir zustimmen, aber trotzdem einen Abschluss machen.

    „Sicher ist sicher“ oder „Schadet ja nicht“.

    Auf der fachlichen Lernebene mag es vielleicht stimmen, dass es nicht schadet. Auch wenn man in der Uni nicht alles lernt, was für das Leben wichtig ist, hat man zumindest mal was fachliches „gehört“. Irgendwas wird schon hängen bleiben. Hoffen viele.

    Wo es allerdings gefährlich wird, ist die Programmierung, die man in Uni (und Schule erfährt).

    Die Leute machen eben nicht nur einen Abschluss und erfüllen sich dann ihre Träume (weil sie ja einen Abschluss/Backup Plan haben).
    Sobald sie in der Uni sind erfahren sie einen Lock-In-Effekt. Und landen früher oder später da, wo sie niemals hin wollten.

    Also: Es ist nicht nur so, dass man den Abschluss nicht mehr braucht.
    Ich würde soweit gehen, dass er in nicht wenigen Fällen sogar schaden kann.
    Und zwar nicht vorrangig fachlich, sondern viel mehr bzgl. des Mindsets, welches man unweigerlich mit „erwirbt“.

    Darum habe ich auf mein Diplom auf der Zielgeraden verzichtet 🙂

    Toller Artikel!

    1. Hey Steffen!

      Du hast es begriffen! =)

      Klar ist es möglich in der Uni jede Menge zu lernen. Ich finde Unis super inspirierende Ort und laufe super gerne durch Unis.

      Wie Du sagst ist es die „Programmierung“, die gefährlich ist.

      Du quälst Dich irgendwie zum Abschluss – dann machst Du einen Job, um Erfahrung zu sammeln – „für den Anfang nicht schlecht“ – und landest dann mit Ende 20 irgendwo, wo Du eigentlich nie hinwolltest. So die Story von vielen, die ich treffe. Aber natürlich auch nicht von allen. Zum Glück. =)

      Mindset ist alles – da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich bin da riesiger Fan des „Entrepreneurial Mindset“. Dazu gibt´s bald einen Artikel – das ist nämlich für jeden relevant – egal ob Student oder nicht. Und egal ob Angestellt oder selbstständig. Mit dem richtigen Mindset kämpfst Du Dich überall durch.

      Rock it!

      Ben

  2. Von wem kommen diese 11 Gründe? Denn ich habe noch keins von denen jemals gehört. Ich dachte immer dass ich eigentlich ganz gut darin bin Standartparolen zu kennen. „Weil die reale Welt da draußen ganz schön gefährlich ist“? Ich kann mir einfach kein Gesicht zu einer Person vorstellen, die so etwas sagen würde.
    Die Gründe die ich des öfteren höre sind:

    – analytisch Denken lernen
    – komplexe Gedanken entwickeln und strukturiert wiedergeben
    – Einkommen ist durchschnittlich bei Akademikern um 35% höher als bei nicht Akademikern, tendenz steigend
    -Reputation ermöglicht dir größeren Handlungsspielraum, vorallem außerhalb der Wirtschaft

    Nun kann man sagen, dass die ersten beiden Punkte auch außerhalb der Uni erreicht werden können. Doch es ist eher unwahrscheinlich, dass jemand sich pro Woche durch 100 Seiten philosophische oder politische Texte wühlt und hin und wieder mal 50 Seiten seiner eigenen Gedanken strukturiert und belegbar niederschreibt.

    Dass meine oben genannten Gründe für die Uni nicht für jeden etwas sind, kann ich nachvollziehen. Ich erlebe leider oft, dass der Mut fehlt sich das einzugestehen um nach anderen Wegen zu suchen und ermutige jeden das zu tun. Dennoch sehe ich meine Interessen studieren zu können als ein Privileg von unvorstellbarem Wert. Daher währe ich mich etwas gegen diese einseitige Schwarzmalerei des Studiums. Hoffe ich stoße niemandem vor den Kopf hier.

    Schöne Grüße

    Milan

  3. „Eine aktuelle Arbeitsmarktstudie zeigt, dass jeder zehnte Akademiker schon 2012 weniger als 10 € brutto die Stunde verdient hat.“

    Sorry, aber das ist für mich kein guter Grund. Es gibt unfassbar viele Leute, die noch im 21. Jhr meinen Germanistik oder Kunstgeschichte studieren müssen und sich dann am Ende wundern, dass man die ja gar nicht mehr in der Fülle braucht.

    Bis 2020 werden über 1 Mio MINT Absolventen zu wenig auf dem deutschen Markt sein. Jeder dieser Studenten wird in Zukunft einen sicheren Job haben.

    Habe letzten jemanden mit Master in Design getroffen, der sich für Print und Fotografie entschieden hat und gegen Webdesign und das Internet. Sorry, aber selbst Schuld. Da kann man auch noch so oft nach seinen Interessen gehen, in einer Zeit wo Print vor dem Abgrund steht und jeder mit seinem Handy Fotos machen kann, darf sich niemand darüber wundern, dass er keine Festanstellung bekommt.

  4. Ich denke, es gibt eher weniger als mehr Uni-Fächer, die tatsächlich für den Beruf benötigt werden (z.B. Medizin ). Aber selbst solche Fächer könnten anders an den Mann gebracht werden, gäbe es nicht das Bildungsmonopol und andere üble Regulierungen..

    Bei Fächern wie Germanistik oder Philosophie könnte das Schema F doch einmal umgedreht werden. Statt erst Uni und dann „Beruf, erst einmal etwas eigenes Aufbauen und wenn das eigene kleine Unternehmen genügend abwirft, als Freizeitbeschäftigung weil das Fach einen interessiert, ein paar Mal die Woche Hörsäle besuchen.

    LG und weiter so
    Tobias

    1. Hey Tobias!

      Danke für deinen Kommentar und deine Anregungen! Genau in die Richtung geht ja auch mein Ansatz.

      Alles Liebe und Mach dein Ding!

      Ben

  5. Das Ganze ergänze ich noch mit dem Beispiel aus dem Film „Matrix“. Eine (Schein)-Welt, in der man glaubt zu leben, die aber in Wirklichkeit eine gesteuerte Welt ist.

    Eltern, Freunde, Schule haben die Aufgabe unerfahrenen Menschen einen vorgezeichneteten Weg zu zeigen und investieren möglichst viel Zeit und Geduld, damit dieser „Jüngling“ auch diesen Weg geht…….Oft kommt das Erwachen dann, wenn das Leben an einem vorbei gerauscht ist. Zitate wie: „Oui, bin schon XY alt und eigentlich hab ich nie gelebt“ sind dann das verspätete Erwachen.

    Der Vorteil ist aber, das durch solche Menschen wie Du, manch einer den Ausstieg aus der „Matrix“ schaffen kann! Anfängt sein eigenes Leben und vorallem seinen Weg zu gehen.

    Mit 22 wachte ich damals auf und fühlte mich im Saal der Uni nicht nur unwohl, sondern erkannte, dass es nicht für mich ein Ort ist, wo ich meine Gedanken entwickeln und entfalten kann…….

    Keep it up!

  6. Hallo Ben,

    ich bin geneigt dir in diesem Blog Post zuzustimmen. Was mich noch interessieren würde: Was hälst du von MOOCs ? Ich meine dadurch hat ja bald eh jeder Zugriff auf Bildungsreourcen auf Hochschulniveau, teilweise MIT, Harvard, etc…
    Ich bin ja ein großer Freund der Mathematik, weil sie so eine schöne Meritokratie (vielleicht die einzige) ist: Hier kommt es nicht darauf an, ob man arm oder reich ist, mächtig oder nicht, Professor oder Anti-Uni-Mensch, es zählt einzig und allein der Beweis. Nur: Man muss sich eben auch aufrappeln und DURCHHALTEN: Denn im Gegensatz zu Jura- und Medizin-Ich-lerne-mal-alle-Gesetze bzw. Knochen auswendig geht es hier ums Verstehen und das ist größtenteils HARTER Shit. Und da denke ich manchmal, dass eine Uni/HS doch noch ihre Berechtigung hat, weil man da das Material etwas strukturiert kriegt und durch jahrelange Erfahrung wissen die Dozenten, WAS man WANN lernen muss/ soll. Wenn man das alles selbst organisiert ist das ungemein komplexer, aber Hut ab, wers schafft. Außerdem ist der menschliche Kontakt und die Diskussion mit Dozenten ungemein wichtig und wie kommt man an diese Leute ran, wenn man nicht immatrikuliert ist. Gut ein peer-reviewtes Paper öffnet da schon so manche Tür.
    Ich würde mich freuen deine Gedanken dazu zu hören.

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